Allergie mit Fieber: Das müssen Sie wissen
Basierend auf internationalen klinischen Leitlinien
Übersicht
Eine Allergie ist eine Überreaktion des Immunsystems auf eigentlich harmlose Stoffe wie Pollen, Hausstaubmilben oder Tierhaare. Dabei kommt es zu Beschwerden wie Niesen, Schnupfen, juckenden Augen oder Hautausschlag. Fieber – also eine erhöhte Körpertemperatur über 38 Grad Celsius – ist dagegen in der Regel ein Zeichen für eine Infektion, zum Beispiel eine Erkältung. Eine Allergie allein verursacht normalerweise kein Fieber. Wenn Allergie-Beschwerden und Fieber zusammen auftreten, liegt meist zusätzlich ein Infekt vor.
Wichtige Fakten
- Allergien verursachen in der Regel kein Fieber.
- Fieber ist meist ein Hinweis auf eine Virus- oder Bakterieninfektion.
- Allergie-Symptome und Fieber können gleichzeitig bestehen, etwa bei einer Erkältung während der Pollensaison.
- Ein Arztbesuch hilft, zwischen Allergie und Infekt zu unterscheiden und richtig zu behandeln.
- Bei plötzlicher Atemnot oder Schwellungen im Gesicht sofort den Notruf 112 wählen.
Ja, das ist häufig. Viele Menschen verwechseln eine Erkältung mit einer Allergie, weil beides mit Schnupfen, Niesen und Husten beginnt. Allergien betreffen etwa 20 Prozent der Menschen in Deutschland, und Erkältungen mit Fieber sind ebenfalls sehr verbreitet. Die Kombination aus Allergie-Beschwerden und Fieber entsteht meist durch einen zusätzlichen Infekt.
Betroffen sind Menschen jeden Alters. Besonders betroffen sind Personen mit bekannten Allergien, Kinder – weil ihr Immunsystem noch reift und sie häufig Infekte haben – sowie ältere Menschen, deren Immunsystem oft schwächer ist. Auch Menschen mit Asthma oder anderen chronischen Erkrankungen reagieren empfindlicher.
Symptome
- Atemnot oder Erstickungsgefühl
- Schwellungen von Lippen, Zunge oder Hals
- Schwindel, blasse Haut oder Bewusstlosigkeit
- Krampfanfall
- Hohes Fieber mit starkem Kopfschmerz und Nackensteifigkeit
- Verwirrtheit oder schwere Benommenheit
- ⚠Fieber über 39 Grad Celsius
- ⚠Fieber länger als 3 Tage
- ⚠Gelblich-grüner Nasenausfluss oder Auswurf
- ⚠Schmerzen in den Nasennebenhöhlen oder Ohren
- ⚠Ausschlag zusammen mit Fieber
- ⚠Starke Kopf- oder Gliederschmerzen
Häufige Symptome
- Niesen und laufende Nase
- Juckende, gerötete Augen
- Husten oder Kratzen im Hals
- Müdigkeit und Abgeschlagenheit
- Kopf- und Gliederschmerzen
- Fieber über 38 Grad Celsius – typisch für einen Infekt, nicht für eine Allergie
Symptome bei Kindern
- Fieber oft höher als bei Erwachsenen
- Reizbarkeit und Weinen
- Trinkunlust und trockene Lippen
- Verstopfte Nase und Husten
- Möglicherweise Ohrenschmerzen
Symptome bei älteren Erwachsenen
- Seltener hohes Fieber, manchmal nur leicht erhöhte Temperatur
- Verwirrtheit oder Unruhe als Krankheitszeichen
- Zunahme von Husten oder Atemnot
- Schnelle Verschlechterung von Vorerkrankungen
Ursachen
Hauptursachen
- Allergische Reaktion auf Pollen, Hausstaub, Tierhaare oder Schimmelpilze – sie verursacht kein Fieber
- Virusinfekt der oberen Atemwege wie eine Erkältung – er geht oft mit Fieber einher
- Bakterielle Zusatzinfektion nach einem Virusinfekt, zum Beispiel eine Nasennebenhöhlenentzündung
- Medikamentenallergie mit Hautausschlag und Fieber – eine seltene, aber ernste Ursache
Risikofaktoren
- Bekannte Allergien, zum Beispiel Heuschnupfen
- Geschwächtes Immunsystem durch Alter, Stress oder Schlafmangel
- Chronische Erkrankungen wie Asthma
- Aufenthalt in Gemeinschaftseinrichtungen wie Kita oder Altenheim
- Rauchen oder Passivrauchen
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Fieber über 39 Grad Celsius, das mit Atemnot, Verwirrtheit oder starken Schmerzen einhergeht
- Fieber länger als 48 Stunden ohne Besserung
- Ausschlag oder Schwellungen, die schnell zunehmen
- Schmerzen beim Atmen oder Schlucken
- Zeichen einer Austrocknung: wenig Urin, trockene Zunge, Schwindel
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Länger anhaltender Husten oder Schnupfen
- Wiederkehrende Infekte oder unklare Beschwerden
- Verdacht auf eine Allergie, die den Alltag stört
- Wunsch nach einem Allergietest
Diagnose
Der Arzt fragt zuerst nach Ihren Beschwerden, nach der Krankengeschichte und nach möglichen Allergien in der Familie. Dann misst er Ihr Fieber und untersucht Nase, Rachen, Ohren und Haut. Um zwischen Allergie und Infekt zu unterscheiden, werden manchmal Allergietests oder Blutuntersuchungen durchgeführt.
Mögliche Untersuchungen
- Körperliche Untersuchung
- Messung der Körpertemperatur
- Allergietest auf der Haut (Prick-Test)
- Bluttest auf Immunbotenstoffe der Allergie
- Blutbild und Entzündungswerte
- Abstrich von Nase oder Rachen, wenn nötig
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Die Untersuchung ist in der Regel schmerzfrei und dauert etwa 15 bis 30 Minuten. Der Arzt erklärt verständlich, was die Beschwerden auslöst. Falls nötig, überweist er Sie an eine Allergie-Sprechstunde oder eine HNO-Praxis.
Behandlung
Die Behandlung hängt von der eigentlichen Ursache ab. Liegt eine Allergie vor, ist es wichtig, den Auslöser zu meiden. Bei einem Virusinfekt helfen Ruhe und ausreichend Flüssigkeit. Handelt es sich um eine bakterielle Infektion, kann der Arzt ein Antibiotikum verschreiben – das wirkt jedoch nicht gegen Viren.
Selbsthilfe zu Hause
- Ausreichend trinken, zum Beispiel Wasser oder ungesüßter Tee
- Ruhe gönnen und körperliche Anstrengung meiden
- Fieber mit kühlen, aber nicht eiskalten Wickeln lindern
- Den Raum regelmäßig lüften, nicht überheizen
- Bei bekannter Allergie bekannte Auslöser wie Pollen oder Tierhaare meiden
- Die Nase mit einer Salzlösung spülen, um Schleim zu lösen
Medizinische Behandlungen
Der Arzt kann Medikamente verordnen, die auf die Ursache abgestimmt sind: zum Beispiel antiallergische Mittel als Tablette oder Spray bei Allergie, fiebersenkende und schmerzlindernde Arzneimittel bei Infekten, oder Antibiotika bei bakteriellen Infektionen. In einem schweren allergischen Notfall verabreicht das Rettungsteam ein Notfallmedikament. Lassen Sie sich immer ärztlich beraten – welches Medikament für Sie richtig ist, hängt von Ihrer Situation ab.
Wann kommt eine Operation infrage?
Eine Operation ist bei einer einfachen Allergie oder einer Erkältung nicht nötig. Nur bei bestimmten Komplikationen wie einer wiederkehrenden Nasennebenhöhlenentzündung kann eine kleine Operation sinnvoll sein. Das bespricht der Facharzt mit Ihnen.
Leben mit der Erkrankung
Führen Sie ein Symptomtagebuch: Wann treten die Beschwerden auf, wie hoch ist das Fieber, gab es Kontakt zu Allergenen? Das hilft dem Arzt, die Ursache zu erkennen. Wenn Sie häufig Infekte haben, setzen Sie auf ausreichend Schlaf und einen regelmäßigen Tagesrhythmus.
Tipps für den Alltag
- An pollenreichen Tagen den Aufenthalt im Freien begrenzen
- Das Schlafzimmer staubarm halten, zum Beispiel auf Teppiche verzichten
- Hände gründlich und regelmäßig waschen
- Zigarettenrauch meiden
- Stress abbauen mit Spaziergängen oder Entspannungsübungen
Ernährung und Bewegung
Eine ausgewogene Ernährung mit viel Obst, Gemüse und Vollkornprodukten unterstützt das Immunsystem. Trinken Sie über den Tag verteilt genug. Regelmäßige Bewegung an der frischen Luft hält fit – aber bei Fieber ist Schonung wichtig. Erst nach vollständiger Genesung sollten Sie wieder sportlich aktiv werden.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Wiederholte Infekte oder eine Allergie können körperlich und seelisch anstrengend sein. Es ist in Ordnung, sich Sorgen zu machen. Helfen Sie sich, indem Sie mit Angehörigen sprechen oder sich kleine Auszeiten nehmen. Auch eine Beratung bei Ihrer Arztpraxis oder einer Selbsthilfegruppe kann entlasten.
Vorbeugung
Allergien lassen sich nicht immer verhindern. Aber mit Meidung der bekannten Auslöser und einer guten Behandlung lassen sich Beschwerden deutlich verringern. Infektionen können Sie durch regelmäßiges Händewaschen, ausreichend Schlaf und eine gesunde Lebensweise vorbeugen.
Impfungen
Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt für bestimmte Menschen Impfungen, etwa gegen Grippe oder Pneumokokken. Lassen Sie sich in Ihrer Hausarztpraxis beraten, ob diese Impfungen für Sie sinnvoll sind. Impfungen schützen vor Infektionen – nicht vor Allergien.
Früherkennungsprogramme
Es gibt kein Früherkennungsprogramm speziell für Allergien. Wenn Sie den Verdacht haben, dass eine Allergie zugrunde liegt, kann Ihre Ärztin oder Ihr Arzt einen Allergietest durchführen.
Komplikationen
Unbehandelt
- Nasennebenhöhlenentzündung, die auf benachbarte Bereiche übergreifen kann
- Mittelohrentzündung mit Druckgefühl oder Hörproblemen
- Bei Asthma ein schwerer Allergie-Schub mit Atemnot
- Lungenentzündung nach einem schweren Virusinfekt
- Fieberkrampf bei kleinen Kindern, wenn das Fieber sehr hoch steigt
Langzeitprognose
Mit einer richtigen Diagnose und Behandlung lassen sich Allergie-Beschwerden und Infekte gut in den Griff bekommen. Fieber ist meist ungefährlich und zeigt, dass der Körper gegen Erreger ankämpft – es geht nach einigen Tagen zurück. Nur selten entwickelt sich eine chronische Entzündung, aber auch dafür gibt es wirksame Behandlungen. Lassen Sie sich von Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt begleiten – Sie müssen damit nicht allein klarkommen.
Unterstützung finden
Externe Links öffnen Websites Dritter. Ruqelo ist nicht für externe Inhalte verantwortlich. Die Nennung einer Organisation bedeutet keine Empfehlung.
Überprüfen Sie die Informationen immer mit Ihrem Arzt
Gesundheitsrichtlinien variieren je nach Land und Region. Die Informationen in diesem Artikel basieren auf internationalen klinischen Leitlinien, spiegeln jedoch möglicherweise nicht die spezifischen Richtlinien, Medikamente oder Praktiken in Ihrem Land wider. Besprechen Sie Ihre Gesundheitsfragen immer mit Ihrem Arzt oder Gesundheitsdienstleister und beziehen Sie sich auf Ihre lokalen nationalen Gesundheitsrichtlinien, sofern verfügbar.
Wichtiger Hinweis Diese Informationen dienen nur zu Bildungszwecken. Sie ersetzen keine professionelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Konsultieren Sie bei Fragen immer einen qualifizierten Arzt. Bei einem medizinischen Notfall wählen Sie sofort den örtlichen Notruf.
Ähnliche Erkrankungen
Quellen und Leitlinien
Dieser Artikel dient der Aufklärung und orientiert sich an anerkannten Gesundheitsinformations- und klinischen Leitlinienquellen, sofern verfügbar. Spezifische Quellenlinks können je nach Thema variieren.
Zuletzt aktualisiert: 31. Juli 2026
Hinweis zur Aufklärung: Diese Informationen dienen nur der Aufklärung und sind keine Diagnose.
Nutzen Sie sie zur Ergänzung — nicht als Ersatz — für den Rat einer approbierten Fachkraft.
Bei schweren, sich verschlechternden oder dringenden Symptomen rufen Sie die lokale Notrufnummer an oder suchen Sie Notfallversorgung auf.