Fragen, die Sie Ihrem Arzt vor Durchfall stellen sollten – was Sie wissen sollten
Basierend auf internationalen klinischen Leitlinien
Übersicht
Durchfall bedeutet, dass Sie häufiger und wässrigen Stuhlgang haben als normal. Es ist ein Symptom, keine Krankheit. In diesem Artikel erfahren Sie, worüber Sie mit Ihrem Arzt sprechen können, um gut vorbereitet zu sein, falls Sie einmal Durchfall bekommen.
Wichtige Fakten
- Durchfall ist meist harmlos und klingt von selbst wieder ab.
- Besonders bei Kindern und älteren Menschen kann Durchfall zu Dehydrierung (Flüssigkeitsmangel) führen.
- Häufige Ursachen sind Viren, Bakterien oder bestimmte Lebensmittel.
- Gute Handhygiene kann das Risiko für Durchfall senken.
Ja, fast jeder Mensch hat gelegentlich Durchfall. In Deutschland sind es durchschnittlich ein- bis zweimal pro Jahr.
Durchfall kann Menschen jeden Alters betreffen. Besonders anfällig sind Kleinkinder, ältere Menschen und Personen mit geschwächtem Immunsystem.
Symptome
- Blut im Stuhl (rotes oder schwarzes Blut)
- Anzeichen einer schweren Dehydrierung: sehr wenig Urin, extreme Müdigkeit, eingefallene Augen, Ohnmacht
- Starke Bauchschmerzen, die nicht nachlassen
- Hohes Fieber (über 39°C)
- ⚠Durchfall, der länger als 2 Tage anhält
- ⚠Starke Übelkeit, sodass Sie keine Flüssigkeit mehr zu sich nehmen können
- ⚠Durchfall nach einer Reise in ein tropisches Land
Häufige Symptome
- Plötzlicher, wässriger Stuhlgang – mehr als drei Mal am Tag
- Bauchschmerzen oder Krämpfe
- Übelkeit und Erbrechen
- Allgemeines Schwächegefühl
Symptome bei Kindern
- Weicher, manchmal schleimiger Stuhlgang
- Unruhe oder Weinen
- Tränenflüssigkeit vermindert
- Müdigkeit und Teilnahmslosigkeit
Symptome bei älteren Erwachsenen
- Gefahr der Austrocknung (Dehydrierung) steigt schnell
- Verwirrtheit oder Schwindel
- Trockene Haut und Mund
- Seltenes Wasserlassen
Ursachen
Hauptursachen
- Viren (z. B. Noroviren, Rotaviren)
- Bakterien (z. B. Salmonellen, Campylobacter)
- Parasiten (seltener in Deutschland)
- Nahrungsmittelunverträglichkeiten (z. B. Laktoseintoleranz)
- Nebenwirkungen von Medikamenten (z. B. Antibiotika)
- Reizdarmsyndrom
Risikofaktoren
- Schwaches Immunsystem (z. B. durch Chemotherapie oder chronische Erkrankungen)
- Reisen in Länder mit anderen Hygienestandards
- Enge Kontakte zu erkrankten Personen (z. B. in Kindergärten, Pflegeheimen)
- Bestimmte Erkrankungen wie Morbus Crohn oder Colitis ulcerosa
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Bei Blut im Stuhl oder schwarzem, teerartigem Stuhl
- Bei Anzeichen von Dehydrierung
- Bei starken, anhaltenden Schmerzen im Bauch
- Bei hohem Fieber oder Schüttelfrost
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Wenn Durchfall trotz Selbsthilfe nach 3 Tagen nicht besser ist
- Wenn Sie regelmäßig unter Durchfall leiden (möglicherweise ein chronisches Problem)
- Wenn Sie vor Kurzem Antibiotika eingenommen haben
Diagnose
Ihr Arzt wird Sie zunächst nach Ihren Symptomen, möglichen Ursachen (Reisen, Essen, Medikamente) und Ihrer Krankengeschichte fragen.
Mögliche Untersuchungen
- Körperliche Untersuchung (Bauch abhören, auf Drucktest)
- Stuhlprobe (Untersuchung auf Bakterien, Viren oder Parasiten)
- Blutuntersuchung (z. B. auf Entzündungswerte oder Elektrolyte)
- Bei länger andauernden Beschwerden eventuell eine Darmspiegelung (Koloskopie)
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Die Untersuchung ist meist unkompliziert und schmerzfrei. Ihr Arzt erklärt jeden Schritt. Bei Bedarf bekommen Sie einen Termin für eine Stuhl- oder Blutuntersuchung.
Behandlung
Die Behandlung richtet sich nach der Ursache. Bei viralen Infekten hilft vor allem Ruhe und ausreichend Flüssigkeit. Bakterielle Durchfälle können mit Antibiotika behandelt werden, aber oft ist auch hier Abwarten möglich.
Selbsthilfe zu Hause
- Trinken Sie viel – am besten Wasser, Brühe oder spezielle Elektrolytlösungen aus der Apotheke
- Ruhen Sie sich aus, um die Verdauung zu entlasten
- Essen Sie leichte Kost: Zwieback, Bananen, Reis, geriebene Äpfel (sogenannte BRAT-Diät)
- Vermeiden Sie scharfe, fettige oder zuckerhaltige Speisen sowie Milchprodukte
Medizinische Behandlungen
Ihr Arzt kann Ihnen bei Bedarf Medikamente verschreiben, die den Stuhlgang festigen oder die Darmbewegung verlangsamen. Auch Medikamente gegen Erreger (wie Bakterien) sind möglich – welche genau, entscheidet der Arzt anhand der Ursache.
Wann kommt eine Operation infrage?
Eine Operation ist nur in sehr seltenen Fällen nötig, zum Beispiel bei Komplikationen wie einem Darmdurchbruch oder schweren Darmerkrankungen wie Colitis ulcerosa.
Leben mit der Erkrankung
Bei akutem Durchfall bleiben Sie am besten zu Hause, bis die Symptome nachlassen. Achten Sie auf Hygiene, um andere nicht anzustecken.
Tipps für den Alltag
- Waschen Sie sich häufig die Hände mit Seife – besonders nach dem Toilettengang und vor dem Essen
- Verwenden Sie getrennte Handtücher
- Vermeiden Sie direkten Kontakt zu anderen Personen, solange der Durchfall anhält
Ernährung und Bewegung
Leichte, kohlenhydratreiche Kost ist in der Regel gut verträglich. Sport sollten Sie erst wieder aufnehmen, wenn Sie sich vollständig erholt haben – körperliche Ruhe unterstützt die Heilung.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Durchfall kann belastend sein, besonders wenn er immer wieder auftritt. Sorgen Sie für Dinge, die Ihnen guttun – ein warmes Bad, ein gutes Buch. Bei chronischen Beschwerden kann ein Arztgespräch helfen, Ängste zu nehmen.
Vorbeugung
Viele Durchfallursachen lassen sich durch gute Hygiene vermeiden: Händewaschen, sorgfältige Lebensmittelzubereitung, Vermeidung von rohem oder unzureichend erhitztem Essen auf Reisen.
Impfungen
Eine Impfung gegen Rotaviren wird für Säuglinge und Kleinkinder empfohlen. Fragen Sie Ihren Kinderarzt dazu.
Früherkennungsprogramme
Es gibt kein allgemeines Screening auf Durchfall. Bei Reisen in Risikogebiete kann eine ärztliche Beratung zu vorbeugenden Maßnahmen sinnvoll sein.
Komplikationen
Unbehandelt
- Dehydrierung (Flüssigkeitsmangel) – besonders gefährlich für Kleinkinder und ältere Menschen
- Elektrolytstörungen (Salzverlust, der zu Herzrhythmusstörungen führen kann)
- Nierenversagen bei schwerer Dehydrierung
- Chronischer Durchfall kann auf eine ernsthafte Darmerkrankung hinweisen
Langzeitprognose
Die allermeisten Durchfallerkrankungen klingen ohne langfristige Folgen ab. Mit einfachen Maßnahmen wie viel Trinken und Ruhe sind die meisten Menschen innerhalb weniger Tage wieder fit.
Unterstützung finden
Lokale Organisationen
- Deutsche Gesellschaft für Gastroenterologie, Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten (DGVS) · Deutschland
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Überprüfen Sie die Informationen immer mit Ihrem Arzt
Gesundheitsrichtlinien variieren je nach Land und Region. Die Informationen in diesem Artikel basieren auf internationalen klinischen Leitlinien, spiegeln jedoch möglicherweise nicht die spezifischen Richtlinien, Medikamente oder Praktiken in Ihrem Land wider. Besprechen Sie Ihre Gesundheitsfragen immer mit Ihrem Arzt oder Gesundheitsdienstleister und beziehen Sie sich auf Ihre lokalen nationalen Gesundheitsrichtlinien, sofern verfügbar.
Wichtiger Hinweis Diese Informationen dienen nur zu Bildungszwecken. Sie ersetzen keine professionelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Konsultieren Sie bei Fragen immer einen qualifizierten Arzt. Bei einem medizinischen Notfall wählen Sie sofort den örtlichen Notruf.
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Quellen und Leitlinien
Dieser Artikel dient der Aufklärung und orientiert sich an anerkannten Gesundheitsinformations- und klinischen Leitlinienquellen, sofern verfügbar. Spezifische Quellenlinks können je nach Thema variieren.
Zuletzt aktualisiert: 30. Juli 2026
Hinweis zur Aufklärung: Diese Informationen dienen nur der Aufklärung und sind keine Diagnose.
Nutzen Sie sie zur Ergänzung — nicht als Ersatz — für den Rat einer approbierten Fachkraft.
Bei schweren, sich verschlechternden oder dringenden Symptomen rufen Sie die lokale Notrufnummer an oder suchen Sie Notfallversorgung auf.