Einseitiger Haarausfall – Ursachen und was Sie tun können
Basierend auf internationalen klinischen Leitlinien
Übersicht
Unter einseitigem Haarausfall versteht man vermehrten Haarverlust nur auf einer Seite des Kopfes. Die Ursachen sind vielfältig – von harmlosen vorübergehenden Formen bis zu Erkrankungen der Kopfhaut. Ein Arzt kann klären, was dahintersteckt.
Wichtige Fakten
- Einseitiger Haarausfall hat viele mögliche Ursachen.
- Die häufigste Form ist der kreisrunde Haarausfall, bei dem das Immunsystem die Haarwurzeln angreift.
- Ein Arztbesuch gibt Sicherheit und hilft, die richtige Behandlung zu finden.
- Oft bilden sich die Haare von selbst wieder zurück.
Haarausfall ist insgesamt sehr häufig. Dass er nur auf einer Seite auftritt, kommt vor, ist aber seltener als der typische erblich bedingte Haarausfall.
Es kann Männer und Frauen jeden Alters betreffen. Bei Männern ist erblich bedingter Haarausfall an den Schläfen und am Oberkopf der häufigste Grund.
Symptome
- Wenn die Haare plötzlich nach einer Kopfverletzung ausgehen und gleichzeitig Blutungen oder Bewusstlosigkeit auftreten, rufen Sie sofort die 112.
- ⚠Wenn kahle Stellen sich innerhalb weniger Tage stark ausbreiten oder mit Eiter, Fieber oder starken Schmerzen einhergehen, suchen Sie noch am selben Tag eine ärztliche Praxis oder Notaufnahme auf.
- ⚠Wenn zusätzlich Sehstörungen, Taubheitsgefühle oder heftige Kopfschmerzen auftreten, sollten Sie ebenfalls sofort ärztlich untersucht werden.
Häufige Symptome
- Dünner werdendes Haar nur an einer Stelle
- Eine runde kahle Stelle oder mehrere solche Stellen
- Juckreiz, Brennen oder leichtes Spannen der Kopfhaut
Ursachen
Hauptursachen
- Kreisrunder Haarausfall (Alopecia areata): Das Immunsystem greift irrtümlich die Haarwurzeln an, wodurch runde kahle Stellen entstehen.
- Erblich bedingter Haarausfall (androgenetische Alopezie): Er kann auch einseitig beginnen, besonders an Schläfe und Oberkopf.
- Zug-Haarausfall (Traktionsalopezie): Durch starken Zug auf die Haare, etwa durch enge Zöpfe, Haarklammern oder ein Toupé.
- Hautpilz der Kopfhaut: Eine Pilzinfektion kann schuppige, entzündliche Stellen mit Haarausfall verursachen.
Risikofaktoren
- Haarausfall oder kahl gewordene Männer in der Familie
- Starker körperlicher oder seelischer Stress
- Hauterkrankungen wie Schuppenflechte oder Ekzeme
- Frisuren, die die Haare dauerhaft spannen
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Wenn Haare büschelweise ausfallen oder kahle Stellen in wenigen Tagen entstehen.
- Wenn die Kopfhaut stark gerötet ist, nässende oder eitrige Stellen zeigt.
- Wenn Sie zusätzlich neurologische Beschwerden wie Kribbeln oder Lähmungen bemerken.
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Wenn Sie seit Wochen oder Monaten bemerken, dass die Haare einseitig dünner werden, können Sie beim Hausarzt oder direkt beim Hautarzt einen Termin machen.
- Auch wenn der Haarausfall Sie seelisch belastet, ist ein Arztbesuch sinnvoll – es gibt Behandlungs- und Unterstützungsmöglichkeiten.
Diagnose
Der Arzt fragt nach Ihrer Krankengeschichte, untersucht die Kopfhaut und oft auch Haare unter einem speziellen Mikroskop (Dermatoskop). Bei Unklarheit kann er eine kleine Hautprobe entnehmen.
Mögliche Untersuchungen
- Untersuchung der Kopfhaut mit dem Auflichtmikroskop
- Haarziehtest: Der Arzt zieht vorsichtig an einigen Haaren, um zu prüfen, wie locker sie sitzen
- Blutuntersuchung auf Schilddrüsenwerte, Eisen und andere mögliche Ursachen
- Bei Verdacht auf Pilz oder andere Hauterkrankung: Abstrich oder Gewebeprobe (Biopsie)
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Die Untersuchung dauert meist nicht lange. Nach der Diagnose bespricht der Arzt mit Ihnen die möglichen Behandlungen und ob weitere Schritte nötig sind.
Behandlung
Die Behandlung ist abhängig von der Ursache. Es gibt nicht die eine Therapie für einseitigen Haarausfall. Ihr Arzt wird Ihnen eine für Sie passende Behandlung vorschlagen – dabei orientiert er sich an aktuellen medizinischen Leitlinien, zum Beispiel der AWMF.
Selbsthilfe zu Hause
- Stress reduzieren – zum Beispiel mit Entspannungsübungen, Spaziergängen oder Atemtechniken.
- Verwenden Sie milde Shampoos und verzichten Sie auf heiße Föhnluft, aggressives Styling oder enge Frisuren.
- Schützen Sie kahle Stellen vor Sonnenbrand mit einer Kopfbedeckung oder Sonnencreme.
Medizinische Behandlungen
Es gibt Medikamente, die das Haarwachstum anregen oder das Immunsystem in bestimmten Formen von Haarausfall beeinflussen. Diese werden vom Arzt individuell verschrieben, als Creme, Lösung oder Spritze. Auch eine Lichttherapie kann in einigen Fällen helfen. Achtung: Verwenden Sie niemals verschreibungspflichtige Medikamente ohne ärztliche Anleitung.
Wann kommt eine Operation infrage?
Eine Haartransplantation kommt vor allem bei erblich bedingtem, dauerhaftem Haarausfall infrage. Dabei werden eigene Haare von dichter besetzten Stellen auf die kahle Seite verpflanzt. Ob das sinnvoll ist, klärt der Hautarzt in einem ausführlichen Beratungsgespräch.
Leben mit der Erkrankung
Einseitiger Haarausfall ist meist harmlos, kann aber das Selbstbild beeinflussen. Ein guter Haarschnitt, Toupets oder andere kosmetische Lösungen können helfen, sich wohler zu fühlen.
Tipps für den Alltag
- Gesunde, ausgewogene Ernährung mit genügend Eiweiß, Eisen, Zink und Vitaminen
- Regelmäßige Bewegung und guter Schlaf unterstützen die körperliche und seelische Gesundheit
- Positiver Umgang mit Stress durch Achtsamkeit oder leichte Sportarten
Ernährung und Bewegung
Eine gesunde Ernährung und Bewegung sind wichtig für den ganzen Körper, auch für die Haare. Sie können Haarausfall aber nicht allein aufhalten. Sie sind dennoch eine gute Grundlage für jede Behandlung.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Haarausfall kann sehr belastend sein und das Selbstwertgefühl beeinträchtigen. Offene Gespräche mit vertrauten Menschen oder einem Arzt helfen. Wenn Sie sich anhaltend niedergeschlagen fühlen oder Gedanken an Verzweiflung oder Selbstverletzung haben, suchen Sie sofort Hilfe: Telefonisch unter 112, in der Notaufnahme oder bei einem psychiatrischen Notdienst.
Vorbeugung
Nicht jede Form von einseitigem Haarausfall lässt sich verhindern. Ein gesunder Lebensstil, Schutz der Kopfhaut vor starker Sonne und das Vermeiden von permanentem Zug an den Haaren können dazu beitragen, dass die Haare gesund bleiben.
Impfungen
Gegen Haarausfall selbst gibt es keine Impfung.
Früherkennungsprogramme
Eine spezielle Vorsorgeuntersuchung für einseitigen Haarausfall gibt es nicht. Lassen Sie jedoch Veränderungen der Kopfhaut – auch neue kahle Stellen – regelmäßig von einem Hautarzt anschauen.
Komplikationen
Unbehandelt
- Bei manchen Formen wachsen die Haare von selbst wieder nach, auch ohne Behandlung.
- Erblich bedingter Haarausfall kann ohne Behandlung fortschreiten und zu dauerhafter Kahlheit führen.
- Wenn eine Pilzinfektion oder eine andere Hauterkrankung die Ursache ist, kann sie sich ohne Behandlung ausbreiten.
Langzeitprognose
Die Prognose ist meist gut. Auch wenn der Haarausfall nicht immer vollständig zurückgeht, gibt es heute viele wirksame Behandlungen. Ihr Arzt kann Ihnen helfen, eine realistische Einschätzung zu bekommen und die für Sie beste Lösung zu finden.
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Überprüfen Sie die Informationen immer mit Ihrem Arzt
Gesundheitsrichtlinien variieren je nach Land und Region. Die Informationen in diesem Artikel basieren auf internationalen klinischen Leitlinien, spiegeln jedoch möglicherweise nicht die spezifischen Richtlinien, Medikamente oder Praktiken in Ihrem Land wider. Besprechen Sie Ihre Gesundheitsfragen immer mit Ihrem Arzt oder Gesundheitsdienstleister und beziehen Sie sich auf Ihre lokalen nationalen Gesundheitsrichtlinien, sofern verfügbar.
Wichtiger Hinweis Diese Informationen dienen nur zu Bildungszwecken. Sie ersetzen keine professionelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Konsultieren Sie bei Fragen immer einen qualifizierten Arzt. Bei einem medizinischen Notfall wählen Sie sofort den örtlichen Notruf.
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Quellen und Leitlinien
Dieser Artikel dient der Aufklärung und orientiert sich an anerkannten Gesundheitsinformations- und klinischen Leitlinienquellen, sofern verfügbar. Spezifische Quellenlinks können je nach Thema variieren.
Zuletzt aktualisiert: 31. Juli 2026
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