Nierenstein in der Nacht – Was tun bei plötzlichen Schmerzen?
Basierend auf internationalen klinischen Leitlinien
Übersicht
Ein Nierenstein ist ein kleines, hartes Gebilde, das sich in der Niere bildet, wenn bestimmte Stoffe im Urin auskristallisieren. Wenn ein Stein durch den Harnleiter wandert, kann er plötzlich starke Schmerzen verursachen, die oft nachts auftreten.
Wichtige Fakten
- Nierensteine bestehen meist aus Calcium- oder Harnsäurekristallen.
- Die Schmerzen (Koliken) kommen wellenartig und können sehr intensiv sein.
- Die meisten Steine sind klein und gehen von selbst ab.
Ja, Nierensteine sind eine häufige Erkrankung. Etwa jeder zehnte Mensch in Deutschland bekommt mindestens einmal im Leben einen Nierenstein.
Sie können Menschen jeden Alters treffen, am häufigsten sind jedoch Erwachsene zwischen 30 und 50 Jahren betroffen. Männer haben ein etwas höheres Risiko als Frauen.
Symptome
- Starke, nicht nachlassende Schmerzen, die Sie nicht aushalten
- Fieber oder Schüttelfrost (Zeichen einer Infektion)
- Unfähigkeit, Wasser zu lassen (komplette Harnverhaltung)
- ⚠Blut im Urin, das sichtbar ist
- ⚠Starke Übelkeit und Erbrechen, so dass Sie nichts bei sich behalten können
- ⚠Schmerzen, die mit einfachen Schmerzmitteln nicht besser werden
Häufige Symptome
- Plötzliche, starke Schmerzen im unteren Rücken oder in der Seite (Flankenschmerz), die in den Unterbauch oder die Leiste ausstrahlen können
- Schmerzen, die in Wellen kommen und gehen (Kolik)
- Übelkeit und Erbrechen
- Blut im Urin (roter oder rosafarbener Urin)
- Häufiger Harndrang oder Schmerzen beim Wasserlassen
Symptome bei Kindern
- Bei Kindern äußern sich Nierensteine oft durch unspezifische Bauchschmerzen
- Möglicherweise auch durch Übelkeit, Erbrechen oder auffälligen Urin
Symptome bei älteren Erwachsenen
- Bei älteren Menschen können die Schmerzen weniger stark ausgeprägt sein
- Häufiger treten unspezifische Symptome wie Verwirrtheit oder allgemeines Unwohlsein auf
- Erhöhtes Risiko für Harnwegsinfektionen
Ursachen
Hauptursachen
- Zu wenig Trinken (konzentrierter Urin begünstigt Kristallbildung)
- Stoffwechselstörungen (z. B. erhöhte Calcium- oder Harnsäurewerte)
- Bestimmte Ernährung (sehr salzreich, viel tierisches Eiweiß, wenig Magnesium)
- Harnwegsinfektionen oder Verengungen der Harnwege
Risikofaktoren
- Übergewicht oder starkes Schwitzen (vermehrte Flüssigkeitsverluste)
- Familiäre Vorbelastung (Nierensteine in der Familie)
- Bestimmte Grunderkrankungen wie Gicht oder Diabetes
- Einnahme einiger Medikamente (z. B. bestimmte entwässernde Mittel oder Calciumpräparate)
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Bei plötzlichen, heftigen Schmerzen in der Flanke oder im Bauch
- Wenn Sie Blut im Urin bemerken
- Bei Fieber oder Schüttelfrost
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Wenn Sie wiederholt leichte Schmerzen oder ein Druckgefühl in der Nierengegend haben
- Nach einem akuten Nierenstein-Anfall zur Kontrolle (um die Größe und Lage des Steins zu klären)
Diagnose
Die Diagnose wird in der Regel durch eine Kombination aus Symptomen, körperlicher Untersuchung und bildgebenden Verfahren gestellt.
Mögliche Untersuchungen
- Ultraschalluntersuchung (Sonografie) der Nieren und Harnwege – schmerzfrei und ohne Strahlung
- Urinuntersuchung (Teststreifen und Labor) – auf Blut, Infektionen oder Kristalle
- Computertomografie (CT) – besonders genau, aber nur bei unklarer Lage oder Größe nötig
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Der Arzt wird Sie zunächst nach Ihren Schmerzen und anderen Beschwerden fragen. Dann tastet er Ihren Bauch ab und ordnet meist einen Ultraschall an. Manchmal ist eine CT-Untersuchung nötig, um einen Stein genau zu lokalisieren.
Behandlung
Die Behandlung richtet sich nach Größe, Lage und Zusammensetzung des Steins sowie nach Ihren Beschwerden. Kleine Steine werden oft nur beobachtet und gehen von selbst ab. Bei größeren oder schmerzhaften Steinen gibt es verschiedene Verfahren, um sie zu entfernen oder zu zertrümmern.
Selbsthilfe zu Hause
- Viel trinken (mindestens 2–3 Liter pro Tag, wenn vom Arzt erlaubt) – das spült kleine Steine aus
- Wärme anwenden (Wärmflasche oder warmes Bad) – zur Entspannung der Harnleitermuskulatur
- Bewegung (Treppensteigen, Hüpfen) kann das Ablösen kleiner Steine fördern
Medizinische Behandlungen
Zur Schmerzlinderung werden geeignete Schmerzmittel eingesetzt, die der Arzt verschreiben kann. Zudem können Medikamente helfen, die Harnleiter zu entspannen und den Abgang des Steins zu erleichtern. Welche Medikamente im Einzelfall geeignet sind, besprechen Sie mit Ihrem Arzt.
Wann kommt eine Operation infrage?
Wenn ein Stein zu groß ist, um von selbst abzugehen, Schmerzen trotz Behandlung anhalten oder eine Infektion vorliegt, kann ein Eingriff nötig sein. Dazu zählen Verfahren wie die Stoßwellentherapie (ESWL), bei der der Stein von außen zertrümmert wird, oder eine Spiegelung der Harnwege mit Steinzertrümmerung. Über die genaue Methode entscheidet der Facharzt.
Leben mit der Erkrankung
Nach einem Nierensteinanfall sollten Sie auf ausreichende Flüssigkeitszufuhr achten und Ihren Urin im Auge behalten. Bei erneuten Schmerzen oder Fieber sofort den Arzt kontaktieren.
Tipps für den Alltag
- Trinken Sie über den Tag verteilt genug – am besten Wasser oder ungesüßte Kräutertees
- Reduzieren Sie Salz und tierisches Eiweiß in der Ernährung
- Vermeiden Sie zu viel Oxalsäure (z. B. in Spinat, Rhabarber, Nüssen) – aber nur in Absprache mit dem Arzt
Ernährung und Bewegung
Eine ausgewogene Ernährung mit viel Gemüse und ausreichend Kalzium aus natürlichen Quellen (Milchprodukte) kann helfen, neue Steine zu vermeiden. Regelmäßige Bewegung und ein gesundes Körpergewicht sind ebenfalls günstig.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Die plötzlichen, heftigen Schmerzen können Angst auslösen. Auch die Angst vor einem erneuten Anfall belastet viele Betroffene. Scheuen Sie sich nicht, mit Ihrem Arzt über Ihre Ängste zu sprechen. Bei anhaltender Belastung können psychologische Unterstützung oder Selbsthilfegruppen hilfreich sein.
Vorbeugung
Ja, in vielen Fällen können Nierensteine durch eine angepasste Lebensweise verhindert werden. Die wichtigste Maßnahme ist viel trinken (mindestens 2–3 Liter pro Tag). Zudem hilft eine ausgewogene Ernährung mit wenig Salz und tierischem Eiweiß. Wenn Sie bereits einen Stein hatten, wird der Arzt die genaue Zusammensetzung analysieren und Ihnen individuelle Empfehlungen geben.
Komplikationen
Unbehandelt
- Anhaltende starke Schmerzen und Nierenkoliken
- Harnwegsinfektionen, die auf die Niere übergreifen können (Nierenbeckenentzündung)
- Nierenschäden durch dauerhaften Harnstau (z. B. bei einem großen, steckengebliebenen Stein)
Langzeitprognose
Die meisten Nierensteine heilen ohne Folgeschäden aus, wenn sie rechtzeitig behandelt werden. Auch nach einem Eingriff ist die Prognose sehr gut. Mit den richtigen Vorbeugemaßnahmen lässt sich das Risiko für neue Steine deutlich senken. Bleiben Sie zuversichtlich – viele Menschen haben nur einmal im Leben einen Stein.
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Überprüfen Sie die Informationen immer mit Ihrem Arzt
Gesundheitsrichtlinien variieren je nach Land und Region. Die Informationen in diesem Artikel basieren auf internationalen klinischen Leitlinien, spiegeln jedoch möglicherweise nicht die spezifischen Richtlinien, Medikamente oder Praktiken in Ihrem Land wider. Besprechen Sie Ihre Gesundheitsfragen immer mit Ihrem Arzt oder Gesundheitsdienstleister und beziehen Sie sich auf Ihre lokalen nationalen Gesundheitsrichtlinien, sofern verfügbar.
Wichtiger Hinweis Diese Informationen dienen nur zu Bildungszwecken. Sie ersetzen keine professionelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Konsultieren Sie bei Fragen immer einen qualifizierten Arzt. Bei einem medizinischen Notfall wählen Sie sofort den örtlichen Notruf.
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Quellen und Leitlinien
Dieser Artikel dient der Aufklärung und orientiert sich an anerkannten Gesundheitsinformations- und klinischen Leitlinienquellen, sofern verfügbar. Spezifische Quellenlinks können je nach Thema variieren.
Zuletzt aktualisiert: 30. Juli 2026
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