Nierenprobleme und Übelkeit – was Sie wissen sollten
Basierend auf internationalen klinischen Leitlinien
Übersicht
Wenn die Nieren nicht richtig arbeiten, können sich Abfallstoffe im Blut ansammeln. Das kann Übelkeit und Erbrechen auslösen. Auch Nierensteine oder Nierenbeckenentzündungen können Übelkeit verursachen. Übelkeit ist also ein mögliches Zeichen dafür, dass etwas mit den Nieren nicht stimmt.
Wichtige Fakten
- Übelkeit kann ein frühes Anzeichen für eine Nierenerkrankung sein.
- Bei einer Nierenschwäche (Niereninsuffizienz) reichern sich Giftstoffe im Körper an, die Übelkeit auslösen.
- Nierensteine und Nierenbeckenentzündungen können ebenfalls Übelkeit verursachen.
Übelkeit als Begleitsymptom von Nierenerkrankungen kommt häufig vor, vor allem bei fortgeschrittener Nierenschwäche oder akuten Nierenproblemen wie Koliken oder Entzündungen.
Menschen mit chronischen Nierenerkrankungen, Nierensteinen oder wiederkehrenden Harnwegsinfekten sind besonders betroffen. Auch ältere Menschen und Diabetiker haben ein erhöhtes Risiko.
Symptome
- Plötzliche, starke Übelkeit mit Erbrechen, die nicht aufhört
- Bewusstlosigkeit oder starke Verwirrtheit
- Anhaltende Schmerzen im Rücken oder in der Seite
- ⚠Übelkeit mit gleichzeitigem Fieber und Schüttelfrost
- ⚠Blut im Urin oder sehr dunkler Urin
- ⚠Verminderte Urinausscheidung über mehr als 8 Stunden
Häufige Symptome
- Übelkeit, manchmal mit Erbrechen
- Müdigkeit und Abgeschlagenheit
- Juckreiz der Haut
- Geschwollene Beine oder Knöchel (Ödeme)
- Veränderte Urinmenge oder -farbe
- Appetitlosigkeit
Symptome bei Kindern
- Übelkeit und Erbrechen, besonders morgens
- Wachstumsstörungen oder Gedeihstörungen
- Blasses oder fahles Aussehen
Symptome bei älteren Erwachsenen
- Verwirrtheit oder Konzentrationsstörungen
- Nachlassen der körperlichen Leistungsfähigkeit
- Verstärkte Übelkeit nach Mahlzeiten
Ursachen
Hauptursachen
- Chronische Nierenschwäche (Niereninsuffizienz): Giftstoffe bleiben im Blut.
- Nierensteine: Blockierung des Harnleiters verursacht Schmerz und Übelkeit.
- Nierenbeckenentzündung: Bakterielle Infektion der Niere.
- Akutes Nierenversagen: Plötzlicher Funktionsverlust der Niere.
Risikofaktoren
- Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit)
- Hoher Blutdruck
- Übergewicht
- Rauchen
- Wiederholte Niereninfektionen
- Alter über 60 Jahre
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Wenn Übelkeit mit starken Schmerzen im Rücken oder in der Seite auftritt.
- Bei Fieber und Schüttelfrost zusammen mit Übelkeit.
- Wenn Sie weniger als 500 ml Urin pro Tag ausscheiden.
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Wenn Übelkeit und Müdigkeit länger als eine Woche anhalten.
- Bei wiederkehrender Übelkeit ohne erkennbare Ursache.
- Wenn Sie bereits Nierenprobleme haben und sich Ihr Zustand verschlechtert.
Diagnose
Der Arzt fragt nach Ihren Beschwerden und untersucht Sie körperlich. Mit einfachen Tests lässt sich feststellen, ob Ihre Nieren richtig arbeiten.
Mögliche Untersuchungen
- Blutuntersuchung: Kreatinin, Harnstoff, GFR (glomeruläre Filtrationsrate) zur Beurteilung der Nierenfunktion.
- Urintest: Teststreifen und mikroskopische Untersuchung auf Blut, Eiweiß oder Bakterien.
- Ultraschall der Nieren: Größe, Form und Steine sichtbar machen.
- Bei Bedarf: CT oder MRT bei Verdacht auf Steine oder Tumore.
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Die Untersuchungen sind meist schmerzfrei. Ein Ultraschall dauert etwa 15 Minuten. Blut- und Urintests liefern schnell erste Ergebnisse. Je nach Befund überweist der Arzt Sie zum Nierenfacharzt (Nephrologen).
Behandlung
Die Behandlung richtet sich nach der Ursache der Nierenprobleme. Ziel ist es, die Nierenfunktion zu verbessern und Übelkeit zu lindern.
Selbsthilfe zu Hause
- Achten Sie auf ausreichend Flüssigkeitszufuhr – am besten Wasser oder ungesüßter Tee.
- Meiden Sie stark gewürzte oder fettige Speisen, die Übelkeit verstärken könnten.
- Essen Sie kleine, leichte Mahlzeiten über den Tag verteilt.
- Vermeiden Sie Alkohol und Rauchen.
Medizinische Behandlungen
Der Arzt kann Medikamente gegen Übelkeit verschreiben (sogenannte Antiemetika). Bei Nierensteinen können Schmerzmittel und Medikamente helfen, die Steine auszuscheiden. Bei einer bakteriellen Infektion sind Antibiotika notwendig. Bei chronischer Nierenschwäche können blutdrucksenkende Medikamente und eine spezielle eiweißarme Ernährung die Nieren entlasten.
Wann kommt eine Operation infrage?
Eine Operation kann nötig sein, wenn Nierensteine zu groß sind, um von selbst abzugehen, oder wenn eine Nierenbeckenentzündung auf Medikamente nicht anspricht. Bei fortgeschrittener Nierenschwäche kann eine Nierenersatztherapie (Dialyse) oder eine Nierentransplantation in Betracht kommen.
Leben mit der Erkrankung
Mit einer Nierenerkrankung ist es wichtig, regelmäßig ärztliche Kontrollen wahrzunehmen und den Blutdruck im Auge zu behalten. Übelkeit kann durch eine angepasste Ernährung und Flüssigkeitszufuhr oft gelindert werden.
Tipps für den Alltag
- Tägliche Bewegung, z. B. Spazierengehen oder leichte Gymnastik.
- Stress vermeiden – Entspannungsübungen wie Yoga oder Meditation können helfen.
- Regelmäßiges Wiegen, um Wassereinlagerungen früh zu erkennen.
Ernährung und Bewegung
Eine nierenfreundliche Ernährung ist meist salzarm, eiweißreduziert und enthält wenig Kalium und Phosphor. Besprechen Sie Ihren Speiseplan mit einem Ernährungsberater. Leichte Bewegung wie Schwimmen oder Radfahren fördert die Durchblutung und das Wohlbefinden.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Chronische Nierenerkrankungen können belastend sein. Übelkeit und Müdigkeit beeinträchtigen die Lebensqualität. Es ist normal, sich manchmal ängstlich oder traurig zu fühlen. Sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder suchen Sie psychosoziale Unterstützung.
Vorbeugung
Nicht alle Nierenerkrankungen sind vermeidbar. Aber Sie können Ihr Risiko senken, indem Sie ausreichend trinken, salzarm essen, auf Rauchen verzichten und Blutdruck sowie Blutzucker regelmäßig kontrollieren lassen.
Impfungen
Eine Impfung gegen Grippe oder Pneumokokken wird bei Nierenschwäche oft empfohlen. Fragen Sie Ihren Arzt.
Früherkennungsprogramme
Ein regelmäßiger Nieren-Check (Blutdruck, Urintest, Blutuntersuchung) ist sinnvoll, besonders bei Risikofaktoren wie Diabetes oder Bluthochdruck.
Komplikationen
Unbehandelt
- Fortschreiten der Nierenschwäche bis hin zum Nierenversagen.
- Austrocknung (Dehydratation) durch anhaltende Übelkeit und Erbrechen.
- Elektrolytstörungen (z. B. zu viel Kalium im Blut), die Herzrhythmusstörungen auslösen können.
- Verschlechterung der allgemeinen Gesundheit und erhöhte Infektanfälligkeit.
Langzeitprognose
Viele Nierenerkrankungen lassen sich gut behandeln, vor allem wenn sie früh erkannt werden. Auch bei fortgeschrittener Nierenschwäche gibt es wirksame Therapien, die die Lebensqualität erhalten können. Mit modernen Behandlungen wie Dialyse oder Transplantation haben Betroffene gute Chancen auf ein langes, aktives Leben.
Unterstützung finden
Lokale Organisationen
- Deutsche Nierenstiftung ↗ · Deutschland
- Bundesverband Niere e.V. ↗ · Deutschland
Hilfetelefone
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Überprüfen Sie die Informationen immer mit Ihrem Arzt
Gesundheitsrichtlinien variieren je nach Land und Region. Die Informationen in diesem Artikel basieren auf internationalen klinischen Leitlinien, spiegeln jedoch möglicherweise nicht die spezifischen Richtlinien, Medikamente oder Praktiken in Ihrem Land wider. Besprechen Sie Ihre Gesundheitsfragen immer mit Ihrem Arzt oder Gesundheitsdienstleister und beziehen Sie sich auf Ihre lokalen nationalen Gesundheitsrichtlinien, sofern verfügbar.
Wichtiger Hinweis Diese Informationen dienen nur zu Bildungszwecken. Sie ersetzen keine professionelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Konsultieren Sie bei Fragen immer einen qualifizierten Arzt. Bei einem medizinischen Notfall wählen Sie sofort den örtlichen Notruf.
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Quellen und Leitlinien
Dieser Artikel dient der Aufklärung und orientiert sich an anerkannten Gesundheitsinformations- und klinischen Leitlinienquellen, sofern verfügbar. Spezifische Quellenlinks können je nach Thema variieren.
Zuletzt aktualisiert: 30. Juli 2026
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