Nebenhöhlenentzündung: Gute Fragen für Ihren Arztbesuch
Basierend auf internationalen klinischen Leitlinien
Übersicht
Eine Nebenhöhlenentzündung (Sinusitis) ist eine Entzündung der Schleimhäute in den luftgefüllten Räumen des Gesichtsschädels. Sie äußert sich meist durch eine verstopfte Nase, Druckgefühl im Gesicht und Kopfschmerzen. In den meisten Fällen ist sie harmlos und heilt von selbst.
Wichtige Fakten
- Die meisten Nebenhöhlenentzündungen werden durch Viren ausgelöst, nicht durch Bakterien.
- Antibiotika helfen nur bei bakteriellen Entzündungen – bei viralen Infekten sind sie wirkungslos.
- Oft lindern schon einfache Hausmittel wie viel Trinken, Ruhe und Nasenspülungen mit Salzwasser die Beschwerden.
- Eine Nebenhöhlenentzündung kann akut (kurz) oder chronisch (über Wochen) verlaufen.
Ja, eine Nebenhöhlenentzündung ist sehr häufig. Fast jeder Mensch hat im Laufe des Lebens mindestens einmal eine.
Sie kann in jedem Alter auftreten. Besonders betroffen sind Menschen mit Allergien, Asthmapatienten und Personen mit geschwächtem Immunsystem.
Symptome
- Starke Schwellung oder Rötung rund um die Augen
- Sehstörungen, etwa Doppelbilder oder verschwommenes Sehen
- Steifer Nacken oder sehr starke Kopfschmerzen mit Fieber (Hinweis auf Hirnhautentzündung)
- Plötzliche starke Schwellung der Stirn oder des Schädels
- Schwere Atemnot
- ⚠Fieber über 39 Grad Celsius
- ⚠Symptome, die länger als 10 Tage anhalten oder sich nach einer Besserung wieder verschlimmern
- ⚠Wiederholte Nebenhöhlenentzündungen innerhalb kurzer Zeit
- ⚠Starke Gesichtsschmerzen, die nicht nachlassen
Häufige Symptome
- Verstopfte Nase
- Dickflüssiges Nasensekret
- Druckgefühl oder Schmerzen im Gesicht, besonders um Stirn und Wangen
- Kopfschmerzen
- Zeitweise eingeschränkter Geruchssinn
Symptome bei Kindern
- Kinder sind oft reizbar oder weinerlich
- Husten, vor allem nachts
- Verstopfte Nase und Schniefen
- Manchmal Fieber
- Dunkle Ringe unter den Augen
Symptome bei älteren Erwachsenen
- Ältere Menschen zeigen manchmal weniger typische Symptome
- Müdigkeit und Abgeschlagenheit
- Verwirrtheit oder Teilnahmslosigkeit (kann auf eine Infektion hinweisen)
- Verstärkter Husten
Ursachen
Hauptursachen
- In den meisten Fällen Viren, die auch Erkältungen auslösen
- Seltener Bakterien, die sich auf einer viralen Entzündung ansiedeln
- In sehr seltenen Fällen Pilze, vor allem bei Menschen mit geschwächtem Immunsystem
Risikofaktoren
- Allergien wie Heuschnupfen
- Rauchen oder Passivrauch
- Polypen in der Nase
- Geschwächtes Immunsystem, zum Beispiel durch chronische Krankheiten
- Trockene Luft, zum Beispiel in beheizten Räumen
- Zahnwurzelentzündungen
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Wenn Sie eines der Notfallzeichen bemerken, wie Schwellungen um die Augen oder starke Kopfschmerzen
- Wenn Sie hohes Fieber haben und sich sehr krank fühlen
- Wenn Sie eine chronische Erkrankung haben und unsicher sind, was zu tun ist
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Wenn die Beschwerden nach 10 bis 14 Tagen nicht besser werden
- Wenn Sie wiederholt Nebenhöhlenentzündungen haben
- Wenn Sie Fragen zur Behandlung haben oder unsicher sind, ob ein Antibiotikum nötig ist
Diagnose
Die Ärztin oder der Arzt stellt die Diagnose meist anhand der Schilderung Ihrer Symptome und einer kurzen Untersuchung. Dabei schaut sie oder er in Nase und Rachen und tastet das Gesicht vorsichtig ab.
Mögliche Untersuchungen
- In manchen Fällen wird ein Endoskop verwendet – ein dünner Schlauch mit einer kleinen Kamera, um die Nebenhöhlenöffnungen genauer zu beurteilen
- Wenn die Entzündung häufig auftritt, kann eine Computertomographie (CT) der Nasennebenhöhlen sinnvoll sein
- Bei Verdacht auf Allergien können Allergietests durchgeführt werden
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Der Arztbesuch dauert meist nicht lange. Überlegen Sie sich vorher, welche Fragen Sie stellen möchten – zum Beispiel: 'Ist das ansteckend?', 'Brauche ich ein Antibiotikum?', 'Welche Hausmittel kann ich zusätzlich ausprobieren?' oder 'Wann sollte es mir besser gehen?' Schreiben Sie Ihre Fragen ruhig auf einen Zettel und nehmen Sie ihn mit.
Behandlung
Eine Nebenhöhlenentzündung heilt oft von selbst aus. Die Behandlung zielt darauf ab, die Beschwerden zu lindern und die Schleimhäute zu beruhigen. Dabei können Hausmittel, aber auch ärztlich empfohlene Medikamente helfen. Sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt darüber, was in Ihrem Fall am besten ist.
Selbsthilfe zu Hause
- Viel Flüssigkeit trinken, zum Beispiel Wasser oder ungesüßter Kräutertee
- Schleimhäute befeuchten, etwa mit Nasenspülungen aus Salzwasser (ohne Medikamente)
- Dampfinhalationen über einer Schüssel mit heißem Wasser – vorsichtig, um Verbrühungen zu vermeiden
- Im Schlaf den Kopf leicht erhöht lagern
- Für ausreichend Luftfeuchtigkeit im Raum sorgen, etwa mit einem Luftbefeuchter
- Ausreichend ausruhen und schlafen
Medizinische Behandlungen
Ihr Arzt kann Ihnen Medikamente empfehlen, die die Schleimhäute abschwellen lassen oder Schmerzen lindern. Bei einer nachgewiesenen bakteriellen Infektion kann ein Antibiotikum notwendig sein – aber nicht bei einer viralen Entzündung. Nehmen Sie Arzneimittel niemals ohne Rücksprache mit einer medizinischen Fachperson ein.
Wann kommt eine Operation infrage?
Eine Operation ist nur selten nötig, etwa bei chronischen oder wiederkehrenden Entzündungen, wenn sich Polypen oder andere Abflusshindernisse in den Nebenhöhlen gebildet haben. Ob das in Frage kommt, klärt eine HNO-Ärztin oder ein HNO-Arzt nach einer genauen Untersuchung.
Leben mit der Erkrankung
Gönnen Sie sich Ruhe und planen Sie für ein paar Tage etwas weniger ein. Wenn Sie arbeiten, besprechen Sie mit Ihrem Arbeitgeber, ob Sie sich schonen können. Viele Menschen fühlen sich nach etwa einer Woche wieder deutlich besser.
Tipps für den Alltag
- Auf Rauchen verzichten oder Passivrauch meiden
- Bei Allergien die auslösenden Stoffe so gut es geht vermeiden
- Regelmäßig lüften und für eine angenehme Luftfeuchtigkeit sorgen
- Stress abbauen, zum Beispiel durch kurze Spaziergänge oder Entspannungsübungen
Ernährung und Bewegung
Eine ausgewogene Ernährung mit viel Obst und Gemüse stärkt das Immunsystem. Leichte Bewegung wie Spazierengehen ist in Ordnung, wenn Sie sich danach fühlen. Überanstrengung sollten Sie vermeiden, bis die Beschwerden abklingen.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Eine Nebenhöhlenentzündung kann das Wohlbefinden stark beeinträchtigen – durch Schlafprobleme, anhaltende Druckgefühle und das Gefühl, nicht richtig durchzuatmen. Das ist verständlich. Wenn Sie sich seelisch belastet fühlen, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt. Bei anhaltender Niedergeschlagenheit kann auch eine psychologische Beratungsstelle weiterhelfen.
Vorbeugung
Sie können das Risiko für eine Nebenhöhlenentzündung senken, indem Sie Infekte vermeiden: regelmäßig Hände waschen, ausreichend schlafen, sich gesund ernähren und Abstand zu erkälteten Menschen halten. Zudem ist es wichtig, Allergien gut zu behandeln.
Impfungen
Eine Grippeimpfung kann schwere Erkältungen und mögliche Folgeinfektionen verringern. Lassen Sie sich von Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt beraten, ob eine Impfung für Sie sinnvoll ist.
Früherkennungsprogramme
Es gibt keine spezielle Früherkennungsuntersuchung für Nebenhöhlenentzündungen. Wenn Sie jedoch wiederholt darunter leiden, kann eine Untersuchung bei einer HNO-Ärztin oder einem HNO-Arzt helfen, die Ursachen herauszufinden.
Komplikationen
Unbehandelt
- In seltenen Fällen kann sich die Entzündung auf das umliegende Gewebe ausbreiten
- Mögliche Komplikationen sind Augenentzündungen oder Blutgerinnsel in den Nasennebenhöhlen
- Wenn sich ein Hirnabszess bildet, ist das lebensbedrohlich – das kommt jedoch äußerst selten vor
Langzeitprognose
Die allermeisten Nebenhöhlenentzündungen heilen vollständig aus. Wenn Sie auf sich achten, viel trinken und Ihre Beschwerden ernst nehmen, ist die Aussicht sehr gut. Auch bei chronischen Verläufen gibt es heute gute Behandlungsmöglichkeiten, die Ihnen helfen können.
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Überprüfen Sie die Informationen immer mit Ihrem Arzt
Gesundheitsrichtlinien variieren je nach Land und Region. Die Informationen in diesem Artikel basieren auf internationalen klinischen Leitlinien, spiegeln jedoch möglicherweise nicht die spezifischen Richtlinien, Medikamente oder Praktiken in Ihrem Land wider. Besprechen Sie Ihre Gesundheitsfragen immer mit Ihrem Arzt oder Gesundheitsdienstleister und beziehen Sie sich auf Ihre lokalen nationalen Gesundheitsrichtlinien, sofern verfügbar.
Wichtiger Hinweis Diese Informationen dienen nur zu Bildungszwecken. Sie ersetzen keine professionelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Konsultieren Sie bei Fragen immer einen qualifizierten Arzt. Bei einem medizinischen Notfall wählen Sie sofort den örtlichen Notruf.
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Quellen und Leitlinien
Dieser Artikel dient der Aufklärung und orientiert sich an anerkannten Gesundheitsinformations- und klinischen Leitlinienquellen, sofern verfügbar. Spezifische Quellenlinks können je nach Thema variieren.
Zuletzt aktualisiert: 31. Juli 2026
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