Hämorrhoiden: Fragen, die Sie Ihrem Arzt stellen sollten
Basierend auf internationalen klinischen Leitlinien
Übersicht
Hämorrhoiden sind erweiterte Blutgefäße im Bereich des Afterkanals. Sie sind mit Krampfadern vergleichbar und können Beschwerden wie Juckreiz, Brennen oder Blutungen verursachen.
Wichtige Fakten
- Hämorrhoiden sind sehr häufig und betreffen etwa die Hälfte aller Erwachsenen.
- Sie sind in den meisten Fällen harmlos und gut behandelbar.
- Oft helfen bereits einfache Maßnahmen wie eine ballaststoffreiche Ernährung.
Ja, Hämorrhoiden gehören zu den häufigsten Erkrankungen im Bereich des Enddarms. Schätzungsweise jeder zweite Erwachsene hat mindestens einmal im Leben Beschwerden.
Betroffen sind vor allem Erwachsene zwischen 30 und 60 Jahren. Auch Schwangere haben ein erhöhtes Risiko, ebenso Menschen mit chronischer Verstopfung.
Symptome
- Starke Blutung, die nicht aufhört
- Plötzliche, starke Schmerzen im Afterbereich
- Fieber mit Schüttelfrost und Schmerzen
- ⚠Blut im Stuhl, das nicht eindeutig hellrot ist
- ⚠Hämorrhoiden, die sich stark vergrößern oder nicht zurückgehen
- ⚠Schmerzen, die mit einfachen Mitteln nicht besser werden
Häufige Symptome
- Juckreiz oder Brennen am After
- Schmerzen beim Stuhlgang
- Blutauflagerungen auf dem Stuhl oder Toilettenpapier (hellrotes Blut)
- Gefühl einer Schwellung oder Knoten am After
Symptome bei Kindern
- Bei Kindern können Hämorrhoiden ähnliche Symptome wie bei Erwachsenen verursachen, sind aber sehr selten. Häufiger steckt eine andere Ursache dahinter.
Symptome bei älteren Erwachsenen
- Ältere Erwachsene haben häufiger Hämorrhoiden und können zusätzlich unter einem Gefühl des unvollständigen Stuhlgangs leiden.
Ursachen
Hauptursachen
- Übermäßiges Pressen beim Stuhlgang
- Chronische Verstopfung oder Durchfall
- Langes Sitzen auf der Toilette
- Schwangerschaft und Geburt
Risikofaktoren
- Übergewicht
- Bewegungsmangel
- Ballaststoffarme Ernährung
- Genetische Veranlagung
- Alter (über 50 Jahre)
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Bei starken Blutungen
- Wenn die Schmerzen sehr stark sind oder plötzlich auftreten
- Wenn Sie Fieber haben
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Blut am Stuhl (auch wenn es nur wenig ist)
- Juckreiz oder Brennen, das länger als eine Woche anhält
- Gefühl eines Knotens am After
Diagnose
Die Diagnose stellt der Arzt oder die Ärztin in der Regel durch eine kurze Untersuchung. Dabei wird der Afterbereich betrachtet und mit einem Finger abgetastet. Manchmal ist auch eine kurze Darmspiegelung (Proktoskopie) nötig.
Mögliche Untersuchungen
- Anamnese (gezieltes Gespräch über Beschwerden)
- Tastuntersuchung des Enddarms
- Proktoskopie (Betrachtung des Enddarms mit einem kleinen Instrument)
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Die Untersuchung ist in der Regel schmerzarm und dauert nur wenige Minuten. Sie können sich vorher über die genauen Schritte informieren.
Behandlung
Die Behandlung richtet sich nach dem Schweregrad der Hämorrhoiden. Oft reichen einfache Maßnahmen wie Ernährungsumstellung und mehr Bewegung. Bei stärkeren Beschwerden kommen verschiedene nicht-operative Verfahren infrage. Besprechen Sie mit Ihrem Arzt, welche Behandlung für Sie infrage kommt und welche Vor- und Nachteile sie hat.
Selbsthilfe zu Hause
- Ballaststoffreiche Ernährung (Vollkorn, Obst, Gemüse)
- Ausreichend trinken (mindestens 1,5–2 Liter pro Tag)
- Bewegung, um Verstopfung zu vermeiden
- Sitzbäder mit warmem Wasser (lauwarm, nicht heiß)
- Sanftes Reinigen des Afters nach dem Stuhlgang, am besten mit Wasser
Medizinische Behandlungen
Je nach Stadium können verschiedene Verfahren angewendet werden, die der Arzt mit Ihnen bespricht. Dazu gehören Vereisungen (Kryotherapie), Verödungen (Sklerosierung) oder das Abbinden mit Gummiringen (Gummibandligatur). Diese Behandlungen werden in der Arztpraxis durchgeführt.
Wann kommt eine Operation infrage?
Eine Operation ist nur selten notwendig, meist bei sehr großen oder hartnäckigen Hämorrhoiden. Sie kann entweder mit einem Laser oder als konventionelle Entfernung (Hämorrhoidektomie) erfolgen.
Leben mit der Erkrankung
Im Alltag können Sie durch einfache Veränderungen viel tun, um Beschwerden zu vermeiden. Achten Sie auf regelmäßigen Stuhlgang, vermeiden Sie langes Sitzen auf der Toilette und nutzen Sie bei Bedarf weiches Toilettenpapier oder Feuchttücher ohne Alkohol.
Tipps für den Alltag
- Vermeiden Sie Pressen beim Stuhlgang
- Gehen Sie bei Stuhldrang sofort zur Toilette
- Sitzen Sie nicht länger als nötig auf der Toilette
- Bewegen Sie sich regelmäßig, z. B. Spazierengehen oder Schwimmen
Ernährung und Bewegung
Essen Sie ballaststoffreich und trinken Sie ausreichend. Bewegung regt die Verdauung an und beugt Verstopfung vor. Schon 30 Minuten moderates Gehen täglich können helfen.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Hämorrhoiden können unangenehm sein und die Lebensqualität beeinträchtigen. Manche Menschen fühlen sich verunsichert oder genieren sich. Es ist wichtig, offen mit Ihrem Arzt zu sprechen. Bei anhaltender Belastung kann auch psychologische Unterstützung helfen.
Vorbeugung
Vollständig verhindern lassen sich Hämorrhoiden nicht, aber mit einer gesunden Lebensweise können Sie das Risiko deutlich senken. Wichtig sind eine ballaststoffreiche Ernährung, ausreichend Flüssigkeit und regelmäßige Bewegung.
Komplikationen
Unbehandelt
- Selten können sich Hämorrhoiden entzünden und zu Abszessen führen
- Bei starkem Blutverlust kann eine Blutarmut (Anämie) entstehen
- Hämorrhoiden können prolabieren, also nach außen vorfallen, und dann eingeklemmt werden (sehr schmerzhaft)
Langzeitprognose
Die allermeisten Hämorrhoiden lassen sich gut behandeln, oft schon mit einfachen Maßnahmen. Auch wenn sie wiederkehren können, haben Sie es selbst in der Hand, mit einem gesunden Lebensstil die Beschwerden zu minimieren. Scheuen Sie sich nicht, ärztlichen Rat einzuholen – das ist der erste Schritt zur Besserung.
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Überprüfen Sie die Informationen immer mit Ihrem Arzt
Gesundheitsrichtlinien variieren je nach Land und Region. Die Informationen in diesem Artikel basieren auf internationalen klinischen Leitlinien, spiegeln jedoch möglicherweise nicht die spezifischen Richtlinien, Medikamente oder Praktiken in Ihrem Land wider. Besprechen Sie Ihre Gesundheitsfragen immer mit Ihrem Arzt oder Gesundheitsdienstleister und beziehen Sie sich auf Ihre lokalen nationalen Gesundheitsrichtlinien, sofern verfügbar.
Wichtiger Hinweis Diese Informationen dienen nur zu Bildungszwecken. Sie ersetzen keine professionelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Konsultieren Sie bei Fragen immer einen qualifizierten Arzt. Bei einem medizinischen Notfall wählen Sie sofort den örtlichen Notruf.
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Quellen und Leitlinien
Dieser Artikel dient der Aufklärung und orientiert sich an anerkannten Gesundheitsinformations- und klinischen Leitlinienquellen, sofern verfügbar. Spezifische Quellenlinks können je nach Thema variieren.
Zuletzt aktualisiert: 30. Juli 2026
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