Prostata mit Fieber – was Sie wissen sollten
Basierend auf internationalen klinischen Leitlinien
Übersicht
Wenn die Prostata (eine kleine Drüse unterhalb der Blase) sich entzündet, spricht man von einer Prostataentzündung. Wenn dabei Fieber auftritt, handelt es sich meist um eine akute bakterielle Infektion. Die Prostata schwillt an und schmerzt. Ohne Behandlung kann die Infektion sich ausbreiten.
Wichtige Fakten
- Akute Prostataentzündung mit Fieber ist eine ernste, aber meist gut behandelbare Infektion.
- Die Behandlung mit Antibiotika dauert in der Regel mehrere Wochen.
- Unbehandelt kann die Infektion in die Blutbahn gelangen (Sepsis).
Prostataentzündungen sind relativ häufig, aber nur etwa 5 bis 10 Prozent der Fälle verlaufen mit Fieber. Männer jeden Alters können betroffen sein, besonders jedoch zwischen 30 und 50 Jahren.
Betroffen sind Männer, vor allem im Alter zwischen 20 und 50 Jahren. Männer mit Harnwegsinfektionen, Blasenkathetern oder ungeschütztem Analverkehr haben ein höheres Risiko.
Symptome
- Hohes Fieber (über 39°C) mit Schüttelfrost
- Plötzliche Unfähigkeit zu urinieren (Harnverhalt)
- Starke Schmerzen im Unterleib oder Rücken
- Blut im Urin oder Eiter im Urin
- Allgemeines Krankheitsgefühl mit Verwirrtheit oder Kreislaufproblemen
- ⚠Fieber über 38,5°C für mehr als einen Tag
- ⚠Schmerzen beim Wasserlassen, die nicht nachlassen
- ⚠Häufiges und schmerzhaftes Wasserlassen
Häufige Symptome
- Fieber, Schüttelfrost
- Schmerzen im Unterleib, im Rücken oder im Damm (Bereich zwischen Hodensack und After)
- Schmerzen oder Brennen beim Wasserlassen
- Häufiger Harndrang, auch nachts
- Schwaches oder unterbrochenes Urinieren
- Schmerzen beim Samenerguss
Symptome bei Kindern
- Prostataentzündung bei Kindern ist sehr selten. Symptome können Fieber, Schmerzen beim Wasserlassen und Schmerzen im Unterleib sein.
Symptome bei älteren Erwachsenen
- Bei älteren Männern können die Symptome unauffälliger sein. Statt Fieber kann Verwirrtheit auftreten. Auch allgemeines Unwohlsein und Schwäche sind häufig.
Ursachen
Hauptursachen
- Bakterielle Infektion, die aus der Harnröhre oder Blase in die Prostata gelangt
- Sexuell übertragbare Erreger (vor allem bei Männern unter 35 Jahren)
Risikofaktoren
- Vorherige Harnwegsinfektionen
- Blasenkatheter oder andere Eingriffe an den Harnwegen
- Ungeschützter Geschlechtsverkehr mit häufig wechselnden Partnern
- Bestimmte Vorerkrankungen der Prostata (zum Beispiel Prostatavergrößerung)
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Bei Fieber und Schmerzen im Unterleib oder beim Wasserlassen
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Wenn Sie wiederkehrende Beschwerden beim Wasserlassen haben, auch ohne Fieber
Diagnose
Der Arzt oder die Ärztin wird zunächst Ihre Symptome erfragen und eine körperliche Untersuchung durchführen. Dazu gehört oft eine rektale Tastuntersuchung (der Arzt tastet die Prostata über den After ab). Eine Blut- und Urinuntersuchung bestätigt die Infektion.
Mögliche Untersuchungen
- Urinuntersuchung (Urinstatus und Urinkultur)
- Blutuntersuchung (Entzündungswerte)
- Rektale Tastuntersuchung der Prostata
- Ultraschall der Prostata und der Nieren
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Die Untersuchungen sind meist unangenehm, aber nicht sehr schmerzhaft. Die Diagnose ist in der Regel schnell gestellt. Der Arzt wird Ihnen Antibiotika verschreiben und die Behandlung mit Ihnen besprechen.
Behandlung
Die Behandlung einer akuten Prostataentzündung mit Fieber besteht in der Regel aus Antibiotika (verschreibungspflichtig), die über mehrere Wochen eingenommen werden. Zusätzlich helfen entzündungshemmende Mittel und Ruhe. In schweren Fällen ist ein Krankenhausaufenthalt mit intravenöser Antibiotikagabe notwendig.
Selbsthilfe zu Hause
- Trinken Sie ausreichend Wasser oder ungesüßten Tee (mindestens 2 Liter pro Tag)
- Ruhen Sie sich aus und vermeiden Sie anstrengende Tätigkeiten
- Wärme (zum Beispiel ein warmes Sitzbad) kann die Schmerzen lindern
- Verzichten Sie auf Alkohol und scharf gewürzte Speisen
- Vermeiden Sie Geschlechtsverkehr bis zur vollständigen Genesung
Medizinische Behandlungen
Die Hauptbehandlung sind Antibiotika, die der Arzt nach dem Erreger und Ihren persönlichen Faktoren auswählt. Die Einnahmedauer beträgt meist 2 bis 4 Wochen. Bei starken Schmerzen können entzündungshemmende Schmerzmittel zum Einsatz kommen. Bei Harnverhalt kann ein Blasenkatheter nötig sein.
Wann kommt eine Operation infrage?
Eine Operation ist nur in sehr seltenen Fällen notwendig, wenn sich ein Abszess (Eiteransammlung) in der Prostata bildet und nicht abheilt. Dann kann eine Drainage oder ein kleiner Eingriff nötig sein.
Leben mit der Erkrankung
Während der Behandlung ist Schonung wichtig. Sie können Ihren Alltag meist nach einigen Tagen wieder aufnehmen, aber vermeiden Sie Sport und schwere körperliche Arbeit für etwa zwei Wochen. Nehmen Sie die Antibiotika genau nach Vorschrift ein, auch wenn es Ihnen besser geht.
Tipps für den Alltag
- Viel trinken, aber keine koffeinhaltigen oder alkoholischen Getränke
- Regelmäßig auf die Toilette gehen, auch wenn der Drang nachlässt
- Warme Sitzbäder oder feuchte Wärme auf dem Unterbauch
Ernährung und Bewegung
Leichte, ballaststoffreiche Kost und viel Flüssigkeit unterstützen die Heilung. Vermeiden Sie Verstopfung, denn Pressen beim Stuhlgang kann die Prostata reizen. Leichte Spaziergänge sind erlaubt, aber keine intensiven Sportarten wie Radfahren oder Reiten.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Eine Prostataentzündung kann körperlich und seelisch belastend sein. Die Schmerzen und die eingeschränkte Beweglichkeit können zu Frustration führen. Auch die Sorge vor Langzeitfolgen ist verständlich. Sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Ihrer Ärztin über Ihre Ängste.
Vorbeugung
Nicht immer, aber Sie können das Risiko senken: viel trinken, regelmäßiges Wasserlassen, Safer Sex (Kondome) und gute Intimhygiene. Bei verstopften Harnwegen sollte ein Arzt aufgesucht werden.
Impfungen
Es gibt keine Impfung gegen Prostataentzündung.
Früherkennungsprogramme
Eine regelmäßige Vorsorgeuntersuchung für die Prostata gibt es nicht speziell für Entzündungen. Eine allgemeine urologische Untersuchung kann sinnvoll sein, wenn Sie wiederkehrende Harnwegsinfektionen haben.
Komplikationen
Unbehandelt
- Abszessbildung (Eiteransammlung) in der Prostata
- Blutvergiftung (Sepsis)
- Chronische Prostataentzündung mit langanhaltenden Beschwerden
- Harnverhalt (Unfähigkeit zu urinieren)
Langzeitprognose
Mit der richtigen Behandlung haben Sie sehr gute Heilungschancen. Die meisten Männer erholen sich vollständig ohne Langzeitschäden. Bleiben Sie in ärztlicher Kontrolle und folgen Sie den Empfehlungen – dann ist die Prognose ausgezeichnet.
Unterstützung finden
Lokale Organisationen
- Deutsche Gesellschaft für Urologie e.V. (DGU) ↗ · Deutschland
Hilfetelefone
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Überprüfen Sie die Informationen immer mit Ihrem Arzt
Gesundheitsrichtlinien variieren je nach Land und Region. Die Informationen in diesem Artikel basieren auf internationalen klinischen Leitlinien, spiegeln jedoch möglicherweise nicht die spezifischen Richtlinien, Medikamente oder Praktiken in Ihrem Land wider. Besprechen Sie Ihre Gesundheitsfragen immer mit Ihrem Arzt oder Gesundheitsdienstleister und beziehen Sie sich auf Ihre lokalen nationalen Gesundheitsrichtlinien, sofern verfügbar.
Wichtiger Hinweis Diese Informationen dienen nur zu Bildungszwecken. Sie ersetzen keine professionelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Konsultieren Sie bei Fragen immer einen qualifizierten Arzt. Bei einem medizinischen Notfall wählen Sie sofort den örtlichen Notruf.
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Quellen und Leitlinien
Dieser Artikel dient der Aufklärung und orientiert sich an anerkannten Gesundheitsinformations- und klinischen Leitlinienquellen, sofern verfügbar. Spezifische Quellenlinks können je nach Thema variieren.
Zuletzt aktualisiert: 30. Juli 2026
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Bei schweren, sich verschlechternden oder dringenden Symptomen rufen Sie die lokale Notrufnummer an oder suchen Sie Notfallversorgung auf.