Rückenschmerzen, die im Liegen schlimmer werden
Basierend auf internationalen klinischen Leitlinien
Übersicht
Viele Menschen haben Rückenschmerzen. Manchmal werden diese Schmerzen schlimmer, wenn man liegt. Das kann verschiedene Ursachen haben – manche harmlos, manche ernster. Es ist wichtig, die Ursache von einem Arzt abklären zu lassen.
Wichtige Fakten
- Rückenschmerzen, die im Liegen zunehmen, sind ein Symptom und keine eigenständige Krankheit.
- Oft stecken Muskelverspannungen oder ein Bandscheibenvorfall dahinter.
- In seltenen Fällen können auch Entzündungen oder andere ernste Erkrankungen die Ursache sein.
Rückenschmerzen sind sehr häufig. Dass sie im Liegen stärker werden, ist seltener und sollte immer ärztlich abgeklärt werden.
Es kann Menschen jeden Alters betreffen. Häufiger sind Erwachsene und ältere Menschen, aber auch Kinder können betroffen sein.
Symptome
- Plötzliche, sehr starke Schmerzen im Rücken
- Lähmungserscheinungen in den Beinen
- Verlust der Kontrolle über Blase oder Darm
- Gefühllosigkeit im Bereich zwischen den Beinen (Reithosen-Gefühl)
- ⚠Fieber zusammen mit Rückenschmerzen
- ⚠Sehr starke Schmerzen, die keine Ruheposition erlauben
- ⚠Schmerzen nach einem Unfall oder Sturz
- ⚠Kribbeln oder Taubheitsgefühl in den Beinen
Häufige Symptome
- Schmerzen, die nachts oder beim Liegen stärker werden
- Schmerzen, die beim Aufstehen oder Bewegen nachlassen
- Steifheit am Morgen
- Schmerzen, die in Beine oder Gesäß ausstrahlen
Symptome bei Kindern
- Bei Kindern können Rückenschmerzen im Liegen auf Wachstumsschübe, aber auch auf Entzündungen oder Fehlhaltungen hinweisen.
- Kinder klagen oft über Schmerzen in der Nacht, die sie aufwecken.
Symptome bei älteren Erwachsenen
- Ältere Menschen berichten häufiger über Schmerzen durch Verschleiß der Wirbelsäule (Arthrose).
- Liegen auf harten Matratzen kann Druckstellen verursachen und Schmerzen verstärken.
Ursachen
Hauptursachen
- Muskelverspannungen oder Überlastung der Rückenmuskulatur
- Bandscheibenvorfall
- Abnutzung der Wirbelgelenke (Arthrose)
- Entzündliche Erkrankungen der Wirbelsäule (z. B. Morbus Bechterew)
- In seltenen Fällen: Infektionen oder Tumore der Wirbelsäule
Risikofaktoren
- Sitzende Tätigkeiten und wenig Bewegung
- Übergewicht
- Schwere körperliche Arbeit
- Rauchen
- Stress und psychische Belastung
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Wenn die Schmerzen sehr stark sind und nicht nachlassen
- Wenn Sie Fieber oder Schüttelfrost haben
- Wenn Sie Schwierigkeiten beim Wasserlassen oder Stuhlgang haben
- Wenn Taubheitsgefühle oder Lähmungen auftreten
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Wenn die Schmerzen länger als drei Tage anhalten
- Wenn sie sich trotz Ruhe nicht bessern
- Wenn Sie sich allgemein krank fühlen
Diagnose
Der Arzt fragt zuerst genau nach Ihren Beschwerden, zum Beispiel seit wann die Schmerzen bestehen und in welchen Situationen sie auftreten. Danach folgt eine körperliche Untersuchung. Je nach Verdacht können weitere Untersuchungen folgen. In Deutschland richten sich die Empfehlungen nach den AWMF-Leitlinien.
Mögliche Untersuchungen
- Körperliche Untersuchung von Beweglichkeit und Nervenfunktion
- Blutuntersuchung (z. B. auf Entzündungswerte)
- Bildgebung wie Röntgen, Magnetresonanztomographie (MRT) oder Computertomographie (CT)
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Die Untersuchungen sind in der Regel schmerzfrei. Der Arzt wird Ihnen erklären, welche Schritte nötig sind und was die Ergebnisse bedeuten.
Behandlung
Die Behandlung hängt von der Ursache ab. Oft helfen Wärme, Bewegung und eine gute Matratze. Bei Entzündungen oder anderen Erkrankungen ist eine spezielle Behandlung nötig.
Selbsthilfe zu Hause
- Achten Sie auf eine gute Schlafposition – ein Seitenschläferkissen kann helfen
- Bewegen Sie sich regelmäßig – aber überlasten Sie den Rücken nicht
- Wärme (z. B. Wärmflasche oder warmes Bad) kann die Muskulatur entspannen
- Vermeiden Sie langes Liegen ohne Bewegung – stehen Sie zwischendurch auf
Medizinische Behandlungen
Der Arzt kann Physiotherapie, manuelle Therapie oder andere nicht-medikamentöse Behandlungen vorschlagen. Medikamente werden nur allgemein besprochen – alle Arzneimittel sollten Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker abklären. Auch entzündungshemmende Behandlungen sind möglich, aber immer nach ärztlicher Anweisung.
Wann kommt eine Operation infrage?
Eine Operation ist nur sehr selten nötig, zum Beispiel bei einem akuten Bandscheibenvorfall mit Lähmungserscheinungen. Ihr Arzt wird alle Optionen mit Ihnen besprechen.
Leben mit der Erkrankung
Versuchen Sie, den Alltag normal zu gestalten. Wechseln Sie zwischen Bewegung und Ruhe. Achten Sie darauf, schwere Lasten zu vermeiden und rückenfreundlich zu heben.
Tipps für den Alltag
- Regelmäßige moderate Bewegung, z. B. Schwimmen oder Gehen
- Ergonomische Arbeitsplatzgestaltung
- Stressabbau durch Entspannungstechniken oder Yoga
Ernährung und Bewegung
Eine ausgewogene Ernährung mit viel Gemüse und ausreichend Flüssigkeit unterstützt die Bandscheiben. Bewegung stärkt die Rückenmuskulatur und hilft, Schmerzen zu lindern.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Chronische Schmerzen können belasten und zu Stimmungstiefs führen. Holen Sie sich Unterstützung, wenn Sie sich niedergeschlagen fühlen. Ein offenes Gespräch mit Arzt oder Psychotherapeut kann helfen.
Vorbeugung
Nicht alle Ursachen sind vermeidbar, aber Sie können Ihr Risiko senken. Achten Sie auf regelmäßige Bewegung, gesundes Körpergewicht und eine gute Haltung im Alltag.
Impfungen
Gegen Rückenschmerzen gibt es keine Impfung.
Früherkennungsprogramme
Es gibt kein allgemeines Screening für Rückenschmerzen. Bei Warnzeichen sollten Sie aber frühzeitig einen Arzt aufsuchen.
Komplikationen
Unbehandelt
- Chronische Schmerzen und dauerhafte Bewegungseinschränkungen
- Fortschreiten einer Grunderkrankung, z. B. einer Entzündung
- In seltenen Fällen Nervenschäden mit Lähmungen
Langzeitprognose
Die meisten Rückenschmerzen bessern sich gut. Auch bei ernsteren Ursachen gibt es heute sehr gute Behandlungsmöglichkeiten. Bleiben Sie zuversichtlich – mit der richtigen Diagnose und Behandlung ist die Prognose meist günstig.
Unterstützung finden
Externe Links öffnen Websites Dritter. Ruqelo ist nicht für externe Inhalte verantwortlich. Die Nennung einer Organisation bedeutet keine Empfehlung.
Überprüfen Sie die Informationen immer mit Ihrem Arzt
Gesundheitsrichtlinien variieren je nach Land und Region. Die Informationen in diesem Artikel basieren auf internationalen klinischen Leitlinien, spiegeln jedoch möglicherweise nicht die spezifischen Richtlinien, Medikamente oder Praktiken in Ihrem Land wider. Besprechen Sie Ihre Gesundheitsfragen immer mit Ihrem Arzt oder Gesundheitsdienstleister und beziehen Sie sich auf Ihre lokalen nationalen Gesundheitsrichtlinien, sofern verfügbar.
Wichtiger Hinweis Diese Informationen dienen nur zu Bildungszwecken. Sie ersetzen keine professionelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Konsultieren Sie bei Fragen immer einen qualifizierten Arzt. Bei einem medizinischen Notfall wählen Sie sofort den örtlichen Notruf.
Ähnliche Erkrankungen
Quellen und Leitlinien
Dieser Artikel dient der Aufklärung und orientiert sich an anerkannten Gesundheitsinformations- und klinischen Leitlinienquellen, sofern verfügbar. Spezifische Quellenlinks können je nach Thema variieren.
Zuletzt aktualisiert: 31. Juli 2026
Hinweis zur Aufklärung: Diese Informationen dienen nur der Aufklärung und sind keine Diagnose.
Nutzen Sie sie zur Ergänzung — nicht als Ersatz — für den Rat einer approbierten Fachkraft.
Bei schweren, sich verschlechternden oder dringenden Symptomen rufen Sie die lokale Notrufnummer an oder suchen Sie Notfallversorgung auf.