Taubheitsgefühl mit Übelkeit
Basierend auf internationalen klinischen Leitlinien
Übersicht
Taubheitsgefühl bedeutet, dass Hautstellen wie pelzig, empfindungslos oder kribbelnd sind. Übelkeit ist ein unangenehmes Gefühl im Magen, oft mit dem Drang zu erbrechen. Wenn beide zusammen auftreten, kann das auf Nerven oder eine vorübergehende Durchblutungsstörung im Gehirn hindeuten. Es ist keine eigene Krankheit, sondern ein Warnzeichen – manchmal harmlos, manchmal ernst.
Wichtige Fakten
- Taubheitsgefühl und Übelkeit können zusammen zum Beispiel bei Migräne, Nervenreizungen oder einer vorübergehenden Minderdurchblutung des Gehirns auftreten.
- Eine plötzliche Taubheit auf einer Körperseite ist ein Notfall – rufen Sie sofort die 112.
- Die Ursache klingt oft von selbst ab, sollte aber immer ärztlich geklärt werden.
Ja, die Kombination aus Taubheitsgefühl und Übelkeit ist nicht selten. Besonders häufig tritt sie bei Migräne mit Aura auf, seltener auch bei Durchblutungsstörungen oder eingeklemmten Nerven.
Sie kann in jedem Alter entstehen. Bei jüngeren Menschen ist oft eine Migräne die Ursache, bei älteren Menschen sollten Durchblutungsstörungen im Gehirn ausgeschlossen werden.
Symptome
- Plötzliche Taubheit oder Schwäche in Gesicht, Arm oder Bein auf einer Körperhälfte
- Sprachstörungen oder Schwierigkeiten, Worte zu verstehen
- Plötzlich verschwommenes Sehen oder Sehverlust
- Starker Schwindel mit Gangunsicherheit oder das Gefühl, umzukippen
- Stärkster Kopfschmerz, wie er noch nie war
- Bewusstlosigkeit oder deutliche Verwirrtheit
- ⚠Taubheitsgefühl und Übelkeit, die nicht wieder verschwinden
- ⚠Taubheitsgefühl, das sich auf weitere Körperteile ausbreitet
- ⚠Beschwerden nach einem Sturz oder Unfall
- ⚠Taubheitsgefühl mit Fieber oder einem steifen Nacken
- ⚠Wiederkehrende Anfälle mit diesen Symptomen
Häufige Symptome
- Taubheitsgefühl oder Kribbeln in Arm, Hand, Bein oder Gesicht
- Übelkeit, manchmal mit Erbrechen
- Schwindel oder Benommenheit
- Kopfschmerzen, oft einseitig bei Migräne
- Sehstörungen wie verschwommenes Sehen oder Lichtblitze
- Ein pelziges Gefühl auf der Haut
Symptome bei Kindern
- Bei Kindern kann Taubheitsgefühl mit Übelkeit zum Beispiel bei einer Migräne, nach einem Sturz oder bei einem eingeklemmten Nerv auftreten.
- Manche Kinder beschreiben ein „komisches Gefühl“ oder eine Gänsehaut, ohne dass eine Ursache sichtbar ist.
Symptome bei älteren Erwachsenen
- Bei älteren Menschen sind diese Beschwerden besonders ernst zu nehmen, weil sie auf eine vorübergehende Minderdurchblutung des Gehirns (TIA) oder einen Schlaganfall hinweisen können.
- Auch Nebenwirkungen von Blutdruckmedikamenten oder anderen Arzneimitteln sind bei älteren Menschen möglich.
Ursachen
Hauptursachen
- Migräne mit Aura: Bei dieser Migräneform treten vor oder während des Kopfschmerzes Gefühlsstörungen wie Kribbeln und Taubheit auf, verbunden mit Übelkeit.
- Vorübergehende Minderdurchblutung des Gehirns (TIA): Ein kurzer, schlaganfallähnlicher Anfall, der sich von selbst zurückbildet.
- Eingeklemmte Nerven, zum Beispiel durch einen Bandscheibenvorfall in der Halswirbelsäule.
- Unterzuckerung bei Diabetes – sie kann Übelkeit und ein kribbelndes Taubheitsgefühl auslösen.
- Multiple Sklerose (MS), eine entzündliche Erkrankung des Nervensystems.
- Angst- und Panikattacken, die körperliche Symptome wie Übelkeit und Kribbeln hervorrufen können.
Risikofaktoren
- Hoher Blutdruck
- Diabetes mellitus
- Rauchen
- Bewegungsmangel
- Anhaltender Stress
- Höheres Lebensalter
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Wenn die Beschwerden plötzlich auftreten – besonders zusammen mit Lähmungen, Sprachstörungen oder Sehverlust – rufen Sie sofort den Notruf 112.
- Wenn Sie unsicher sind, ob es ein Notfall ist, rufen Sie den Notruf oder suchen Sie die Notaufnahme auf.
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Wenn die Symptome regelmäßig auftreten, etwa bei bestimmten Situationen oder Uhrzeiten.
- Wenn sie mehrere Tage anhalten oder den Alltag beeinträchtigen.
- Wenn Sie bereits an Migräne oder anderen Nervenerkrankungen leiden und die Beschwerden sich verändern.
Diagnose
Der Arzt fragt zuerst ausführlich nach Ihren Beschwerden, Ihrem Alltag und Ihrer Krankengeschichte. Danach folgen eine körperliche und eine neurologische Untersuchung. Je nach Befund werden weitere Untersuchungen geplant.
Mögliche Untersuchungen
- Neurologische Untersuchung von Reflexen, Kraft, Gefühl und Koordination
- Blutdruckmessung und Blutuntersuchung, zum Beispiel von Blutzucker und Entzündungswerten
- Bildgebung des Gehirns: Computer- oder Magnetresonanztomografie (CT, MRT)
- Messung der Nervenleitgeschwindigkeit (Elektroneurographie), wenn ein Nerv problem vermutet wird
- Bei Migräneverdacht: Kopfschmerztagebuch oder spezielle Fragebögen
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Sie können zuerst zu Ihrem Hausarzt gehen oder bei plötzlichen Beschwerden direkt in die Notaufnahme. Die meisten Untersuchungen sind schmerzfrei. Wenn nötig, überweist Sie der Arzt an eine neurologische Praxis oder Klinik.
Behandlung
Die Behandlung richtet sich nach der Ursache. Zuerst wird eine genaue Diagnose gestellt. Danach behandelt der Arzt zum Beispiel eine Migräne, eine Durchblutungsstörung oder eine Nervenreizung. Manche Ursachen klingen von selbst ab und brauchen nur eine begleitende Behandlung der Symptome.
Selbsthilfe zu Hause
- Legen Sie sich hin und bleiben Sie ruhig, wenn Ihnen schwindlig oder übel ist.
- Trinken Sie ausreichend Wasser, sofern Ihr Arzt es nicht eingeschränkt hat.
- Vermeiden Sie Stress und gönnen Sie sich regelmäßig Pausen.
- Wenn Sie Diabetiker sind, messen Sie Ihren Blutzucker, wenn Sie die Zeichen bemerken.
- Suchen Sie bei Wiederauftreten der Symptome rechtzeitig ärztliche Hilfe.
Medizinische Behandlungen
Medikamente können eingesetzt werden, um Übelkeit zu lindern oder Nervenschmerzen zu beruhigen. Bei Migräne gibt es spezielle Migränemittel. Bei Durchblutungsstörungen werden Blutdruck und Blutgerinnung eingestellt. Auch Physiotherapie, Akupunktur oder Entspannungsverfahren können unterstützen. Welche Behandlung zu Ihnen passt, entscheidet Ihr Arzt – eine Selbstmedikation ist nicht empfehlenswert.
Wann kommt eine Operation infrage?
Eine Operation kommt nur selten infrage, zum Beispiel wenn ein Bandscheibenvorfall auf einen Nerv drückt und andere Therapien nicht ausreichen. Ihr Arzt bespricht das in einem ausführlichen Gespräch mit Ihnen.
Leben mit der Erkrankung
Achten Sie auf die Signale Ihres Körpers. Wenn plötzlich Warnzeichen wie Halbseitenlähmungen auftreten, rufen Sie sofort die 112. Führen Sie ein Symptomtagebuch – das hilft Ihnen und Ihrem Arzt, Muster zu erkennen.
Tipps für den Alltag
- Sorgen Sie für feste Schlafzeiten und ausreichend Erholung.
- Bewegen Sie sich regelmäßig, am besten an der frischen Luft.
- Reduzieren Sie Stress durch Atemübungen oder Spaziergänge.
- Verzichten Sie auf das Rauchen und trinken Sie nur wenig Alkohol.
Ernährung und Bewegung
Eine ausgewogene Ernährung mit Obst, Gemüse und Vollkornprodukten hält Kreislauf und Nerven stabil. Leichte Bewegung kann helfen, den Kopf zu klären und Verspannungen zu lösen. Besprechen Sie mit Ihrem Arzt, welche sportlichen Aktivitäten für Sie sinnvoll sind.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Wenn der Körper seltsame Signale sendet, kann das Angst machen – das ist verständlich. Bleiben Sie nicht allein damit. Reden Sie mit Familie oder Freunden, und holen Sie sich bei Bedarf professionelle Unterstützung von einem Psychotherapeuten oder der psychosozialen Beratung.
Vorbeugung
Nicht jede Ursache lässt sich verhindern. Sie können aber Ihr persönliches Risiko senken: Lassen Sie Blutdruck und Blutzucker regelmäßig kontrollieren, bewegen Sie sich ausreichend, rauchen Sie nicht und bauen Sie Stress ab. Wenn Sie an Migräne leiden, lernen Sie Ihre persönlichen Auslöser kennen – das kann Attacken vorbeugen.
Komplikationen
Unbehandelt
- Wenn eine ernste Ursache wie ein Schlaganfall nicht rechtzeitig erkannt wird, kann es zu bleibenden Schäden im Gehirn kommen.
- Bei unbehandelten Nerveneinklemmungen können Taubheitsgefühle und Schmerzen zunehmen.
- Dauerhafte Übelkeit kann zu Flüssigkeitsmangel und Gewichtsverlust führen.
Langzeitprognose
Mit der richtigen Diagnose und Behandlung sind die Aussichten oft sehr gut. Viele Ursachen, wie Migräne oder ein eingeklemmter Nerv, lassen sich gut behandeln oder verschwinden von selbst. Auch eine vorübergehende Durchblutungsstörung kann ohne bleibende Folgen bleiben, wenn rechtzeitig gehandelt wird.
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Überprüfen Sie die Informationen immer mit Ihrem Arzt
Gesundheitsrichtlinien variieren je nach Land und Region. Die Informationen in diesem Artikel basieren auf internationalen klinischen Leitlinien, spiegeln jedoch möglicherweise nicht die spezifischen Richtlinien, Medikamente oder Praktiken in Ihrem Land wider. Besprechen Sie Ihre Gesundheitsfragen immer mit Ihrem Arzt oder Gesundheitsdienstleister und beziehen Sie sich auf Ihre lokalen nationalen Gesundheitsrichtlinien, sofern verfügbar.
Wichtiger Hinweis Diese Informationen dienen nur zu Bildungszwecken. Sie ersetzen keine professionelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Konsultieren Sie bei Fragen immer einen qualifizierten Arzt. Bei einem medizinischen Notfall wählen Sie sofort den örtlichen Notruf.
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Quellen und Leitlinien
Dieser Artikel dient der Aufklärung und orientiert sich an anerkannten Gesundheitsinformations- und klinischen Leitlinienquellen, sofern verfügbar. Spezifische Quellenlinks können je nach Thema variieren.
Zuletzt aktualisiert: 31. Juli 2026
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