Durchfall mit Übelkeit
Basierend auf internationalen klinischen Leitlinien
Übersicht
Durchfall mit Übelkeit bedeutet, dass Sie häufiger flüssigen oder weichen Stuhl haben und sich gleichzeitig übel fühlen, als müssten Sie sich übergeben. Oft tritt beides gemeinsam auf, zum Beispiel bei einer Magen-Darm-Infektion.
Wichtige Fakten
- Die meisten Fälle von Durchfall mit Übelkeit sind harmlos und klingen innerhalb weniger Tage von selbst ab.
- Wichtig ist, genug zu trinken, um den Flüssigkeitsverlust auszugleichen.
- Bei bestimmten Warnzeichen wie Blut im Stuhl oder hohem Fieber sollten Sie einen Arzt oder eine Ärztin aufsuchen.
Ja, Durchfall mit Übelkeit ist sehr häufig. Fast jeder Mensch hat es mindestens einmal im Jahr.
Jeder kann betroffen sein, egal welches Alter. Besonders oft tritt es bei Kindern, älteren Menschen und Personen mit geschwächtem Immunsystem auf.
Symptome
- Blut im Stuhl (hellrot oder schwarz wie Teer)
- Hohes Fieber über 39 °C
- Starke Bauchschmerzen, die nicht nachlassen
- Zeichen einer schweren Austrocknung: kein Urin in 12 Stunden, extreme Müdigkeit, schneller Herzschlag, Ohnmacht
- Verwirrtheit oder Krampfanfälle
- ⚠Durchfall und Erbrechen über mehr als 48 Stunden ohne Besserung
- ⚠Fieber über 38,5 °C, das länger als 24 Stunden anhält
- ⚠Starke Schmerzen beim Toilettengang oder im Bauch
- ⚠Anzeichen einer leichten bis mäßigen Austrocknung: trockener Mund, weniger Urin als sonst, Kopfschmerzen
- ⚠Verdacht auf eine Lebensmittelvergiftung (z. B. nach Essen von verdorbenen Speisen)
Häufige Symptome
- Häufiger, wässriger Stuhlgang
- Übelkeit und eventuell Erbrechen
- Bauchkrämpfe oder Bauchschmerzen
- Allgemeines Schwächegefühl
- Leichtes Fieber (unter 38,5 °C)
Symptome bei Kindern
- Zusätzlich können Kinder sehr schnell austrocknen (trockener Mund, wenig Urin, müde und teilnahmslos).
- Bei Babys: eingesunkene Fontanelle (die weiche Stelle am Kopf) und keine nassen Windeln über mehrere Stunden.
- Oft haben Kinder auch Fieber und sind ungewöhnlich weinerlich oder schläfrig.
Symptome bei älteren Erwachsenen
- Ältere Menschen trocknen schneller aus, weil sie oft weniger Durstgefühl haben.
- Verwirrtheit oder Schwindel können ein Zeichen von Flüssigkeitsmangel sein.
- Begleiterkrankungen wie Diabetes oder Herzschwäche können die Symptome verschlimmern.
Ursachen
Hauptursachen
- Virusinfektionen wie Noroviren oder Rotaviren (Magen-Darm-Grippe)
- Bakterielle Infektionen durch Salmonellen, Campylobacter oder E. coli (z. B. durch verunreinigte Lebensmittel)
- Lebensmittelvergiftungen durch Bakteriengifte
- Nebenwirkungen von Medikamenten (z. B. Antibiotika)
- Reizdarmsyndrom oder andere funktionelle Darmstörungen
- Entzündliche Darmerkrankungen wie Morbus Crohn oder Colitis ulcerosa
- Stress oder Angst (psychosomatische Ursachen)
Risikofaktoren
- Reisen in Länder mit schlechterer Hygiene (Reisedurchfall)
- Kontakt zu Personen mit Durchfallerkrankungen (z. B. in der Familie oder Kita)
- Geschwächtes Immunsystem (z. B. durch Chemotherapie oder HIV)
- Einnahme von Antibiotika oder anderen Medikamenten
- Älteres Alter oder sehr junges Alter (Säuglinge und Kleinkinder)
- Chronische Erkrankungen wie Diabetes oder Nierenschwäche
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Blut im Stuhl oder schwarzer Stuhl
- Hohes Fieber (über 39 °C)
- Zeichen schwerer Austrocknung (kein Urin, Verwirrtheit, Ohnmacht)
- Starke, anhaltende Bauchschmerzen
- Durchfall und Erbrechen über 48 Stunden ohne Besserung
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Mäßiger Durchfall, der länger als eine Woche anhält
- Wiederkehrende Durchfallepisoden ohne erkennbaren Auslöser
- Ungewollter Gewichtsverlust
- Blähungen oder Krämpfe, die den Alltag beeinträchtigen
Diagnose
Die Ärztin oder der Arzt fragt zuerst nach Ihren Symptomen, Ihren Reisegewohnheiten und Medikamenten. Oft reicht das für eine erste Einschätzung. Falls nötig, werden weitere Untersuchungen durchgeführt.
Mögliche Untersuchungen
- Stuhluntersuchung: Probe wird auf Bakterien, Viren oder Parasiten getestet
- Blutuntersuchung: um Entzündungszeichen oder Flüssigkeitsmangel zu erkennen
- Bauchultraschall: um andere Ursachen auszuschließen
- Darmspiegelung: nur bei lang anhaltenden oder unklaren Beschwerden
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Die Untersuchungen sind meist einfach und schmerzfrei. Bei einer Stuhlprobe bekommen Sie ein Röhrchen, in das Sie etwas Stuhl geben. Blut wird wie üblich aus der Armvene entnommen. Bei der Darmspiegelung erhalten Sie leichte Beruhigungsmittel, sodass Sie nichts spüren.
Behandlung
Die Behandlung richtet sich nach der Ursache. Oft ist keine spezielle Therapie nötig. Wichtig ist, den Flüssigkeits- und Salzverlust auszugleichen und den Darm zu schonen.
Selbsthilfe zu Hause
- Trinken Sie viel: am besten Wasser, ungesüßten Tee oder eine selbst gemischte Lösung aus Wasser, Zucker und Salz (1 Liter Wasser + 6 Teelöffel Zucker + 1 Teelöffel Salz).
- Essen Sie leicht verdauliche Kost: Zwieback, geriebener Apfel, Banane, Kartoffelbrei, Haferschleim.
- Vermeiden Sie fette, scharfe oder sehr süße Speisen sowie Milchprodukte (Laktose kann Beschwerden verstärken).
- Ruhen Sie sich aus – der Körper braucht Energie zur Erholung.
- Waschen Sie sich regelmäßig die Hände mit Seife, um Ansteckung zu vermeiden.
Medizinische Behandlungen
In Absprache mit dem Arzt können bestimmte Mittel gegen Übelkeit und Durchfall eingesetzt werden. Bei bakteriellen Infektionen sind manchmal Antibiotika nötig, aber nicht immer. Gegen Austrocknung können Sie Elektrolyt-Pulver aus der Apotheke einnehmen. Keinesfalls Antibiotika auf eigene Faust einnehmen – dies kann die Beschwerden verschlimmern.
Wann kommt eine Operation infrage?
Eine Operation ist bei Durchfall mit Übelkeit extrem selten nötig. Nur wenn eine schwere Grunderkrankung wie ein Darmverschluss oder entzündliche Darmerkrankungen vorliegt, kann ein Eingriff erforderlich sein. Ihr Arzt oder Ihre Ärztin wird dies mit Ihnen besprechen.
Leben mit der Erkrankung
Wenn Sie an wiederkehrendem Durchfall mit Übelkeit leiden, zum Beispiel beim Reizdarmsyndrom, können Sie lernen, besser damit umzugehen. Führen Sie ein Tagebuch, um Auslöser zu erkennen. Planen Sie bei Reisen immer etwas Medikamente und eine Reiseapotheke ein.
Tipps für den Alltag
- Achten Sie auf eine ausgewogene Ernährung mit viel Ballaststoffen (z. B. Vollkornprodukte, Obst und Gemüse).
- Vermeiden Sie Stress – Entspannungstechniken wie Yoga oder Meditation können helfen.
- Trinken Sie ausreichend über den Tag verteilt (2–3 Liter).
- Bewegen Sie sich regelmäßig – das fördert die Darmtätigkeit.
Ernährung und Bewegung
Bei akuten Beschwerden ist Schonkost ratsam. Nach Abklingen können Sie wieder normal essen. Leichte Bewegung wie Spazierengehen unterstützt die Verdauung und mindert Stress. Vermeiden Sie jedoch anstrengenden Sport, solange die Symptome bestehen.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Ständiger Durchfall und Übelkeit können belasten und zu Angst vor öffentlichen Orten oder sozialen Situationen führen. Es ist verständlich, wenn Sie sich unsicher fühlen. Der Austausch mit Ihrem Arzt oder einer Selbsthilfegruppe kann helfen.
Vorbeugung
Nicht immer, aber einiges können Sie tun: Händehygiene, vor allem nach dem Toilettengang und vor dem Essen; Lebensmittel gut durchgaren; beim Reisen nur abgepacktes Wasser oder abgekochtes Wasser trinken; Impfungen nutzen.
Impfungen
Es gibt Impfungen gegen Rotaviren (für Säuglinge) und gegen Typhus (vor Reisen in Risikogebiete). Fragen Sie Ihren Kinder- oder Hausarzt.
Früherkennungsprogramme
Für bestimmte Risikogruppen (z. B. ältere Menschen mit chronischen Erkrankungen) kann ein regelmäßiger Check des Stuhls auf Blut sinnvoll sein. Sprechen Sie mit Ihrem Arzt.
Komplikationen
Unbehandelt
- Austrocknung (Dehydrierung) – kann besonders bei Kindern und Älteren gefährlich werden
- Elektrolytstörungen (Ungleichgewicht von Mineralien wie Natrium und Kalium)
- Nierenversagen (selten, aber schwerwiegend)
- Chronische Durchfallerkrankung, falls eine Infektion nicht ausheilt
- Ungewollter Gewichtsverlust
Langzeitprognose
Die allermeisten Fälle von Durchfall mit Übelkeit sind harmlos und heilen von selbst aus. Mit ausreichend Trinken und Ruhe sind Sie in wenigen Tagen wieder fit. Nur bei Warnzeichen wie Blut im Stuhl oder langanhaltenden Beschwerden sollten Sie einen Arzt aufsuchen. Moderne Medizin kann die meisten Ursachen gut behandeln. Bleiben Sie zuversichtlich!
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Überprüfen Sie die Informationen immer mit Ihrem Arzt
Gesundheitsrichtlinien variieren je nach Land und Region. Die Informationen in diesem Artikel basieren auf internationalen klinischen Leitlinien, spiegeln jedoch möglicherweise nicht die spezifischen Richtlinien, Medikamente oder Praktiken in Ihrem Land wider. Besprechen Sie Ihre Gesundheitsfragen immer mit Ihrem Arzt oder Gesundheitsdienstleister und beziehen Sie sich auf Ihre lokalen nationalen Gesundheitsrichtlinien, sofern verfügbar.
Wichtiger Hinweis Diese Informationen dienen nur zu Bildungszwecken. Sie ersetzen keine professionelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Konsultieren Sie bei Fragen immer einen qualifizierten Arzt. Bei einem medizinischen Notfall wählen Sie sofort den örtlichen Notruf.
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Quellen und Leitlinien
Dieser Artikel dient der Aufklärung und orientiert sich an anerkannten Gesundheitsinformations- und klinischen Leitlinienquellen, sofern verfügbar. Spezifische Quellenlinks können je nach Thema variieren.
Zuletzt aktualisiert: 30. Juli 2026
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