Wenn die Depression immer wiederkommt
Basierend auf internationalen klinischen Leitlinien
Übersicht
Manche Menschen haben immer wieder Phasen, in denen sie sich sehr niedergeschlagen und antriebslos fühlen. Dazwischen geht es ihnen oft wieder gut. Diese immer wiederkehrende Depression ist eine echte Krankheit, die behandelt werden kann.
Wichtige Fakten
- Depression ist eine ernsthafte Erkrankung und keine Charakterschwäche.
- Die Krankheit verläuft oft in Phasen: Es gibt gute und schwere Zeiten.
- Viele Betroffene können lernen, mit der Krankheit gut zu leben.
Ja. Depression ist eine der häufigsten seelischen Erkrankungen. Auch wiederkehrende depressive Phasen sind nicht selten.
Die Erkrankung kann Menschen jeden Alters betreffen – auch Kinder, Jugendliche und ältere Menschen. Sie kommt in allen Kulturen vor.
Symptome
- Gedanken, sich das Leben zu nehmen (Suizidgedanken)
- Konkrete Absicht oder Plan, sich das Leben zu nehmen
- Aussage, dass man nicht mehr weiterleben möchte
- ⚠Starke Erschöpfung oder Antriebslosigkeit, die zum völligen Zusammenbruch führt
- ⚠Weitgehende Verweigerung von Essen und Trinken
- ⚠Sehr schneller Gewichtsverlust
- ⚠Wenn Sie sich selbst nicht mehr versorgen können
Häufige Symptome
- Gedrückte Stimmung und Hoffnungslosigkeit
- Verlust von Interesse und Freude an Dingen, die früher Spaß machten
- Antriebslosigkeit und schnelle Erschöpfung
- Schlafstörungen oder übermäßiges Schlafen
- Appetitlosigkeit oder starkes Essbedürfnis
- Konzentrations- und Entscheidungsschwierigkeiten
- Selbstzweifel und Schuldgefühle
- Körperliche Beschwerden ohne körperliche Ursache, z. B. Kopf- oder Rückenschmerzen
Symptome bei Kindern
- Starke Reizbarkeit und Weinen
- Keine Lust mehr auf Spiel oder Freunde
- Schulprobleme oder Konzentrationsstörungen
- Körperliche Beschwerden wie Bauchschmerzen
Symptome bei älteren Erwachsenen
- Gedächtnisprobleme, die wie eine Demenz wirken
- Rückzug, Interesse an nichts mehr
- Appetit- und Gewichtsverlust
- Körperliche Beschwerden wie Schwindel oder Schmerzen
Ursachen
Hauptursachen
- Vererbung: Depression kann in Familien vorkommen
- Veränderungen der Botenstoffe im Gehirn
- Lange oder sehr belastende Lebensereignisse wie Trauer, Trennung oder Überlastung
- Anhaltender Stress, z. B. im Beruf oder in der Familie
Risikofaktoren
- Depressive Phasen in der eigenen Vorgeschichte
- Wenn nahe Angehörige eine Depression hatten
- Chronische körperliche Krankheiten
- Soziale Isolation oder Einsamkeit
- Belastende Erfahrungen in der Kindheit
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Wenn Sie Gedanken an den Tod oder Suizid haben, rufen Sie sofort den Notruf 112 an oder suchen Sie eine psychiatrische Notaufnahme auf.
- Wenn Sie sich nicht mehr um sich selbst kümmern können, brauchen Sie noch am selben Tag ärztliche Hilfe.
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Wenn Sie länger als zwei Wochen anhaltend niedergeschlagen sind oder kein Interesse mehr an Ihrem Alltag haben, vereinbaren Sie einen Termin.
- Wenn Sie das Gefühl haben, bereits vorher gehabte depressive Symptome kommen wieder, ist ein Gespräch sinnvoll.
Diagnose
Ein Arzt oder eine Ärztin spricht ausführlich mit Ihnen über Ihre Beschwerden, die Dauer und den Verlauf. Da wiederkehrende Depressionen in Schüben verlaufen, werden auch frühere Phasen besprochen.
Mögliche Untersuchungen
- Körperliche Untersuchung, um andere Ursachen auszuschließen
- Bluttest, z. B. auf Schilddrüsenwerte und Vitaminmangel
- Gespräch über den Lebenslauf und Belastungen
- Manchmal einen Fragebogen zur Stimmung
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
In der Regel kommt dazu ein Gespräch über Ihre Lebenssituation. Sie dürfen und können alle Fragen stellen. Eine genaue Abklärung dauert meist ein bis zwei Stunden.
Behandlung
Es gibt gute Behandlungsmöglichkeiten. Sie hängen von der Schwere der Phase ab. Meist sind Psychotherapie und bei Bedarf Medikamente Hilfsmittel. Ein Arzt oder eine Ärztin berät Sie, was zu Ihnen passt.
Selbsthilfe zu Hause
- Strukturieren Sie Ihren Tag mit festen Zeiten zum Aufstehen und Schlafen
- Kontakt zu vertrauten Menschen halten, auch wenn es schwerfällt
- Kleine, erreichbare Ziele setzen und sich loben
- Sich sanft bewegen, z. B. mit einem Spaziergang
- Alkohol und andere Drogen vermeiden, weil sie die Stimmung verschlechtern können
Medizinische Behandlungen
Es gibt verschiedene Formen der Psychotherapie (wie kognitive Verhaltenstherapie, tiefenpsychologische Therapie oder Gesprächstherapie). Auch Medikamente können helfen. Ein Arzt oder eine Ärztin bringt Ihnen mit, welches Medikament im Einzelfall geeignet sein könnte. Wichtig ist, dass die Behandlung nicht plötzlich abgesetzt wird.
Leben mit der Erkrankung
Lernen Sie, die ersten Warnzeichen einer neuen Phase zu erkennen – zum Beispiel Schlafstörungen oder innere Unruhe. So können Sie früh gegensteuern.
Tipps für den Alltag
- Regelmäßiger Schlaf-Wach-Rhythmus
- Entspannungsübungen wie Atemtechniken
- Verzicht auf Alkohol als Stimmungs-Problem
- Sich bewusst kleine Freuden gönnen
Ernährung und Bewegung
Eine ausgewogene Ernährung und regelmäßige Bewegung können die Stimmung stützen. Sport baut Spannungen ab und fördert das Wohlbefinden – auch ein Spaziergang an der frischen Luft hilft.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Die Krankheit kann Ihr Denken, Fühlen und Handeln stark beeinflussen. Mit Beginn einer Therapie können Sie lernen, mit den Symptomen umzugehen.
Vorbeugung
Eine Depression ist nicht immer vermeidbar. Aber Sie können selbst viel tun, um Rückfälle unwahrscheinlicher zu machen: regelmäßige Schlafzeiten, Bewegung, Stressvermeidung, soziale Kontakte und eine kontinuierliche Therapie.
Früherkennungsprogramme
Es gibt keine einfache Vorsorge-Untersuchung. Achten Sie auf Ihren Zustand und sprechen Sie mit Ihrem Hausarzt oder Ihrer Hausärztin, wenn Sie Veränderungen bemerken.
Komplikationen
Unbehandelt
- Die Beschwerden werden chronisch und die Lebensqualität leidet stark
- Verlust von Arbeit und sozialen Verbindungen
- Erhöhtes Risiko für körperliche Krankheiten
- Erhöhtes Suizidrisiko
Langzeitprognose
Mit der richtigen Behandlung und Unterstützung können viele Menschen eine deutlich bessere Lebensqualität erreichen. Auch wenn die Depression mehrere Male zurückkommt, ist eine Besserung möglich.
Unterstützung finden
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Überprüfen Sie die Informationen immer mit Ihrem Arzt
Gesundheitsrichtlinien variieren je nach Land und Region. Die Informationen in diesem Artikel basieren auf internationalen klinischen Leitlinien, spiegeln jedoch möglicherweise nicht die spezifischen Richtlinien, Medikamente oder Praktiken in Ihrem Land wider. Besprechen Sie Ihre Gesundheitsfragen immer mit Ihrem Arzt oder Gesundheitsdienstleister und beziehen Sie sich auf Ihre lokalen nationalen Gesundheitsrichtlinien, sofern verfügbar.
Wichtiger Hinweis Diese Informationen dienen nur zu Bildungszwecken. Sie ersetzen keine professionelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Konsultieren Sie bei Fragen immer einen qualifizierten Arzt. Bei einem medizinischen Notfall wählen Sie sofort den örtlichen Notruf.
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Quellen und Leitlinien
Dieser Artikel dient der Aufklärung und orientiert sich an anerkannten Gesundheitsinformations- und klinischen Leitlinienquellen, sofern verfügbar. Spezifische Quellenlinks können je nach Thema variieren.
Zuletzt aktualisiert: 31. Juli 2026
Hinweis zur Aufklärung: Diese Informationen dienen nur der Aufklärung und sind keine Diagnose.
Nutzen Sie sie zur Ergänzung — nicht als Ersatz — für den Rat einer approbierten Fachkraft.
Bei schweren, sich verschlechternden oder dringenden Symptomen rufen Sie die lokale Notrufnummer an oder suchen Sie Notfallversorgung auf.