Sodbrennen, das sich im Liegen verschlimmert
Basierend auf internationalen klinischen Leitlinien
Übersicht
Sodbrennen, das sich im Liegen verschlimmert, tritt auf, wenn Magensäure in die Speiseröhre zurückfließt. Dies wird als gastroösophageale Refluxkrankheit (GERD) bezeichnet. Im Liegen kann die Schwerkraft die Säure nicht zurückhalten, sodass die Beschwerden stärker werden.
Wichtige Fakten
- Sodbrennen ist ein brennendes Gefühl hinter dem Brustbein.
- Es ist normal, gelegentlich Sodbrennen zu haben. Bei häufigem Auftreten spricht man von einer Refluxkrankheit.
- Im Liegen verstärkt sich der Reflux, da die Schwerkraft fehlt.
Ja, Sodbrennen ist eine der häufigsten Beschwerden. Etwa jeder fünfte Erwachsene in Deutschland hat mindestens einmal pro Woche Sodbrennen.
Betroffen sind Menschen jeden Alters, besonders aber Erwachsene über 40 Jahre, Schwangere und Übergewichtige.
Symptome
- Starke Brustschmerzen, die in Arm, Schulter oder Kiefer ausstrahlen
- Plötzliche Atemnot
- Erbrechen von Blut oder kaffeesatzähnlichem Material
- ⚠Schluckbeschwerden mit Schmerzen
- ⚠Ungewollter Gewichtsverlust
- ⚠Anhaltendes Erbrechen
- ⚠Symptome, die sich trotz Selbsthilfemaßnahmen nicht bessern
Häufige Symptome
- Brennendes Gefühl hinter dem Brustbein (saures Aufstoßen)
- Säureregurgitation (saures oder bitteres Aufstoßen)
- Schmerzen oder Druckgefühl in der Brust
- Husten oder Heiserkeit, besonders morgens
- Gefühl, einen Kloß im Hals zu haben
Symptome bei Kindern
- Häufiges Spucken oder Erbrechen
- Reizbarkeit beim Füttern
- Bauchschmerzen oder Brustschmerzen
- Schlechte Gewichtszunahme
Symptome bei älteren Erwachsenen
- Leichtere oder atypische Symptome wie Husten oder Heiserkeit
- Schluckbeschwerden
- Sodbrennen kann weniger stark wahrgenommen werden
Ursachen
Hauptursachen
- Schwäche des unteren Speiseröhrenschließmuskels (ein Muskelring, der den Mageneingang verschließt)
- Erhöhter Druck im Bauchraum, z. B. durch Übergewicht oder Schwangerschaft
- Hiatushernie (Zwerchfellbruch), bei dem ein Teil des Magens in den Brustraum rutscht
Risikofaktoren
- Übergewicht oder Fettleibigkeit
- Schwangerschaft
- Rauchen
- Bestimmte Lebensmittel wie fettige Speisen, Schokolade, Kaffee, Alkohol
- Große Mahlzeiten kurz vor dem Schlafengehen
- Bestimmte Medikamente (z. B. manche Schmerzmittel, Blutdrucksenker)
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Starke Brustschmerzen oder Anzeichen eines Herzinfarkts (siehe Notfallsymptome)
- Schluckbeschwerden, die das Essen verhindern
- Erbrechen von Blut
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Sodbrennen tritt mehr als zweimal pro Woche auf
- Symptome beeinträchtigen den Schlaf oder die Lebensqualität
- Sie müssen regelmäßig rezeptfreie Medikamente einnehmen
Diagnose
Die Diagnose erfolgt meist aufgrund Ihrer Beschwerden. Zusätzlich können Untersuchungen wie eine Magenspiegelung (Gastroskopie) durchgeführt werden, um die Speiseröhre zu beurteilen.
Mögliche Untersuchungen
- Magenspiegelung (Gastroskopie) – ein dünner Schlauch mit Kamera wird durch den Mund in die Speiseröhre eingeführt
- pH-Metrie – eine Sonde misst den Säuregehalt in der Speiseröhre über 24 Stunden
- Röntgen mit Schluck von Kontrastmittel (Bariumbreischluck)
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Bei der Magenspiegelung werden Sie leicht sediert, sodass Sie keine Schmerzen verspüren. Die Untersuchung dauert etwa 10–15 Minuten. Sie können danach normal essen und trinken, sollten aber für den Rest des Tages nicht selbst Auto fahren.
Behandlung
Die Behandlung zielt darauf ab, die Säureproduktion zu verringern und die Speiseröhre zu schützen. Sie umfasst Selbsthilfemaßnahmen, Medikamente und in seltenen Fällen einen operativen Eingriff.
Selbsthilfe zu Hause
- Schlafen Sie mit erhöhtem Oberkörper (z. B. durch ein Keilkissen oder ein hochgestelltes Bett)
- Essen Sie drei bis vier Stunden vor dem Zubettgehen nichts mehr
- Vermeiden Sie fettige, scharfe Speisen, Kaffee, Alkohol und Schokolade
- Halten Sie ein gesundes Gewicht
- Hören Sie mit dem Rauchen auf
Medizinische Behandlungen
Zur Behandlung stehen verschiedene Medikamente zur Verfügung: Antazida neutralisieren die Magensäure kurzfristig. H2-Blocker und Protonenpumpenhemmer (PPI) reduzieren die Säureproduktion langfristig. Diese Medikamente sind rezeptfrei oder verschreibungspflichtig erhältlich. Ihr Arzt oder Ihre Ärztin wird das passende Präparat für Sie auswählen.
Wann kommt eine Operation infrage?
Ein operativer Eingriff (Fundoplikatio) wird nur erwogen, wenn Medikamente nicht helfen oder nicht vertragen werden. Dabei wird der obere Teil des Magens um die Speiseröhre gewickelt, um den Schließmuskel zu stärken.
Leben mit der Erkrankung
Mit der richtigen Lebensweise können die meisten Menschen mit Reflux gut leben. Achten Sie auf Ihre Schlafposition und Ihre Essgewohnheiten.
Tipps für den Alltag
- Essen Sie kleinere, häufigere Mahlzeiten
- Vermeiden Sie enge Kleidung, die auf den Bauch drückt
- Gehen Sie nach dem Essen nicht sofort ins Bett
- Reduzieren Sie Stress, da dieser den Reflux verstärken kann
Ernährung und Bewegung
Eine ausgewogene Ernährung mit wenig Fett und Säure kann helfen. Bewegung wie Spaziergänge unterstützen die Verdauung. Vermeiden Sie jedoch intensives Training direkt nach dem Essen.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Chronisches Sodbrennen kann belastend sein und zu Schlafstörungen oder Ängsten führen. Sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Ihrer Ärztin, wenn die Beschwerden Sie psychisch belasten.
Vorbeugung
Nicht immer, aber Sie können das Risiko für Sodbrennen und seine Verschlimmerung durch einen gesunden Lebensstil verringern. Dazu gehören Gewichtsabnahme bei Übergewicht, Rauchstopp und eine angepasste Ernährung.
Früherkennungsprogramme
Eine routinemäßige Vorsorgeuntersuchung für Reflux gibt es nicht. Bei anhaltenden Beschwerden sollte jedoch eine Magenspiegelung durchgeführt werden, um Komplikationen auszuschließen.
Komplikationen
Unbehandelt
- Entzündung der Speiseröhre (Ösophagitis)
- Narbenbildung und Verengung der Speiseröhre (Striktur)
- Barrett-Ösophagus – eine Veränderung der Schleimhaut, die das Risiko für Speiseröhrenkrebs erhöht
Langzeitprognose
Mit einer konsequenten Behandlung und Lebensstilanpassung lässt sich die Refluxkrankheit in den meisten Fällen gut kontrollieren. Schwere Komplikationen sind selten, wenn die Erkrankung frühzeitig behandelt wird.
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Überprüfen Sie die Informationen immer mit Ihrem Arzt
Gesundheitsrichtlinien variieren je nach Land und Region. Die Informationen in diesem Artikel basieren auf internationalen klinischen Leitlinien, spiegeln jedoch möglicherweise nicht die spezifischen Richtlinien, Medikamente oder Praktiken in Ihrem Land wider. Besprechen Sie Ihre Gesundheitsfragen immer mit Ihrem Arzt oder Gesundheitsdienstleister und beziehen Sie sich auf Ihre lokalen nationalen Gesundheitsrichtlinien, sofern verfügbar.
Wichtiger Hinweis Diese Informationen dienen nur zu Bildungszwecken. Sie ersetzen keine professionelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Konsultieren Sie bei Fragen immer einen qualifizierten Arzt. Bei einem medizinischen Notfall wählen Sie sofort den örtlichen Notruf.
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Quellen und Leitlinien
Dieser Artikel dient der Aufklärung und orientiert sich an anerkannten Gesundheitsinformations- und klinischen Leitlinienquellen, sofern verfügbar. Spezifische Quellenlinks können je nach Thema variieren.
Zuletzt aktualisiert: 30. Juli 2026
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