Herzrasen bei älteren Erwachsenen
Basierend auf internationalen klinischen Leitlinien
Übersicht
Herzstolpern, auch Palpitationen genannt, ist das Gefühl, dass das Herz unregelmäßig, zu schnell oder zu stark schlägt. Es kann sich anfühlen, als ob das Herz kurz aussetzt oder einen „Sprung“ macht.
Wichtige Fakten
- Palpitationen sind bei älteren Menschen sehr häufig und meist harmlos.
- Sie können durch Stress, Genussmittel oder Medikamente ausgelöst werden.
- In einigen Fällen steckt eine behandlungsbedürftige Herzrhythmusstörung dahinter.
Ja, Palpitationen treten bei älteren Erwachsenen sehr häufig auf. Viele Menschen kennen das Gefühl des Herzstolperns, besonders in Ruhe oder nach dem Essen.
Betroffen sind vor allem Menschen über 60 Jahre, da das Herz im Alter anfälliger für Rhythmusstörungen ist. Auch Menschen mit Bluthochdruck, Diabetes oder Herzschwäche haben häufiger Palpitationen.
Symptome
- Starke Schmerzen oder Druck in der Brust, die länger als ein paar Minuten anhalten
- Plötzliche Atemnot oder das Gefühl zu ersticken
- Bewusstlosigkeit oder Ohnmacht (kurze Ohnmacht, die sich wiederholt)
- Das Herz rast ohne erkennbaren Grund und der Blutdruck fällt ab
- ⚠Palpitationen, die länger als eine halbe Stunde anhalten oder immer wieder kommen
- ⚠Begleitender Schwindel oder das Gefühl, gleich umzufallen, ohne dass eine ernste Ursache festgestellt wurde
- ⚠Schwächegefühl oder starke Müdigkeit ohne Anstrengung
Häufige Symptome
- Das Herz schlägt spürbar schnell, stark oder unregelmäßig.
- Ein plötzliches „Aussetzen“ oder „Stolpern“ des Herzschlags.
- Ein flaues Gefühl in der Brust
Symptome bei Kindern
- Bei Kindern sind Palpitationen selten ernsthaft, können aber ähnliche Symptome wie bei Erwachsenen verursachen.
Symptome bei älteren Erwachsenen
- Das Herzrasen kann mit Schwindel, Kurzatmigkeit oder Schwäche einhergehen.
- Manchmal bleibt der Puls dauerhaft unregelmäßig (z. B. bei Vorhofflimmern).
- Ältere Menschen spüren Palpitationen oft stärker, besonders nachts im Liegen.
Ursachen
Hauptursachen
- Harmlose Auslöser: Koffein, Alkohol, Nikotin, starker Tee oder Schokolade
- Stress, Angst oder Aufregung
- Bestimmte Medikamente (z. B. gegen Asthma, Bluthochdruck oder Schilddrüsenüberfunktion)
- Herzrhythmusstörungen wie Vorhofflimmern, Extrasystolen
- Erkrankungen wie Schilddrüsenüberfunktion, Blutarmut oder niedriger Blutzucker
Risikofaktoren
- Hohes Alter (über 60 Jahre)
- Bluthochdruck, Diabetes, Übergewicht
- Bestehende Herzkrankheiten (z. B. koronare Herzkrankheit, Herzschwäche)
- Rauchen oder übermäßiger Alkoholkonsum
- Schlafmangel oder körperliche Erschöpfung
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Bei plötzlichem Herzrasen mit Brustschmerz, Atemnot oder Ohnmacht sofort den Notruf 112 wählen.
- Bei anhaltenden Palpitationen über 30 Minuten oder wiederholten Ohnmachtsanfällen noch am gleichen Tag einen Arzt aufsuchen.
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Wenn Palpitationen häufiger auftreten oder Sie sich dabei unwohl fühlen, vereinbaren Sie einen Termin bei Ihrem Hausarzt oder Kardiologen.
- Auch wenn die Beschwerden nur kurz und selten sind, aber Sie beunruhigen, ist ein Arztbesuch sinnvoll.
Diagnose
Ihr Arzt wird zuerst mit Ihnen über Ihre Symptome und mögliche Auslöser sprechen. Dann folgt eine körperliche Untersuchung, bei der Puls und Blutdruck gemessen werden.
Mögliche Untersuchungen
- Ruhe-EKG: zeichnet die Herzströme im Liegen auf.
- Langzeit-EKG: Sie tragen 24 Stunden oder länger ein kleines Aufzeichnungsgerät, um unregelmäßige Herzschläge zu erfassen.
- Echokardiografie: Ultraschall des Herzens zur Beurteilung von Herzklappen und Pumpfunktion.
- Blutuntersuchung: auf Schilddrüsenwerte, Elektrolyte und Blutarmut.
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Die Untersuchungen sind schmerzfrei und dauern meist nicht länger als eine Stunde. Sie bekommen alle Ergebnisse mit Ihrem Arzt besprochen.
Behandlung
Die Behandlung richtet sich nach der Ursache. In vielen Fällen reicht es, Auslöser zu vermeiden und den Lebensstil anzupassen. Wenn eine Herzrhythmusstörung vorliegt, kann der Arzt Medikamente oder andere Verfahren vorschlagen.
Selbsthilfe zu Hause
- Reduzieren Sie Koffein, Nikotin und Alkohol.
- Sorgen Sie für ausreichend Schlaf und Entspannung.
- Bewegen Sie sich regelmäßig, aber ohne Überanstrengung.
- Trinken Sie genug (am besten Wasser oder ungesüßten Tee).
Medizinische Behandlungen
Je nach Ursache können Arzneimittel zum Einsatz kommen, die den Herzrhythmus stabilisieren oder die Blutgerinnung beeinflussen. Auch eine Behandlung der Grunderkrankung (z. B. Schilddrüsenüberfunktion) ist wichtig. Sprechen Sie mit Ihrem Arzt über die für Sie passende Therapie – es gibt viele gute Möglichkeiten.
Wann kommt eine Operation infrage?
In seltenen Fällen, wenn Medikamente nicht ausreichen, kommt eine Katheterablation in Frage. Dabei werden winzige Stellen im Herzen verödet, die die Rhythmusstörung auslösen. Ihr Kardiologe wird Sie beraten, ob das für Sie infrage kommt.
Leben mit der Erkrankung
Viele Menschen haben gelegentlich Palpitationen und leben damit gut. Wichtig ist, auf Ihren Körper zu achten und ärztliche Kontrollen wahrzunehmen. Notieren Sie, wann die Beschwerden auftreten – das hilft bei der Diagnose.
Tipps für den Alltag
- Vermeiden Sie Stress und übermäßige Belastung.
- Achten Sie auf einen regelmäßigen Schlafrhythmus.
- Reduzieren Sie Genussmittel wie Kaffee, Schwarztee, Energydrinks und Alkohol.
- Bewegen Sie sich an der frischen Luft, aber hören Sie auf Ihren Körper.
Ernährung und Bewegung
Eine ausgewogene Ernährung mit viel Obst, Gemüse und Vollkornprodukten unterstützt die Herzgesundheit. Vermeiden Sie sehr fettreiche Mahlzeiten. Leichte Ausdauerbewegung wie Spazierengehen, Radfahren oder Schwimmen ist optimal – fragen Sie Ihren Arzt, was für Sie geeignet ist.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Palpitationen können Angst auslösen, besonders wenn sie plötzlich auftreten. Diese Angst wiederum kann die Beschwerden verstärken. Entspannungstechniken wie Atemübungen, Meditation oder Spaziergänge in ruhiger Umgebung helfen, die innere Anspannung zu lösen.
Vorbeugung
Nicht alle Palpitationen lassen sich verhindern, aber ein gesunder Lebensstil verringert das Risiko. Dazu gehören: nicht rauchen, mäßiger Alkoholkonsum, ausreichend Bewegung und Stressabbau.
Impfungen
Eine Impfung gegen Grippe oder Pneumokokken kann vor schweren Infekten schützen, die manchmal Herzrhythmusstörungen auslösen. Lassen Sie sich von Ihrem Arzt beraten, ob Impfungen für Sie sinnvoll sind.
Früherkennungsprogramme
Regelmäßige ärztliche Kontrollen – besonders bei Bluthochdruck, Diabetes oder bekannten Herzerkrankungen – helfen, Rhythmusstörungen früh zu erkennen. Ein EKG gehört zur Vorsorgeuntersuchung ab 65 Jahren.
Komplikationen
Unbehandelt
- Bei anhaltendem Vorhofflimmern steigt das Risiko für einen Schlaganfall.
- Unbehandelte, schwere Rhythmusstörungen können zu Herzschwäche (Herzinsuffizienz) führen.
- Selten kann es zu einem plötzlichen Herzstillstand kommen – das ist aber extrem selten und betrifft fast nur Menschen mit schweren Herzerkrankungen.
Langzeitprognose
Mit der richtigen Abklärung und Behandlung haben die meisten Menschen mit Palpitationen eine gute Prognose. Auch wenn eine Rhythmusstörung vorliegt, lässt sie sich in der Regel gut behandeln. Viele Betroffene können ihren gewohnten Alltag ohne Einschränkungen fortsetzen.
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Überprüfen Sie die Informationen immer mit Ihrem Arzt
Gesundheitsrichtlinien variieren je nach Land und Region. Die Informationen in diesem Artikel basieren auf internationalen klinischen Leitlinien, spiegeln jedoch möglicherweise nicht die spezifischen Richtlinien, Medikamente oder Praktiken in Ihrem Land wider. Besprechen Sie Ihre Gesundheitsfragen immer mit Ihrem Arzt oder Gesundheitsdienstleister und beziehen Sie sich auf Ihre lokalen nationalen Gesundheitsrichtlinien, sofern verfügbar.
Wichtiger Hinweis Diese Informationen dienen nur zu Bildungszwecken. Sie ersetzen keine professionelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Konsultieren Sie bei Fragen immer einen qualifizierten Arzt. Bei einem medizinischen Notfall wählen Sie sofort den örtlichen Notruf.
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Quellen und Leitlinien
Dieser Artikel dient der Aufklärung und orientiert sich an anerkannten Gesundheitsinformations- und klinischen Leitlinienquellen, sofern verfügbar. Spezifische Quellenlinks können je nach Thema variieren.
Zuletzt aktualisiert: 30. Juli 2026
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