Atemnot im Liegen
Basierend auf internationalen klinischen Leitlinien
Übersicht
Kurzatmigkeit im Liegen (medizinisch: Orthopnoe) bedeutet, dass Sie Schwierigkeiten beim Atmen haben, wenn Sie flach liegen. Viele Betroffene schlafen lieber mit erhöhtem Oberkörper oder sitzen aufrecht, um besser Luft zu bekommen. Dieses Symptom kann auf eine Herzerkrankung oder andere gesundheitliche Probleme hinweisen, ist aber nicht immer gefährlich – es sollte jedoch ärztlich abgeklärt werden.
Wichtige Fakten
- Kurzatmigkeit im Liegen bessert sich meist beim Aufsetzen oder im Sitzen.
- Es kann ein Zeichen einer Herzschwäche (Herzinsuffizienz) sein, aber auch andere Ursachen haben.
- Bei frühzeitiger Abklärung und Behandlung ist die Prognose oft günstig.
Ja, Kurzatmigkeit im Liegen ist ein relativ häufiges Symptom, besonders bei älteren Menschen oder Personen mit Vorerkrankungen des Herzens oder der Lunge.
Betroffen sind vor allem Menschen mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen (z.B. Herzschwäche), Lungenerkrankungen (wie COPD oder Asthma), starkem Übergewicht (Adipositas) sowie Personen mit Schlafapnoe.
Symptome
- Plötzlich auftretende, starke Atemnot, auch in Ruhe
- Brustschmerzen oder Engegefühl in der Brust
- Bläuliche Lippen oder Haut (Zyanose)
- Bewusstlosigkeit oder Benommenheit
- ⚠Atemnot, die sich innerhalb von Stunden oder Tagen verschlechtert
- ⚠Fieber und Husten mit Atemnot
- ⚠Schwellungen an Beinen oder Knöcheln, die plötzlich zunehmen
Häufige Symptome
- Kurzatmigkeit beim Hinlegen, die beim Aufsetzen besser wird
- Nächtliches Erwachen mit Atemnot (paroxysmale nächtliche Dyspnoe)
- Husten oder Keuchen im Liegen
- Schwellungen an den Knöcheln oder Beinen (Ödeme)
Symptome bei Kindern
- Bei Kindern kann Atemnot im Liegen auf eine verstopfte Nase (z.B. bei Erkältung) oder eine vergrößerte Rachenmandel hinweisen.
- Auch Asthma-Anfälle treten oft nachts auf.
Symptome bei älteren Erwachsenen
- Bei älteren Menschen ist Kurzatmigkeit im Liegen häufig ein Zeichen einer Herzschwäche.
- Auch eine Lungenentzündung oder eine Verschlechterung einer chronischen Lungenerkrankung sind möglich.
Ursachen
Hauptursachen
- Herzschwäche (Herzinsuffizienz) – das Herz pumpt nicht mehr kräftig genug, sodass sich Flüssigkeit in der Lunge staut
- Chronisch obstruktive Lungenerkrankung (COPD) – verengte Atemwege erschweren die Atmung
- Asthma – (allergische) Entzündung der Atemwege
- Schlafapnoe – Atemaussetzer im Schlaf
- Übergewicht – das Zwerchfell wird nach oben gedrückt
- Angst- oder Panikstörung – Hyperventilation und Atemnot im Liegen
Risikofaktoren
- Älteres Alter
- Rauchen
- Bluthochdruck
- Herzinfarkt in der Vergangenheit
- Übergewicht (Adipositas)
- Lungenerkrankungen wie Asthma oder COPD
- Schwangerschaft (vorübergehend)
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Bei plötzlich auftretender oder sich rasch verschlimmernder Atemnot, besonders mit Brustschmerzen, Übelkeit oder Schwindel – rufen Sie den Notruf 112.
- Wenn Sie nachts häufig mit Atemnot aufwachen und sich aufsetzen müssen.
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Wenn die Kurzatmigkeit im Liegen seit Wochen oder Monaten besteht und Sie sich insgesamt müde oder schwach fühlen.
- Bei bekannten Herz- oder Lungenerkrankungen, wenn die Symptome zunehmen.
Diagnose
Die Ärztin oder der Arzt wird Sie zunächst ausführlich befragen (Anamnese) und eine körperliche Untersuchung durchführen. Dabei wird vor allem Herz und Lunge abgehört und nach Wassereinlagerungen (Ödemen) gesucht.
Mögliche Untersuchungen
- Blutuntersuchung (z.B. auf Herzschwäche-Marker wie BNP)
- EKG (Herzstromkurve)
- Röntgen der Brust (Thorax)
- Echokardiografie (Herzultraschall)
- Lungenfunktionstest (Spirometrie)
- ggf. Schlafuntersuchung (Polysomnographie) bei Verdacht auf Schlafapnoe
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Die Untersuchungen sind meist schmerzfrei und dauern je nach Art 10 bis 60 Minuten. Nach der Diagnose kann die Ärztin oder der Arzt mit Ihnen die Behandlungsmöglichkeiten besprechen.
Behandlung
Die Behandlung richtet sich nach der Ursache. Ziel ist es, die Atemnot zu lindern und die Grunderkrankung zu behandeln.
Selbsthilfe zu Hause
- Schlafen Sie mit erhöhtem Oberkörper (z.B. mit einem Keilkissen oder mehreren Kissen)
- Vermeiden Sie es, flach zu liegen – legen Sie sich stattdessen in eine halb aufrechte Position
- Bei Übergewicht: Gewichtsreduktion kann die Symptome bessern
- Bei bekannter Herzschwäche: salzarme Ernährung und regelmäßige Bewegung nach ärztlicher Absprache
Medizinische Behandlungen
Die Behandlung umfasst je nach Ursache Medikamente zur Unterstützung der Herzfunktion (wie Entwässerungstabletten oder herzkraftstärkende Mittel), atemwegserweiternde Medikamente bei Asthma oder COPD, Sauerstofftherapie oder Atemgeräte bei Schlafapnoe. Die genaue Therapie wird von Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt festgelegt.
Wann kommt eine Operation infrage?
In seltenen Fällen, z.B. bei schweren Herzklappenfehlern oder angeborenen Herzfehlern, kann eine Operation notwendig sein. Auch bei schwerer Schlafapnoe kann ein chirurgischer Eingriff infrage kommen.
Leben mit der Erkrankung
Viele Menschen mit Kurzatmigkeit im Liegen können ihren Alltag gut bewältigen, wenn sie die Ursache kennen und behandeln lassen. Es ist wichtig, auf seinen Körper zu hören und bei Bedarf Pausen einzulegen.
Tipps für den Alltag
- Schlafen Sie mit erhöhtem Oberkörper
- Vermeiden Sie starke körperliche Anstrengung direkt vor dem Schlafengehen
- Lüften Sie das Schlafzimmer gut
- Rauchen Sie nicht – das belastet Herz und Lunge
Ernährung und Bewegung
Eine ausgewogene Ernährung mit wenig Salz (bei Herzschwäche) und ausreichend Flüssigkeit (außer bei bestimmten Herzerkrankungen) ist wichtig. Leichte Bewegung wie Spaziergänge oder Atemübungen können das Wohlbefinden steigern – besprechen Sie das mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Die ständige Atemnot kann Angst machen und den Schlaf stören, was zu Erschöpfung und Niedergeschlagenheit führen kann. Es ist normal, sich Sorgen zu machen. Ein offenes Gespräch mit der Ärztin oder dem Arzt und gegebenenfalls eine psychologische Unterstützung können helfen.
Vorbeugung
Nicht immer, aber ein gesunder Lebensstil kann das Risiko senken. Dazu gehören: Nichtrauchen, gesunde Ernährung, regelmäßige Bewegung, Gewichtskontrolle und Behandlung von Grunderkrankungen wie Bluthochdruck.
Impfungen
Die Grippeimpfung und die Pneumokokken-Impfung werden für Menschen mit Herz- oder Lungenerkrankungen empfohlen – fragen Sie Ihre Ärztin oder Ihren Arzt.
Früherkennungsprogramme
Es gibt kein allgemeines Screening für dieses Symptom. Bei Risikofaktoren werden jedoch regelmäßige Kontrollen durch die Hausarztpraxis empfohlen.
Komplikationen
Unbehandelt
- Verschlechterung der Herzschwäche bis hin zum Lungenödem (Wasseransammlung in der Lunge)
- Erhöhtes Risiko für Herzinfarkt oder Schlaganfall
- Chronische Sauerstoffunterversorgung mit Schädigung von Organen
- Schlafmangel und chronische Erschöpfung
Langzeitprognose
Mit der richtigen Behandlung und guten Selbstfürsorge lässt sich die Kurzatmigkeit im Liegen in den meisten Fällen gut kontrollieren. Bei frühzeitiger Abklärung und Therapie ist die Prognose oft günstig. Auch wenn die Ursache nicht heilbar ist, können die Symptome meist gelindert werden, sodass die Lebensqualität erhalten bleibt.
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Überprüfen Sie die Informationen immer mit Ihrem Arzt
Gesundheitsrichtlinien variieren je nach Land und Region. Die Informationen in diesem Artikel basieren auf internationalen klinischen Leitlinien, spiegeln jedoch möglicherweise nicht die spezifischen Richtlinien, Medikamente oder Praktiken in Ihrem Land wider. Besprechen Sie Ihre Gesundheitsfragen immer mit Ihrem Arzt oder Gesundheitsdienstleister und beziehen Sie sich auf Ihre lokalen nationalen Gesundheitsrichtlinien, sofern verfügbar.
Wichtiger Hinweis Diese Informationen dienen nur zu Bildungszwecken. Sie ersetzen keine professionelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Konsultieren Sie bei Fragen immer einen qualifizierten Arzt. Bei einem medizinischen Notfall wählen Sie sofort den örtlichen Notruf.
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Quellen und Leitlinien
Dieser Artikel dient der Aufklärung und orientiert sich an anerkannten Gesundheitsinformations- und klinischen Leitlinienquellen, sofern verfügbar. Spezifische Quellenlinks können je nach Thema variieren.
Zuletzt aktualisiert: 30. Juli 2026
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