Grippe: Wenn Beschwerden im Liegen schlimmer werden
Basierend auf internationalen klinischen Leitlinien
Übersicht
Die Grippe (Influenza) ist eine Virusinfektion der Atemwege. Bei manchen Menschen werden Husten, Atemnot oder ein Druckgefühl auf der Brust stärker, sobald sie sich hinlegen. Das kann an der Schwerkraft liegen, die Schleim oder Flüssigkeit verlagert – oder ein Warnzeichen für eine Lungenentzündung oder Herzbelastung sein. Lassen Sie ärztlich abklären, wenn Sie das bei sich bemerken.
Wichtige Fakten
- Die Grippe beginnt meist plötzlich mit Fieber, Husten und Gliederschmerzen.
- Wenn Beschwerden im Liegen zunehmen, sollten Sie das ärztlich klären lassen.
- Bei sehr starker Atemnot ist sofort der Notruf 112 zu wählen.
Genaue Häufigkeiten gibt es nicht, aber es kommt vor. Die Zunahme im Liegen kann ein normales Symptom der Grippe sein oder auf eine Komplikation wie eine Lungenentzündung hinweisen.
Betroffen sind vor allem Menschen mit zusätzlichen Risiken: ältere Menschen, Schwangere, Kleinkinder und Personen mit chronischen Herz- oder Lungenerkrankungen. Aber auch gesunde Erwachsene können dieses Symptom erleben.
Symptome
- Starke Atemnot, die auch im Sitzen nicht aufhört – sofort den Notruf 112 wählen
- Blaue Lippen oder bläuliche Fingernägel – sofort den Notruf 112 wählen
- Bewusstlosigkeit oder starke Verwirrtheit – sofort den Notruf 112 wählen
- Atemaussetzer oder Schnappatmung – sofort den Notruf 112 wählen
- ⚠Atemnot, die beim Liegen auftritt und über mehrere Minuten nicht besser wird
- ⚠Husten mit blutigem oder eitrigem Auswurf
- ⚠Sehr hohes Fieber mit Schüttelfrost
- ⚠Herzrasen oder ein Gefühl von Herzstolpern
Häufige Symptome
- Husten, der im Liegen stärker wird
- Das Gefühl, nicht tief durchatmen zu können
- Druck oder Schmerz hinter dem Brustbein
- Vermehrtes Räuspern und Atemgeräusche im Liegen
- Unruhe, weil die Atemnot das Einschlafen erschwert
Symptome bei Kindern
- Die Atmung wird hörbar (Pfeifen, Rasseln), sobald das Kind liegt
- Das Kind ist ungewöhnlich müde und wirkt schlapp
- Es trinkt weniger oder kann wegen Husten nicht einschlafen
Symptome bei älteren Erwachsenen
- Bei älteren Menschen kann Atemnot im Liegen mit Verwirrtheit oder Benommenheit einhergehen
- Sie fühlen sich sehr schwach und haben Angst, sich zu bewegen
- Beim Aufstehen kann es zu Schwindel oder Stürzen kommen
Ursachen
Hauptursachen
- Influenza-Viren infizieren die Schleimhäute von Nase, Rachen und Bronchien.
- Im Liegen sammelt sich Schleim in den Atemwegen und kann die Bronchien verengen.
- Bei einer Lungenentzündung ist das Lungengewebe entzündet, was im Liegen stärker durchblutet wird und die Atmung erschwert.
- Auch eine beginnende Herzschwäche kann im Liegen Atemnot auslösen (sogenannte Orthopnoe).
Risikofaktoren
- Alter über 65 Jahre
- Chronische Lungenerkrankung wie Asthma oder COPD
- Herz-Kreislauf-Erkrankungen
- Geschwächtes Immunsystem durch Medikamente oder Grunderkrankung
- Schwangerschaft
- Rauchen
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Wenn die Atemnot im Liegen regelmäßig auftritt
- Wenn die Beschwerden innerhalb weniger Stunden schlimmer werden
- Wenn Sie sich insgesamt sehr krank fühlen
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Wenn das Fieber länger als drei Tage anhält
- Wenn der Husten nach zwei Wochen nicht abklingt
- Wenn Sie unsicher sind, wie Sie den Verlauf einschätzen sollen
Diagnose
Die Ärztin oder der Arzt fragt zuerst nach Ihren Beschwerden und hört dann Lunge und Herz ab. Bei Bedarf wird ein Abstrich aus Nase oder Rachen gemacht, um den Grippeerreger nachzuweisen. Auch eine Blutuntersuchung oder ein Röntgenbild der Lunge können helfen, eine Lungenentzündung auszuschließen.
Mögliche Untersuchungen
- Ärztliche Untersuchung und Abhören von Lunge und Herz
- Nasen-Rachen-Abstrich (sogenannter Grippe-Schnelltest)
- Blutbild und Entzündungsmessung
- Röntgen der Lunge bei Verdacht auf Lungenentzündung
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Der Arztbesuch dauert meist etwa 15 Minuten. Die Untersuchungen sind in der Regel nicht schmerzhaft. Wenn Sie sich schwach fühlen, bringen Sie idealerweise eine Begleitperson mit und kündigen sich telefonisch an.
Behandlung
Die Behandlung richtet sich nach Ursache und Schweregrad. Im Mittelpunkt stehen körperliche Schonung, ausreichend Flüssigkeit und das Senken von Fieber. Bei Komplikationen wie einer Lungenentzündung ist eine ärztliche Behandlung notwendig. Die Maßnahmen orientieren sich an den Empfehlungen der medizinischen Fachgesellschaften (AWMF-Leitlinien).
Selbsthilfe zu Hause
- Viel Flüssigkeit trinken, am besten Wasser, ungesüßte Tees oder Brühe
- Im Bett bleiben und ausruhen, solange das Fieber anhält
- Den Oberkörper im Liegen hochlagern, zum Beispiel mit mehreren Kissen
- Auf enge oder beengende Kleidung verzichten
- Für eine etwas höhere Luftfeuchtigkeit im Raum sorgen
Medizinische Behandlungen
Je nach Diagnose werden Medikamente eingesetzt, die Fieber senken und Schmerzen lindern. Diese können Sie ohne Rezept erhalten, sollten sie aber mit ärztlichem Rat wählen. Wenn eine bakterielle Lungenentzündung vorliegt, verordnet die Ärztin oder der Arzt ein Antibiotikum – das muss zu dem Erreger und zu Ihrer Situation passen. Eine antivirale Therapie kann in manchen Fällen sinnvoll sein und wird vom Arzt geprüft.
Wann kommt eine Operation infrage?
Ein chirurgischer Eingriff ist bei einer einfachen Grippe nicht nötig. Nur in sehr seltenen, komplizierten Situationen, etwa einem Abszess in der Lunge, kann eine Operation erforderlich werden. Das entscheidet das Behandlungsteam im Krankenhaus.
Leben mit der Erkrankung
Planen Sie den Tag mit vielen Ruhepausen. Wenn das Atmen im Liegen schwerfällt, legen Sie sich auf die Seite oder erhöhen Sie Kopf und Oberkörper. Stehen Sie immer langsam auf, um Schwindel zu vermeiden.
Tipps für den Alltag
- Ausreichend und regelmäßig schlafen
- Alkohol und Rauchen während der Krankheit vermeiden
- Körperlich anstrengende Tätigkeiten erst nach der Erholung aufnehmen
- Auf eine leichte, warme Mahlzeit am Abend achten
Ernährung und Bewegung
Während der Infektion ist Bewegung nicht empfehlenswert. Nach der Akutphase helfen leichte Spaziergänge, langsam zu Kräften zu kommen. Eine ausgewogene Kost mit viel Obst und Gemüse unterstützt die Genesung.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Eine Grippe kann das Gemüt stark dämpfen, weil man sich abgeschlagen fühlt und soziale Kontakte fehlen. Es ist normal, sich in dieser Zeit ängstlicher zu fühlen. Sprechen Sie mit vertrauten Menschen darüber. Wenn die Niedergeschlagenheit anhält oder sehr belastend wird, wenden Sie sich an Ihre Hausarztpraxis.
Vorbeugung
Eine Grippe lässt sich nicht mit hundertprozentiger Sicherheit verhindern. Deutlich reduzieren lässt sich das Risiko durch regelmäßiges Händewaschen, Abstand zu erkrankten Menschen und ein starkes Immunsystem – zum Beispiel durch ausreichend Schlaf und eine gute Ernährung.
Impfungen
Die Grippeimpfung ist die wichtigste Schutzmaßnahme. Sie wird jedes Jahr im Herbst empfohlen, weil sich die Viren verändern. Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt sie besonders für Menschen ab 60 Jahren, für chronisch Kranke und für Personen, die viel Kontakt zu anderen haben.
Früherkennungsprogramme
Es gibt keine spezielle Vorsorgeuntersuchung für Grippe. Wichtig ist, sich rechtzeitig impfen zu lassen und bei anhaltenden Beschwerden ärztlichen Rat einzuholen.
Komplikationen
Unbehandelt
- Lungenentzündung – die häufigste ernste Komplikation
- Verschlechterung chronischer Lungenerkrankungen wie Asthma oder COPD
- In seltenen Fällen Herzmuskelentzündung
- Bei älteren Menschen: Verwirrtheit, Stürze und Sturzverletzungen
Langzeitprognose
Die meisten Menschen erholen sich von der Grippe innerhalb von ein bis zwei Wochen. Wenn Komplikationen auftreten, sind sie heutzutage gut behandelbar – besonders wenn sie früh bemerkt werden. Auch schwere Verläufe können im Krankenhaus mit moderner Medizin behandelt werden. Sie sind nicht allein; es gibt für alles klare Abläufe.
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Überprüfen Sie die Informationen immer mit Ihrem Arzt
Gesundheitsrichtlinien variieren je nach Land und Region. Die Informationen in diesem Artikel basieren auf internationalen klinischen Leitlinien, spiegeln jedoch möglicherweise nicht die spezifischen Richtlinien, Medikamente oder Praktiken in Ihrem Land wider. Besprechen Sie Ihre Gesundheitsfragen immer mit Ihrem Arzt oder Gesundheitsdienstleister und beziehen Sie sich auf Ihre lokalen nationalen Gesundheitsrichtlinien, sofern verfügbar.
Wichtiger Hinweis Diese Informationen dienen nur zu Bildungszwecken. Sie ersetzen keine professionelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Konsultieren Sie bei Fragen immer einen qualifizierten Arzt. Bei einem medizinischen Notfall wählen Sie sofort den örtlichen Notruf.
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Quellen und Leitlinien
Dieser Artikel dient der Aufklärung und orientiert sich an anerkannten Gesundheitsinformations- und klinischen Leitlinienquellen, sofern verfügbar. Spezifische Quellenlinks können je nach Thema variieren.
Zuletzt aktualisiert: 31. Juli 2026
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