Grippe mit Fieber
Basierend auf internationalen klinischen Leitlinien
Übersicht
Die Grippe (Influenza) ist eine ansteckende Virus-Erkrankung der Atemwege. Fieber ist eine typische Reaktion des Körpers auf die Grippeviren. Dabei steigt die Körpertemperatur schnell an, um die Abwehr zu unterstützen. Eine echte Grippe ist nicht dasselbe wie eine Erkältung – sie beginnt plötzlich und macht meist deutlich krank.
Wichtige Fakten
- Eine echte Grippe wird durch Influenza-Viren verursacht.
- Sie beginnt meist plötzlich mit hohem Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen.
- Die Grippe ist sehr ansteckend – die Viren werden durch Husten, Niesen oder Sprechen übertragen.
- Die meisten Menschen erholen sich innerhalb von ein bis zwei Wochen.
- Eine jährliche Grippeimpfung verringert das Risiko, schwer zu erkranken.
Ja, in Deutschland treten Grippewellen vor allem in den Wintermonaten auf. Jedes Jahr erkranken viele Menschen, besonders zwischen Januar und März.
Grundsätzlich kann jeder an Grippe erkranken. Besonders betroffen sind ältere Menschen, kleine Kinder, Schwangere sowie Menschen mit chronischen Vorerkrankungen.
Symptome
- Schwere Atemnot oder Luftnot
- Brustschmerzen oder ein starkes Druckgefühl in der Brust
- Plötzliche Verwirrtheit oder Bewusstlosigkeit
- Krampfanfälle
- Sehr hohes Fieber mit steifem Hals oder starker Lichtempfindlichkeit
- Zeichen von Austrocknung, zum Beispiel keine Urinausscheidung über 8 Stunden
- ⚠Fieber über 39 °C, das trotz Wadenwickeln oder kühlender Maßnahmen nicht sinkt
- ⚠Fieber, das länger als 3 Tage anhält
- ⚠Zunehmende Schwäche oder schweres Krankheitsgefühl
- ⚠Atemprobleme bei leichter Anstrengung oder in Ruhe
- ⚠Bei Säuglingen, älteren Menschen oder Menschen mit Vorerkrankungen schon bei den ersten Grippezeichen
Häufige Symptome
- Plötzlich einsetzendes hohes Fieber (oft über 38,5 °C)
- Schüttelfrost
- Halsschmerzen
- Trockener oder schleimiger Husten
- Starke Muskel- und Gliederschmerzen
- Kopfschmerzen
- Erschöpfung und Abgeschlagenheit
Symptome bei Kindern
- Bei Kindern kommen oft Erbrechen oder Durchfall hinzu.
- Ohrenschmerzen können auftreten.
- Kinder sind oft ungewöhnlich quengelig und teilnahmslos.
Symptome bei älteren Erwachsenen
- Das Fieber kann bei älteren Menschen nur leicht erhöht sein oder ganz fehlen.
- Stattdessen fallen Verwirrtheit, Schwindel oder starke Müdigkeit auf.
- Bestehende Erkrankungen wie Herz- oder Lungenerkrankungen können sich verschlimmern.
Ursachen
Hauptursachen
- Influenza-A- und Influenza-B-Viren
- Übertragung über Tröpfchen in der Luft beim Husten oder Niesen
- Auch Schmierinfektionen über Gegenstände oder Hände sind möglich
Risikofaktoren
- Kindes- oder hohes Alter
- Geschwächtes Immunsystem, zum Beispiel durch Krankheit oder Medikamente
- Schwangerschaft
- Chronische Herz-, Lungen- oder Stoffwechselerkrankungen
- Enger Kontakt zu vielen Menschen, etwa in Schulen oder Pflegeeinrichtungen
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Kinder unter 3 Monaten mit Fieber
- Wenn Sie zu einer Risikogruppe gehören (ältere Menschen, chronisch Kranke, Schwangere)
- Wenn sich die Symptome nach einigen Tagen verschlimmern statt zu bessern
- Wenn Sie schwere Schmerzen, Atemnot oder Verwirrtheit bemerken
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Bei Fieber, das länger als 3 Tage anhält
- Bei sehr starkem oder eitrigem Husten
- Wenn Sie unsicher sind, ob Sie eine Grippe oder eine andere Infektion haben
Diagnose
Der Arzt fragt nach Ihren Symptomen und Ihrer Krankengeschichte. In der Grippezeit lässt sich eine Grippe oft allein anhand der typischen Beschwerden erkennen.
Mögliche Untersuchungen
- Ein Abstrich aus Nase oder Rachen kann Grippeviren nachweisen.
- Ein Schnelltest liefert meist innerhalb von 15 bis 30 Minuten ein Ergebnis.
- In manchen Fällen wird eine Blutuntersuchung gemacht, um den Erreger genauer zu bestimmen.
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Die Untersuchung ist schmerzfrei: Der Arzt schaut in den Hals, hört die Lunge ab und misst Ihre Temperatur. Das Testergebnis kann helfen zu entscheiden, ob eine Behandlung mit antiviralen Medikamenten sinnvoll ist.
Behandlung
Eine Grippe wird durch Viren verursacht, daher helfen Antibiotika nicht. Meist reicht es, die Symptome zu lindern und dem Körper Ruhe und Flüssigkeit zu geben.
Selbsthilfe zu Hause
- Bleiben Sie zu Hause und schonen Sie sich, am besten im Bett.
- Trinken Sie ausreichend Flüssigkeit, zum Beispiel Wasser, ungesüßten Tee oder Brühe.
- Senken Sie Fieber mit Wadenwickeln oder kühlenden Umschlägen.
- Lüften Sie das Zimmer regelmäßig.
- Waschen Sie sich regelmäßig mit Seife die Hände.
- Ruhen Sie sich aus und vermeiden Sie anstrengende Tätigkeiten.
Medizinische Behandlungen
Es gibt Medikamente, die die Vermehrung der Grippeviren hemmen. Diese werden in der Regel nur für Risikopatienten oder bei schweren Verläufen ärztlich verordnet. Auch Mittel gegen Husten oder Schmerzen lindern die Beschwerden – sprechen Sie dazu immer mit Ihrem Arzt oder Ihrer Ärztin oder in der Apotheke.
Leben mit der Erkrankung
Während der akuten Krankheitsphase sollten Sie unbedingt zu Hause bleiben. Das schützt andere vor Ansteckung und gibt Ihnen die nötige Erholung. Planen Sie ein bis zwei Wochen für die Genesung ein.
Tipps für den Alltag
- Halten Sie Abstand zu anderen Personen im Haushalt.
- Husten oder niesen Sie in die Armbeuge.
- Waschen Sie sich häufig gründlich mit Seife die Hände.
- Benutzen Sie ein eigenes Handtuch und eigenes Geschirr, solange Sie Fieber haben.
Ernährung und Bewegung
Sie können leicht verdauliche Kost essen, zum Beispiel Suppen, Zwieback oder Bananen. Viel trinken ist wichtig. Von Sport und schweren Mahlzeiten sollten Sie absehen, bis Sie sich wieder kräftig fühlen.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Eine Grippe kann auch seelisch belasten. Isolation, Angst vor einem schweren Verlauf oder der Druck, den Alltag zu schaffen, sind normal. Sprechen Sie mit vertrauten Menschen oder Ihrem Arzt, wenn Sie sich überfordert fühlen.
Vorbeugung
Eine Grippe kann man nicht immer verhindern, aber eine Impfung und gute Hygiene verringern das Risiko deutlich.
Impfungen
Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt die Grippeimpfung vor allem für Menschen über 60 Jahre, Schwangere, chronisch Kranke und medizinisches Personal. Da sich die Viren ständig verändern, sollte die Impfung jährlich aufgefrischt werden.
Komplikationen
Unbehandelt
- Lungenentzündung (durch das Grippevirus oder zusätzliche Bakterien)
- Mittelohrentzündung, besonders bei Kindern
- Entzündung der Nasennebenhöhlen (Sinusitis)
- Verschlechterung von chronischen Krankheiten wie Asthma oder Herzerkrankungen
Langzeitprognose
Die meisten Menschen erholen sich von einer Grippe mit Fieber nach ein bis zwei Wochen vollständig. Auch bei schwereren Verläufen bessern sich die Beschwerden meist unter ärztlicher Begleitung. Eine jährliche Impfung und frühes Aufsuchen des Arztes bei Risikopatienten verbessern die Prognose deutlich.
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Überprüfen Sie die Informationen immer mit Ihrem Arzt
Gesundheitsrichtlinien variieren je nach Land und Region. Die Informationen in diesem Artikel basieren auf internationalen klinischen Leitlinien, spiegeln jedoch möglicherweise nicht die spezifischen Richtlinien, Medikamente oder Praktiken in Ihrem Land wider. Besprechen Sie Ihre Gesundheitsfragen immer mit Ihrem Arzt oder Gesundheitsdienstleister und beziehen Sie sich auf Ihre lokalen nationalen Gesundheitsrichtlinien, sofern verfügbar.
Wichtiger Hinweis Diese Informationen dienen nur zu Bildungszwecken. Sie ersetzen keine professionelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Konsultieren Sie bei Fragen immer einen qualifizierten Arzt. Bei einem medizinischen Notfall wählen Sie sofort den örtlichen Notruf.
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Quellen und Leitlinien
Dieser Artikel dient der Aufklärung und orientiert sich an anerkannten Gesundheitsinformations- und klinischen Leitlinienquellen, sofern verfügbar. Spezifische Quellenlinks können je nach Thema variieren.
Zuletzt aktualisiert: 31. Juli 2026
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