Panikattacken: Wenn die Angst plötzlich kommt und wieder geht
Basierend auf internationalen klinischen Leitlinien
Übersicht
Eine Panikattacke ist ein plötzliches, starkes Angsterleben, das ohne klare Gefahr auftritt. Der Körper schaltet in Alarmbereitschaft – mit Herzrasen, Schweißausbrüchen oder Atemnot. Nach einigen Minuten klingt die Welle meist ab. Wenn solche Attacken immer wieder vorkommen, sprechen Fachleute von einer Panikstörung.
Wichtige Fakten
- Panikattacken sind sehr unangenehm, aber nicht körperlich gefährlich.
- Die meisten Attacken dauern nur wenige Minuten und klingen von selbst ab.
- Mit einer Psychotherapie und ärztlicher Begleitung lassen sich Panikattacken meist gut bewältigen.
Ja, Panikattacken kommen häufig vor. Schätzungsweise 3 bis 4 von 100 Menschen erleben im Laufe ihres Lebens eine Panikstörung. Einzelne Panikattacken sind sogar noch häufiger.
Panikattacken können in jedem Alter auftreten, beginnen aber meist zwischen dem 15. und 35. Lebensjahr. Frauen sind etwas häufiger betroffen als Männer.
Symptome
- Plötzliche, starke Brustschmerzen, die in den Arm, den Rücken oder Kiefer ausstrahlen
- Bewusstlosigkeit oder Ohnmacht
- Sehr starke Atemnot, die auch in Ruhe nicht besser wird
- Lähmungserscheinungen oder Sprachstörungen
- ⚠Gedanken, sich selbst etwas anzutun – dann sofort Hilfe holen, zum Beispiel über 112.
- ⚠Panikattacken, die mehr als 30 Minuten andauern oder immer häufiger kommen.
- ⚠Wenn Sie das Gefühl haben, die Symptome nicht mehr aushalten zu können.
Häufige Symptome
- Herzklopfen oder Herzrasen
- Schwitzen und Zittern
- Atemnot oder Engegefühl im Hals
- Brustschmerzen oder Druckgefühl
- Schwindel oder Übelkeit
- Angst, zu sterben oder die Kontrolle zu verlieren
- Gefühl, neben sich zu stehen oder die Umgebung unwirklich zu erleben
Symptome bei Kindern
- Bauchschmerzen oder Kopfschmerzen ohne körperliche Ursache
- Starke Unruhe und Weinen
- Angst vor der Schule oder Trennung von den Eltern
- Herzklopfen und Schwitzen, manchmal begleitet von Wutausbrüchen
Symptome bei älteren Erwachsenen
- Schwindel und Gleichgewichtsstörungen
- Herzklopfen oder Engegefühl in der Brust
- Vermehrte Angst, zu fallen oder allein zu sein
- Rückzug und Verwirrtheitsgefühl, das an eine Verwirrtheit denken lässt
Ursachen
Hauptursachen
- Stress und Überforderung im Alltag
- Veranlagung: Manche Menschen haben ein empfindlicheres Angstsystem
- Belastende Lebensereignisse wie Trauer, Trennung oder Krankheit
- Veränderungen der Botenstoffe im Gehirn, die die Angstregulation betreffen
Risikofaktoren
- Traumatische Erfahrungen in der Vergangenheit
- Eine ängstliche oder unsichere Persönlichkeitsstruktur
- Familiäre Vorbelastung – Panikstörungen treten in manchen Familien gehäuft auf
- Chronischer Schlafmangel und hoher Koffeinkonsum
- Konsum von Aufputschmitteln oder Drogen
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Wenn Sie Suizidgedanken haben, rufen Sie sofort die 112 oder suchen Sie eine psychiatrische Notaufnahme auf.
- Wenn Panikattacken Sie daran hindern, das Haus zu verlassen oder Ihrer Arbeit nachzugehen.
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Wenn Sie zum ersten Mal eine Panikattacke haben, lassen Sie sie ärztlich abklären. Das schafft Sicherheit und schließt andere Ursachen aus.
- Wenn die Attacken wiederkehren und Sie belasten, sprechen Sie mit Ihrer Hausärztin oder Ihrem Hausarzt.
Diagnose
Die Ärztin oder der Arzt stellt die Diagnose in einem ausführlichen Gespräch. Wichtig ist, andere körperliche Erkrankungen auszuschließen, die ähnliche Symptome auslösen können.
Mögliche Untersuchungen
- Körperliche Untersuchung
- Elektrokardiogramm (EKG), um die Herzfunktion zu prüfen
- Blutuntersuchung, zum Beispiel von Schilddrüsenwerten
- Ein Fragebogen zu Angstsymptomen und Belastungen
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Sie dürfen alle Fragen stellen und sich Zeit nehmen. Die ärztliche Untersuchung ist schmerzfrei und dient dazu, Ihnen Sicherheit zu geben und eine passende Behandlung zu besprechen.
Behandlung
Eine Panikstörung ist gut behandelbar. Die besten Ergebnisse werden meist mit einer Psychotherapie erzielt, manchmal unterstützt durch Medikamente, die eine Ärztin oder ein Arzt verschreibt.
Selbsthilfe zu Hause
- Langsam und tief in den Bauch atmen, um den Körper zu beruhigen
- An einen ruhigen Ort gehen und sich ablenken, zum Beispiel durch bewusstes Wahrnehmen der Umgebung
- Sich immer wieder sagen: "Die Welle wird abklingen."
- Mit einer vertrauten Person über die Angst sprechen
- Auf Koffein und Alkohol verzichten, da sie Angstsymptome verstärken können
Medizinische Behandlungen
In der Psychotherapie (zum Beispiel der kognitiven Verhaltenstherapie) lernen Betroffene, die Angst einzuordnen und sich der gefürchteten Situation Schritt für Schritt zu stellen. Bei starken oder länger anhaltenden Beschwerden kann eine Ärztin oder ein Arzt Medikamente verschreiben, die die Angst reduzieren. Diese Medikamente brauchen manchmal einige Wochen, bis sie wirken. Welche Behandlung passt, wird immer individuell im Gespräch entschieden.
Leben mit der Erkrankung
Beobachten Sie sich selbst, ohne sich zu verurteilen. Notieren Sie, wann Attacken auftreten und was Ihnen hilft. Die Angst ist eine Welle – sie kommt, wird kleiner und verschwindet.
Tipps für den Alltag
- Sorgen Sie für regelmäßigen Schlaf
- Planen Sie feste Erholungsphasen ein
- Reduzieren Sie Stress, wo es möglich ist
- Nutzen Sie Entspannungsübungen wie progressive Muskelentspannung – fragen Sie in Ihrer Arztpraxis oder einem Kurs danach
Ernährung und Bewegung
Essen Sie regelmäßig und ausgewogen. Vermeiden Sie sehr viel Koffein und Zucker. Bewegung wie Spazierengehen, Radfahren oder Yoga hilft, Anspannung abzubauen und den Körper zu stabilisieren.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Panikattacken können dazu führen, dass man sich schämt oder allein fühlt. Manche Menschen entwickeln Angst vor der Angst und meiden Orte, an denen Attacken aufgetreten sind. Genau dagegen hilft eine Behandlung – scheuen Sie sich nicht, sie sich zu holen.
Vorbeugung
Nicht jede Panikstörung lässt sich verhindern, aber Sie können das Risiko senken: indem Sie Stress aktiv abbauen, gut auf sich achten und frühzeitig Hilfe suchen, wenn die Angst zunimmt.
Früherkennungsprogramme
Es gibt kein allgemeines Screening auf Panikstörungen. Wenn Sie wiederholt Panikattacken haben, sprechen Sie Ihre Hausärztin oder Ihren Hausarzt darauf an. Sie können Sie dann an eine Fachperson überweisen.
Komplikationen
Unbehandelt
- Sozialer Rückzug und Vermeidung von Alltagssituationen
- Entwicklung einer Angststörung oder Depression
- Erhöhtes Risiko für Suchterkrankungen, zum Beispiel durch Alkohol oder Beruhigungsmittel
Langzeitprognose
Die Aussichten sind gut: Mit einer passenden Behandlung geht es den meisten Menschen deutlich besser. Viele erleben nach einer Therapie keine oder nur noch selten Panikattacken und gewinnen wieder Vertrauen in ihren Alltag.
Unterstützung finden
Hilfetelefone
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Überprüfen Sie die Informationen immer mit Ihrem Arzt
Gesundheitsrichtlinien variieren je nach Land und Region. Die Informationen in diesem Artikel basieren auf internationalen klinischen Leitlinien, spiegeln jedoch möglicherweise nicht die spezifischen Richtlinien, Medikamente oder Praktiken in Ihrem Land wider. Besprechen Sie Ihre Gesundheitsfragen immer mit Ihrem Arzt oder Gesundheitsdienstleister und beziehen Sie sich auf Ihre lokalen nationalen Gesundheitsrichtlinien, sofern verfügbar.
Wichtiger Hinweis Diese Informationen dienen nur zu Bildungszwecken. Sie ersetzen keine professionelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Konsultieren Sie bei Fragen immer einen qualifizierten Arzt. Bei einem medizinischen Notfall wählen Sie sofort den örtlichen Notruf.
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Quellen und Leitlinien
Dieser Artikel dient der Aufklärung und orientiert sich an anerkannten Gesundheitsinformations- und klinischen Leitlinienquellen, sofern verfügbar. Spezifische Quellenlinks können je nach Thema variieren.
Zuletzt aktualisiert: 31. Juli 2026
Hinweis zur Aufklärung: Diese Informationen dienen nur der Aufklärung und sind keine Diagnose.
Nutzen Sie sie zur Ergänzung — nicht als Ersatz — für den Rat einer approbierten Fachkraft.
Bei schweren, sich verschlechternden oder dringenden Symptomen rufen Sie die lokale Notrufnummer an oder suchen Sie Notfallversorgung auf.