Hoher Blutzucker, der im Liegen schlimmer wird – verstehen und handeln
Basierend auf internationalen klinischen Leitlinien
Übersicht
Bei hohem Blutzucker ist zu viel Zucker im Blut. Manche Menschen bemerken, dass der Blutzucker besonders dann ansteigt, wenn sie sich hinlegen – zum Beispiel abends im Bett. Das kann mit der Tageszeit, den Hormonen des Körpers oder der letzten Mahlzeit zusammenhängen. Wenn Sie Diabetes haben, sind solche Schwankungen keine Seltenheit. Ein Arzt oder eine Ärztin kann herausfinden, was bei Ihnen dahintersteckt.
Wichtige Fakten
- Der Blutzucker schwankt im Tagesverlauf ganz natürlich.
- Im Liegen ist der Körper in Ruhe – der Zucker wird dann langsamer verbraucht.
- Auch Hormone, die nachts ausgeschüttet werden, können den Zuckerspiegel ansteigen lassen.
- Wer unsicher ist, sollte den Wert mit medizinischem Fachpersonal besprechen.
Ja, solche Blutzuckerschwankungen sind bei Menschen mit Diabetes häufig. Auch Menschen ohne Diabetes können abends oder nachts höhere Werte bemerken.
Besonders Menschen mit Diabetes – vor allem mit Typ-2-Diabetes – kennen dieses Problem. Auch ältere Menschen und Kinder mit Diabetes können betroffen sein. Manchmal tritt es auch bei Menschen auf, die noch nichts von einem erhöhten Blutzucker wissen.
Symptome
- Bewusstlosigkeit oder starke Schläfrigkeit (kaum noch erweckbar)
- Sehr schnelle und tiefe Atmung
- Ausgeprägtes Erbrechen
- Starke Bauchschmerzen
- Heiße, trockene Haut
- ⚠Wiederholt sehr hohe Blutzuckerwerte
- ⚠Starke Müdigkeit, die nicht besser wird
- ⚠Anhaltender Durst mit häufigem Wasserlassen
- ⚠Fieber oder Anzeichen einer Infektion
Häufige Symptome
- Starker Durst
- Häufiges Wasserlassen
- Müdigkeit und Erschöpfung
- Kopfschmerzen
- Verschwommenes Sehen
- Trockene Haut oder Mund
Symptome bei Kindern
- Nächtliches Einnässen
- Müdigkeit am Tag
- Gereiztheit
- Starker Durst
- Unerklärlicher Gewichtsverlust
Symptome bei älteren Erwachsenen
- Verwirrtheit
- Schwindel
- Schwächegefühl
- Häufiger Harndrang
- Mundtrockenheit
Ursachen
Hauptursachen
- Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit)
- Hormonelle Umstellungen im Körper, zum Beispiel in der Nacht
- Zu späte oder üppige Mahlzeiten
- Zu wenig Bewegung im Alltag
- Stress und seelische Belastung
- Nebenwirkungen von Medikamenten – sprechen Sie mit Ihrem Arzt
Risikofaktoren
- Übergewicht
- Bewegungsmangel
- Ungesunde Ernährung
- Diabetes in der Familie
- Erhöhte Blutfettwerte
- Schlafstörungen
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Wenn Sie wiederholt sehr hohe Werte messen.
- Wenn Sie starke Beschwerden haben, etwa Sehstörungen oder starke Müdigkeit.
- Wenn Sie schwanger sind und erhöhte Zuckerwerte bemerken.
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Wenn Sie gerade erst einen erhöhten Blutzucker bemerkt haben.
- Wenn Sie Diabetes haben und sich die Werte trotz Behandlung verändern.
Diagnose
Ein Arzt oder eine Ärztin kann mit einer Blutuntersuchung feststellen, ob Ihr Blutzucker zu hoch ist. Dazu wird ein Tropfen Blut aus der Fingerkuppe oder aus der Vene entnommen. Auch ein Langzeitwert (HbA1c) zeigt, wie hoch der Zucker in den letzten Wochen war.
Mögliche Untersuchungen
- Nüchternblutzucker (Blutzucker nach 8 Stunden ohne Essen)
- Blutzucker-Tagesprofil (mehrere Messungen am Tag)
- Oraler Glukosetoleranztest (Zuckerbelastungstest)
- HbA1c-Test (Langzeitzuckerwert)
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Die Untersuchung dauert meist nur kurz. Ihr Arzt bespricht die Werte mit Ihnen und erklärt, ob Sie behandlungsbedürftig sind. Es kann sein, dass Sie zu Hause einige Zeit lang selbst den Blutzucker messen sollen. Sie bekommen eine genaue Anleitung und Unterstützung.
Behandlung
Die Behandlung hängt von der Ursache ab. Bei Diabetes geht es darum, den Blutzucker auf Dauer zu senken. Dafür stehen gut wirksame Maßnahmen zur Verfügung – von gesunder Ernährung über mehr Bewegung bis zu Medikamenten, die Ihr Arzt verschreibt. Wichtig ist, alle Änderungen gemeinsam mit dem medizinischen Team zu planen.
Selbsthilfe zu Hause
- Achten Sie auf regelmäßige Mahlzeiten – besonders am Abend nicht zu üppig.
- Bewegen Sie sich tagsüber: Ein Spaziergang nach dem Essen hilft, den Zucker zu senken.
- Trinken Sie ausreichend Wasser, am besten ohne Zucker.
- Schlafen Sie regelmäßig und ausreichend.
- Messen Sie Ihren Blutzucker nach Anleitung Ihres Arztes.
Medizinische Behandlungen
Ihr Arzt kann Ihnen blutzuckersenkende Medikamente oder Insulin verordnen. Diese müssen genau auf Ihren Alltag und Ihre Werte abgestimmt sein. Nehmen Sie Medikamente nur so ein, wie es mit Ihrem Arzt besprochen ist. Lassen Sie sich bei Fragen zu Ihrem Medikamentenplan abklären – auch ohne, dass wir hier konkrete Namen nennen.
Wann kommt eine Operation infrage?
Eine Operation ist bei hohem Blutzucker in aller Regel nicht nötig. Nur in besonderen Situationen – etwa bei bestimmten Folgeerkrankungen – kann ein Eingriff sinnvoll sein. Das entscheidet Ihr medizinisches Team im Einzelfall.
Leben mit der Erkrankung
Ein erhöhter Blutzucker lässt sich im Alltag gut in den Griff bekommen, wenn Sie die Unterstützung Ihres medizinischen Teams nutzen. Beobachten Sie, wann Ihr Zucker ansteigt – etwa nach dem Abendessen oder im Liegen – und besprechen Sie das mit Ihrem Arzt.
Tipps für den Alltag
- Essen Sie gemüse- und ballaststoffreich.
- Meiden Sie zuckerhaltige Getränke.
- Bauen Sie Bewegung in den Alltag ein, zum Beispiel Treppen statt Aufzug.
- Entspannen Sie sich regelmäßig, etwa durch Atemübungen.
- Schlafen Sie nicht direkt nach dem Essen – gehen Sie erst nach 1–2 Stunden zu Bett.
Ernährung und Bewegung
Eine ausgewogene Ernährung mit Vollkorn, Gemüse, gesunden Fetten und ausreichend Eiweiß hält den Blutzucker stabil. Sport und Alltagsbewegung verbrauchen Zucker aus dem Blut. Beginnen Sie mit leichter Bewegung – zum Beispiel zügiges Gehen – und steigern Sie langsam.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Erhöhte Blutzuckerwerte können Angst und Verunsicherung auslösen. Das ist verständlich. Wichtig ist, dass Sie nicht allein bleiben. Sprechen Sie mit Angehörigen und Ihrem medizinischen Team. Wenn Sie sich niedergeschlagen fühlen, ist es in Ordnung, sich professionelle Hilfe zu holen.
Vorbeugung
Manche Formen von hohem Blutzucker lassen sich verhindern oder die Werte verbessern. Vor allem ein gesunder Lebensstil hilft – gesundes Essen, Bewegung und Stressabbau. Wenn bereits Diabetes vorliegt, kann man mit guten Blutzuckerwerten schweren Folgen vorbeugen.
Früherkennungsprogramme
Wenn Sie Risikofaktoren haben – etwa Übergewicht oder Diabetes in der Familie – lassen Sie Ihren Blutzucker regelmäßig beim Hausarzt überprüfen. In Deutschland bietet die gesetzliche Früherkennung ab 35 Jahren Untersuchungen für Blutzucker an.
Komplikationen
Unbehandelt
- Folgeerkrankungen an den Augen
- Nierenschäden
- Nervenschäden (zum Beispiel an Füßen und Beinen)
- Herz-Kreislauf-Erkrankungen
- Schlechtere Wundheilung
Langzeitprognose
Mit einer guten Behandlung und regelmäßiger Kontrolle lassen sich Folgeerkrankungen heute oft verhindern oder aufhalten. Viele Menschen mit hohem Blutzucker führen ein vollwertiges Leben. Wichtig ist, früh zu handeln und dranzubleiben – dabei wird man in Deutschland sehr gut unterstützt.
Unterstützung finden
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Überprüfen Sie die Informationen immer mit Ihrem Arzt
Gesundheitsrichtlinien variieren je nach Land und Region. Die Informationen in diesem Artikel basieren auf internationalen klinischen Leitlinien, spiegeln jedoch möglicherweise nicht die spezifischen Richtlinien, Medikamente oder Praktiken in Ihrem Land wider. Besprechen Sie Ihre Gesundheitsfragen immer mit Ihrem Arzt oder Gesundheitsdienstleister und beziehen Sie sich auf Ihre lokalen nationalen Gesundheitsrichtlinien, sofern verfügbar.
Wichtiger Hinweis Diese Informationen dienen nur zu Bildungszwecken. Sie ersetzen keine professionelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Konsultieren Sie bei Fragen immer einen qualifizierten Arzt. Bei einem medizinischen Notfall wählen Sie sofort den örtlichen Notruf.
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Quellen und Leitlinien
Dieser Artikel dient der Aufklärung und orientiert sich an anerkannten Gesundheitsinformations- und klinischen Leitlinienquellen, sofern verfügbar. Spezifische Quellenlinks können je nach Thema variieren.
Zuletzt aktualisiert: 31. Juli 2026
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