Durchfall mit Fieber
Basierend auf internationalen klinischen Leitlinien
Übersicht
Durchfall mit Fieber bedeutet, dass Sie weichen oder wässrigen Stuhl haben und gleichzeitig Ihre Körpertemperatur erhöht ist. Meist steckt eine Infektion des Magen-Darm-Trakts dahinter, die in der Regel nach einigen Tagen von selbst abklingt.
Wichtige Fakten
- Die häufigste Ursache sind Viren wie Noroviren oder Bakterien wie Salmonellen.
- Die Erkrankung ist ansteckend und wird oft über verunreinigte Lebensmittel oder engen Kontakt übertragen.
- Wichtigste Maßnahme ist der Ausgleich von Flüssigkeit und Salzen (Elektrolyten), um eine Austrocknung zu verhindern.
Ja, Durchfall mit Fieber gehört zu den häufigsten Infektionen weltweit. In Deutschland erkranken jedes Jahr Millionen Menschen daran.
Jeder kann betroffen sein, besonders häufig sind Kleinkinder, ältere Menschen und Personen mit geschwächtem Immunsystem.
Symptome
- Starke Austrocknung: kein Urin seit 8 Stunden, trockener Mund, starke Müdigkeit, Verwirrtheit
- Blut im Stuhl
- Hohes Fieber (über 39,5 °C) das mit fiebersenkenden Maßnahmen nicht sinkt
- Anzeichen eines Kreislaufschocks (kalte Haut, schneller Puls, Benommenheit)
- ⚠Fieber über 38,5 °C, das länger als 3 Tage anhält
- ⚠Starke Bauchschmerzen oder Erbrechen, sodass keine Flüssigkeit aufgenommen werden kann
- ⚠Durchfall bei Säuglingen unter 3 Monaten
- ⚠Chronische Erkrankungen (z. B. Diabetes, Nierenschwäche) und Auftreten von Durchfall mit Fieber
Häufige Symptome
- Wässriger oder breiiger Stuhlgang mehrmals täglich
- Bauchschmerzen oder -krämpfe
- Übelkeit und Erbrechen
- Fieber (Körpertemperatur über 38 °C)
- Allgemeines Schwächegefühl
Symptome bei Kindern
- Schnelleres Auftreten von Anzeichen einer Austrocknung (trockene Lippen/Zunge, eingefallene Augen, wenig Urin, Müdigkeit)
- Oft hohes Fieber
- Häufiger Erbrechen
Symptome bei älteren Erwachsenen
- Erhöhtes Risiko für starken Flüssigkeitsverlust
- Starke Müdigkeit und Verwirrtheit möglich
- Längere Erholungszeit
Ursachen
Hauptursachen
- Virusinfektionen (z. B. Noroviren, Rotaviren) – der häufigste Grund
- Bakterielle Infektionen (z. B. Salmonellen, Campylobacter) – oft durch verunreinigte Lebensmittel
- Parasiten (z. B. Giardien) – seltener, aber möglich
Risikofaktoren
- Reisen in Länder mit schlechter Hygiene
- Verzehr von rohem oder unzureichend gegartem Fleisch, Eiern oder Meeresfrüchten
- Geschwächtes Immunsystem (z. B. durch Chemotherapie oder HIV)
- Aufenthalt in Gemeinschaftseinrichtungen (Kindergärten, Pflegeheime)
- Enger Kontakt zu Erkrankten
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Bei Zeichen schwerer Austrocknung (siehe Notfall-Symptome)
- Bei Blut im Stuhl oder anhaltend hohem Fieber
- Wenn Sie Flüssigkeit nicht bei sich behalten können (ständiges Erbrechen)
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Wenn Durchfall und Fieber nach 3 Tagen nicht besser werden
- Bei wiederkehrenden Durchfall-Episoden
- Bei Unsicherheit, ob eine Behandlung nötig ist
Diagnose
Die Diagnose wird in der Regel anhand Ihrer Beschwerden und einer kurzen körperlichen Untersuchung gestellt. Der Arzt oder die Ärztin fragt nach Reisen, Kontakt zu Erkrankten und der Art des Stuhlgangs.
Mögliche Untersuchungen
- Stuhluntersuchung: Nachweis von Bakterien, Viren oder Parasiten (nur bei schweren oder länger anhaltenden Fällen)
- Blutuntersuchung: Überprüfung des Flüssigkeitshaushalts und der Entzündungswerte
- Urinuntersuchung: Feststellung einer möglichen Austrocknung
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Meist reicht ein Gespräch mit der Praxis aus. Bei leichteren Fällen sind keine aufwendigen Tests nötig. Ihr Arzt wird Sie beraten, wie Sie zu Hause am besten vorgehen.
Behandlung
Die Behandlung zielt darauf ab, den Flüssigkeits- und Salzverlust auszugleichen und die Symptome zu lindern. In den meisten Fällen ist keine Antibiotika-Therapie erforderlich. Wichtig: Vermeiden Sie Medikamente, die den Durchfall stoppen (Antidiarrhoika) ohne ärztliche Rücksprache, da sie die Erreger im Darm festhalten können.
Selbsthilfe zu Hause
- Trinken Sie viel Flüssigkeit – am besten eine selbst zubereitete oder in der Apotheke erhältliche Elektrolytlösung
- Essen Sie leichte Kost wie Zwieback, Bananen oder Reis – meiden Sie fette, scharfe oder stark gewürzte Speisen
- Ruhen Sie sich aus – Ihr Körper braucht Kraft zur Erholung
- Achten Sie auf gute Hygiene: Händewaschen nach jedem Toilettengang
Medizinische Behandlungen
Bei bakteriellen Infektionen können in bestimmten Fällen Antibiotika verschrieben werden – dies entscheidet der Arzt anhand der Stuhluntersuchung. Gegen Viren gibt es keine spezifischen Medikamente; die Therapie konzentriert sich auf Flüssigkeitsausgleich und Ruhe. Bei starkem Erbrechen können Medikamente gegen Übelkeit helfen. Wichtig: Nehmen Sie keine Medikamente ohne vorherige ärztliche Absprache ein.
Wann kommt eine Operation infrage?
Eine Operation ist bei Durchfall mit Fieber in der Regel nicht nötig. Nur in sehr seltenen Fällen von Komplikationen (z. B. Darmdurchbruch) kann ein chirurgischer Eingriff erforderlich sein.
Leben mit der Erkrankung
Planen Sie für die Dauer der Erkrankung Ruhe ein. Trinken Sie regelmäßig kleine Mengen, auch wenn Ihnen nicht danach ist. Führen Sie Buch über die Anzahl der Stuhlgänge und die Trinkmenge – das hilft dem Arzt, den Verlauf zu beurteilen.
Tipps für den Alltag
- Waschen Sie Ihre Hände gründlich mit Seife, besonders vor dem Essen und nach dem Toilettengang
- Vermeiden Sie Kochen für andere, solange Sie Durchfall haben
- Nutzen Sie ein eigenes Handtuch und Bettwäsche – diese sollten bei mindestens 60 °C gewaschen werden
Ernährung und Bewegung
Essen Sie leicht verdauliche Kost: Bananen, Kartoffelbrei, Haferschleim. Vermeiden Sie Milchprodukte, Kaffee und Alkohol, da sie den Durchfall verschlimmern können. Bewegung ist während der akuten Phase nicht nötig – leichte Spaziergänge nach Abklingen der Symptome sind in Ordnung.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Durchfall mit Fieber kann sehr belastend sein, vor allem, wenn es länger dauert. Gönnen Sie sich Zeit zum Ausruhen und sprechen Sie mit Angehörigen über Ihre Gefühle. Die Erkrankung ist vorübergehend und in den allermeisten Fällen heilen Sie vollständig aus.
Vorbeugung
Ja, viele Fälle lassen sich durch einfache Hygienemaßnahmen vermeiden: gründliches Händewaschen, sorgfältige Küchenhygiene, Trinken von sauberem Wasser (besonders auf Reisen) und ausreichendes Garen von Fleisch und Eiern.
Impfungen
Für Säuglinge und Kleinkinder wird die Rotavirus-Schluckimpfung empfohlen (ab dem 2. Lebensmonat). Fragen Sie hierzu Ihre Kinderärztin oder Ihren Kinderarzt.
Früherkennungsprogramme
Für Erwachsene ohne besondere Risiken gibt es keine regelmäßige Vorsorge gegen Durchfallerkrankungen. Bei Reisen in Risikogebiete kann eine Beratung im Tropeninstitut sinnvoll sein.
Komplikationen
Unbehandelt
- Austrocknung (Dehydratation) – dies ist die häufigste und gefährlichste Komplikation
- Elektrolytstörungen – können zu Herzrhythmusstörungen führen
- Nierenversagen (selten, aber möglich bei starkem Flüssigkeitsverlust)
Langzeitprognose
Die allermeisten Menschen erholen sich innerhalb weniger Tage vollständig. Bei rechtzeitiger Flüssigkeitszufuhr und Schonung ist der Verlauf meist mild. Auch schwere Verläufe können durch medizinische Betreuung gut behandelt werden – die Prognose ist ausgezeichnet.
Unterstützung finden
Hilfetelefone
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Überprüfen Sie die Informationen immer mit Ihrem Arzt
Gesundheitsrichtlinien variieren je nach Land und Region. Die Informationen in diesem Artikel basieren auf internationalen klinischen Leitlinien, spiegeln jedoch möglicherweise nicht die spezifischen Richtlinien, Medikamente oder Praktiken in Ihrem Land wider. Besprechen Sie Ihre Gesundheitsfragen immer mit Ihrem Arzt oder Gesundheitsdienstleister und beziehen Sie sich auf Ihre lokalen nationalen Gesundheitsrichtlinien, sofern verfügbar.
Wichtiger Hinweis Diese Informationen dienen nur zu Bildungszwecken. Sie ersetzen keine professionelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Konsultieren Sie bei Fragen immer einen qualifizierten Arzt. Bei einem medizinischen Notfall wählen Sie sofort den örtlichen Notruf.
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Quellen und Leitlinien
Dieser Artikel dient der Aufklärung und orientiert sich an anerkannten Gesundheitsinformations- und klinischen Leitlinienquellen, sofern verfügbar. Spezifische Quellenlinks können je nach Thema variieren.
Zuletzt aktualisiert: 30. Juli 2026
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Bei schweren, sich verschlechternden oder dringenden Symptomen rufen Sie die lokale Notrufnummer an oder suchen Sie Notfallversorgung auf.