Vorbereitung auf einen Eingriff an den Nasennebenhöhlen
Basierend auf internationalen klinischen Leitlinien
Übersicht
Eine Nasennebenhöhlenentzündung ist eine Entzündung der Schleimhäute in den Hohlräumen des Gesichtsschädels. Wenn sie sehr lange dauert oder immer wiederkommt, kann ein Eingriff helfen. Vor diesem Eingriff gibt es einige Dinge zu beachten – eine gute Vorbereitung macht den Ablauf sicherer und den Heilungsprozess leichter.
Wichtige Fakten
- Der Eingriff erfolgt meist durch die Nase – ohne äußere Schnitte.
- Vor der Operation müssen Sie einige Stunden nüchtern bleiben.
- Blutverdünnende Medikamente dürfen nur nach Absprache mit der Ärztin abgesetzt werden.
- Nach dem Eingriff ist mit einer Erholungszeit von einigen Tagen zu rechnen.
Ja, Nebenhöhlenentzündungen sind sehr häufig. Die meisten heilen von selbst oder mit einfachen Mitteln. Nur wenn die Entzündung nicht weicht, wird eine Operation in Betracht gezogen – das ist eher selten.
Betroffen sind alle Altersgruppen. Menschen mit Allergien, Asthma, einer krummen Nasenscheidewand oder einem geschwächten Abwehrsystem haben ein höheres Risiko für wiederkehrende Nebenhöhlenentzündungen. Auch Raucher sind häufiger betroffen.
Symptome
- Schwellung oder Rötung rund um ein Auge, die schnell zunimmt
- Plötzliche Sehstörungen oder Doppelbilder
- Starke Kopfschmerzen mit steifem Nacken
- Bewusstseinstrübung oder starke Benommenheit
- Schwere Atemnot oder Erstickungsgefühl
- ⚠Hohes Fieber (über 39 °C), das nicht fällt
- ⚠Sehr starke Schmerzen im Gesicht oder Kopf
- ⚠Eitriger Ausfluss, der trotz Behandlung nicht nachlässt
- ⚠Anschwellen der Stirn oder Wange
- ⚠Beschwerden, die trotz Behandlung länger als 10 Tage anhalten
Häufige Symptome
- Verstopfte Nase und erschwertes Atmen durch die Nase
- Druck- oder Schwellungsgefühl um Stirn, Wangen oder Augen
- Kopfschmerzen, besonders beim Bücken
- Eitriger oder verfärbter Schnupfen
- Eingeschränkter Geruchs- und Geschmackssinn
- Müdigkeit und allgemeines Krankheitsgefühl
Symptome bei Kindern
- Bei Kindern zeigt sich eine Nebenhöhlenentzündung oft durch lang anhaltende Erkältungszeichen, Reizbarkeit, Husten und manchmal auch durch Ohrenschmerzen. Fieber ist möglich. Auch Schnarchen oder Mundatmung können Hinweise sein.
Symptome bei älteren Erwachsenen
- Ältere Menschen haben manchmal nur unspezifische Beschwerden wie Abgeschlagenheit, Verwirrtheit oder Appetitlosigkeit. Schnupfen und Gesichtsschmerzen können fehlen. Deshalb wird die Entzündung hier oft später erkannt.
Ursachen
Hauptursachen
- Viren (ähnlich wie bei einer Erkältung)
- Bakterien, die sich auf einer geschwächten Schleimhaut ansiedeln
- Pilze, vor allem bei geschwächtem Abwehrsystem
- Verlegte Abflusswege der Nebenhöhlen – zum Beispiel durch Polypen, eine krumme Nasenscheidewand oder geschwollene Schleimhaut
Risikofaktoren
- Allergien wie Heuschnupfen
- Asthma
- Rauchen
- Geschwächtes Immunsystem (zum Beispiel durch Krankheit oder Medikamente)
- Zahnerkrankungen im Oberkiefer
- Langes Tragen einer Nasensonde oder Beatmungsschlauch
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Wenn Sie Fieber über 39 °C haben
- Wenn das Gesicht stark schmerzt oder anschwillt
- Wenn Sie Sehstörungen bemerken
- Wenn sich Ihr Zustand plötzlich verschlechtert
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Wenn eine Erkältung länger als 10 Tage dauert, ohne Besserung
- Wenn Sie mehrmals im Jahr eine Nebenhöhlenentzündung haben
- Wenn Sie den Geruchssinn über Wochen verloren haben
- Wenn eine Operation bereits empfohlen wurde und Sie Fragen zur Vorbereitung haben
Diagnose
Ihre Ärztin oder Ihr Arzt wird zunächst mit Ihnen über Ihre Beschwerden sprechen und in Ihre Nase schauen. Mit einem kleinen Endoskop – einem dünnen Schlauch mit Licht und Kamera – kann die Ärztin die Schleimhäute und die Öffnungen der Nebenhöhlen genau anschauen. So lässt sich oft erkennen, ob eine Entzündung vorliegt und ob ein Eingriff helfen kann.
Mögliche Untersuchungen
- Nasen-Endoskopie (Untersuchung mit einem dünnen Schlauch mit Kamera)
- Tastuntersuchung der Nebenhöhlen
- Bildgebung wie Computertomographie (CT), falls nötig
- Nasenabstrich zur Bestimmung der Erreger
- Allergietest, wenn eine Allergie vermutet wird
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Die Untersuchung dauert meist nur wenige Minuten. Sie sind dabei wach. Das Einführen des Endoskops kann sich etwas unangenehm anfühlen, tut aber normalerweise nicht weh. Danach können Sie meist sofort wieder nach Hause gehen. Wenn anschließend eine Operation geplant ist, erhalten Sie genaue Anweisungen, was Sie vorher beachten müssen.
Behandlung
Die Behandlung richtet sich nach der Ursache und dem Schweregrad der Entzündung. In den meisten Fällen hilft eine Kombination aus Nasenspülungen, abschwellenden Maßnahmen, viel Flüssigkeit und Ruhe. Wenn Bakterien die Ursache sind, kann ein Antibiotikum notwendig sein – das verschreibt Ihre Ärztin. Wenn die Beschwerden trotz Behandlung über viele Wochen nicht verschwinden oder die Entzündung immer wiederkommt, kann ein operativer Eingriff sinnvoll sein. Dafür gibt es eine Vorbereitungsphase.
Selbsthilfe zu Hause
- Trinken Sie ausreichend Wasser oder ungesüßten Tee.
- Inhalieren Sie mehrmals täglich Wasserdampf – zum Beispiel mit einem Topf und einem Handtuch.
- Legen Sie warme, feuchte Tücher auf Stirn und Wangen.
- Schlafen Sie mit leicht erhöhtem Oberkörper.
- Verzichten Sie auf Rauchen und halten Sie sich von Rauch fern.
- Nehmen Sie sich Zeit zum Ausruhen, bis die Beschwerden nachlassen.
Medizinische Behandlungen
Ihre Ärztin kann rezeptfreie oder verschreibungspflichtige Medikamente empfehlen – zum Beispiel abschwellende Nasensprays oder kortisonhaltige Nasensprays zur Beruhigung der Schleimhaut. Auch Antibiotika können bei einer bakteriellen Infektion nötig sein. Diese werden nur auf ärztliche Verordnung angewendet. Besprechen Sie immer die genaue Anwendung und mögliche Nebenwirkungen mit Ihrem ärztlichen Team. Ohne ärztliche Absprache sollten Sie keine Medikamente länger als empfohlen anwenden.
Wann kommt eine Operation infrage?
Wenn eine Operation (funktionelle endoskopische Nasennebenhöhlen-Operation, FESS) geplant ist, bekommen Sie von der Klinik eine genaue Vorbereitungsliste. Darin steht zum Beispiel: Sie müssen in der Nacht vor der Operation nüchtern bleiben – das heißt, mindestens 6 Stunden vorher nichts mehr essen und 2 Stunden vorher nichts mehr trinken. Bestimmte Medikamente, besonders blutverdünnende Mittel, müssen vorab mit der Ärztin besprochen werden; Sie dürfen sie nicht eigenmächtig absetzen. Lassen Sie sich von einer Vertrauensperson am Tag der Operation begleiten, denn Sie sind danach vorübergehend nicht fahrtüchtig. Bringen Sie alle Unterlagen mit, die Sie erhalten haben. Die Klinik wird Ihnen den gesamten Ablauf ausführlich erklären.
Leben mit der Erkrankung
Nach einem Eingriff an den Nebenhöhlen sollten Sie es einige Tage ruhig angehen lassen. Nase und Gesicht können geschwollen und druckempfindlich sein. Ihre Ärztin oder die Klinik gibt Ihnen Anweisungen, wann Sie wieder duschen, sich bücken oder Sport machen dürfen. Halten Sie sich daran, damit die Wunden gut heilen.
Tipps für den Alltag
- Sorgen Sie für ausreichend Schlaf.
- Trinken Sie viel, aber vermeiden Sie kohlensäurehaltige Getränke unmittelbar nach dem Eingriff.
- Verzichten Sie einige Wochen auf schweres Heben und starkes Pressen.
- Meiden Sie staubige oder verrauchte Räume.
- Fragen Sie in der Klinik, wann Sie wieder Auto fahren dürfen – meist nicht in den ersten Tagen.
Ernährung und Bewegung
Essen Sie weiche, nicht zu heiße Speisen in den ersten Tagen nach dem Eingriff. Vermeiden Sie scharfe Gewürze, die die Schleimhaut reizen können. Körperliche Anstrengung und Sport dürfen Sie erst wieder aufnehmen, wenn Ihre Ärztin grünes Licht gibt – in der Regel nach ein bis zwei Wochen.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Eine längere Nebenhöhlenentzündung und ein Eingriff können belastend sein. Es ist normal, sich müde und niedergeschlagen zu fühlen. Manche Menschen sind ängstlich vor der Operation. Hören Sie auf Ihre Gefühle, sprechen Sie mit Ihrem Umfeld darüber und holen Sie sich Unterstützung, wenn Sie sie brauchen. In akuten Krisen mit starken Ängsten oder Selbstzweifeln wenden Sie sich bitte an eine psychologische Beratungsstelle oder in dringenden Fällen an den Notruf 112.
Vorbeugung
Sie können einer Nebenhöhlenentzündung nicht immer vorbeugen, aber das Risiko lässt sich senken: Entscheidend ist, die Abwehrkräfte zu stärken, Allergien gut zu behandeln und die Nase regelmäßig zu befeuchten. Wer zu chronischer Entzündung neigt, kann mit Nasenspülungen und einer guten Nasenpflege die Schleimhäute unterstützen.
Impfungen
Es gibt keine Impfung gegen Nebenhöhlenentzündungen. Lassen Sie aber Ihren Impfschutz gegen Grippe und Pneumokokken überprüfen, da diese Erreger Atemwegsinfektionen fördern können.
Früherkennungsprogramme
Es gibt kein standardmäßiges Screening auf Nebenhöhlenentzündungen. Wenn Sie wiederkehrende Beschwerden haben, ist eine gründliche Untersuchung durch eine HNO-Ärztin sinnvoll.
Komplikationen
Unbehandelt
- Die Entzündung kann sich auf das Auge oder die Augenhöhle ausbreiten – das ist gefährlich und erfordert sofort ärztliche Hilfe.
- Es kann sich ein Abszess (Eiteransammlung) im Bereich der Nebenhöhlen bilden.
- In seltenen Fällen kann sich eine Entzündung der Hirnhäute (Meningitis) entwickeln.
- Chronische Entzündungen und Gewebeveränderungen wie Polypen können die Beschwerden dauerhaft machen.
Langzeitprognose
Mit der richtigen Behandlung und einer guten Vorbereitung sind die Aussichten sehr gut. Die meisten Menschen sind nach einem Eingriff deutlich beschwerdefreier und können wieder frei durch die Nase atmen. Wie schnell die Erholung geht, hängt von der Ursache und dem Heilungsverlauf ab – Ihr ärztliches Team begleitet Sie dabei Schritt für Schritt. Operative Eingriffe an den Nebenhöhlen gehören in spezialisierten Zentren zum Alltag und sind gut erprobt.
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Überprüfen Sie die Informationen immer mit Ihrem Arzt
Gesundheitsrichtlinien variieren je nach Land und Region. Die Informationen in diesem Artikel basieren auf internationalen klinischen Leitlinien, spiegeln jedoch möglicherweise nicht die spezifischen Richtlinien, Medikamente oder Praktiken in Ihrem Land wider. Besprechen Sie Ihre Gesundheitsfragen immer mit Ihrem Arzt oder Gesundheitsdienstleister und beziehen Sie sich auf Ihre lokalen nationalen Gesundheitsrichtlinien, sofern verfügbar.
Wichtiger Hinweis Diese Informationen dienen nur zu Bildungszwecken. Sie ersetzen keine professionelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Konsultieren Sie bei Fragen immer einen qualifizierten Arzt. Bei einem medizinischen Notfall wählen Sie sofort den örtlichen Notruf.
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Quellen und Leitlinien
Dieser Artikel dient der Aufklärung und orientiert sich an anerkannten Gesundheitsinformations- und klinischen Leitlinienquellen, sofern verfügbar. Spezifische Quellenlinks können je nach Thema variieren.
Zuletzt aktualisiert: 31. Juli 2026
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