Nasennebenhöhlenentzündung: Was Sie am Tag der Behandlung wissen sollten
Basierend auf internationalen klinischen Leitlinien
Übersicht
Eine Nasennebenhöhlenentzündung (Sinusitis) ist eine Entzündung der Schleimhäute in den luftgefüllten Hohlräumen des Gesichtsschädels. Diese Hohlräume werden Nebenhöhlen genannt. Die Entzündung schwellt die Schleimhaut an, sodass die kleinen Öffnungen verstopfen und Sekret sich staut. Das verursacht Druck und Schmerzen im Gesicht.
Wichtige Fakten
- Eine akute Sinusitis dauert meist weniger als vier Wochen.
- Die meisten Fälle werden durch Viren verursacht und heilen von selbst.
- Eine verstopfte Nase, Druckgefühl und Kopfschmerzen sind typische Zeichen.
- Bei einer chronischen Sinusitis bleiben die Beschwerden länger als zwölf Wochen bestehen.
- Am Tag einer geplanten Operation gelten besondere Vorbereitungsregeln.
Ja, Sinusitis ist sehr häufig. Fast jede Erkältung kann auch die Nebenhöhlen betreffen. Millionen von Menschen in Deutschland erkranken jedes Jahr daran.
Betroffen sind Menschen jeden Alters. Häufiger erkranken Erwachsene mit Allergien, Asthma oder geschwächtem Immunsystem. Auch Kinder können an Sinusitis erkranken, wenn ihre Nebenhöhlen noch nicht vollständig entwickelt sind.
Symptome
- Starke Atemnot oder das Gefühl, nicht genug Luft zu bekommen
- Plötzlich auftretende starke Kopfschmerzen mit Nackensteifigkeit
- Bewusstseinstrübung, Verwirrtheit oder ungewöhnliche Schläfrigkeit
- Krampfanfall
- ⚠Schwellung oder Rötung rund um ein Auge
- ⚠Doppeltsehen oder vermindertes Sehvermögen
- ⚠Sehr hohes Fieber über 40 °C, das nicht sinkt
- ⚠Heftige, einseitige Gesichtsschwellung
- ⚠Verschlechterung der Symptome nach anfänglicher Besserung
Häufige Symptome
- Verstopfte Nase oder laufende Nase
- Druckgefühl oder Schmerzen im Gesicht, besonders um die Augen oder Stirn
- Kopfschmerzen, die bei Bücken stärker werden
- Husten, der nachts schlimmer ist
- Dicker, gelblicher oder grünlicher Schleim aus der Nase
- Eingeschränkter Geruchs- oder Geschmackssinn
- Müdigkeit und allgemeines Krankheitsgefühl
Symptome bei Kindern
- Neben den allgemeinen Symptomen können Kinder gereizt und weinerlich sein
- Übelkeit oder Erbrechen durch herunterlaufenden Schleim
- Schwellung der Augenlider, wenn die Entzündung näher an den Augen liegt
- Husten, der über zehn Tage anhält
Symptome bei älteren Erwachsenen
- Ältere Menschen haben oft weniger Fieber und Schmerzen
- Häufiger treten Verwirrtheit, Antriebslosigkeit und ein allgemeiner Schwächezustand auf
- Mundtrockenheit und ein trockener Husten können die Symptome verschleiern
- Chronische Erkrankungen wie Diabetes oder Herzschwäche können den Verlauf verschlechtern
Ursachen
Hauptursachen
- Viren, meist die gleichen, die auch Erkältungen auslösen
- Bakterien, die sich auf einem gestauten Schleim ansiedeln können
- Allergien, die die Schleimhäute dauerhaft anschwellen lassen
- Nasenpolypen oder eine verkrümmte Nasenscheidewand
- Zahninfektionen im Oberkiefer
- Rauchen und Reizstoffe, die die Schleimhaut schädigen
Risikofaktoren
- Häufige Erkältungen
- Allergien und Asthma
- Geschwächtes Immunsystem, z. B. nach einer Organtransplantation oder bei Diabetes
- Rauchen oder Passivrauchen
- Trockene Raumluft in beheizten Räumen
- Fliegen oder Tauchen während einer Erkältung
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Symptome klingen nicht nach zehn Tagen ab
- Sie haben sehr starke Schmerzen im Gesicht oder Kopf
- Fieber über 39 °C tritt auf oder bleibt hoch
- Sie sehen doppelt oder bemerken Schwellungen um die Augen
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Sie haben wiederkehrende oder chronische Sinusitis-Beschwerden
- Sie benötigen regelmäßig abschwellende Medikamente
- Eine bekannte Allergie soll abgeklärt werden
- Sie planen eine Operation und möchten sich vorbereiten
Diagnose
Die Ärztin oder der Arzt fragt zunächst nach Ihren Beschwerden und deren Dauer. Danach schaut er sich die Nase mit einem kleinen Leuchtinstrument an. Eine Röntgenaufnahme oder eine Computertomographie (CT) ist meist nur bei chronischer Sinusitis oder Komplikationen nötig.
Mögliche Untersuchungen
- Befragung und körperliche Untersuchung
- Nasenspiegelung mit einer kleinen Kamera (Nasenendoskopie)
- Abstrich der Nasenschleimhaut, bei bakterieller Infektion
- Allergietest, wenn eine Allergie vermutet wird
- Bildgebung wie CT oder Magnetresonanztomographie (MRT) in besonderen Fällen
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Die Untersuchung ist meist schmerzfrei und dauert nur wenige Minuten. Sie sitzen dabei, und die Ärztin oder der Arzt beleuchtet Ihre Nase. Möglicherweise wird ein dünner Schlauch mit einer Kamera vorsichtig in die Nase eingeführt. Das kann kurz unangenehm sein, ist aber nicht schlimm.
Behandlung
Die Behandlung richtet sich danach, ob die Sinusitis akut oder chronisch ist und was sie ausgelöst hat. Bei einer akuten viralen Sinusitis ist Geduld die wichtigste Medizin – die Entzündung heilt meist von selbst. Bei bakteriellen Infektionen oder chronischen Verläufen können verschiedene Therapien helfen. Wichtig ist immer, die Absprache mit einem Arzt oder einer Ärztin zu treffen.
Selbsthilfe zu Hause
- Am Tag einer geplanten Operation: Halten Sie sich unbedingt an die Nüchternheitsregel – nichts essen und nichts trinken ab der vom Krankenhaus vorgegebenen Uhrzeit, meist ab Mitternacht.
- Fragen Sie vorher, ob Sie Ihre regulären Medikamente am Morgen der Operation einnehmen dürfen. Nicht einfach absetzen.
- Nehmen Sie keine Kosmetika, Cremes oder Make-up im Gesicht auf – sie können die Klebefolien und Sensoren stören.
- Bringen Sie eine Begleitperson mit, die Sie nach dem Eingriff nach Hause fahren kann, wenn Sie ambulant operiert werden.
- Kurz vor der Operation: Viel ruhen und ein warmes, nicht zu heißes Dampfbad über einer Schüssel mit heißem Wasser kann die Schleimhäute beruhigen. Aber nur wenn der Arzt nichts anderes sagt.
- Kauen Sie nach dem Aufwachen vorsichtig – der Mund und der Rachen können noch empfindlich sein.
Medizinische Behandlungen
Ihr Arzt oder Ihre Ärztin kann Ihnen Spülungen mit Kochsalzlösung, abschwellende Nasensprays oder entzündungshemmende Medikamente vorschlagen. Bei einer bakteriellen Infektion werden auch Antibiotika eingesetzt – sie sollten aber nur dann genommen werden, wenn sie wirklich nötig sind. Wenn Sie operiert werden, bespricht das Behandlungsteam mit Ihnen, welche Medikamente Sie vor und nach dem Eingriff erhalten dürfen und was Sie meiden sollten.
Wann kommt eine Operation infrage?
Eine Operation der Nebenhöhlen kommt vor allem bei chronischer Sinusitis infrage, wenn die Entzündung mit Medikamenten nicht besser wird, oder wenn Polypen oder eine starke Verkrümmung der Nasenscheidewand die Belüftung blockieren. Dabei erweitert der Chirurg oder die Chirurgin die Öffnungen der Nebenhöhlen, damit der Schleim abfließen kann. Der Eingriff erfolgt meist minimal-invasiv durch die Nase.
Leben mit der Erkrankung
Wenn Sie sich von einer Sinusitis oder einer Operation erholen, sollten Sie es langsam angehen lassen. Die Nase braucht Zeit, um abzuschwellen. Nach einer Operation kann eine krustige Nase normal sein – lassen Sie die Krusten in Ruhe, entfernen Sie sie nicht mit den Fingern. Spülen Sie die Nase lieber vorsichtig mit Kochsalzlösung, wenn es verschrieben ist.
Tipps für den Alltag
- Viel trinken – am besten Wasser oder ungesüßten Tee
- Kopf im Schlaf leicht erhöht lagern, um den Schleimabfluss zu fördern
- Rauch und staubige Räume vermeiden
- Luftfeuchtigkeit durch ein feuchtes Handtuch auf der Heizung oder einen Luftbefeuchter erhöhen
- Genug Erholung, auch nach dem Ende der akuten Symptome
Ernährung und Bewegung
Körperliche Schonung ist wichtig, bis die Symptome abgeklungen sind. Leichte Bewegung an der frischen Luft kann aber helfen, die Durchblutung anzuregen. Achten Sie auf eine ausgewogene Ernährung mit viel Obst und Gemüse – das unterstützt das Immunsystem. Meiden Sie Alkohol, da er die Schleimhäute austrocknet und Entzündungen verstärken kann.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Eine langwierige Sinusitis kann sehr belastend sein. Der ständige Druck, die verstopfte Nase und der gestörte Schlaf beeinflussen die Stimmung und können zu Erschöpfung oder sogar depressiven Verstimmungen führen. Suchen Sie sich Unterstützung, wenn Sie sich über längere Zeit niedergeschlagen fühlen. Auch das Gespräch mit einem Arzt oder einer Ärztin kann helfen.
Vorbeugung
Man kann nicht jede Sinusitis verhindern, aber das Risiko lässt sich deutlich senken. Häufiges Händewaschen verringert die Ansteckungsgefahr. Bei Allergien ist eine gute Allergietherapie wichtig. Lüften Sie regelmäßig, vermeiden Sie trockene Raumluft und rauchen Sie nicht. Wenn Sie eine Erkältung haben, kräftigen Sie nicht die Nase zu stark, sondern spülen Sie sie vorsichtig mit Kochsalzlösung.
Impfungen
Eine Grippeimpfung kann dazu beitragen, dass Sie seltener an Influenza erkranken, die oft auch eine Sinusitis auslöst. Auch die Pneumokokken-Impfung kann schwere bakterielle Infektionen der Atemwege verhindern. Sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt über die für Sie empfohlenen Impfungen.
Früherkennungsprogramme
Es gibt kein allgemeines Screening für Sinusitis. Regelmäßige Kontrollen sind jedoch sinnvoll, wenn Sie unter chronischen Beschwerden leiden oder bereits Nasenpolypen hatten. Ihr Arzt kann die Nasenschleimhaut bei Vorsorgeuntersuchungen mit einbeziehen, wenn Sie danach fragen.
Komplikationen
Unbehandelt
- Chronische Entzündung, die länger als drei Monate anhält
- Bei schweren Verläufen kann sich die Entzündung auf das Auge oder das umliegende Gewebe ausbreiten
- In seltenen Fällen kann eine Sinusitis eine Hirnhautentzündung (Meningitis) oder eine Blutgerinnsel in den Blutgefäßen des Gehirns verursachen
- Eine unbehandelte chronische Sinusitis kann zur dauerhaften Schädigung der Schleimhäute führen
Langzeitprognose
Die allermeisten Menschen werden von einer akuten Sinusitis vollständig gesund. Auch chronische Verläufe lassen sich heute mit moderner Medizin und schonenden Operationen meist gut in den Griff bekommen. Je früher Sie Beschwerden ernst nehmen und ärztlichen Rat einholen, desto besser sind die Erfolgschancen. Es gibt keinen Grund, den Kopf in den Sand zu stecken – eine gute Behandlung bringt Ihnen in der Regel deutliche Besserung.
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Überprüfen Sie die Informationen immer mit Ihrem Arzt
Gesundheitsrichtlinien variieren je nach Land und Region. Die Informationen in diesem Artikel basieren auf internationalen klinischen Leitlinien, spiegeln jedoch möglicherweise nicht die spezifischen Richtlinien, Medikamente oder Praktiken in Ihrem Land wider. Besprechen Sie Ihre Gesundheitsfragen immer mit Ihrem Arzt oder Gesundheitsdienstleister und beziehen Sie sich auf Ihre lokalen nationalen Gesundheitsrichtlinien, sofern verfügbar.
Wichtiger Hinweis Diese Informationen dienen nur zu Bildungszwecken. Sie ersetzen keine professionelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Konsultieren Sie bei Fragen immer einen qualifizierten Arzt. Bei einem medizinischen Notfall wählen Sie sofort den örtlichen Notruf.
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Quellen und Leitlinien
Dieser Artikel dient der Aufklärung und orientiert sich an anerkannten Gesundheitsinformations- und klinischen Leitlinienquellen, sofern verfügbar. Spezifische Quellenlinks können je nach Thema variieren.
Zuletzt aktualisiert: 31. Juli 2026
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