Infektion, die sich im Liegen verschlimmert – Ursachen und Hilfe
Basierend auf internationalen klinischen Leitlinien
Übersicht
Manche Infektionen machen sich besonders im Liegen bemerkbar. Zum Beispiel können Schmerzen in den Nebenhöhlen oder Ohren zunehmen, oder ein Husten wird stärker. Das liegt daran, dass sich im Liegen der Druck in diesen Bereichen verändert und Schleim anders fließt. Dieser Artikel erklärt, was hinter diesem Symptom stecken kann und was Sie dagegen tun können.
Wichtige Fakten
- Im Liegen staut sich Schleim, dadurch fühlen sich Nebenhöhlen oder Ohren oft schlimmer an.
- Viele Atemwegsinfektionen wie Erkältungen oder Bronchitis sind die Ursache.
- Die meisten Beschwerden gehen mit Ruhe, Flüssigkeit und Zeit von selbst zurück.
Ja, das ist ein sehr häufiges Symptom. Viele Menschen bemerken, dass Husten, Schnupfen oder Ohrenschmerzen nachts oder beim Hinlegen zunehmen.
Es kann alle Altersgruppen betreffen. Besonders häufig tritt es bei Menschen mit Erkältungen, Grippe, Nebenhöhlen-, Mittelohr- oder Atemwegsinfektionen auf.
Symptome
- Starke Atemnot, die auch im Sitzen nicht nachlässt – wählen Sie sofort die 112.
- Schmerzen oder Druck in der Brust
- Blaue Lippen oder bläuliche Haut
- Hohes Fieber mit steifem Nacken oder Bewusstseinsstörungen
- Plötzliche Schwäche oder Lähmungserscheinungen
- ⚠Fieber über 39 Grad Celsius, das länger als zwei Tage anhält
- ⚠Anhaltender Husten mit eitrigem oder blutigem Auswurf
- ⚠Sehr starke Kopf-, Ohr- oder Gesichtsschmerzen
- ⚠Ohrenausfluss oder plötzliche Hörverschlechterung
Häufige Symptome
- Kopf-, Gesichts- oder Ohrenschmerzen, die beim Liegen stärker werden
- Husten, der sich im Liegen verschlimmert
- Druckgefühl in der Nase oder den Nebenhöhlen
- Verstopfte Nase oder Fließschnupfen, der sich im Liegen verstärkt
- Allgemeines Krankheitsgefühl mit Müdigkeit und Abgeschlagenheit
Symptome bei Kindern
- Weinen und Unruhe, besonders beim Hinlegen oder Aufwachen
- Ohrenschmerzen, zum Beispiel beim Liegen auf dem betroffenen Ohr
- Nächtlicher Husten, der den Schlaf stört
Symptome bei älteren Erwachsenen
- Zunehmende Atemnot im Liegen, die zum Aufsetzen zwingt
- Verwirrtheit oder Benommenheit, die auf eine Infektion hindeuten kann
- Verschlechterung bestehender Lungenerkrankungen wie COPD
Ursachen
Hauptursachen
- Nasennebenhöhlenentzündung (Sinusitis): Die Schleimhäute sind geschwollen, der Schleim staut sich und der Druck im Liegen nimmt zu.
- Mittelohrentzündung: Die Ohrtrompete ist verengt, im Liegen verändert sich der Druck und die Schmerzen werden stärker.
- Atemwegsinfektionen wie Bronchitis oder Lungenentzündung: Hustenreiz und Schleimbildung nehmen im Liegen zu.
- Postnasaler Tropf: Aus der Nase läuft Schleim in den Rachen und löst im Liegen Husten aus.
Risikofaktoren
- Allergien oder Heuschnupfen
- Rauchen oder regelmäßige Belastung durch Passivrauch
- Ein geschwächtes Immunsystem, zum Beispiel durch Stress oder Vorerkrankungen
- Chronische Lungenerkrankungen wie Asthma oder COPD
- Langes Liegen, zum Beispiel nach einer Operation oder bei Bettlägerigkeit
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Wenn Sie nachts wiederholt aufwachen, weil Sie keine Luft bekommen
- Wenn Sie unter sehr starken Schmerzen leiden, die nicht nachlassen
- Wenn Ihr Fieber trotz Ruhe und viel Trinken nach zwei Tagen nicht sinkt
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Wenn Ihre Beschwerden länger als eine Woche andauern
- Wenn Sie häufiger unter Infektionen leiden, die sich im Liegen verschlimmern
- Wenn Sie eine chronische Erkrankung haben und unsicher sind, wie Sie mit der Infektion umgehen sollen
Diagnose
Die Ärztin oder der Arzt spricht zuerst mit Ihnen über Ihre Symptome und untersucht Sie dann körperlich. Dabei hört sie oder er Lunge und Herz ab und schaut in Nase, Rachen und Ohren. Je nach Beschwerden können weitere Untersuchungen sinnvoll sein.
Mögliche Untersuchungen
- Körperliche Untersuchung mit Abhören von Lunge und Herz
- Blutuntersuchung, um Entzündungszeichen festzustellen
- Bildgebung wie Röntgen oder Computertomographie, zum Beispiel der Nasennebenhöhlen oder der Lunge (nur bei Verdacht auf Komplikationen)
- Abstrich aus Nase oder Rachen, um den Erreger zu bestimmen
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
In den meisten Fällen ist eine Untersuchung in der Hausarztpraxis ausreichend. Sie bekommen eine verständliche Erklärung Ihrer Beschwerden und Empfehlungen zur Behandlung. Bei unklaren oder schweren Verläufen kann die Ärztin oder der Arzt Sie an eine Facharztpraxis überweisen. Ärztinnen und Ärzte orientieren sich dabei an aktuellen Leitlinien, zum Beispiel der AWMF.
Behandlung
Die Behandlung richtet sich nach der Ursache und folgt den aktuellen medizinischen Leitlinien (AWMF). Bei Virusinfektionen helfen vor allem Ruhe, Flüssigkeit und Hausmittel. Bei bakteriellen Infektionen kann eine Antibiotikatherapie nötig sein – diese verordnet ausschließlich eine Ärztin oder ein Arzt. Medikamente sollten Sie niemals ohne ärztliche Rücksprache einnehmen.
Selbsthilfe zu Hause
- Schlafen Sie mit erhöhtem Oberkörper – legen Sie sich nicht ganz flach, sondern nutzen Sie zusätzliche Kissen.
- Trinken Sie viel Wasser oder ungesüßten Tee, um die Schleimhäute feucht zu halten.
- Sorgen Sie für feuchte Luft im Raum, zum Beispiel mit einem feuchten Tuch oder einem Zimmerbrunnen.
- Lüften Sie regelmäßig und vermeiden Sie trockene Heizungsluft.
- Schonen Sie sich und gönnen Sie Ihrem Körper ausreichend Schlaf.
Medizinische Behandlungen
Je nach Ursache können abschwellende Nasensprays, schleimlösende Mittel oder bei einer bakteriellen Infektion Antibiotika zum Einsatz kommen. Auch fiebersenkende und schmerzstillende Mittel können die Beschwerden lindern. Welche Behandlung im Einzelfall geeignet ist, entscheidet die Ärztin oder der Arzt. Wir empfehlen, vor der Einnahme rezeptfreier Medikamente eine Apotheke oder die Arztpraxis zu fragen.
Wann kommt eine Operation infrage?
Ein chirurgischer Eingriff ist nur selten nötig, zum Beispiel bei wiederkehrenden Nasennebenhöhlenentzündungen oder bei Komplikationen einer Mittelohrentzündung, die sich nicht mit Medikamenten behandeln lassen. Auch hierüber entscheidet eine Fachärztin oder ein Facharzt.
Leben mit der Erkrankung
Hören Sie auf Ihren Körper und passen Sie Ihren Tagesablauf an. Planen Sie Ruhepausen ein und vermeiden Sie anstrengende Tätigkeiten. Schlafen Sie mit erhöhtem Kopf, damit der Druck in Nase und Ohren sinkt.
Tipps für den Alltag
- Verzichten Sie während der Infektion auf Rauchen – auch auf E-Zigaretten.
- Vermeiden Sie Alkohol, da er die Schleimhäute zusätzlich reizt.
- Waschen Sie sich regelmäßig die Hände, um andere nicht anzustecken.
Ernährung und Bewegung
Eine leichte, ausgewogene Ernährung mit viel Obst und Gemüse unterstützt die Abwehr. Sport und körperliche Belastung sollten Sie erst nach dem Abklingen der Symptome wieder aufnehmen. Spaziergänge an der frischen Luft sind in Ordnung, solange Sie sich wohlfühlen.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Eine Infektion kann anstrengend sein und den Schlaf stören. Das macht oft müde und gereizt. Es ist normal, sich in dieser Zeit niedergeschlagen zu fühlen. Sprechen Sie mit Ihren Angehörigen über Ihre Beschwerden und suchen Sie sich Unterstützung, wenn die Belastung zu groß wird. Ihre Hausärztin oder Ihr Hausarzt kann Ihnen auch hier helfen.
Vorbeugung
Eine Infektion lässt sich nicht immer vermeiden, aber Sie können Ihr Risiko senken: regelmäßiges Händewaschen, ausreichend Schlaf, Stressabbau und eine gesunde Ernährung stärken Ihre Abwehr. Vermeiden Sie engen Kontakt zu erkrankten Personen, besonders in der Erkältungs- und Grippezeit.
Impfungen
Gegen Grippe (Influenza), COVID-19 und Pneumokokken (bestimmte Bakterien, die Lungenentzündungen verursachen können) gibt es Schutzimpfungen. Lassen Sie sich von Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt beraten, welche Impfungen für Sie empfohlen werden.
Früherkennungsprogramme
Ein spezielles Screening für diese Art von Infektionen gibt es nicht. Wenn Sie jedoch immer wieder unter Infektionen leiden, die im Liegen schlimmer werden, kann eine ärztliche Abklärung sinnvoll sein, um chronische oder ernstere Ursachen auszuschließen.
Komplikationen
Unbehandelt
- Eine unbehandelte Nasennebenhöhlenentzündung kann chronisch werden und zu wiederkehrenden Kopfschmerzen führen.
- Eine Mittelohrentzündung kann das Gehör dauerhaft schädigen, wenn sie nicht behandelt wird.
- Eine Lungenentzündung kann sich verschlimmern und zu Atemnot oder im seltenen Fall zu einer Blutvergiftung (Sepsis) führen.
Langzeitprognose
Die Aussichten sind bei fast allen Infektionen sehr gut, wenn sie rechtzeitig erkannt und behandelt werden. Die meisten Menschen erholen sich vollständig. Selbst bei ernsteren Verläufen stehen heutzutage gute Behandlungsmöglichkeiten zur Verfügung. Vertrauen Sie auf Ihren Körper und holen Sie sich frühzeitig ärztlichen Rat, wenn Sie unsicher sind.
Unterstützung finden
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Überprüfen Sie die Informationen immer mit Ihrem Arzt
Gesundheitsrichtlinien variieren je nach Land und Region. Die Informationen in diesem Artikel basieren auf internationalen klinischen Leitlinien, spiegeln jedoch möglicherweise nicht die spezifischen Richtlinien, Medikamente oder Praktiken in Ihrem Land wider. Besprechen Sie Ihre Gesundheitsfragen immer mit Ihrem Arzt oder Gesundheitsdienstleister und beziehen Sie sich auf Ihre lokalen nationalen Gesundheitsrichtlinien, sofern verfügbar.
Wichtiger Hinweis Diese Informationen dienen nur zu Bildungszwecken. Sie ersetzen keine professionelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Konsultieren Sie bei Fragen immer einen qualifizierten Arzt. Bei einem medizinischen Notfall wählen Sie sofort den örtlichen Notruf.
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Quellen und Leitlinien
Dieser Artikel dient der Aufklärung und orientiert sich an anerkannten Gesundheitsinformations- und klinischen Leitlinienquellen, sofern verfügbar. Spezifische Quellenlinks können je nach Thema variieren.
Zuletzt aktualisiert: 31. Juli 2026
Hinweis zur Aufklärung: Diese Informationen dienen nur der Aufklärung und sind keine Diagnose.
Nutzen Sie sie zur Ergänzung — nicht als Ersatz — für den Rat einer approbierten Fachkraft.
Bei schweren, sich verschlechternden oder dringenden Symptomen rufen Sie die lokale Notrufnummer an oder suchen Sie Notfallversorgung auf.