Nierensteine mit Übelkeit – was Sie wissen sollten
Basierend auf internationalen klinischen Leitlinien
Übersicht
Nierensteine sind harte Ablagerungen aus Mineralien und Salzen, die sich in den Nieren bilden. Wenn ein Stein sich in den Harnleiter (der Röhre zwischen Niere und Blase) bewegt, kann er Schmerzen verursachen. Manchmal löst dies auch Übelkeit oder Erbrechen aus, weil der Schmerz das Nervensystem stark reizt.
Wichtige Fakten
- Nierensteine entstehen, wenn der Urin zu konzentriert ist und bestimmte Stoffe auskristallisieren.
- Übelkeit bei Nierensteinen ist eine typische Begleiterscheinung starker Schmerzen.
- Die meisten Nierensteine sind klein und gehen von selbst ab, oft mit viel Flüssigkeit.
- Bei Fieber oder starken anhaltenden Schmerzen ist schnelle ärztliche Hilfe nötig.
Ja, Nierensteine sind recht häufig. In Deutschland bekommen etwa 5 von 100 Menschen im Laufe ihres Lebens mindestens einmal einen Nierenstein.
Besonders häufig sind Männer betroffen, aber auch Frauen können Nierensteine bekommen. Menschen zwischen 30 und 60 Jahren erkranken am häufigsten. Auch wer wenig trinkt, übergewichtig ist oder bestimmte Vorerkrankungen hat, ist stärker gefährdet.
Symptome
- Fieber und Schüttelfrost
- Unfähigkeit, Urin zu lassen
- Sehr starke, unerträgliche Schmerzen, die nicht nachlassen
- Blut im Urin, das plötzlich auftritt
- Schwere Übelkeit mit Erbrechen, sodass Sie nichts bei sich behalten können
- ⚠Anhaltende Übelkeit oder Erbrechen über mehrere Stunden
- ⚠Schmerzen, die länger als ein bis zwei Tage anhalten
- ⚠Brennen oder Schmerzen beim Wasserlassen
Häufige Symptome
- Starke, wellenförmige Schmerzen in der Flanke oder im unteren Rücken
- Schmerzen, die in den Unterbauch oder die Leiste ausstrahlen
- Übelkeit und Erbrechen
- Häufiger Harndrang oder Schmerzen beim Wasserlassen
- Trüber oder rötlicher Urin (Blut im Urin)
Symptome bei Kindern
- Bauchschmerzen statt Rückenschmerzen
- Unruhe und Weinen
- Übelkeit oder Erbrechen
- Möglicherweise Fieber
Symptome bei älteren Erwachsenen
- Schmerzen können schwächer sein oder fehlen
- Verwirrtheit oder allgemeines Unwohlsein
- Übelkeit und Appetitlosigkeit
- Weniger spezifische Symptome wie Rückenschmerzen
Ursachen
Hauptursachen
- Zu wenig trinken: konzentrierter Urin begünstigt die Steinbildung
- Bestimmte Nahrungsmittel: viel Salz, Oxalat (z. B. in Spinat, Rhabarber) oder tierisches Eiweiß
- Übergewicht und Bewegungsmangel
- Harnwegsinfektionen oder Stoffwechselstörungen
Risikofaktoren
- Wenig Flüssigkeitsaufnahme (weniger als 1,5 bis 2 Liter pro Tag)
- Ernährung mit viel Salz, Zucker und tierischem Eiweiß
- Familiäre Veranlagung (Nierensteine bei Eltern oder Geschwistern)
- Bestimmte Erkrankungen wie Gicht, chronische Darmerkrankungen oder wiederkehrende Harnwegsinfektionen
- Einige Medikamente (z. B. bestimmte Diuretika oder Calciumpräparate)
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Starke Schmerzen, die nicht aufhören oder schlimmer werden
- Fieber, Schüttelfrost oder Schmerzen beim Wasserlassen
- Sie können keinen Urin mehr lassen oder haben Blut im Urin
- Starke Übelkeit mit Erbrechen, sodass Sie nicht trinken können
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Leichte, wiederkehrende Schmerzen im Rücken oder in der Flanke
- Nach einem ersten Nierenstein zur Nachsorge und Steinanalyse
- Häufiger Harndrang oder Veränderungen der Urinfarbe
Diagnose
Der Arzt oder die Ärztin stellt die Diagnose meist durch ein Gespräch über Ihre Symptome, eine körperliche Untersuchung und einfache Tests.
Mögliche Untersuchungen
- Urinuntersuchung: auf Blut, entzündliche Zellen oder Kristalle
- Bluttest: Nierenfunktion, Harnsäure- und Calciumspiegel
- Ultraschall (Sonografie) der Nieren und Harnwege: zeigt Steine und eventuelle Stauungen
- Computertomografie (CT) bei unklaren Fällen – sehr genaue Darstellung von Steinen
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Die Untersuchungen sind in der Regel schmerzfrei und dauern etwa 30 bis 60 Minuten. Bei einem akuten Schub kann der Arzt Ihnen ein leichtes Schmerzmittel geben, damit die Untersuchung besser erträglich ist.
Behandlung
Die Behandlung hängt von Größe, Lage und Zusammensetzung des Steins sowie von Ihren Symptomen ab. Bei kleinen Steinen reicht oft Geduld und viel Trinken. Bei größeren Steinen oder Komplikationen sind medizinische Eingriffe nötig.
Selbsthilfe zu Hause
- Viel trinken: 2 bis 3 Liter Wasser oder ungesüßter Tee pro Tag (sofern vom Arzt nicht eingeschränkt)
- Wärme (z. B. Wärmflasche) auf der schmerzenden Stelle kann die Krämpfe lindern
- Bewegung (spazieren gehen) kann helfen, den Stein in Bewegung zu bringen
- Bei Übelkeit: kleine, häufige Schlucke Wasser, trockene Zwiebacke oder leichte Kost
Medizinische Behandlungen
Bei Schmerzen können Ärzte entzündungshemmende oder krampflösende Medikamente verschreiben. Diese entspannen die Harnwege und erleichtern den Abgang des Steins. Gegen Übelkeit und Erbrechen gibt es Mittel, die den Brechreiz stillen. Bei größeren Steinen kommen Verfahren wie die Stoßwellentherapie (ESWL) oder die Harnleiterspiegelung (Ureterorenoskopie) zum Einsatz. In manchen Fällen wird der Stein mit einem kleinen Gerät zertrümmert oder entfernt.
Wann kommt eine Operation infrage?
Eine Operation ist nur selten nötig, zum Beispiel wenn der Stein sehr groß ist, eine Nierenstauung verursacht oder sich nicht mit den anderen Methoden behandeln lässt. Der Eingriff erfolgt meist minimalinvasiv über einen kleinen Schnitt im Rücken oder über feine Instrumente durch die Harnwege.
Leben mit der Erkrankung
Die meisten Menschen mit Nierensteinen führen ein normales Leben. Nach einem akuten Schub sollten Sie Ihren Körper schonen und ausreichend trinken. Beobachten Sie, ob neue Symptome auftreten.
Tipps für den Alltag
- Ausreichend trinken: mindestens 2 Liter pro Tag, bei Hitze oder Sport mehr
- Gesunde Ernährung: wenig Salz, wenig tierisches Eiweiß, viel Gemüse und Obst
- Regelmäßige Bewegung: unterstützt die Durchblutung der Nieren und den Abgang von kleinen Steinen
- Bei Übergewicht: Abnehmen (langsam und gesund) kann das Risiko senken
Ernährung und Bewegung
Achten Sie auf eine ausgewogene Ernährung mit viel Flüssigkeit. Vermeiden Sie zu viel Salz und Zucker. Oxalatreiche Lebensmittel (wie Spinat, Rhabarber, Schokolade) sind in Maßen in Ordnung, aber nicht in großen Mengen. Bewegung wie Spazierengehen oder Radfahren ist empfehlenswert.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Starke Schmerzen und wiederholte Nierensteine können belastend sein. Viele Menschen fühlen sich verunsichert oder ängstlich. Sprechen Sie offen mit Ihrem Arzt über Ihre Sorgen. Falls die Belastung groß wird, kann eine psychologische Unterstützung sinnvoll sein.
Vorbeugung
Ja, durch ausreichendes Trinken, eine ausgewogene Ernährung und ausreichend Bewegung lässt sich das Risiko für neue Nierensteine deutlich senken. Auch das Vermeiden von Übergewicht und die Behandlung von Grunderkrankungen (z. B. Harnwegsinfekte) helfen.
Komplikationen
Unbehandelt
- Nierenstauung (Harnstau): der Urin kann nicht abfließen, die Niere wird geschädigt
- Nierenbeckenentzündung (Pyelonephritis): kann zu Fieber und Blutvergiftung führen
- Chronische Nierenschädigung bei dauerhafter Stauung oder wiederholten Steinen
Langzeitprognose
Mit der richtigen Behandlung und Nachsorge haben die meisten Menschen eine sehr gute Prognose. Die allermeisten Steine gehen von selbst ab oder lassen sich gut behandeln. Mit einer Umstellung der Lebensweise lassen sich weitere Steine oft verhindern.
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Überprüfen Sie die Informationen immer mit Ihrem Arzt
Gesundheitsrichtlinien variieren je nach Land und Region. Die Informationen in diesem Artikel basieren auf internationalen klinischen Leitlinien, spiegeln jedoch möglicherweise nicht die spezifischen Richtlinien, Medikamente oder Praktiken in Ihrem Land wider. Besprechen Sie Ihre Gesundheitsfragen immer mit Ihrem Arzt oder Gesundheitsdienstleister und beziehen Sie sich auf Ihre lokalen nationalen Gesundheitsrichtlinien, sofern verfügbar.
Wichtiger Hinweis Diese Informationen dienen nur zu Bildungszwecken. Sie ersetzen keine professionelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Konsultieren Sie bei Fragen immer einen qualifizierten Arzt. Bei einem medizinischen Notfall wählen Sie sofort den örtlichen Notruf.
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Quellen und Leitlinien
Dieser Artikel dient der Aufklärung und orientiert sich an anerkannten Gesundheitsinformations- und klinischen Leitlinienquellen, sofern verfügbar. Spezifische Quellenlinks können je nach Thema variieren.
Zuletzt aktualisiert: 30. Juli 2026
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