Anfälle im Liegen – was Sie wissen sollten
Basierend auf internationalen klinischen Leitlinien
Übersicht
Ein Anfall, der sich im Liegen verschlimmert, ist eine besondere Form von Krampfanfall, die häufig während des Schlafs oder in Ruheposition auftritt. Dabei kann es zu Zuckungen, Bewusstlosigkeit oder anderen Symptomen kommen. Diese Anfälle sind meist gut behandelbar.
Wichtige Fakten
- Diese Anfälle treten oft im Schlaf oder in Ruheposition auf.
- Sie können mit Zuckungen, Verwirrtheit oder Bewusstlosigkeit einhergehen.
- Mit der richtigen Behandlung lassen sich die meisten Anfälle gut kontrollieren.
Ja, bestimmte Epilepsieformen, wie die nächtliche Epilepsie, treten vor allem im Liegen oder Schlaf auf. Sie sind nicht selten, aber gut behandelbar.
Diese Art von Anfällen kann Menschen jeden Alters betreffen. Besonders häufig sind Kinder und Jugendliche betroffen, aber auch Erwachsene können darunter leiden.
Symptome
- Ein Anfall dauert länger als 5 Minuten.
- Mehrere Anfälle hintereinander, ohne dass die Person zwischendurch zu sich kommt.
- Atemstillstand oder Blaufärbung der Haut.
- Verletzung während des Anfalls.
- ⚠Neu auftretende Anfälle – sofort einen Arzt aufsuchen.
- ⚠Häufigere oder stärkere Anfälle als gewohnt.
- ⚠Anfälle, die zu Verletzungen führen.
Häufige Symptome
- Zuckungen der Arme oder Beine
- Verwirrtheit nach dem Aufwachen
- Bewusstlosigkeit für kurze Zeit
- Schaum vor dem Mund
- Einnässen oder Einkoten
Symptome bei Kindern
- Nächtliches Aufschrecken
- ungewöhnliche Bewegungen im Schlaf
- Bettnässen
- Morgendliche Kopfschmerzen oder Müdigkeit
Symptome bei älteren Erwachsenen
- Verwirrtheit nach einem Anfall, die mit einem Schlaganfall verwechselt werden kann
- Sturz aus dem Bett
- Verletzungen durch unkontrollierte Bewegungen
Ursachen
Hauptursachen
- Epilepsie (insbesondere schlafbezogene Epilepsieformen)
- Schlafentzug oder unregelmäßiger Schlaf
- Fieber (vor allem bei Kindern)
- Stoffwechselstörungen oder Elektrolytungleichgewicht
- Hirnverletzungen oder Schlaganfall
Risikofaktoren
- Familienanamnese von Epilepsie
- Schlafstörungen wie Schlafapnoe
- Alkohol- oder Drogenkonsum
- Bestimmte Medikamente (nie ohne ärztlichen Rat absetzen)
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Nach dem ersten Anfall immer sofort ärztliche Hilfe suchen.
- Wenn Anfälle häufiger oder heftiger werden.
- Bei Anzeichen eines Status epilepticus (Anfall >5 Minuten).
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Zur regelmäßigen Kontrolle und Anpassung der Behandlung.
- Wenn Nebenwirkungen von Medikamenten auftreten.
- Vor einer Schwangerschaft oder anderen wichtigen Lebensereignissen.
Diagnose
Der Arzt (meist ein Neurologe) stellt die Diagnose anhand einer genauen Beschreibung der Anfälle, einer körperlichen Untersuchung und spezieller Tests.
Mögliche Untersuchungen
- EEG (Elektroenzephalografie) – misst die Hirnströme, oft auch im Schlaf abgeleitet
- MRT (Magnetresonanztomografie) – zeigt die Struktur des Gehirns
- Bluttests – zum Ausschluss von Stoffwechselstörungen oder Infektionen
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Sie werden zu einem Facharzt für Neurologie überwiesen. Dort werden die Untersuchungen durchgeführt und mit Ihnen ein Behandlungsplan besprochen. Die Diagnose kann manchmal etwas Zeit in Anspruch nehmen.
Behandlung
Die Behandlung zielt darauf ab, die Anfälle zu verhindern oder ihre Häufigkeit zu verringern. Sie besteht meist aus Medikamenten und einer Anpassung des Lebensstils.
Selbsthilfe zu Hause
- Sorgen Sie für einen regelmäßigen Schlaf-Wach-Rhythmus.
- Vermeiden Sie Schlafentzug und übermäßigen Stress.
- Verzichten Sie auf Alkohol und Drogen.
- Führen Sie ein Anfallstagebuch, um Auslöser zu erkennen.
Medizinische Behandlungen
Ihr Arzt kann Ihnen Medikamente verschreiben, die die Krampfneigung im Gehirn senken. Diese müssen regelmäßig eingenommen werden. Die Wahl des Medikaments hängt von der Art der Anfälle ab und wird individuell angepasst. Bei manchen Formen kommen auch andere Therapien wie die ketogene Diät in Frage.
Wann kommt eine Operation infrage?
In seltenen Fällen, wenn Medikamente nicht ausreichen und ein klar abgegrenzter Herd im Gehirn die Anfälle verursacht, kann eine Operation in Betracht gezogen werden. Dies wird immer von einem spezialisierten Epilepsiezentrum entschieden.
Leben mit der Erkrankung
Viele Menschen mit Anfällen im Liegen führen ein fast normales Leben. Wichtig ist die tägliche Einnahme der Medikamente und das Vermeiden von Auslösern. Informieren Sie Angehörige und Arbeitskollegen über die Erste Hilfe bei Anfällen.
Tipps für den Alltag
- Halten Sie regelmäßige Schlafenszeiten ein.
- Vermeiden Sie helles Bildschirmlicht kurz vor dem Schlafengehen.
- Gehen Sie mit Stress um – zum Beispiel durch Entspannungsübungen.
- Planen Sie Aktivitäten mit ausreichend Erholungsphasen.
Ernährung und Bewegung
Eine ausgewogene Ernährung und regelmäßige Bewegung sind förderlich. Extreme Diäten oder Fasten sollten nur in Absprache mit dem Arzt erfolgen. Manche Menschen profitieren von der ketogenen Diät, die allerdings ärztlich begleitet werden muss.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Die Diagnose kann Ängste auslösen – vor neuen Anfällen oder vor der Zukunft. Viele fühlen sich unsicher. Es ist wichtig, darüber zu sprechen und sich Unterstützung zu holen. Psychotherapie kann helfen, mit der Belastung umzugehen.
Vorbeugung
Nicht alle Anfälle lassen sich verhindern, aber durch das Vermeiden von Auslösern (wie Schlafmangel, Alkohol) und die regelmäßige Einnahme von Medikamenten kann die Anfallshäufigkeit oft deutlich gesenkt werden.
Komplikationen
Unbehandelt
- Verletzungen durch Stürze oder unkontrollierte Bewegungen
- Status epilepticus – ein lebensbedrohlicher Daueranfall
- Soziale Isolation und Einschränkungen im Alltag
Langzeitprognose
Mit einer guten Behandlung werden die meisten Menschen anfallsfrei oder haben nur noch sehr seltene Anfälle. Die Prognose ist oft günstig, besonders wenn die Ursache gut behandelbar ist. Viele können ein normales Leben führen, arbeiten und Sport treiben.
Unterstützung finden
Internationale Organisationen
- International League Against Epilepsy (ILAE)
- Epilepsy Foundation
Lokale Organisationen
- Deutsche Epilepsievereinigung · Deutschland
- Epilepsie-Beratungsstellen · Deutschland – bitte bei Ihrer Krankenkasse oder Ihrem Arzt erfragen
Hilfetelefone
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Überprüfen Sie die Informationen immer mit Ihrem Arzt
Gesundheitsrichtlinien variieren je nach Land und Region. Die Informationen in diesem Artikel basieren auf internationalen klinischen Leitlinien, spiegeln jedoch möglicherweise nicht die spezifischen Richtlinien, Medikamente oder Praktiken in Ihrem Land wider. Besprechen Sie Ihre Gesundheitsfragen immer mit Ihrem Arzt oder Gesundheitsdienstleister und beziehen Sie sich auf Ihre lokalen nationalen Gesundheitsrichtlinien, sofern verfügbar.
Wichtiger Hinweis Diese Informationen dienen nur zu Bildungszwecken. Sie ersetzen keine professionelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Konsultieren Sie bei Fragen immer einen qualifizierten Arzt. Bei einem medizinischen Notfall wählen Sie sofort den örtlichen Notruf.
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Quellen und Leitlinien
Dieser Artikel dient der Aufklärung und orientiert sich an anerkannten Gesundheitsinformations- und klinischen Leitlinienquellen, sofern verfügbar. Spezifische Quellenlinks können je nach Thema variieren.
Zuletzt aktualisiert: 30. Juli 2026
Hinweis zur Aufklärung: Diese Informationen dienen nur der Aufklärung und sind keine Diagnose.
Nutzen Sie sie zur Ergänzung — nicht als Ersatz — für den Rat einer approbierten Fachkraft.
Bei schweren, sich verschlechternden oder dringenden Symptomen rufen Sie die lokale Notrufnummer an oder suchen Sie Notfallversorgung auf.