Durchfall bei älteren Erwachsenen
Basierend auf internationalen klinischen Leitlinien
Übersicht
Durchfall ist ein häufiges Problem bei älteren Menschen. Dabei handelt es sich um häufigen, flüssigen Stuhlgang. Das kann zu Flüssigkeitsverlust und Kreislaufproblemen führen.
Wichtige Fakten
- Durchfall kann bei älteren Menschen schnell zu Dehydrierung (Austrocknung) führen.
- Die Ursachen reichen von Infektionen bis zu Nebenwirkungen von Medikamenten.
- Viele Fälle bessern sich von selbst, aber bei älteren Menschen ist Vorsicht geboten.
Ja, Durchfall tritt bei älteren Menschen häufig auf, besonders im Pflegeheim oder bei geschwächtem Immunsystem.
Betroffen sind vor allem Menschen über 65 Jahre, besonders diejenigen mit chronischen Erkrankungen, eingenommenen Medikamenten oder geschwächtem Allgemeinzustand.
Symptome
- Anzeichen einer schweren Dehydrierung: kaum Urin, sehr trockener Mund, starke Schwäche
- Blut im Stuhl oder schwarzer, teerartiger Stuhl
- Starke Bauchschmerzen, die nicht nachlassen
- Verwirrtheit oder Bewusstseinsveränderung
- Hohes Fieber über 38,5°C
- ⚠Durchfall länger als 2 Tage anhaltend
- ⚠Anzeichen mittelschwerer Dehydrierung wie trockene Zunge, milder Schwindel
- ⚠Unfähigkeit, genug Flüssigkeit zu trinken
- ⚠Bekannte chronische Erkrankung (z. B. Diabetes, Nierenschwäche)
Häufige Symptome
- Häufiger, flüssiger Stuhlgang (mindestens 3-mal täglich)
- Bauchschmerzen oder -krämpfe
- Übelkeit oder Erbrechen
- Müdigkeit und Schwäche
Symptome bei Kindern
- Bei Kindern zusätzlich Fieber, Erbrechen und Appetitlosigkeit.
Symptome bei älteren Erwachsenen
- Schneller Flüssigkeitsverlust (Dehydrierung)
- Schwindel oder Benommenheit
- Verwirrtheit oder Orientierungsprobleme
- Trockene Haut und Mund
Ursachen
Hauptursachen
- Infektionen (Viren, Bakterien, Parasiten) – oft durch verunreinigte Lebensmittel
- Nebenwirkungen von Medikamenten (z. B. Antibiotika, Abführmittel, Blutdrucksenker)
- chronische Erkrankungen (z. B. Reizdarm, Kolitis, Schilddrüsenüberfunktion)
- Nahrungsmittelunverträglichkeiten (z. B. Laktose, Fruchtzucker)
Risikofaktoren
- Höheres Alter (über 75)
- Geschwächtes Immunsystem (z. B. durch Krebs oder HIV)
- Leben in Pflegeeinrichtungen
- Einnahme vieler Medikamente (Polypharmazie)
- Vorerkrankungen des Darms oder Stoffwechselstörungen
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Wenn Durchfall länger als 2 Tage anhält
- Bei Anzeichen von Dehydrierung (Schwindel, trockener Mund, wenig Urin)
- Bei Blut im Stuhl oder starken Bauchschmerzen
- Bei Verwirrtheit oder plötzlicher Schwäche
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Bei leichten Beschwerden ohne Warnzeichen
- Wenn Sie bereits unter ärztlicher Behandlung wegen einer Grunderkrankung stehen
- Zur Besprechung von Vorbeugemaßnahmen
Diagnose
Der Arzt fragt nach Ihren Beschwerden, Medikamenten und möglichen Ursachen. Er untersucht Sie und tastet Ihren Bauch ab. Oft ist eine kurze Laboruntersuchung des Stuhls nötig.
Mögliche Untersuchungen
- Stuhlprobe auf Erreger (Bakterien, Viren, Parasiten)
- Blutuntersuchung auf Entzündungswerte, Elektrolyte (Salze) und Nierenfunktion
- Körperliche Untersuchung und Überprüfung der Vitalzeichen (Puls, Blutdruck)
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Die Untersuchungen sind meist einfach und schmerzlos. Bei starker Dehydrierung kann eine kurzfristige stationäre Aufnahme nötig sein, um Flüssigkeit per Infusion zu geben.
Behandlung
Die Behandlung richtet sich nach der Ursache. Im Vordergrund steht der Ausgleich von Flüssigkeit und Salzen (Elektrolyten). Bei bakteriellen Infektionen können Antibiotika nötig sein, bei viralen Infektionen helfen keine Antibiotika. Die meisten Durchfälle bessern sich mit Hausmitteln und Schonung.
Selbsthilfe zu Hause
- Ausreichend trinken: Wasser, ungesüßten Tee oder Brühe – mindestens 1,5 bis 2 Liter pro Tag, wenn möglich
- Oralen Rehydrationslösungen (aus der Apotheke) einnehmen, um Mineralstoffe zu ersetzen
- Leichte, leicht verdauliche Kost: Zwieback, Banane, Reis, Kartoffelbrei
- Verzichten Sie auf Milchprodukte, Kaffee, Alkohol, scharfe oder fettige Speisen
- Sich ausruhen; vermeiden Sie körperliche Anstrengung
- Auf gute Hygiene achten: Hände waschen, Handtücher und Besteck trennen
Medizinische Behandlungen
Der Arzt kann Medikamente verschreiben, die die Darmbewegung verlangsamen (sogenannte Peristaltikhemmer) oder bei bakteriellen Infektionen Antibiotika einsetzen. Die genaue Wahl des Mittels hängt von der Ursache ab. Bei älteren Menschen werden viele Medikamente vorsichtig dosiert. In schweren Fällen ist eine Behandlung im Krankenhaus mit Flüssigkeitszufuhr über die Vene nötig.
Wann kommt eine Operation infrage?
Nicht zutreffend.
Leben mit der Erkrankung
Achten Sie auf ausreichende Flüssigkeitsaufnahme. Führen Sie ein Tagebuch über Durchfall und Symptome. Vermeiden Sie anstrengende Tätigkeiten während der akuten Phase. Ein Vorrat an Rehydrationslösungen zu Hause kann hilfreich sein.
Tipps für den Alltag
- Gute Handhygiene nach Toilette und vor dem Essen
- Lebensmittel gut durchgaren, rohe Speisen wie Eier oder Fleisch vermeiden
- Bei Reisen auf Trinkwasserqualität achten
- Impfungen wie gegen Rotaviren oder Pneumokokken mit Ihrem Arzt besprechen
Ernährung und Bewegung
In der akuten Phase leichte, fettarme Kost. Nach Abklingen des Durchfalls langsam wieder normal essen. Bewegung ist erlaubt, aber nicht bei Durchfall. Nach Genesung regelmäßige Bewegung für Kreislauf und Verdauung.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Wiederholter oder chronischer Durchfall kann belastend sein, zu sozialer Isolation oder Angst vor dem Verlust der Kontrolle führen. Sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder einem Psychologen, wenn Sie sich ängstlich oder deprimiert fühlen.
Vorbeugung
Viele Durchfälle können durch gute Hygiene und vorsichtige Handhabung von Medikamenten verhindert werden. Achten Sie auf korrekte Lagerung von Lebensmitteln, Händewaschen und den Umgang mit Trinkwasser.
Impfungen
Es gibt Impfungen gegen einige Durchfallerreger wie Rotaviren (für Säuglinge) oder Cholera/Typhus (für Reisen). Besprechen Sie mit Ihrem Arzt, ob eine Impfung für Sie sinnvoll ist.
Komplikationen
Unbehandelt
- Austrocknung (Dehydrierung) – besonders gefährlich bei älteren Menschen
- Störungen des Mineralstoffhaushalts (Elektrolytstörungen) – können Herz und Nieren beeinträchtigen
- Nierenversagen
- Mangelernährung bei langer Krankheit
- Kreislaufkollaps
Langzeitprognose
Die Prognose bei Durchfall im Alter ist bei rechtzeitiger Behandlung sehr gut. Die meisten Menschen erholen sich vollständig. Es ist jedoch wichtig, auf Warnsignale zu achten und frühzeitig ärztliche Hilfe zu suchen. Bei Grunderkrankungen kann eine längere Behandlungszeit nötig sein, aber mit der richtigen Unterstützung ist eine vollständige Genesung möglich.
Unterstützung finden
Lokale Organisationen
- Deutsche Gesellschaft für Geriatrie · Deutschland
- Ihre Hausarztpraxis · Deutschland
Hilfetelefone
Externe Links öffnen Websites Dritter. Ruqelo ist nicht für externe Inhalte verantwortlich. Die Nennung einer Organisation bedeutet keine Empfehlung.
Überprüfen Sie die Informationen immer mit Ihrem Arzt
Gesundheitsrichtlinien variieren je nach Land und Region. Die Informationen in diesem Artikel basieren auf internationalen klinischen Leitlinien, spiegeln jedoch möglicherweise nicht die spezifischen Richtlinien, Medikamente oder Praktiken in Ihrem Land wider. Besprechen Sie Ihre Gesundheitsfragen immer mit Ihrem Arzt oder Gesundheitsdienstleister und beziehen Sie sich auf Ihre lokalen nationalen Gesundheitsrichtlinien, sofern verfügbar.
Wichtiger Hinweis Diese Informationen dienen nur zu Bildungszwecken. Sie ersetzen keine professionelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Konsultieren Sie bei Fragen immer einen qualifizierten Arzt. Bei einem medizinischen Notfall wählen Sie sofort den örtlichen Notruf.
Ähnliche Erkrankungen
Quellen und Leitlinien
Dieser Artikel dient der Aufklärung und orientiert sich an anerkannten Gesundheitsinformations- und klinischen Leitlinienquellen, sofern verfügbar. Spezifische Quellenlinks können je nach Thema variieren.
Zuletzt aktualisiert: 30. Juli 2026
Hinweis zur Aufklärung: Diese Informationen dienen nur der Aufklärung und sind keine Diagnose.
Nutzen Sie sie zur Ergänzung — nicht als Ersatz — für den Rat einer approbierten Fachkraft.
Bei schweren, sich verschlechternden oder dringenden Symptomen rufen Sie die lokale Notrufnummer an oder suchen Sie Notfallversorgung auf.
Guidance may differ by country or region. Confirm local recommendations with a qualified healthcare provider.