Hoher Blutzucker bei Fieber: Das sollten Sie wissen
Basierend auf internationalen klinischen Leitlinien
Übersicht
Fieber ist eine große Belastung für den Körper. Dabei schüttet der Körper Stresshormone aus, die den Blutzucker ansteigen lassen. Bei Menschen mit Diabetes kann der Blutzucker bei einer Infektion mit Fieber deshalb stark ansteigen. Aber auch ohne bekannte Diabeteserkrankung kann eine schwere Infektion den Blutzucker vorübergehend erhöhen.
Wichtige Fakten
- Fieber kann den Blutzucker erhöhen, auch wenn Sie sonst gut eingestellt sind.
- Ausreichend Trinken ist sehr wichtig, weil Fieber Flüssigkeit verbraucht.
- Stoppen Sie Ihre Diabetesmedikamente niemals von sich aus, wenn Sie krank sind – fragen Sie Ihre Ärztin oder Ihren Arzt.
Ja, besonders bei Menschen mit Diabetes. Infektionen mit Fieber gehören zu den häufigsten Gründen für stark erhöhte Blutzuckerwerte.
Vor allem Menschen mit Diabetes (Typ 1 und Typ 2) sind betroffen. Aber auch Menschen ohne bekannte Diabeteserkrankung können bei schweren Infektionen vorübergehend erhöhte Blutzuckerwerte entwickeln.
Symptome
- Rufen Sie sofort den Notruf 112 an, wenn Sie diese Warnzeichen bemerken: Bewusstseinstrübung, sehr schnelle und tiefe Atmung, Atem, der nach Azeton riecht, wiederholtes Erbrechen oder starke Bauchschmerzen.
- ⚠Hohes Fieber, das trotz fiebersenkender Maßnahmen nicht sinkt
- ⚠Blutzuckerwerte, die dauerhaft deutlich über Ihrem vereinbarten Zielbereich liegen
- ⚠Erbrechen oder Durchfall, sodass Sie nicht genug trinken können
- ⚠Verwirrtheit oder extreme Müdigkeit bei älteren Menschen
- ⚠Unsicherheit im Umgang mit der Diabetesmedikation bei Krankheit
Häufige Symptome
- Starker Durst
- Häufiges Wasserlassen
- Müdigkeit und Abgeschlagenheit
- Trockener Mund oder trockene Haut
- Verschwommenes Sehen
- Kopfschmerzen
Symptome bei Kindern
- Schnelle oder tiefe Atmung
- Atem, der nach Obst oder Nagellackentferner riecht (Azeton)
- Bauchschmerzen
- Übelkeit und Erbrechen
- Starke Müdigkeit bis hin zur Teilnahmslosigkeit
Symptome bei älteren Erwachsenen
- Verwirrtheit oder Unruhe
- Schwindel
- Schwächegefühl
- Weniger Urin als sonst (Zeichen für Flüssigkeitsmangel)
- Starke Austrocknung (trockene Schleimhäute, stehende Hautfalten)
Ursachen
Hauptursachen
- Infektionen sind die häufigste Ursache, zum Beispiel Erkältung, Grippe, Magen-Darm-Infekte oder Harnwegsinfektionen.
- Fieber erhöht den Energiebedarf. Der Körper schüttet Stresshormone aus, die dem Insulin entgegenwirken und so den Blutzucker ansteigen lassen.
- Appetitlosigkeit und Erbrechen können den Flüssigkeits- und Nährstoffhaushalt stören und den Blutzucker zusätzlich beeinflussen.
Risikofaktoren
- Bekannte Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus)
- Unzureichende Blutzuckereinstellung
- Ein geschwächtes Immunsystem
- Älteres Lebensalter
- Nieren- oder Herzerkrankungen
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Wenn Sie unsicher sind, wie Sie Ihre Diabetesmedikamente bei Fieber anpassen sollen.
- Wenn Ihr Blutzucker über mehrere Stunden sehr hoch bleibt.
- Wenn Sie erbrechen oder nicht genug trinken können.
- Wenn Sie keine klaren Anweisungen von Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt für Krankheitstage haben.
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Nutzen Sie einen geplanten Termin, um mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt einen schriftlichen Krankheitsplan zu erstellen.
- Sprechen Sie bei der nächsten Diabeteskontrolle über die Werte, die Sie während der letzten fieberhaften Erkrankung zu Hause gemessen haben.
Diagnose
Der Blutzucker wird mit einem kleinen Tropfen Blut aus der Fingerkuppe gemessen – entweder zu Hause mit einem Messgerät oder in der Arztpraxis beziehungsweise im Krankenhaus mit einem Bluttest.
Mögliche Untersuchungen
- Blutzuckermessung – einmalig und im Verlauf
- Blutabnahme zur Untersuchung weiterer Werte
- Urin- oder Bluttest auf Ketonkörper (säurebildende Abbauprodukte) – nur wenn ärztlich veranlasst
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Die Ärztin oder der Arzt fragt nach Höhe und Dauer des Fiebers, Ihren Beschwerden, Ihrer Diabetesmedikation und danach, was Sie zuletzt gegessen und getrunken haben. Daraus ergibt sich der individuelle Behandlungsplan.
Behandlung
Das Wichtigste bei Fieber mit erhöhtem Blutzucker ist, den Flüssigkeitshaushalt zu stabilisieren, den Blutzucker engmaschig zu kontrollieren und die auslösende Infektion zu behandeln.
Selbsthilfe zu Hause
- Trinken Sie ungesüßten Tee oder stilles Wasser – am besten etwa eine Tasse pro Stunde, wenn Ihr Kreislauf das erlaubt und keine Herzschwäche besteht.
- Messen Sie Ihren Blutzucker häufiger als sonst, zum Beispiel alle 2 bis 4 Stunden – richten Sie sich nach den Empfehlungen Ihrer Ärztin oder Ihres Arztes.
- Kontrollieren Sie bei Anleitung durch Ihre Ärztin oder Ihren Arzt die Ketonkörper im Urin oder im Blut.
- Essen Sie bei Appetit leichte, gut verträgliche Kost wie Hühnerbrühe, Zwieback oder Haferbrei.
- Ruhen Sie sich aus, schlafen Sie viel und halten Sie Ihren Körper gleichmäßig warm.
Medizinische Behandlungen
Ihre Ärztin oder Ihr Arzt kann – abhängig von der Ursache – eine Behandlung der Infektion verschreiben, zum Beispiel ein Antibiotikum, wenn Bakterien die Ursache sind. Bei sehr hohen Blutzuckerwerten oder starker Austrocknung kann eine Behandlung im Krankenhaus nötig sein. Dort wird Flüssigkeit über die Vene gegeben und der Blutzucker bei Bedarf mit einem geeigneten Medikament gesenkt. Die genaue Therapie wird individuell für Sie festgelegt.
Leben mit der Erkrankung
Wer Diabetes hat, sollte für Krankheitstage einen persönlichen Plan bereithalten: Was tun bei Fieber? Welche Medikamente dürfen oder müssen weiter genommen werden? Notieren Sie sich wichtige Telefonnummern Ihrer Diabetesberatung.
Tipps für den Alltag
- Besuchen Sie regelmäßig eine Diabetes-Schulung, dort lernen Sie den Umgang mit Infektionen.
- Sprechen Sie offen mit Ihrem Arzt, wenn Sie unsicher sind.
- Halten Sie zu Hause eine kleine Krankheitsausstattung bereit: Blutzuckermessgerät, Teststreifen, ungesüßten Tee und eventuell vom Arzt empfohlene Mittel gegen Fieber oder Schmerzen.
Ernährung und Bewegung
Bei Fieber ist der Körper geschwächt. Leichte, warme Speisen sind besser als feste, große Mahlzeiten. Vermeiden Sie zuckerhaltige Getränke, weil sie den Blutzucker zusätzlich erhöhen. Körperliche Anstrengung und Sport sind während einer Fieberphase nicht sinnvoll – Ruhe steht im Vordergrund.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Krankheit und häufige Blutzuckerkontrollen können Stress und Angst auslösen. Das ist verständlich. Es ist wichtig, sich Unterstützung zu holen, zum Beispiel von Angehörigen, in einer Selbsthilfegruppe oder bei der Diabetesberatung.
Vorbeugung
Nicht jede Infektion lässt sich verhindern. Aber eine gute Blutzuckereinstellung, ausreichend Schlaf, gesunde Ernährung, regelmäßige Bewegung und häufiges Händewaschen stärken das Immunsystem. Wenn Sie Diabetes haben, hilft ein schriftlicher Krankheitsplan, im Ernstfall schneller und sicherer zu handeln.
Impfungen
Für Menschen mit Diabetes und für ältere Menschen werden Impfungen gegen Grippe (Influenza), Lungenentzündung (Pneumokokken) und COVID-19 besonders empfohlen. Sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt darüber, was für Sie sinnvoll ist.
Früherkennungsprogramme
Bei Diabetes sollte regelmäßig der Langzeitzucker (HbA1c) gemessen werden, um die Blutzuckereinstellung im Auge zu behalten. Auch die Nierenfunktion und der allgemeine Gesundheitszustand werden bei den Routineuntersuchungen kontrolliert.
Komplikationen
Unbehandelt
- Starke Austrocknung (Dehydratation)
- Schwere Stoffwechselentgleisung (Ketoazidose oder hyperosmolares Koma) – ein Notfall
- Kreislaufprobleme und Bluthochdruck
- Verschlechterung der zugrunde liegenden Infektion
Langzeitprognose
Mit der richtigen Behandlung ist ein fieberbedingt erhöhter Blutzucker in den meisten Fällen gut in den Griff zu bekommen. Sobald die Infektion abheilt, normalisieren sich die Blutzuckerwerte meist wieder. Eine gute ärztliche Begleitung und Ihr eigenes Mitwirken sind der Schlüssel für eine schnelle und sichere Erholung.
Unterstützung finden
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Überprüfen Sie die Informationen immer mit Ihrem Arzt
Gesundheitsrichtlinien variieren je nach Land und Region. Die Informationen in diesem Artikel basieren auf internationalen klinischen Leitlinien, spiegeln jedoch möglicherweise nicht die spezifischen Richtlinien, Medikamente oder Praktiken in Ihrem Land wider. Besprechen Sie Ihre Gesundheitsfragen immer mit Ihrem Arzt oder Gesundheitsdienstleister und beziehen Sie sich auf Ihre lokalen nationalen Gesundheitsrichtlinien, sofern verfügbar.
Wichtiger Hinweis Diese Informationen dienen nur zu Bildungszwecken. Sie ersetzen keine professionelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Konsultieren Sie bei Fragen immer einen qualifizierten Arzt. Bei einem medizinischen Notfall wählen Sie sofort den örtlichen Notruf.
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Quellen und Leitlinien
Dieser Artikel dient der Aufklärung und orientiert sich an anerkannten Gesundheitsinformations- und klinischen Leitlinienquellen, sofern verfügbar. Spezifische Quellenlinks können je nach Thema variieren.
Zuletzt aktualisiert: 31. Juli 2026
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