Lang anhaltende Nierensteine – was Sie wissen sollten
Basierend auf internationalen klinischen Leitlinien
Übersicht
Nierensteine sind kleine, harte Ablagerungen aus Mineralien und Salzen, die sich in den Nieren bilden. Wenn ein Stein über Wochen oder Monate bestehen bleibt oder immer wiederkehrt, spricht man von lang anhaltenden Nierensteinen. Sie können Beschwerden verursachen und die Nierenfunktion beeinträchtigen.
Wichtige Fakten
- Nierensteine bestehen aus Kristallen, die sich aus dem Urin ablagern.
- Ein Stein, der nicht von selbst abgeht, kann in der Niere oder im Harnleiter stecken bleiben.
- Lang anhaltende Steine können zu Nierenschäden oder Infektionen führen.
Ja, Nierensteine sind in Deutschland häufig. Etwa jeder zehnte Mensch hat mindestens einmal im Leben einen Nierenstein. Länger bestehende oder wiederkehrende Steine sind seltener, aber nicht ungewöhnlich.
Männer sind häufiger betroffen als Frauen, besonders zwischen 30 und 60 Jahren. Auch Menschen mit bestimmten Erkrankungen oder familiärer Vorbelastung haben ein höheres Risiko.
Symptome
- Plötzliche, unerträgliche Schmerzen, die nicht nachlassen
- Fieber über 38,5 °C mit Schüttelfrost (Zeichen einer Infektion)
- Übelkeit und Erbrechen, sodass Sie keine Flüssigkeit bei sich behalten
- Wenn Sie überhaupt keinen Urin mehr lassen können
- ⚠Starke Schmerzen, die aber mit Ruhe erträglich sind
- ⚠Sichtbares Blut im Urin
- ⚠Fieber unter 38,5 °C
- ⚠Schmerzen, die länger als 2 Tage anhalten
Häufige Symptome
- Starke, krampfartige Schmerzen im unteren Rücken oder in der Seite (Flankenschmerzen)
- Schmerzen, die in den Unterbauch oder die Leiste ausstrahlen
- Blut im Urin (rötliche oder bräunliche Färbung)
- Häufiges Wasserlassen oder Schmerzen beim Wasserlassen
- Übelkeit und Erbrechen
Symptome bei Kindern
- Bauchschmerzen, die oft nicht genau zugeordnet werden können
- Übelkeit und Erbrechen
- Blut im Urin (manchmal nur mit Test nachweisbar)
- Unruhe und Weinen bei Kleinkindern
Symptome bei älteren Erwachsenen
- Oft weniger typische Schmerzen, stattdessen Verwirrtheit oder allgemeines Unwohlsein
- Harnwegsinfektionen, die nicht abheilen
- Veränderte Toilettengewohnheiten (häufiger oder seltener Urin)
Ursachen
Hauptursachen
- Zu wenig Trinken – der Urin wird zu konzentriert und Mineralien kristallisieren
- Bestimmte Stoffwechselerkrankungen (z. B. erhöhte Kalzium- oder Harnsäurewerte)
- Wiederkehrende Harnwegsinfektionen
- Einnahme von Medikamenten, die die Steinbildung fördern (z. B. manche Entwässerungsmittel)
Risikofaktoren
- Zu geringe Flüssigkeitszufuhr (weniger als 1,5 Liter pro Tag)
- Übergewicht und ungesunde Ernährung (viel Salz, Zucker, tierisches Eiweiß)
- Erkrankungen wie Gicht, Morbus Crohn oder Hyperparathyreoidismus
- Familiäre Veranlagung
- Einnahme von Vitamin-C- oder Kalzium-Präparaten in hohen Dosen (ohne ärztliche Kontrolle)
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Bei plötzlichen, sehr starken Schmerzen, besonders mit Fieber oder Übelkeit
- Wenn Sie kein Wasser lassen können
- Bei Anzeichen einer Niereninfektion (Fieber, Schüttelfrost)
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Wenn Sie wiederholt Nierensteine haben
- Bei anhaltenden, leichteren Schmerzen im Rücken oder Unterleib
- Wenn Sie Blut im Urin bemerken (auch wenn es nur vorübergehend ist)
Diagnose
Ihr Arzt wird zunächst mit Ihnen sprechen (Anamnese) und eine körperliche Untersuchung durchführen. Anschließend kommen bildgebende Verfahren und Urintests zum Einsatz. Die Diagnose folgt den Leitlinien der AWMF.
Mögliche Untersuchungen
- Ultraschall (Sonographie) der Nieren und Harnwege – schmerzfrei und ohne Strahlung
- Computertomographie (CT) – zeigt Lage und Größe der Steine genau
- Urinuntersuchung – auf Blut, Infektionszeichen und Kristalle
- Blutuntersuchung – zur Kontrolle der Nierenfunktion und von Mineralstoffen
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Die Untersuchungen sind in der Regel nicht schmerzhaft. Bei einem CT müssen Sie kurz still liegen. Ihr Arzt bespricht die Ergebnisse mit Ihnen und erstellt gemeinsam mit Ihnen einen Behandlungsplan.
Behandlung
Die Behandlung hängt von Größe, Lage und Zusammensetzung des Steins ab. Viele kleine Steine gehen von selbst ab. Bei länger bestehenden Steinen können verschiedene Verfahren helfen.
Selbsthilfe zu Hause
- Viel trinken – mindestens 2 bis 3 Liter Wasser oder ungesüßten Tee pro Tag (wenn Ihr Arzt nichts anderes sagt)
- Wärmeanwendungen (z. B. Wärmflasche) können die Schmerzen lindern
- Bewegung – moderate Bewegung kann den Steinabgang fördern
- Auf eine ausgewogene Ernährung achten
Medizinische Behandlungen
Medikamente können helfen, Schmerzen zu lindern und die Harnwege zu entspannen. In bestimmten Fällen werden Medikamente eingesetzt, um die Steinauflösung zu fördern (z. B. bei Harnsäuresteinen). Ihr Arzt wird die für Sie geeignete Therapie besprechen.
Wann kommt eine Operation infrage?
Wenn der Stein zu groß ist, um von selbst abzugehen, oder wenn er Komplikationen verursacht (z. B. Infektion, Nierenstau), kommt ein minimalinvasiver Eingriff infrage. Dazu gehören die Stoßwellentherapie (ESWL) oder die Harnleiterspiegelung (Ureteroskopie). In seltenen Fällen ist ein kleiner operativer Eingriff notwendig.
Leben mit der Erkrankung
Mit länger bestehenden Nierensteinen können Sie meist normal leben. Wichtig ist, auf Ihre Symptome zu achten und regelmäßig Ihren Arzt zu kontrollieren. Trinken Sie ausreichend und achten Sie auf eine gesunde Ernährung.
Tipps für den Alltag
- Trinken Sie über den Tag verteilt viel Flüssigkeit – am besten Wasser oder ungesüßte Kräutertees
- Reduzieren Sie Salz und tierisches Eiweiß (Fleisch, Wurst)
- Bewegen Sie sich regelmäßig – das kann die Durchblutung der Nieren fördern
Ernährung und Bewegung
Eine ausgewogene Ernährung mit viel Gemüse und Obst sowie ausreichend Flüssigkeit ist wichtig. Vermeiden Sie zu viel Salz und Zucker. Bewegung wie Spazierengehen oder Radfahren ist förderlich. Besprechen Sie spezielle Diäten mit Ihrem Arzt, besonders bei wiederkehrenden Steinen.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Chronische Schmerzen und wiederkehrende Arztbesuche können belastend sein. Sorgen um die Nierenfunktion oder die Angst vor einem erneuten Stein können auftreten. Es ist völlig normal, sich manchmal belastet zu fühlen.
Vorbeugung
Ja, in vielen Fällen lassen sich Nierensteine durch ausreichend Trinken und gesunde Ernährung verhindern. Wenn Sie bereits Steine hatten, kann Ihr Arzt eine individuelle Vorbeugung empfehlen – je nach Steinart.
Impfungen
Es gibt keine Impfung gegen Nierensteine.
Früherkennungsprogramme
Ein allgemeines Screening in der Bevölkerung wird nicht empfohlen. Wenn Sie jedoch wiederholt Steine haben, kann Ihr Arzt regelmäßige Kontrolluntersuchungen (z. B. Ultraschall) vorschlagen.
Komplikationen
Unbehandelt
- Nierenstau (Harnstau) – der Urin kann nicht abfließen und schädigt die Niere
- Niereninfektion (Pyelonephritis) – kann zu schweren Allgemeininfektionen führen
- Narbenbildung in der Niere – langfristig kann die Nierenfunktion abnehmen
- Wiederkehrende starke Schmerzattacken
Langzeitprognose
Die meisten Nierensteine lassen sich gut behandeln. Mit der richtigen Vorbeugung können neue Steine oft vermieden werden. Auch wenn Steine länger bestehen, gibt es wirksame Behandlungsmöglichkeiten, die die Nierenfunktion schützen. Eine gute Zusammenarbeit mit Ihrem Arzt ist der Schlüssel zu einem beschwerdearmen Leben.
Unterstützung finden
Hilfetelefone
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Überprüfen Sie die Informationen immer mit Ihrem Arzt
Gesundheitsrichtlinien variieren je nach Land und Region. Die Informationen in diesem Artikel basieren auf internationalen klinischen Leitlinien, spiegeln jedoch möglicherweise nicht die spezifischen Richtlinien, Medikamente oder Praktiken in Ihrem Land wider. Besprechen Sie Ihre Gesundheitsfragen immer mit Ihrem Arzt oder Gesundheitsdienstleister und beziehen Sie sich auf Ihre lokalen nationalen Gesundheitsrichtlinien, sofern verfügbar.
Wichtiger Hinweis Diese Informationen dienen nur zu Bildungszwecken. Sie ersetzen keine professionelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Konsultieren Sie bei Fragen immer einen qualifizierten Arzt. Bei einem medizinischen Notfall wählen Sie sofort den örtlichen Notruf.
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Quellen und Leitlinien
Dieser Artikel dient der Aufklärung und orientiert sich an anerkannten Gesundheitsinformations- und klinischen Leitlinienquellen, sofern verfügbar. Spezifische Quellenlinks können je nach Thema variieren.
Zuletzt aktualisiert: 30. Juli 2026
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