Sinusitis-Nachsorge: Was Sie zu Hause tun können
Basierend auf internationalen klinischen Leitlinien
Übersicht
Eine Nasennebenhöhlenentzündung (Sinusitis) entsteht, wenn die Schleimhäute in den Hohlräumen rund um Nase und Stirn sich entzünden und anschwellen. Das ist oft die Folge einer Erkältung.
Wichtige Fakten
- Die meisten Nasennebenhöhlenentzündungen werden durch Viren verursacht und heilen von selbst aus.
- Antibiotika helfen nur bei bakteriellen Infektionen – sie sind also nur selten nötig.
- Befeuchtete Luft, viel Trinken und Ruhe lindern die Beschwerden zu Hause.
- Nach 2-3 Wochen sind die meisten Beschwerden deutlich besser.
- Bei schweren oder länger anhaltenden Symptomen sollten Sie eine Ärztin oder einen Arzt aufsuchen.
Ja, sehr häufig. Viele Menschen haben im Jahr mindestens einmal eine Nasennebenhöhlenentzündung – oft im Rahmen einer Erkältung.
Betroffene jeden Alters können eine Sinusitis bekommen. Sie tritt häufiger bei Erwachsenen auf, aber auch Kinder sind nicht selten betroffen. Menschen mit Allergien oder einem geschwächten Immunsystem haben ein höheres Risiko.
Symptome
- Plötzliche Sehstörungen oder Doppelbilder
- Starke Schwellung oder Rötung rund um ein Auge
- Starke Kopfschmerzen mit steifem Nacken
- Hohes Fieber über 40 °C
- Verwirrtheit oder Bewusstseinstrübung
- ⚠Beschwerden, die nach einer leichten Besserung plötzlich wieder deutlich schlimmer werden
- ⚠Fieber über 39 °C oder hohes Fieber, das länger als drei Tage anhält
- ⚠Sehr starke Gesichtsschmerzen
- ⚠Symptome, die länger als zehn Tage anhalten oder sich zwischenzeitlich nicht bessern
Häufige Symptome
- Verstopfte Nase
- Schnupfen mit dickem, gelblichem oder grünlichem Schleim
- Druck- oder Schmerzgefühl im Gesicht, besonders an Stirn, Wangen oder hinter den Augen
- Kopfschmerzen
- Eingeschränkter oder verlorener Geruchssinn
- Husten, der nachts schlimmer wird
- Abgeschlagenheit
Symptome bei Kindern
- Husten und Schnupfen
- Fieber
- Reizbarkeit und Unruhe
- Druckgefühl im Gesicht
- Geschwollene Augenlider
Symptome bei älteren Erwachsenen
- Die Beschwerden sind bei älteren Menschen oft weniger eindeutig.
- Manchmal stehen Abgeschlagenheit und Husten im Vordergrund.
- Auch Verwirrtheit oder Schwindel können auftreten – dann ist eine ärztliche Einschätzung wichtig.
Ursachen
Hauptursachen
- Viren, die auch eine Erkältung auslösen
- Bakterien, die sich nach einem Virusinfekt ansiedeln können
- In seltenen Fällen Pilze, meist bei Menschen mit geschwächtem Immunsystem
- Allergien oder Zahnwurzelentzündungen können ebenfalls eine Sinusitis begünstigen
Risikofaktoren
- Allergien wie Heuschnupfen
- Rauchen oder Passivrauchen
- Geschwächtes Immunsystem, z. B. durch Medikamente oder chronische Krankheiten
- Anatomische Besonderheiten der Nase, z. B. eine verkrümmte Nasenscheidewand
- Häufige Erkältungen
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Wenn Sie eines der Zeichen aus dem Notfallbereich bemerken, suchen Sie noch am selben Tag eine Arztpraxis auf.
- Bei sehr starken Schmerzen, hohem Fieber oder sich verschlechternden Symptomen ist eine zeitnahe ärztliche Abklärung wichtig.
Diagnose
Die Ärztin oder der Arzt wird Sie zu Ihren Beschwerden befragen und Nase, Rachen und Gesicht untersuchen. Oft lauscht sie oder er auch den Atemgeräuschen über Nase und Brust.
Mögliche Untersuchungen
- Meist sind keine speziellen Tests erforderlich.
- Manchmal wird ein Abstrich aus der Nase entnommen, um die Erreger zu bestimmen.
- Nur bei Komplikationen oder wiederkehrenden Entzündungen kann eine Computertomografie (CT) nötig sein.
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Die Diagnose wird meist schon aufgrund der typischen Beschwerden und der Untersuchung gestellt. In einfachen Fällen können Sie Ihre Symptome mit Hausmitteln zu Hause lindern und müssen nicht zur Ärztin oder zum Arzt gehen.
Behandlung
Ziel der Behandlung ist es, die Beschwerden zu lindern und dem Körper Zeit zu geben, die Infektion zu überwinden. Meist reichen selbstfürsorgliche Maßnahmen aus. Die Behandlung folgt dabei den Empfehlungen der medizinischen Fachgesellschaften (AWMF).
Selbsthilfe zu Hause
- Viel trinken, am besten Wasser oder ungesüßten Tee, um die Schleimhäute feucht zu halten
- Inhalieren mit Wasserdampf, mehrmals täglich – das feuchtet die Atemwege an und hilft, den Schleim zu lösen
- Nasenspülungen mit Kochsalzlösung aus der Apotheke können die Nase befreien
- Warme Umschläge auf Stirn und Wangen lindern Druckschmerzen
- Kopf beim Schlafen leicht erhöht lagern, damit der Schleim besser abfließen kann
- Ruhe und ausreichend Schlaf unterstützen das Immunsystem
- Auf Rauchen und Zigarettenrauch verzichten
Medizinische Behandlungen
In der Apotheke gibt es verschiedene Produkte, die die Nasenschleimhaut abschwellen lassen – fragen Sie nach Empfehlungen. Auch Schmerzmittel können helfen, wenn Sie Schmerzen im Gesicht oder Kopf haben, hierzu beraten Sie Apothekerinnen und Apotheker gerne. Antibiotika werden nur dann eingesetzt, wenn eine bakterielle Infektion wahrscheinlich ist, zum Beispiel bei sehr schwerem Verlauf oder wenn die Beschwerden länger als zehn Tage anhalten.
Wann kommt eine Operation infrage?
In seltenen Fällen, wenn die Entzündung immer wiederkehrt oder eine Komplikation entsteht, kann eine Operation der Nasennebenhöhlen erwogen werden. Das ist aber nur bei besonderen Umständen nötig.
Leben mit der Erkrankung
Gönnen Sie sich so viel Ruhe, wie Ihr Körper benötigt. Halten Sie die Luft in Ihrer Wohnung feucht, indem Sie beispielsweise eine Schale Wasser auf die Heizung stellen. Gehen Sie an die frische Luft, wenn Sie sich wohlfühlen, und vermeiden Sie große Anstrengung.
Tipps für den Alltag
- Trinken Sie ausreichend – etwa 1,5 bis 2 Liter pro Tag.
- Vermeiden Sie trockene Umgebungsluft und Rauch.
- Nehmen Sie sich Zeit für Erholung und Entspannung.
- Lüften Sie regelmäßig und halten Sie die Räume nicht zu warm.
Ernährung und Bewegung
Eine ausgewogene Ernährung mit viel Obst, Gemüse und Vollkornprodukten stärkt das Immunsystem. Leichte Bewegung wie ein Spaziergang an der frischen Luft ist förderlich, sofern Sie kein Fieber haben. Bei akuten Symptomen sollten Sie es ruhig angehen lassen.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Eine hartnäckige Sinusitis kann das Wohlbefinden und die Stimmung belasten. Das ist verständlich – es ist körperlich und seelisch anstrengend, mit Druckgefühlen und Erschöpfung umzugehen. Wenn Sie sich emotional stark belastet fühlen, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt – ein offenes Gespräch hilft oft schon.
Vorbeugung
Nicht jede Sinusitis lässt sich verhindern, aber Sie können das Risiko verringern: Waschen Sie regelmäßig die Hände, meiden Sie engen Kontakt zu erkälteten Personen, behandeln Sie Allergien und verzichten Sie auf das Rauchen.
Impfungen
Die Grippeimpfung kann schwere Erkältungen und damit verbundene Sinusitiden seltener machen. Lassen Sie sich dazu von Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt beraten.
Früherkennungsprogramme
Es gibt keine spezielle Früherkennungsuntersuchung für Sinusitis. Achten Sie auf Ihre Beschwerden und suchen Sie bei wiederkehrenden Entzündungen einen Arzt auf.
Komplikationen
Unbehandelt
- In seltenen Fällen kann sich die Entzündung auf benachbarte Bereiche ausbreiten, z. B. auf die Augen oder das Gehirn.
- Bei chronischen Verläufen können sich auch Polypen in der Nase bilden.
- Eine länger bestehende Sinusitis kann den Geruchssinn dauerhaft beeinträchtigen.
Langzeitprognose
Mit der richtigen Pflege und ausreichend Zeit heilt die allermeiste Sinusitis vollständig aus. Auch wenn es manchmal ein paar Wochen dauert: Die Beschwerden klingen in der Regel nach zwei bis drei Wochen deutlich ab. Bei richtiger Behandlung sind Komplikationen sehr selten.
Unterstützung finden
Lokale Organisationen
Externe Links öffnen Websites Dritter. Ruqelo ist nicht für externe Inhalte verantwortlich. Die Nennung einer Organisation bedeutet keine Empfehlung.
Überprüfen Sie die Informationen immer mit Ihrem Arzt
Gesundheitsrichtlinien variieren je nach Land und Region. Die Informationen in diesem Artikel basieren auf internationalen klinischen Leitlinien, spiegeln jedoch möglicherweise nicht die spezifischen Richtlinien, Medikamente oder Praktiken in Ihrem Land wider. Besprechen Sie Ihre Gesundheitsfragen immer mit Ihrem Arzt oder Gesundheitsdienstleister und beziehen Sie sich auf Ihre lokalen nationalen Gesundheitsrichtlinien, sofern verfügbar.
Wichtiger Hinweis Diese Informationen dienen nur zu Bildungszwecken. Sie ersetzen keine professionelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Konsultieren Sie bei Fragen immer einen qualifizierten Arzt. Bei einem medizinischen Notfall wählen Sie sofort den örtlichen Notruf.
Ähnliche Erkrankungen
Quellen und Leitlinien
Dieser Artikel dient der Aufklärung und orientiert sich an anerkannten Gesundheitsinformations- und klinischen Leitlinienquellen, sofern verfügbar. Spezifische Quellenlinks können je nach Thema variieren.
Zuletzt aktualisiert: 31. Juli 2026
Hinweis zur Aufklärung: Diese Informationen dienen nur der Aufklärung und sind keine Diagnose.
Nutzen Sie sie zur Ergänzung — nicht als Ersatz — für den Rat einer approbierten Fachkraft.
Bei schweren, sich verschlechternden oder dringenden Symptomen rufen Sie die lokale Notrufnummer an oder suchen Sie Notfallversorgung auf.