Fragen, die Sie vor einer Prostatauntersuchung stellen sollten
Basierend auf internationalen klinischen Leitlinien
Übersicht
Die Prostata – auch Vorsteherdrüse genannt – ist eine kleine Drüse bei Männern, die unter der Blase sitzt. Wenn Sie eine Untersuchung oder Behandlung an der Prostata planen, ist es wichtig, gut informiert zu sein. Dieser Artikel hilft Ihnen, die richtigen Fragen zu stellen, damit Sie gemeinsam mit Ihrem Arzt die beste Entscheidung treffen können.
Wichtige Fakten
- Die Prostata wird oft ab einem bestimmten Alter untersucht, um Veränderungen früh zu erkennen.
- Nicht jede Vergrößerung der Prostata bedeutet Krebs.
- Sprechen Sie offen mit Ihrem Arzt über Ihre Beschwerden und Ängste.
Prostatauntersuchungen gehören zu den häufigsten Vorsorgeuntersuchungen für Männer ab 45 Jahren. Viele Männer haben im Laufe ihres Lebens Beschwerden mit der Prostata, etwa beim Wasserlassen.
Prostataprobleme betreffen vor allem Männer, besonders ab dem mittleren Lebensalter. Auch jüngere Männer können betroffen sein, etwa bei einer Prostataentzündung.
Symptome
- Plötzlicher, starker Schmerz im Unterleib oder Rücken
- Unfähigkeit, Urin zu lassen (Harnverhalt)
- Blut im Urin, das sichtbar ist
- ⚠Fieber und Schüttelfrost zusammen mit Beschwerden beim Wasserlassen
- ⚠Starke Schmerzen, die nicht nachlassen
Häufige Symptome
- Häufiger Harndrang, besonders nachts
- Schwacher oder unterbrochener Harnstrahl
- Schmerzen oder Brennen beim Wasserlassen
- Gefühl, die Blase nicht ganz leeren zu können
Symptome bei Kindern
- Prostataprobleme bei Kindern sind sehr selten. Sollten Beschwerden auftreten, ist eine kinderärztliche Abklärung wichtig.
Symptome bei älteren Erwachsenen
- Bei älteren Männern sind eine vergrößerte Prostata und damit verbundene Beschwerden häufiger.
- Auch ein erhöhter PSA-Wert (ein bestimmter Blutwert) tritt im Alter öfter auf.
Ursachen
Hauptursachen
- Altersbedingte Vergrößerung der Prostata (gutartige Prostatahyperplasie)
- Entzündung der Prostata (Prostatitis)
- Prostatakrebs
Risikofaktoren
- Alter über 50 Jahre
- Familiäre Vorbelastung (Prostatakrebs bei nahen Verwandten)
- Ungesunde Lebensweise (z. B. Rauchen, wenig Bewegung)
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Wenn Sie plötzlich keinen Urin mehr lassen können
- Bei starken Schmerzen im Unterleib oder Hodengegend
- Wenn Sie Blut im Urin sehen
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Wenn Sie Veränderungen beim Wasserlassen bemerken (häufiger, schwächer)
- Für die Vorsorgeuntersuchung ab 45 Jahren – fragen Sie Ihren Arzt, wann der richtige Zeitpunkt ist
- Wenn Sie Beschwerden haben, die immer wiederkehren
Diagnose
Der Arzt wird zunächst mit Ihnen über Ihre Symptome sprechen und dann eine körperliche Untersuchung durchführen. Dazu gehört oft eine Tastuntersuchung des Enddarms (digitale rektale Untersuchung), um die Prostata zu beurteilen.
Mögliche Untersuchungen
- Digitale rektale Untersuchung (Tastuntersuchung des Enddarms)
- Urinuntersuchung
- Bluttest auf PSA (prostataspezifisches Antigen)
- Ultraschalluntersuchung der Prostata
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Die Untersuchungen sind in der Regel nicht schmerzhaft, aber können unangenehm sein. Der Arzt wird Sie vorher genau erklären, was passiert. Sie können jederzeit Fragen stellen, auch während der Untersuchung.
Behandlung
Die Behandlung hängt davon ab, ob Ihre Prostata vergrößert, entzündet oder krebsartig ist. Bei manchen Beschwerden reicht eine Änderung der Lebensgewohnheiten, bei anderen sind Medikamente oder ein Eingriff nötig. Wichtig ist, dass Sie alle Optionen mit Ihrem Arzt besprechen.
Selbsthilfe zu Hause
- Trinken Sie ausreichend, aber nicht zu viel auf einmal.
- Vermeiden Sie koffeinhaltige Getränke und Alkohol, vor allem abends.
- Bewegung und Entspannung können die Beschwerden lindern.
Medizinische Behandlungen
Es gibt verschiedene Medikamente, die die Prostata verkleinern oder die Blasenentleerung erleichtern. Auch Antibiotika kommen bei einer bakteriellen Entzündung infrage. Welche Behandlung für Sie geeignet ist, hängt von der genauen Ursache ab – sprechen Sie mit Ihrem Arzt.
Wann kommt eine Operation infrage?
Eine Operation wird oft dann empfohlen, wenn Medikamente nicht ausreichen oder wenn der Verdacht auf Krebs besteht. Bei einer gutartigen Vergrößerung kann ein kleiner Eingriff helfen, die Harnröhre zu erweitern.
Leben mit der Erkrankung
Viele Männer mit Prostatabeschwerden führen ein ganz normales Leben. Wichtig ist, dass Sie auf Ihren Körper hören und Veränderungen rechtzeitig mit Ihrem Arzt besprechen. Auch regelmäßige Bewegung hilft.
Tipps für den Alltag
- Sorgen Sie für ausreichend Bewegung, z. B. tägliche Spaziergänge.
- Vermeiden Sie langes Sitzen – stehen Sie zwischendurch auf.
- Achten Sie auf eine ausgewogene Ernährung mit viel Obst und Gemüse.
Ernährung und Bewegung
Eine gesunde Ernährung und regelmäßige Bewegung können die Beschwerden lindern und das Risiko für eine Vergrößerung senken. Vermeiden Sie Übergewicht, da dies die Prostata zusätzlich belasten kann.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Prostatabeschwerden können belastend sein und zu Ängsten führen, besonders wenn Krebs im Raum steht. Es ist ganz normal, sich Sorgen zu machen. Scheuen Sie sich nicht, mit Ihrem Arzt oder einer Vertrauensperson darüber zu sprechen.
Vorbeugung
Eine Prostatavergrößerung oder Krebs lässt sich nicht immer verhindern. Aber ein gesunder Lebensstil mit Bewegung und ausgewogener Ernährung kann das Risiko senken. Auch regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen helfen, Veränderungen früh zu erkennen.
Früherkennungsprogramme
Die gesetzliche Vorsorgeuntersuchung für Männer ab 45 Jahren umfasst eine Tastuntersuchung und ein Gespräch mit dem Arzt. Ein PSA-Test wird nicht routinemäßig von der Krankenkasse bezahlt, kann aber auf Wunsch durchgeführt werden. Besprechen Sie mit Ihrem Arzt, ob ein PSA-Test für Sie sinnvoll ist.
Komplikationen
Unbehandelt
- Chronische Harnwegsinfekte
- Harnverhalt (Unfähigkeit, Urin zu lassen)
- Nierenschäden durch Rückstau des Urins
- Ausbreitung von Krebszellen bei Prostatakrebs
Langzeitprognose
Die meisten Prostataprobleme lassen sich gut behandeln. Auch bei Prostatakrebs sind die Heilungschancen sehr gut, wenn er früh erkannt wird. Mit der richtigen Behandlung und Begleitung können die meisten Männer ein erfülltes Leben führen.
Unterstützung finden
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Überprüfen Sie die Informationen immer mit Ihrem Arzt
Gesundheitsrichtlinien variieren je nach Land und Region. Die Informationen in diesem Artikel basieren auf internationalen klinischen Leitlinien, spiegeln jedoch möglicherweise nicht die spezifischen Richtlinien, Medikamente oder Praktiken in Ihrem Land wider. Besprechen Sie Ihre Gesundheitsfragen immer mit Ihrem Arzt oder Gesundheitsdienstleister und beziehen Sie sich auf Ihre lokalen nationalen Gesundheitsrichtlinien, sofern verfügbar.
Wichtiger Hinweis Diese Informationen dienen nur zu Bildungszwecken. Sie ersetzen keine professionelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Konsultieren Sie bei Fragen immer einen qualifizierten Arzt. Bei einem medizinischen Notfall wählen Sie sofort den örtlichen Notruf.
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Quellen und Leitlinien
Dieser Artikel dient der Aufklärung und orientiert sich an anerkannten Gesundheitsinformations- und klinischen Leitlinienquellen, sofern verfügbar. Spezifische Quellenlinks können je nach Thema variieren.
Zuletzt aktualisiert: 30. Juli 2026
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