Hämorrhoiden in der Nacht – Was hilft?
Basierend auf internationalen klinischen Leitlinien
Übersicht
Hämorrhoiden sind kleine, geschwollene Blutgefäße im Afterbereich. Sie können jucken, brennen oder bluten. In der Nacht werden die Beschwerden oft stärker, weil man still liegt und der Körper sich entspannt.
Wichtige Fakten
- Hämorrhoiden sind sehr häufig und meist harmlos.
- Nachts können Juckreiz und Schmerzen zunehmen, da die Haut trockener wird.
- Einfache Hausmittel wie feuchte Tücher und kühle Umschläge lindern oft die Beschwerden.
Ja, Hämorrhoiden betreffen fast die Hälfte aller Erwachsenen irgendwann im Leben. Nachts sind die Symptome oft ausgeprägter, aber die Erkrankung ist meist gut behandelbar.
Menschen jeden Alters können Hämorrhoiden bekommen, besonders häufig sind sie bei Schwangeren, bei Personen mit Verstopfung oder bei Menschen, die viel sitzen oder stehen.
Symptome
- Starke Blutungen, die nicht aufhören
- Plötzliche heftige Schmerzen im Afterbereich
- Fieber oder Schüttelfrost zusammen mit Schmerzen im After
- ⚠Blut im Stuhl, das nicht nur hellrot ist, sondern auch dunkel oder schwarz
- ⚠Starke Schwellung, die das Sitzen unmöglich macht
- ⚠Hämorrhoiden, die sich nicht mehr zurückdrücken lassen
Häufige Symptome
- Juckreiz oder Brennen im After, vor allem nachts
- Schmerzen oder Druckgefühl beim Sitzen oder Liegen
- Blut auf dem Toilettenpapier oder im Stuhl (hellrot)
- Gefühl von etwas, das aus dem After herausragt
Symptome bei Kindern
- Kinder klagen selten über Hämorrhoiden. Bei Blut im Stuhl oder Juckreiz sollte ein Kinderarzt die Ursache abklären.
Symptome bei älteren Erwachsenen
- Ältere Menschen haben oft trockenere Haut, was nächtlichen Juckreiz verstärken kann.
- Durch nachlassendes Bindegewebe treten Hämorrhoiden häufiger auf.
Ursachen
Hauptursachen
- Druck auf die Blutgefäße im After, z. B. durch hartes Pressen bei Verstopfung
- Schwangerschaft und Geburt
- Langes Sitzen auf der Toilette oder im Beruf
- Übergewicht
Risikofaktoren
- Chronische Verstopfung oder Durchfall
- Schwangerschaft
- Übergewicht
- Berufe mit langem Sitzen oder Stehen
- Bewegungsmangel
- Ballaststoffarme Ernährung
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Blut im Stuhl, das nicht eindeutig hellrot ist
- Starke Schmerzen oder Fieber
- Hämorrhoiden, die nach ein paar Tagen nicht besser werden
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Juckreiz oder leichte Blutungen, die immer wieder kommen
- Sie unsicher sind, ob die Symptome von Hämorrhoiden kommen
Diagnose
Der Arzt fragt nach Ihren Beschwerden und untersucht den Afterbereich mit einem Finger oder einem kleinen starren Rohr (Proktoskop). Die Untersuchung ist unangenehm, aber nicht schmerzhaft.
Mögliche Untersuchungen
- Tastuntersuchung (digitale rektale Untersuchung)
- Proktoskopie (Einblick in den After mit einem kurzen Rohr)
- Bei unklaren Blutungen: Darmspiegelung (Koloskopie)
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Die Untersuchung dauert nur wenige Minuten. Sie liegen auf der Seite oder in Knie-Ellbogen-Lage. Der Arzt kann die Hämorrhoiden sehen und die Schwere beurteilen.
Behandlung
Die Behandlung richtet sich nach dem Schweregrad. Bei leichten Hämorrhoiden helfen oft Hausmittel und Verhaltensänderungen. Bei stärkeren Beschwerden gibt es verschiedene Behandlungen, die der Arzt vorschlagen kann.
Selbsthilfe zu Hause
- Weiches Toilettenpapier oder feuchte Tücher (ohne Duftstoffe) verwenden
- Nach dem Stuhlgang den After vorsichtig mit Wasser reinigen und trocken tupfen
- Kühle Umschläge oder Sitzbäder mit lauwarmem Wasser (ohne Zusätze) für 10–15 Minuten, besonders nachts
- Viel trinken (Wasser, ungesüßter Tee) und ballaststoffreich essen (Vollkorn, Obst, Gemüse)
- Nicht zu lange auf der Toilette sitzen und nicht pressen
Medizinische Behandlungen
Bei anhaltenden Beschwerden können Ärzte Cremes, Zäpfchen oder Salben verschreiben, die entzündungshemmend oder schmerzlindernd wirken. Es gibt auch Behandlungen wie Verödung oder Gummibandligatur, bei denen die Hämorrhoiden direkt behandelt werden. Sprechen Sie mit Ihrem Arzt über die für Sie passende Option.
Wann kommt eine Operation infrage?
Eine Operation wird nur bei sehr schweren, zurückbleibenden Hämorrhoiden empfohlen, wenn andere Behandlungen nicht helfen. Die Entscheidung trifft der Arzt nach gründlicher Untersuchung.
Leben mit der Erkrankung
Mit Hämorrhoiden zu leben ist meist gut möglich. Achten Sie auf eine weiche Stuhlentleerung und vermeiden Sie langes Sitzen. Nachts können spezielle Kissen oder eine leichte Erhöhung des Oberkörpers helfen.
Tipps für den Alltag
- Tägliche Bewegung, z. B. Spaziergänge oder leichte Gymnastik
- Vermeiden von schwerem Heben und Pressen
- Nach dem Stuhlgang den After nicht zu stark reiben
- Bei langem Sitzen: öfter aufstehen und umhergehen
Ernährung und Bewegung
Eine ballaststoffreiche Ernährung mit viel Flüssigkeit beugt Verstopfung vor. Regelmäßige Bewegung fördert die Darmtätigkeit. Besonders geeignet sind Schwimmen, Radfahren oder Yoga.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Hämorrhoiden können unangenehm sein und das Selbstbewusstsein beeinträchtigen. Viele Menschen vermeiden deswegen den Arztbesuch. Es ist wichtig zu wissen: Hämorrhoiden sind sehr häufig und kein Grund zur Scham. Bei anhaltenden Sorgen hilft ein offenes Gespräch mit dem Hausarzt.
Vorbeugung
Ja, ein gesunder Lebensstil kann das Risiko senken. Dazu gehören ausreichend Ballaststoffe, viel trinken, regelmäßige Bewegung und nicht zu langes Sitzen auf der Toilette.
Impfungen
Es gibt keine Impfung gegen Hämorrhoiden.
Früherkennungsprogramme
Es gibt kein spezielles Screening für Hämorrhoiden. Bei Blut im Stuhl oder anderen Symptomen sollten Sie jedoch einen Arzt aufsuchen.
Komplikationen
Unbehandelt
- Chronische Blutungen können zu Blutarmut (Anämie) führen
- Selten: Thrombose eines Hämorrhoidalknotens (plötzlicher, sehr schmerzhafter Knoten)
- Hautreizungen oder Entzündungen durch ständigen Juckreiz
Langzeitprognose
Die gute Nachricht: Bei den meisten Menschen bessern sich Hämorrhoiden von selbst oder mit einfachen Maßnahmen. Auch wenn Beschwerden wiederkehren, gibt es viele wirksame Behandlungen. Ein offenes Gespräch mit dem Arzt ist der erste Schritt zur Linderung.
Unterstützung finden
Lokale Organisationen
- Deutsche Gesellschaft für Gastroenterologie, Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten (DGVS) · Deutschland
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Überprüfen Sie die Informationen immer mit Ihrem Arzt
Gesundheitsrichtlinien variieren je nach Land und Region. Die Informationen in diesem Artikel basieren auf internationalen klinischen Leitlinien, spiegeln jedoch möglicherweise nicht die spezifischen Richtlinien, Medikamente oder Praktiken in Ihrem Land wider. Besprechen Sie Ihre Gesundheitsfragen immer mit Ihrem Arzt oder Gesundheitsdienstleister und beziehen Sie sich auf Ihre lokalen nationalen Gesundheitsrichtlinien, sofern verfügbar.
Wichtiger Hinweis Diese Informationen dienen nur zu Bildungszwecken. Sie ersetzen keine professionelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Konsultieren Sie bei Fragen immer einen qualifizierten Arzt. Bei einem medizinischen Notfall wählen Sie sofort den örtlichen Notruf.
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Quellen und Leitlinien
Dieser Artikel dient der Aufklärung und orientiert sich an anerkannten Gesundheitsinformations- und klinischen Leitlinienquellen, sofern verfügbar. Spezifische Quellenlinks können je nach Thema variieren.
Zuletzt aktualisiert: 30. Juli 2026
Hinweis zur Aufklärung: Diese Informationen dienen nur der Aufklärung und sind keine Diagnose.
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Bei schweren, sich verschlechternden oder dringenden Symptomen rufen Sie die lokale Notrufnummer an oder suchen Sie Notfallversorgung auf.