Sehnenverletzung – so gelingt die Heilung
Basierend auf internationalen klinischen Leitlinien
Übersicht
Eine Sehne ist ein festes, aber elastisches Band, das Muskeln mit Knochen verbindet. Bei einer Sehnenverletzung reißt oder entzündet sich dieses Band. Die Heilung braucht Zeit und Geduld – aber mit der richtigen Unterstützung kann sich die Sehne meist vollständig erholen.
Wichtige Fakten
- Sehnen heilen langsam, weil sie nur wenig durchblutet werden.
- Ruhigstellen und kontrollierte Bewegung sind wichtig für die Heilung.
- Physiotherapie hilft, die Sehne wieder belastbar zu machen.
Sehnenverletzungen sind weit verbreitet – sie können bei Alltagsaktivitäten, im Sport oder durch Verschleiß entstehen.
Sie können jede und jeden treffen. Besonders häufig sind Menschen mittleren Alters betroffen, die Sport treiben, sowie ältere Menschen mit Verschleißerscheinungen.
Symptome
- Ein plötzliches Reißen oder ein hörbares Knallgefühl, gefolgt von heftigem Schmerz
- Die Unfähigkeit, das betroffene Gelenk zu bewegen oder zu belasten
- Eine sichtbare Fehlstellung oder Verformung der Gliedmaße
- Gefühllosigkeit, Kribbeln oder ein bläulicher / kalter Bereich
- Eine offene Wunde, bei der möglicherweise die Sehne sichtbar ist
- ⚠Sie vermuten einen kompletten Sehnenriss – auch ohne Notfallzeichen sollten Sie noch am selben Tag ärztliche Hilfe suchen.
- ⚠Der Schmerz nimmt trotz Schonung und Kühlung binnen weniger Stunden zu.
- ⚠Die Schwellung wird stark größer oder das Gelenk wirkt instabil.
Häufige Symptome
- Schmerz bei Bewegung oder Druck auf die betroffene Stelle
- Schwellung, Rötung oder ein Gefühl von Wärme
- Gefühl von Schwäche oder Instabilität in dem Bereich
- Knacken oder Reiben bei bestimmten Bewegungen
- Steifheit, besonders morgens oder nach längerem Sitzen
Symptome bei Kindern
- Bei Kindern sind Sehnenverletzungen meist durch Stürze oder Sportverletzungen bedingt.
- Sie fallen oft durch Hinken, Schonhaltung oder Schmerzen beim Spielen auf.
- Manchmal tritt eine Schwellung erst nach einigen Stunden auf.
Symptome bei älteren Erwachsenen
- Im Alter werden Sehnen weniger elastisch und reißen leichter.
- Verschleißerscheinungen können zu Sehnenentzündungen führen.
- Typisch sind Schmerzen bei alltäglichen Bewegungen, etwa beim Treppensteigen oder Greifen.
- Die Beweglichkeit ist oft eingeschränkt, und die Beschwerden klingen langsamer ab.
Ursachen
Hauptursachen
- Plötzliche Überlastung, etwa bei sportlichen Aktivitäten mit schnellen Sprints oder Sprüngen
- Direkte Schläge oder Stürze auf den betroffenen Körperteil
- Wiederholte, einseitige Bewegungen im Beruf oder Hobby
- Altersbedingter Verschleiß, der die Sehne schwächt
- Manche Grunderkrankungen wie Diabetes oder rheumatische Erkrankungen
Risikofaktoren
- Sportarten mit schnellen Richtungswechseln oder harten Untergründen
- Mangelndes Aufwärmen vor dem Training
- Schwache oder unausgeglichene Muskulatur
- Lebensalter über 40 Jahren
- Übergewicht, das Gelenke und Sehnen stärker belastet
- Einseitige Belastung im Alltag oder Beruf
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Verdacht auf einen Sehnenriss oder eine schwere Verletzung
- Ein akutes Ereignis mit Knall oder stechendem Schmerz
- Instabilitätsgefühl oder deutliche Fehlbewegung
- Taubheit, Kribbeln oder Durchblutungsstörungen im betroffenen Bereich
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Schmerzen, die länger als ein paar Tage anhalten oder sich nicht bessern
- Eine Schwellung, die nicht zurückgeht
- Bewegungseinschränkungen, die den Alltag oder Schlaf beeinträchtigen
- Wiederkehrende oder chronische Sehnenbeschwerden
Diagnose
Die Ärztin oder der Arzt fragt zuerst nach Ihren Beschwerden, untersucht Beweglichkeit, Kraft und Druckschmerz. Danach können bildgebende Verfahren das Ausmaß der Verletzung sichtbar machen.
Mögliche Untersuchungen
- Ultraschall (Sonografie) – besonders gut für Sehnen geeignet
- Röntgen – um mögliche Knochenbrüche auszuschließen
- Magnetresonanztomographie (MRT) – zeigt Sehnen, Muskeln und Gelenkstrukturen im Detail
- Gegebenenfalls eine Computertomographie (CT) für komplexe Verletzungen
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Die Untersuchung ist in der Regel schmerzarm und ambulant möglich. Sie bekommen anschließend eine verständliche Einschätzung, wie schwer die Sehne verletzt ist und welche Behandlung gut für Sie passt.
Behandlung
Die Behandlung richtet sich nach Art und Schwere der Verletzung. Oft reichen Schonung, Kühlung und gezielte Übungen aus. Bei einem vollständigen Sehnenriss kann eine Operation nötig sein – das entscheiden Sie und Ihr Ärzteteam gemeinsam.
Selbsthilfe zu Hause
- Den betroffenen Bereich schonen und erhöht lagern
- Kälte auf die Stelle legen – zum Beispiel ein feuchtes Tuch oder ein Kühlpack für jeweils 15 bis 20 Minuten
- Bei starker Schwellung einen lockeren, nicht zu festen Verband anlegen
- Die Bewegung langsam und ohne Schmerzen wieder aufbauen – nicht zu früh belasten
- Nach Rücksprache mit Arzt oder Physiotherapie gezielte Dehn- und Kräftigungsübungen machen
Medizinische Behandlungen
Die medizinische Behandlung umfasst in der Regel Physiotherapie, ggf. eine Schienenbehandlung oder Bandagen zur Stabilisierung. Manchmal werden schmerzlindernde oder entzündungshemmende Mittel eingesetzt, die die Heilung begleiten – immer in Absprache mit der Ärztin oder dem Arzt. Auch Injektionstherapien können in bestimmten Fällen erwogen werden.
Wann kommt eine Operation infrage?
Eine Operation ist meist dann nötig, wenn eine Sehne vollständig gerissen ist, das Gelenk nicht mehr stabil genug ist oder konservative Behandlungen nicht den gewünschten Erfolg bringen. Nach dem Eingriff folgt eine strukturierte Rehabilitation mit Physiotherapie.
Leben mit der Erkrankung
Geben Sie Ihrer Sehne Zeit. Planen Sie Pausen ein, vermeiden Sie einseitige Belastungen und hören Sie auf Ihren Körper. Bei alltäglichen Tätigkeiten kann eine Schiene oder Bandage unterstützen – besprechen Sie das am besten mit Ihrem medizinischen Team.
Tipps für den Alltag
- Regelmäßig sanfte Bewegung einbauen, zum Beispiel Spazierengehen oder Radfahren – immer ohne Schmerz
- Immer gründlich aufwärmen, bevor Sie Sport treiben
- Arbeitsplatz ergonomisch anpassen, etwa für Hand-, Schulter- oder Kniegelenke
- Für ausreichend Schlaf sorgen, denn im Schlaf erholt sich das Gewebe
- Stress vermeiden oder Ausgleich schaffen – psychische Anspannung kann Muskel- und Sehnenbeschwerden verstärken
Ernährung und Bewegung
Eine ausgewogene Ernährung mit ausreichend Eiweiß, Vitaminen und Mineralstoffen unterstützt die Sehnenheilung. Moderate Bewegung fördert die Durchblutung, aber stoßartige Belastungen sind in der Heilungsphase ungünstig. Ihr Physiotherapeut oder Ihre Physiotherapeutin kann Ihnen einen individuellen Trainingsplan erstellen, der zu Ihrem Alltag passt.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Eine langwierige Heilung kann frustrieren und den Alltag einschränken. Es ist ganz normal, sich zeitweise niedergeschlagen zu fühlen. Sprechen Sie über Ihre Sorgen – mit Angehörigen, Freunden oder einer psychologischen Beratungsstelle. Auch Selbsthilfegruppen können sehr entlastend wirken.
Vorbeugung
Nicht jede Sehnenverletzung lässt sich verhindern, aber das Risiko können Sie deutlich senken: mit gutem Aufwärmen, angepasstem Training, ausreichenden Erholungsphasen und dem Aufbau einer starken, ausgeglichenen Muskulatur.
Komplikationen
Unbehandelt
- Dauerhafte Bewegungseinschränkungen
- Chronische Schmerzen oder Entzündungen in der Sehne
- Muskelschwäche durch langes Schonen
- Wiederkehrende Verletzungen an derselben Stelle
- Im schlimmsten Fall ein erneuter Sehnenriss (Reruptur)
Langzeitprognose
Mit der richtigen Behandlung und etwas Geduld heilen die meisten Sehnen gut aus. Je früher Sie aktiv werden und sich fachlich begleiten lassen, desto größer ist die Chance, dass Sie bald wieder beschwerdefrei bewegen können.
Unterstützung finden
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Überprüfen Sie die Informationen immer mit Ihrem Arzt
Gesundheitsrichtlinien variieren je nach Land und Region. Die Informationen in diesem Artikel basieren auf internationalen klinischen Leitlinien, spiegeln jedoch möglicherweise nicht die spezifischen Richtlinien, Medikamente oder Praktiken in Ihrem Land wider. Besprechen Sie Ihre Gesundheitsfragen immer mit Ihrem Arzt oder Gesundheitsdienstleister und beziehen Sie sich auf Ihre lokalen nationalen Gesundheitsrichtlinien, sofern verfügbar.
Wichtiger Hinweis Diese Informationen dienen nur zu Bildungszwecken. Sie ersetzen keine professionelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Konsultieren Sie bei Fragen immer einen qualifizierten Arzt. Bei einem medizinischen Notfall wählen Sie sofort den örtlichen Notruf.
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Quellen und Leitlinien
Dieser Artikel dient der Aufklärung und orientiert sich an anerkannten Gesundheitsinformations- und klinischen Leitlinienquellen, sofern verfügbar. Spezifische Quellenlinks können je nach Thema variieren.
Zuletzt aktualisiert: 31. Juli 2026
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