Peniskrümmung bei Erektion – Peyronie-Krankheit
Übersicht
Die Peyronie-Krankheit ist eine harmlose, aber manchmal schmerzhafte Veränderung am Penis. Es bildet sich verhärtetes Bindegewebe (Plaques) unter der Haut, das den Penis bei der Erektion seitlich verkrümmen lässt.
Wichtige Fakten
- Es ist keine Krebserkrankung.
- Die Verkrümmung kann sich von selbst bessern.
- Medikamente und Operationen helfen, wenn die Krümmung stark stört.
Sie ist nicht sehr selten, wird aber oft aus Scham nicht gemeldet. Ungefähr 5 von 100 Männern sind betroffen.
Meist betrifft es Männer über 40, aber auch jüngere Männer können betroffen sein.
Symptome
- Wenn während des Geschlechtsverkehrs ein plötzliches Knacken zu hören ist, begleitet von starken Schmerzen, sofortigem Verlust der Erektion und Schwellung – das kann ein Notfall (Penisbruch) sein. Rufen Sie sofort den Notruf 112.
- ⚠Wenn Sie plötzlich starke Schmerzen im Penis haben
- ⚠Wenn Sie Blut im Urin bemerken
- ⚠Wenn Sie plötzlich keine Erektion mehr bekommen können – suchen Sie am selben Tag einen Arzt auf.
Häufige Symptome
- Verkrümmung des erigierten Penis zu einer Seite
- Schmerzen bei der Erektion
- Fühlen eines harten Knotens unter der Haut
- Verkürzung des Penis
- Probleme beim Geschlechtsverkehr
Symptome bei Kindern
- Die Erkrankung kommt bei Kindern praktisch nicht vor.
Symptome bei älteren Erwachsenen
- Die Symptome sind ähnlich, aber durch altersbedingte Veränderungen kann die Krümmung stärker ausgeprägt sein.
Ursachen
Hauptursachen
- Verletzungen des Penis (zum Beispiel durch Unfälle oder starke Biegung bei Sex)
- Vererbte Veranlagung
- Autoimmunreaktion, bei der das Immunsystem das eigene Gewebe angreift
- Oft ist die genaue Ursache unbekannt
Risikofaktoren
- Alter über 40
- Rauchen
- Hoher Blutdruck
- Diabetes
- Fettstoffwechselstörungen
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Starke Schmerzen, die nicht nachlassen
- Plötzliche Verkrümmung, die schlimmer wird
- Erektionsunfähigkeit mit Schmerzen
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Wenn Sie eine Verkrümmung bemerken
- Wenn Sie beim Sex Probleme haben
- Wenn Sie einen Knoten tasten
Diagnose
Der Arzt (Urologe) fragt nach Ihrer Krankengeschichte und untersucht den Penis im schlaffen und idealerweise auch im erigierten Zustand.
Mögliche Untersuchungen
- Abtasten des Penis (Palpation), um die Plaques zu finden
- Ultraschalluntersuchung zur Darstellung der Plaques und der Durchblutung
- Gegebenenfalls dokumentieren Sie mit Fotos die Krümmung
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Die Untersuchung ist in der Regel kurz. Sie müssen keine Angst haben – Ärzte kennen diese Erkrankung.
Behandlung
Es gibt keine Heilung, aber viele Wege, die Symptome zu lindern. Die Behandlung hängt von Schmerz, Krümmungsgrad und Beeinträchtigung ab. Oft wird zunächst abgewartet, da sich die Erkrankung in einem Jahr von selbst bessern kann.
Selbsthilfe zu Hause
- Vorsicht bei Sex – vermeiden Sie ruckartige Bewegungen
- Befriedigung mit weicheren Positionen
- Bei Schmerzen eine Pause machen und dem Penis Zeit geben
- Offene Gespräche mit der Partnerin oder dem Partner
Medizinische Behandlungen
Es gibt Medikamente, die als Spritze direkt in den Penis injiziert werden (Injektionstherapie). Auch orale Medikamente können manchmal helfen, werden aber nicht von allen Krankenkassen bezahlt. Stoßwellentherapie kann verhärtetes Gewebe aufweichen. Sprechen Sie mit Ihrem Arzt über die Möglichkeiten – die Auswahl hängt von Ihrem Befund ab.
Wann kommt eine Operation infrage?
Eine Operation kommt infrage, wenn die Krümmung sehr stark ist, der Sex nicht mehr möglich ist oder starke Schmerzen bei stehendem Gewebe auftreten. Die Operation wird frühestens sechs bis zwölf Monate nach Beginn durchgeführt, wenn die Krümmung stabil bleibt.
Leben mit der Erkrankung
Leben Sie damit nicht allein. Suchen Sie das Gespräch mit Ihrem Partner und gegebenenfalls mit einem Therapeuten. Es gibt verschiedene Hilfsmittel im Alltag, die das Liebesleben erleichtern.
Tipps für den Alltag
- Mit dem Rauchen aufhören
- Blutdruck und Blutzucker regelmäßig kontrollieren
- Stress abbauen, z.B. mit Entspannungsübungen
Ernährung und Bewegung
Eine ausgewogene Ernährung und regelmäßige Bewegung (30 Minuten pro Tag) verbessern die Durchblutung und unterstützen die Heilung.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Eine Peniskrümmung kann das Selbstbewusstsein stark belasten. Gefühle wie Scham, Angst oder Niedergeschlagenheit sind häufig. Psychologische Unterstützung kann sehr hilfreich sein.
Vorbeugung
Man kann einer Peniskrümmung nicht immer vorbeugen. Aber Sie können das Risiko senken, indem Sie Traumata vermeiden (z.B. vorsichtiger Sex) und Herz-Kreislauf-Risiken wie Rauchen oder Übergewicht vermeiden.
Komplikationen
Unbehandelt
- Zunehmende Verkrümmung
- Erektionsstörungen
- Schwierigkeiten beim Geschlechtsverkehr
- Seelische Belastung
Langzeitprognose
Die Prognose ist meist gut. Bei vielen Männern bleibt die Krümmung mild und verursacht keine Probleme. Andere können von modernen Therapien oder einer Operation profitieren. Sprechen Sie offen mit Ihrem Arzt – Sie sind nicht allein.
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Zuletzt aktualisiert: 31. Juli 2026
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