Haarausfall, der kommt und geht – was steckt dahinter?
Basierend auf internationalen klinischen Leitlinien
Übersicht
Manche Männer erleben immer wieder Phasen, in denen ihnen verstärkt Haare ausfallen. Das Haar wird dünner, wächst aber oft von selbst wieder nach. Diesen wiederkehrenden oder vorübergehenden Haarausfall nennt man auch episodischen Haarausfall. Anders als der erbliche Haarausfall ist er meist nicht dauerhaft.
Wichtige Fakten
- Er tritt häufig nach Stress, Krankheit oder starkem Gewichtsverlust auf.
- Die Haare wachsen meist innerhalb weniger Monate von selbst nach.
- Eine ärztliche Abklärung gibt Sicherheit und hilft, ernste Ursachen auszuschließen.
Ja, vorübergehender Haarausfall ist keine Seltenheit. Viele Männer haben mindestens einmal im Leben eine Phase mit vermehrtem Haarverlust.
Er kann Männer in jedem Alter betreffen. Besonders häufig tritt er nach körperlichen oder seelischen Belastungen auf, zum Beispiel nach einer schweren Grippe, einer Operation oder einer stressigen Zeit im Beruf.
Symptome
- Plötzlicher Haarausfall zusammen mit Taubheitsgefühl, Lähmungserscheinungen, Sprachstörungen oder starken Kopfschmerzen – das können Warnzeichen eines Notfalls sein, dann sofort die 112 rufen.
- ⚠Plötzlicher, extrem rascher Haarausfall innerhalb weniger Tage
- ⚠Zusätzliche Hautveränderungen wie Rötung, Schwellung, Eiter oder starke Schmerzen an der Kopfhaut
- ⚠Allgemeines Krankheitsgefühl, Fieber oder unerklärlicher Gewichtsverlust
Häufige Symptome
- Vermehrter Haarausfall beim Kämmen, Waschen oder auf dem Kopfkissen
- Diffuse Ausdünnung der Haare auf dem gesamten Kopf
- Einzelne runde, glatte kahle Stellen (bei bestimmten Formen)
- Haare, die dünner und kraftloser nachwachsen
Ursachen
Hauptursachen
- Telogenes Effluvium – vermehrter Haarausfall durch Stress, Krankheit oder hormonelle Umstellung
- Alopecia areata – kreisrunder Haarausfall, bei dem das Immunsystem die Haarwurzeln angreift
- Mangelerscheinungen, zum Beispiel an Eisen, Zink oder bestimmten Vitaminen
- Entzündungen der Kopfhaut oder Pilzinfektionen
Risikofaktoren
- Starker psychischer Stress
- Akute fieberhafte Erkrankungen oder Operationen
- Starker Gewichtsverlust oder einseitige Ernährung
- Bestimmte Medikamente – sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker
- Hormonelle Veränderungen, zum Beispiel bei Schilddrüsenproblemen
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Sie innerhalb weniger Tage sehr viele Haare verlieren
- Sie zusätzlich Hautveränderungen, Schmerzen oder Fieber haben
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Der Haarausfall seit mehreren Wochen unverändert anhält
- Sie kahle Stellen entdecken
- Sie sich innerlich sehr belastet oder verunsichert fühlen
Diagnose
Der Arzt spricht zunächst mit Ihnen über Ihre Beschwerden, den zeitlichen Verlauf und mögliche Auslöser wie Stress oder Krankheit. Anschließend untersucht er Ihre Kopfhaut und die Haarstruktur genau.
Mögliche Untersuchungen
- Blutuntersuchung auf Mangelzustände oder Schilddrüsenwerte
- Haarziehtest: Der Arzt zieht sanft an einer Haarsträhne, um zu prüfen, wie viele Haare sich lösen
- Bei unklaren Fällen eine Gewebeprobe (Biopsie) der Kopfhaut
- Spezielle Untersuchung der Haare im Mikroskop
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Nach der Untersuchung erhalten Sie eine Einschätzung, ob es sich um eine vorübergehende Störung handelt oder ob eine Behandlung sinnvoll ist. Oft sind keine aufwendigen Tests nötig.
Behandlung
Die Behandlung richtet sich nach der Ursache. Handelt es sich um einen vorübergehenden Haarausfall, reicht es meist, den Auslöser zu beheben und Geduld zu haben. In den meisten Fällen wachsen die Haare von selbst wieder nach.
Selbsthilfe zu Hause
- Stress abbauen, zum Beispiel durch Entspannungsübungen oder Spaziergänge
- Die Kopfhaut und das Haar sanft behandeln – keine heißen Föhne oder aggressiven Stylingprodukte
- Auf eine ausgewogene Ernährung mit ausreichend Eiweiß und Vitaminen achten
- Weiche Haarbürsten und schonende Pflegeprodukte verwenden
Medizinische Behandlungen
Wenn eine behandelbare Ursache gefunden wird, lässt sie sich oft gezielt behandeln, zum Beispiel bei Schilddrüsenproblemen oder Nährstoffmangel. Bei bestimmten Formen des kreisrunden Haarausfalls kann der Arzt eine örtliche Behandlung oder andere Therapien empfehlen. Es gibt außerdem Medikamente, die das Haarwachstum anregen – diese sind verschreibungspflichtig und nur nach ärztlicher Beratung sinnvoll. Sprechen Sie mit Ihrem Arzt darüber, was für Sie infrage kommt.
Leben mit der Erkrankung
Im Alltag können Ihnen gut sitzende Frisuren, Haarverdichtungsprodukte oder ein Besuch beim Friseur helfen, die Zwischenphase zu überbrücken. Wichtig ist, sich nicht zu sehr von den Haaren bestimmen zu lassen.
Tipps für den Alltag
- Regelmäßige Bewegung
- Ausreichend Schlaf
- Stressreduktion durch Achtsamkeit oder Hobbys
Ernährung und Bewegung
Eine ausgewogene Ernährung mit Obst, Gemüse, Vollkornprodukten und ausreichend Protein unterstützt das Haarwachstum. Auch regelmäßige Bewegung fördert die Durchblutung der Kopfhaut.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Haarausfall kann das Selbstwertgefühl belasten und Ängste auslösen. Erinnern Sie sich daran, dass die Phase meist vorübergeht. Es ist in Ordnung, Hilfe zu suchen, wenn Sie seelisch darunter leiden. Ein ärztliches Gespräch oder eine Beratung kann entlasten.
Vorbeugung
Nicht jeder Haarausfall lässt sich verhindern. Sie können aber einiges tun, um das Risiko zu senken: Stress bewältigen, gesund essen, genug schlafen und auf übermäßige chemische Behandlungen der Haare verzichten.
Komplikationen
Unbehandelt
- Unbehandelt kann ein vorübergehender Haarausfall länger anhalten, verursacht aber meist keine bleibenden Schäden.
- Eine nicht erkannte Grunderkrankung, etwa eine Schilddrüsenstörung, kann weiter bestehen und andere Beschwerden verursachen.
Langzeitprognose
Die Aussichten sind in der Regel gut. Sobald der Auslöser beseitigt ist, wächst das Haar meist innerhalb von sechs bis zwölf Monaten nach. Bei manchen Formen, etwa dem kreisrunden Haarausfall, braucht es Geduld und ärztliche Begleitung – aber es gibt Wege, die Situation zu verbessern.
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Überprüfen Sie die Informationen immer mit Ihrem Arzt
Gesundheitsrichtlinien variieren je nach Land und Region. Die Informationen in diesem Artikel basieren auf internationalen klinischen Leitlinien, spiegeln jedoch möglicherweise nicht die spezifischen Richtlinien, Medikamente oder Praktiken in Ihrem Land wider. Besprechen Sie Ihre Gesundheitsfragen immer mit Ihrem Arzt oder Gesundheitsdienstleister und beziehen Sie sich auf Ihre lokalen nationalen Gesundheitsrichtlinien, sofern verfügbar.
Wichtiger Hinweis Diese Informationen dienen nur zu Bildungszwecken. Sie ersetzen keine professionelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Konsultieren Sie bei Fragen immer einen qualifizierten Arzt. Bei einem medizinischen Notfall wählen Sie sofort den örtlichen Notruf.
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Quellen und Leitlinien
Dieser Artikel dient der Aufklärung und orientiert sich an anerkannten Gesundheitsinformations- und klinischen Leitlinienquellen, sofern verfügbar. Spezifische Quellenlinks können je nach Thema variieren.
Zuletzt aktualisiert: 31. Juli 2026
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