Hüftschmerzen im Liegen: Ursachen und was Sie tun können
Basierend auf internationalen klinischen Leitlinien
Übersicht
Hüftschmerzen, die im Liegen stärker werden, sind ein häufiges Symptom. Das bedeutet: Ihr Hüftgelenk oder die umliegenden Strukturen reagieren schmerzhaft, wenn Sie liegen und das Gelenk entlastet ist oder gedreht wird. Die Ursache kann harmlos sein, etwa eine Reizung des Schleimbeutels, aber auch eine Entzündung oder ein Gelenkverschleiß. Eine genaue Abklärung durch eine Ärztin oder einen Arzt ist wichtig.
Wichtige Fakten
- Im Liegen verändert sich die Belastung im Hüftgelenk. Schmerzen beim Liegen können deshalb andere Ursachen haben als Schmerzen beim Gehen.
- Nicht immer liegt das Problem im Hüftgelenk selbst – auch Muskeln, Sehnen, Schleimbeutel oder die Wirbelsäule können beteiligt sein.
- Eine plötzliche Hüftschwellung mit Fieber oder die Unfähigkeit, das Bein zu bewegen, ist ein Notfall.
Ja, vor allem bei Menschen über 50 Jahren sind Hüftbeschwerden häufig. Schmerzen im Liegen kommen besonders bei entzündlichen Reizzuständen vor, aber auch bei Gelenkverschleiß.
Betroffen sind alle Altersgruppen. Bei älteren Menschen steht oft der Verschleiß im Vordergrund, bei jüngeren Menschen eher Überlastungen, Schleimbeutelreizungen oder Folgen von Verletzungen. Auch Menschen mit entzündlichen Gelenkerkrankungen wie rheumatoider Arthritis können nächtliche Hüftschmerzen haben.
Symptome
- Rufen Sie sofort die 112, wenn Sie plötzliche, sehr starke Hüftschmerzen nach einem Sturz oder Unfall haben – möglicherweise liegt ein Bruch vor.
- Rufen Sie die 112, wenn die Hüfte deutlich geschwollen, überwärmt oder gerötet ist und gleichzeitig Fieber oder Schüttelfrost auftritt. Das kann eine Gelenkentzündung sein.
- Rufen Sie die 112, wenn das Bein verkürzt oder nach außen gedreht ist und Sie es nicht mehr bewegen können.
- Rufen Sie die 112, wenn zusätzlich Lähmungserscheinungen oder ein Gefühlsverlust im Bein auftreten.
- ⚠Starke Schmerzen, die eine normale Bewegung oder das Aufstehen unmöglich machen
- ⚠Schmerzen, die in Ruhe nicht nachlassen und seit mehreren Tagen anhalten
- ⚠Fieber in Kombination mit Hüftschmerzen
- ⚠Schmerzen nach einer Hüftoperation in den letzten Wochen
Häufige Symptome
- Ein bohrender oder drückender Schmerz in der Hüfte, der im Liegen zunimmt
- Schmerz an der Außenseite der Hüfte, der die Schlafseite wechseln lässt
- Steifheit der Hüfte nach dem Aufwachen oder beim Aufstehen
- Schmerz, der bis ins Gesäß oder in den Oberschenkel ausstrahlt
- Ziehen in der Leiste, besonders beim Drehen des Beins im Liegen
Symptome bei Kindern
- Bei Kindern kann Hüftschmerz im Liegen ein Hinweis auf eine vorübergehende Hüftgelenksentzündung sein, besonders nach einem Infekt.
- Wenn ein Kind hinkt oder sich weigert, das Bein zu belasten, sollte es zeitnah ärztlich untersucht werden.
Symptome bei älteren Erwachsenen
- Bei älteren Menschen sind Verschleiß (Arthrose) und Durchblutungsstörungen des Hüftkopfes mögliche Ursachen.
- Nächtliche Schmerzen können den Schlaf stören und die Stimmung beeinträchtigen – ein Gespräch mit der Ärztin oder dem Arzt hilft.
Ursachen
Hauptursachen
- Schleimbeutelreizung (Bursitis): Ein entzündeter Schleimbeutel an der Außenseite der Hüfte schmerzt besonders beim Liegen auf der betroffenen Seite.
- Gelenkverschleiß (Arthrose): Der Knorpel ist abgenutzt. Das Gelenk reagiert mit Schmerzen, auch in Ruhe.
- Nächtliche Muskel- oder Sehnenreizung: Verspannungen oder Überlastung können im Liegen stärker spürbar werden.
- Entzündliche Gelenkerkrankung: Eine entzündliche Erkrankung kann Schmerzen in Ruhe und in der Nacht verursachen.
- Probleme der Lendenwirbelsäule: Nervenwurzelreizungen können Schmerzen in die Hüfte ausstrahlen lassen.
- Durchblutungsstörung des Hüftkopfs: Wenn der Knochen nicht gut durchblutet ist, kann er im Liegen schmerzen.
Risikofaktoren
- Alter über 50 Jahren
- Übergewicht und Bewegungsmangel
- Langes Sitzen oder einseitige Belastung im Beruf
- Vorherige Verletzungen oder Operationen an der Hüfte
- Entzündliche Grunderkrankungen wie rheumatoide Arthritis
- Osteoporose mit erhöhtem Risiko für Knochenschäden
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Wenn Sie Ihr Bein nicht mehr belasten können
- Wenn zur Hüfte Fieber, Rötung oder starke Schwellung dazukommt
- Wenn nach einem Sturz starke Schmerzen auftreten
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Wenn die Schmerzen seit mehreren Wochen bestehen
- Wenn sie immer wieder auftreten und Ihren Schlaf stören
- Wenn morgendliche Steifheit länger als 30 Minuten anhält
Diagnose
Die Ärztin oder der Arzt fragt nach Ihren Beschwerden und schaut sich die Hüfte an. Sie untersuchen Bewegung, Druckschmerzen und den Gang. Danach entscheidet sich, ob weitere Untersuchungen nötig sind. Die Behandlung orientiert sich dabei an medizinischen Leitlinien, zum Beispiel den AWMF-Leitlinien.
Mögliche Untersuchungen
- Körperliche Untersuchung mit Bewegungstests (z. B. Bein anziehen, drehen, strecken)
- Bildgebung: Röntgen, Ultraschall oder Magnetresonanztomographie (MRT)
- Gelegentlich Blutuntersuchung, um Entzündungswerte zu bestimmen
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Die Untersuchung ist in der Regel schmerzfrei und dauert etwa 10 bis 20 Minuten. Manche Bewegungstests können kurz ziehen, sind aber notwendig, um die Ursache einzugrenzen.
Behandlung
Die Behandlung hängt von der Ursache ab. Ziel ist es, Schmerzen zu lindern und die Hüfte wieder beweglich zu machen. Meist kommen konservative Methoden wie Physiotherapie, Wärme- oder Kältetherapie und Bewegungsaufbau zum Einsatz.
Selbsthilfe zu Hause
- Schlafen Sie nicht auf der schmerzenden Seite, wenn das den Schmerz verstärkt – ein Kissen zwischen den Knien kann die Hüfte entlasten.
- Bewegen Sie sich regelmäßig im schmerzfreien Bereich, z. B. mit Gehen, Radfahren oder Wassergymnastik.
- Achten Sie auf ein gesundes Körpergewicht, um das Hüftgelenk zu entlasten.
- Bei akuten Schmerzen kann eine kühlende Kompresse oder eine warme Auflage helfen – testen Sie, was Ihnen guttut.
Medizinische Behandlungen
Zur Behandlung stehen nicht-medikamentöse Maßnahmen wie Physiotherapie, manuelle Therapie und Reizstrom oder Ultraschall zur Verfügung. Medikamente kann nur eine Ärztin oder ein Arzt verschreiben; sie werden meist zeitlich begrenzt eingesetzt, um Entzündung und Schmerz zu lindern. Auch Injektionen in das Gelenk oder den Schleimbeutel können in bestimmten Fällen erwogen werden. Besprechen Sie mit Ihrem Behandlungsteam, welche Option für Sie geeignet ist.
Wann kommt eine Operation infrage?
Eine Operation kommt erst dann infrage, wenn andere Behandlungen nicht ausreichend helfen. Mögliche Eingriffe reichen von minimalinvasiven Gelenkreinigungen bis zum künstlichen Hüftgelenk. Diese Entscheidung wird immer individuell vorbereitet.
Leben mit der Erkrankung
Lernen Sie, Ihren Körper zu beobachten. Finden Sie heraus, welche Positionen in der Nacht angenehm sind. Wärme oder Kälte können helfen. Planen Sie Ruhepausen ein, aber bleiben Sie so aktiv wie möglich.
Tipps für den Alltag
- Wechseln Sie zwischen Sitzen, Stehen und Gehen
- Vermeiden Sie einseitige Belastung, z. B. schweres Tragen nur auf einer Seite
- Nutzen Sie Hilfsmittel wie einen höheren Stuhl oder einen Badebrett, wenn das den Alltag erleichtert
- Entspannungstechniken wie sanfte Atemübungen können Stress und Anspannung lösen
Ernährung und Bewegung
Eine ausgewogene Ernährung mit viel Gemüse, Obst, Vollkornprodukten und gesunden Fetten unterstützt die Gelenke. Bewegung ist wichtig: Sanfte Übungen aus der Physiotherapie, Schwimmen oder Radfahren kräftigen die Muskeln und halten das Gelenk beweglich, ohne es zu überlasten.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Chronische Schmerzen können auf die Stimmung gehen, den Schlaf stören und Stress verursachen. Es ist völlig verständlich, wenn Sie sich dadurch belastet fühlen. Suchen Sie sich Unterstützung – sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt. Auch Schmerzbewältigungskurse können Halt geben.
Vorbeugung
Nicht jede Ursache lässt sich verhindern. Aber Sie können Ihre Hüfte unterstützen, indem Sie Muskeln stärken, auf ein gesundes Gewicht achten, sich regelmäßig bewegen und einseitige Belastungen vermeiden.
Impfungen
Für Hüftschmerzen gibt es keine spezielle Impfung. Allgemeine Impfungen, z. B. gegen Grippe oder Pneumokokken, können Menschen mit chronischen Erkrankungen und älteren Erwachsenen empfohlen werden – sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.
Früherkennungsprogramme
Ein allgemeines Screening auf Hüftschmerzen gibt es nicht. Falls Sie Risikofaktoren für Osteoporose haben, kann Ihre Ärztin oder Ihr Arzt eine Knochendichtemessung veranlassen.
Komplikationen
Unbehandelt
- Wenn eine Entzündung nicht behandelt wird, kann sie das Gelenk dauerhaft schädigen.
- Eine unbehandelte Arthrose schreitet oft langsamer, aber stetig fort und kann die Beweglichkeit einschränken.
- Ist eine Durchblutungsstörung des Hüftkopfs die Ursache, kann der Knochen absterben – das erfordert dann aufwendige Behandlungen.
Langzeitprognose
Die Aussichten sind insgesamt gut. Viele Hüftschmerzen bessern sich mit gezielter Behandlung. Auch bei fortgeschrittenem Verschleiß gibt es heute schonende Operationsverfahren, die die Schmerzen deutlich lindern und die Beweglichkeit wiederherstellen können. Je früher Sie die Ursache abklären lassen, desto besser sind die Behandlungsmöglichkeiten.
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Überprüfen Sie die Informationen immer mit Ihrem Arzt
Gesundheitsrichtlinien variieren je nach Land und Region. Die Informationen in diesem Artikel basieren auf internationalen klinischen Leitlinien, spiegeln jedoch möglicherweise nicht die spezifischen Richtlinien, Medikamente oder Praktiken in Ihrem Land wider. Besprechen Sie Ihre Gesundheitsfragen immer mit Ihrem Arzt oder Gesundheitsdienstleister und beziehen Sie sich auf Ihre lokalen nationalen Gesundheitsrichtlinien, sofern verfügbar.
Wichtiger Hinweis Diese Informationen dienen nur zu Bildungszwecken. Sie ersetzen keine professionelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Konsultieren Sie bei Fragen immer einen qualifizierten Arzt. Bei einem medizinischen Notfall wählen Sie sofort den örtlichen Notruf.
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Quellen und Leitlinien
Dieser Artikel dient der Aufklärung und orientiert sich an anerkannten Gesundheitsinformations- und klinischen Leitlinienquellen, sofern verfügbar. Spezifische Quellenlinks können je nach Thema variieren.
Zuletzt aktualisiert: 31. Juli 2026
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