COVID-19: Gesund essen und wieder zu Kräften kommen
Basierend auf internationalen klinischen Leitlinien
Übersicht
Nach einer COVID-19-Erkrankung braucht der Körper Zeit, um sich zu erholen. Dazu gehört vor allem eine gute, ausgewogene Ernährung. Manche Menschen bemerken nach dem Essen vorübergehende Beschwerden wie Müdigkeit, Völlegefühl oder Bauchschmerzen. Diese Information erklärt, wie Sie sich in der Erholungsphase richtig ernähren und welche Beschwerden Sie ernst nehmen sollten.
Wichtige Fakten
- Eine gesunde Ernährung unterstützt das Immunsystem und die Regeneration.
- Appetitlosigkeit oder verändertes Geschmacksempfinden sind nach einer COVID-19-Erkrankung häufig.
- Bleiben Beschwerden nach dem Essen länger als 3 bis 4 Wochen bestehen, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.
- Ausreichend trinken ist mindestens so wichtig wie die festen Mahlzeiten.
Ja. Viele Menschen haben nach einer COVID-19-Infektion mit Appetitverlust, Geschmacksstörungen oder Magen-Darm-Problemen zu kämpfen. Bei den meisten bessern sich diese Beschwerden innerhalb weniger Wochen von selbst.
Grundsätzlich kann es jeden betreffen, unabhängig vom Alter oder vom Schweregrad der COVID-19-Erkrankung. Ältere Menschen, Menschen mit Vorerkrankungen und solche, die im Krankenhaus behandelt werden mussten, brauchen oft etwas länger.
Symptome
- Starke Atemnot, die auch in Ruhe nicht besser wird
- Anhaltende, starke Schmerzen oder ein schweres Druckgefühl im Brustkorb
- Verwirrtheit, Bewusstlosigkeit oder plötzliche Schwäche einer Körperseite
- ⚠Fieber über 39 Grad Celsius, das nicht zurückgeht
- ⚠Deutliche Anzeichen von Austrocknung, zum Beispiel sehr wenig Urin, trockene Zunge und starke Schwäche
- ⚠Wiederholtes Erbrechen – Sie können keine Flüssigkeit mehr bei sich behalten
- ⚠Sie können über 24 Stunden lang nichts essen oder trinken
Häufige Symptome
- Verminderter Appetit
- Verändertes Geschmacks- und Geruchsempfinden
- Müdigkeit oder Erschöpfung nach dem Essen
- Völlegefühl oder Blähungen
- Übelkeit oder Bauchschmerzen
- Durchfall oder Verstopfung
Symptome bei Kindern
- Kinder haben oft weniger Appetit und essen von selbst wieder, wenn sie gesund werden.
- Vorübergehende Geschmacksveränderungen sind auch bei Kindern möglich.
- Bauchschmerzen oder Übelkeit klingen bei Kindern meist schnell wieder ab.
Symptome bei älteren Erwachsenen
- Ältere Menschen trinken oft zu wenig und können ungewollt viel Gewicht verlieren.
- Sie fühlen sich nach Mahlzeiten manchmal besonders erschöpft.
- Verstopfung tritt häufiger auf, besonders wenn die Bewegung fehlt.
Ursachen
Hauptursachen
- Die COVID-19-Infektion selbst kann Appetit, Geruch und Geschmack sowie den Magen-Darm-Trakt vorübergehend beeinflussen.
- Die Immunreaktion des Körpers und entzündliche Prozesse können noch nach der akuten Krankheit nachwirken.
- Viel Liegen und wenig Bewegung verlangsamen die Verdauung und das Hungergefühl.
- Auch eine längere medikamentöse Behandlung während der COVID-19-Erkrankung kann den Magen belasten.
Risikofaktoren
- Hohes Alter
- Chronische Erkrankungen wie Diabetes, Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder Lungenerkrankungen
- Schwerer COVID-19-Verlauf mit Krankenhausaufenthalt
- Mangelernährung schon vor der Infektion
- Psychische Belastung durch die Krankheit
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Wenn Sie über 24 Stunden nichts essen oder trinken können.
- Wenn Sie in kurzer Zeit ungewollt mehr als 5 Kilogramm abnehmen.
- Wenn starke Bauchschmerzen oder wiederholtes Erbrechen auftreten.
- Wenn Sie sich nach dem Essen erschöpft und schlecht erholen.
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Wenn Appetitlosigkeit oder Geschmacksstörungen länger als 3 bis 4 Wochen anhalten.
- Wenn Blähungen, Durchfall oder Verstopfung regelmäßig auftreten.
- Wenn Sie unsicher sind, wie Sie Ihre Ernährung während der Erholung gestalten sollen.
Diagnose
Die Ärztin oder der Arzt fragt nach Ihren Symptomen, Ihrem Appetit, Ihren Essgewohnheiten und Ihrer Krankengeschichte. Danach folgt eine körperliche Untersuchung. Bei anhaltenden Beschwerden können weitere Untersuchungen sinnvoll sein.
Mögliche Untersuchungen
- Blutuntersuchung, zum Beispiel auf Entzündungswerte, Blutzucker oder Nährstoffe
- Gewicht messen und mit dem Ausgangsgewicht vergleichen
- Stuhluntersuchung oder Ultraschalluntersuchung des Bauches bei Verdauungsproblemen
- Lungenfunktionstest oder Elektrokardiogramm (EKG) bei längerer Erschöpfung oder Atemwegsbeschwerden
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Die Untersuchungen sind unkompliziert und in der Regel nicht schmerzhaft. Die Ärztin oder der Arzt erklärt Ihnen die Ergebnisse und erstellt mit Ihnen einen persönlichen Plan. Dabei kann sie oder er Sie an eine Ernährungsberatung oder eine spezialisierte Post-COVID-Ambulanz überweisen.
Behandlung
Die Behandlung stützt sich vor allem auf eine angepasste Ernährung, ausreichend Flüssigkeit und eine langsame Steigerung der körperlichen Aktivität. Medikamente werden nur eingesetzt, wenn sie wirklich nötig sind und die Ärztin oder der Arzt sie verordnet.
Selbsthilfe zu Hause
- Essen Sie mehrere kleine Mahlzeiten über den Tag verteilt.
- Setzen Sie auf nährstoffreiche und leicht verdauliche Speisen wie Suppen, gedünstetes Gemüse, Reis oder fettarme Milchprodukte.
- Trinken Sie regelmäßig Wasser, ungesüßte Tees oder klare Brühe.
- Nehmen Sie sich Zeit und ruhen Sie sich nach dem Essen kurz aus.
- Suchen Sie sich Lebensmittel, die Sie mögen – auch wenn Sie nicht hungrig sind.
- Verzichten Sie auf fettreiche, stark gewürzte oder stark zuckerhaltige Speisen, wenn sie Beschwerden auslösen.
Medizinische Behandlungen
Falls Sie trotz Bemühungen nicht genug essen oder trinken können, gibt es ärztlich verordnete Trinknahrungen oder andere unterstützende Maßnahmen. Auch gegen Übelkeit oder Durchfall können Medikamente kurzfristig helfen – diese werden von der Ärztin oder dem Arzt individuell ausgesucht und begleitet.
Wann kommt eine Operation infrage?
Eine Operation ist zur Erholung von einer COVID-19-Erkrankung in der Regel nicht erforderlich.
Leben mit der Erkrankung
Geben Sie sich selbst so viel Zeit, wie Sie brauchen. Stellen Sie sich einen festen Tagesablauf mit drei bis fünf kleinen Mahlzeiten auf. Pausen sind wichtig, aber vermeiden Sie es, den ganzen Tag zu liegen. Schon ein kurzer Spaziergang an der frischen Luft kann den Appetit fördern.
Tipps für den Alltag
- Achten Sie auf ausreichend Schlaf und regelmäßige Ruhepausen.
- Bewegen Sie sich sanft, zum Beispiel mit Spaziergängen oder Dehnübungen.
- Entspannen Sie sich bewusst – etwa mit Atemübungen oder einem langen warmen Bad.
- Meiden Sie Alkohol und Nikotin, solange sich Ihr Körper erholt.
Ernährung und Bewegung
Essen Sie möglichst abwechslungsreich: viel Gemüse, Obst, Vollkornprodukte und hochwertige Eiweißquellen wie Hülsenfrüchte, Fisch oder mageres Fleisch. Beginnen Sie den Bewegungsaufbau langsam – zum Beispiel mit 5 bis 10 Minuten Spazierengehen und steigern Sie die Dauer allmählich.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Eine längere Erholungsphase kann auch seelisch belastend sein. Frust und Traurigkeit sind normal. Wenn diese Gefühle anhalten oder Ihr tägliches Leben stark beeinträchtigen, suchen Sie das Gespräch bei Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt. Auch eine psychologische Beratung kann sehr hilfreich sein.
Vorbeugung
Sie können nicht jede COVID-19-Infektion verhindern. Aber eine gute Grundgesundheit mit gesunder Ernährung, ausreichend Bewegung und erholsamem Schlaf stärkt das Immunsystem und kann das Risiko langer Beschwerden senken.
Impfungen
Die COVID-19-Schutzimpfung senkt das Risiko für schwere Erkrankungen und auch für langwierige Verläufe deutlich. Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt Grund- und Auffrischungsimpfungen – sprechen Sie dazu mit Ihrer Ärztin, Ihrem Arzt oder in Ihrer Apotheke.
Komplikationen
Unbehandelt
- Ungewollter Gewichtsverlust und Schwäche der Muskulatur
- Nährstoffmangel, etwa an Vitaminen und Mineralstoffen
- Chronische Erschöpfung, die den Alltag über Wochen einschränkt
- Zunehmende depressive Verstimmung bei anhaltenden Beschwerden
- Erhöhtes Sturz- und Krankenhausrisiko bei älteren Menschen
Langzeitprognose
Die allermeisten Menschen erholen sich vollständig von COVID-19. Auch wenn es etwas Zeit und Geduld braucht: Mit guter Ernährung, genügend Flüssigkeit, sanfter Bewegung und passender Unterstützung kommen Sie wieder zu Kräften. Ihr Körper hat viel geleistet – gönnen Sie sich diese Erholungszeit.
Unterstützung finden
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Überprüfen Sie die Informationen immer mit Ihrem Arzt
Gesundheitsrichtlinien variieren je nach Land und Region. Die Informationen in diesem Artikel basieren auf internationalen klinischen Leitlinien, spiegeln jedoch möglicherweise nicht die spezifischen Richtlinien, Medikamente oder Praktiken in Ihrem Land wider. Besprechen Sie Ihre Gesundheitsfragen immer mit Ihrem Arzt oder Gesundheitsdienstleister und beziehen Sie sich auf Ihre lokalen nationalen Gesundheitsrichtlinien, sofern verfügbar.
Wichtiger Hinweis Diese Informationen dienen nur zu Bildungszwecken. Sie ersetzen keine professionelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Konsultieren Sie bei Fragen immer einen qualifizierten Arzt. Bei einem medizinischen Notfall wählen Sie sofort den örtlichen Notruf.
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Quellen und Leitlinien
Dieser Artikel dient der Aufklärung und orientiert sich an anerkannten Gesundheitsinformations- und klinischen Leitlinienquellen, sofern verfügbar. Spezifische Quellenlinks können je nach Thema variieren.
Zuletzt aktualisiert: 31. Juli 2026
Hinweis zur Aufklärung: Diese Informationen dienen nur der Aufklärung und sind keine Diagnose.
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Bei schweren, sich verschlechternden oder dringenden Symptomen rufen Sie die lokale Notrufnummer an oder suchen Sie Notfallversorgung auf.