Wiederkehrende Nasennebenhöhlenentzündung (Sinusitis)
Basierend auf internationalen klinischen Leitlinien
Übersicht
Eine Nasennebenhöhlenentzündung, auch Sinusitis genannt, ist eine Entzündung der Schleimhaut in den luftgefüllten Hohlräumen im Gesichtsschädel. Wenn diese Entzündung immer wieder auftritt und die Beschwerden zwischen den Schüben nachlassen oder ganz verschwinden, spricht man von einer wiederkehrenden Nasennebenhöhlenentzündung.
Wichtige Fakten
- Sie entsteht meist, wenn Viren oder Bakterien die Schleimhaut in den Nebenhöhlen anschwellen lassen und der Abfluss des Schleims behindert wird.
- Typische Symptome sind verstopfte Nase, Gesichtsschmerzen und Druckgefühl, die über Tage bis Wochen anhalten.
- Bei manchen Menschen spielen Allergien oder eine besondere Anatomie der Nase eine Rolle.
- Nicht jede wiederkehrende Sinusitis braucht ein Antibiotikum – oft helfen abschwellende Maßnahmen und Geduld.
Ja, wiederkehrende Nasennebenhöhlenentzündungen sind häufig. Viele Menschen haben mehrmals im Jahr eine solche Entzündung, insbesondere nach Erkältungen.
Betroffen können Menschen jeden Alters sein. Häufiger betroffen sind jedoch Erwachsene mit Allergien, geschwächtem Immunsystem oder anatomischen Besonderheiten wie einer verkrümmten Nasenscheidewand.
Symptome
- Starke Schwellung oder Rötung rund um die Augen
- Plötzliche Sehstörungen oder Doppelbilder
- Starke Halssteifigkeit mit Fieber und Kopfschmerzen
- Bewusstseinstrübung oder Verwirrtheit
- Atemnot
- ⚠Hohes Fieber über 39 Grad Celsius
- ⚠Sehr starke, nicht nachlassende Kopfschmerzen
- ⚠Eitriges Nasensekret über mehr als fünf Tage
- ⚠Zunehmende Schmerzen trotz Behandlung
- ⚠Verschlechterung nach anfänglicher Besserung
Häufige Symptome
- Druck- oder Schwellungsgefühl im Gesicht, besonders um die Nase, die Augen oder die Stirn
- Verstopfte oder laufende Nase
- Eingeschränkter Geruchssinn
- Kopfschmerzen, die sich beim Bücken verstärken
- Müdigkeit und allgemeines Krankheitsgefühl
- Schleim im Rachen, der zum Husten reizt
Symptome bei Kindern
- Oft sind Kinder unruhig und weinerlich
- Sie fassen sich häufig an Nase oder Gesicht
- Reizhusten und Schniefen über mehr als eine Woche
- Häufig sind auch die Ohren betroffen oder das Kind hat Fieber
Symptome bei älteren Erwachsenen
- Die Beschwerden sind oft weniger deutlich ausgeprägt
- Müdigkeit und Verwirrtheit können im Vordergrund stehen
- Gesichtsschmerzen werden seltener bemerkt
- Eine bestehende Grunderkrankung wie Diabetes kann die Symptome verschlimmern
Ursachen
Hauptursachen
- Erkältungsviren, die die Schleimhäute anschwellen lassen
- Bakterielle Folgeinfektionen, wenn der Schleim nicht abfließt
- Allergien wie Heuschnupfen oder Hausstaubmilbenallergie
- Anatomische Engstellen in der Nase, wie eine verkrümmte Nasenscheidewand oder vergrößerte Nasenmuscheln
- Ein geschwächtes Immunsystem, zum Beispiel bei Diabetes oder durch Stress
Risikofaktoren
- Rauchen oder regelmäßiges Einatmen von Schadstoffen
- Häufige Erkältungen
- Allergische Erkrankungen
- Zahnwurzelentzündungen im Oberkiefer
- Langes Liegen bei Krankheit oder Schluckstörungen, die den Schleimabfluss behindern
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Wenn Sie Atemnot verspüren
- Wenn Sie plötzlich starke Schmerzen im Gesicht oder Kopf haben
- Wenn Sie Sehstörungen bemerken
- Wenn Sie hohes Fieber über mehrere Tage haben
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Wenn die Beschwerden länger als zwei Wochen andauern
- Wenn Sie mehr als viermal im Jahr an einer Nasennebenhöhlenentzündung erkranken
- Wenn die Symptome trotz Selbstbehandlung nicht besser werden
- Wenn Sie unter Allergien leiden und vermuten, dass diese die Entzündungen auslösen
Diagnose
Die Ärztin oder der Arzt fragt nach Ihren Beschwerden, untersucht Nase und Rachen und tippt oder klopft vorsichtig auf die Nebenhöhlen. Meist lässt sich die Diagnose allein aus diesem Gespräch und der körperlichen Untersuchung stellen.
Mögliche Untersuchungen
- Eine Nasenspiegelung (Endoskopie) zeigt, wie stark die Schleimhaut geschwollen ist und ob Eiter vorliegt
- Bei Verdacht auf Allergien kann ein Allergietest durchgeführt werden
- Mithilfe einer Computertomografie (CT) können Engstellen oder Veränderungen in den Nebenhöhlen sichtbar gemacht werden – diese wird aber nur bei unklaren oder schweren Fällen eingesetzt
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Die Untersuchungen sind in der Regel schmerzfrei und dauern nicht lange. Falls eine chronische oder wiederkehrende Sinusitis vorliegt, wird die Ärztin oder der Arzt mit Ihnen besprechen, welche Rolle Allergien, Umwelteinflüsse oder anatomische Besonderheiten spielen und welche Behandlung zu Ihnen passt.
Behandlung
Die Behandlung zielt darauf ab, die Schleimhaut abzuschwellen, den Abfluss zu verbessern und die Auslöser zu behandeln. Je nach Ursache können Selbsthilfemaßnahmen, Nasenspülungen oder ärztlich verordnete Medikamente helfen.
Selbsthilfe zu Hause
- Spülen Sie Ihre Nase mehrmals täglich mit einer Salzwasserlösung – das befeuchtet die Schleimhaut und spült Sekret und Krankheitserreger aus
- Trinken Sie ausreichend Wasser oder Tee, um den Schleim zu verflüssigen
- Inhalieren Sie über einem Dampfbad mit heißem Wasser (Kinder nur mit Aufsicht eines Erwachsenen)
- Halten Sie Ihren Kopf beim Schlafen leicht erhöht, um den Abfluss zu erleichtern
- Verzichten Sie auf Rauchen und meiden Sie verrauchte Räume
Medizinische Behandlungen
Eine Ärztin oder ein Arzt kann abschwellende Nasensprays, entzündungshemmende Nasensprays oder schleimlösende Mittel empfehlen. Diese sollten nur so lange angewendet werden, wie verordnet. Antibiotika kommen erst dann infrage, wenn eine bakterielle Infektion sicher oder sehr wahrscheinlich ist – und werden dann nach Rücksprache mit der Ärztin oder dem Arzt eingesetzt.
Wann kommt eine Operation infrage?
Wenn anatomische Engstellen, etwa eine verkrümmte Nasenscheidewand oder vergrößerte Nasenmuscheln, die Beschwerden verursachen, kann ein kleiner chirurgischer Eingriff den Abfluss langfristig verbessern. Die Operation wird nur in Absprache mit der Ärztin oder dem Arzt nach vorheriger Untersuchung empfohlen.
Leben mit der Erkrankung
Versuchen Sie, Ihre Nase regelmäßig feucht zu halten und viel zu trinken. Achten Sie darauf, sich bei einem Schub ausreichend zu erholen und Stress zu reduzieren. Alltagsaktivitäten sind meist möglich, solange Sie nicht unter starkem Schwindel oder Fieber leiden.
Tipps für den Alltag
- Sorgen Sie für eine ausreichende Luftfeuchtigkeit in Ihrer Wohnung, besonders im Schlafzimmer
- Lüften Sie regelmäßig und vermeiden Sie trockene Heizungsluft
- Reduzieren Sie das Rauchen oder hören Sie ganz auf
- Stärken Sie Ihre Abwehrkräfte durch ausreichend Schlaf und regelmäßige Bewegung
Ernährung und Bewegung
Eine ausgewogene Ernährung mit viel Obst und Gemüse unterstützt das Immunsystem. Wichtig ist, viel zu trinken, am besten Wasser oder ungesüßte Tees. Moderate Bewegung wie Spaziergänge oder Radfahren kann den Schleimabfluss fördern – starke Belastung bei akuten Beschwerden sollten Sie jedoch vermeiden.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Wiederkehrende Beschwerden können anstrengend und manchmal belastend sein, besonders wenn sie den Schlaf oder den Alltag beeinträchtigen. Es ist verständlich, wenn Sie sich dadurch müde oder niedergeschlagen fühlen. Sprechen Sie offen mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt über Sorgen und Erschöpfung – diese werden ernst genommen.
Vorbeugung
Nicht jede Sinusitis lässt sich verhindern, aber Sie können das Risiko deutlich senken: Behandeln Sie Allergien gut, lüften Sie regelmäßig und vermeiden Sie Rauch und trockene Luft. Stärken Sie außerdem Ihre Abwehrkräfte durch eine gesunde Lebensweise und ausreichend Schlaf.
Impfungen
Eine Grippeimpfung kann dazu beitragen, schwere Erkältungen und damit verbundene Nebenhöhlenentzündungen seltener zu machen. Lassen Sie sich dazu von Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt beraten.
Früherkennungsprogramme
Für wiederkehrende Nasennebenhöhlenentzündungen gibt es keine spezielle Früherkennungsuntersuchung. Wenn Sie merken, dass die Entzündungen häufiger auftreten, ist ein Besuch bei Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt der richtige erste Schritt.
Komplikationen
Unbehandelt
- Wenn die Entzündung nicht abheilt, kann sich Eiter ansammeln und die Nebenhöhlen verlegen
- Die Entzündung kann auf das Auge übergreifen und zu Schwellungen oder Sehstörungen führen
- Selten kann sie sich auf das Gehirn ausbreiten und eine Hirnhautentzündung (Meningitis) verursachen
- Ohne Behandlung können die Beschwerden chronisch werden und die Lebensqualität stärker beeinträchtigen
Langzeitprognose
Die Aussichten sind in der Regel sehr gut. Mit der richtigen Behandlung und einer guten Selbstfürsorge heilen die meisten wiederkehrenden Nasennebenhöhlenentzündungen aus oder lassen sich deutlich seltener machen. Auch wenn es manchmal Geduld braucht: Viele Menschen finden langfristig wirksame Strategien, um die Beschwerden in den Griff zu bekommen.
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Überprüfen Sie die Informationen immer mit Ihrem Arzt
Gesundheitsrichtlinien variieren je nach Land und Region. Die Informationen in diesem Artikel basieren auf internationalen klinischen Leitlinien, spiegeln jedoch möglicherweise nicht die spezifischen Richtlinien, Medikamente oder Praktiken in Ihrem Land wider. Besprechen Sie Ihre Gesundheitsfragen immer mit Ihrem Arzt oder Gesundheitsdienstleister und beziehen Sie sich auf Ihre lokalen nationalen Gesundheitsrichtlinien, sofern verfügbar.
Wichtiger Hinweis Diese Informationen dienen nur zu Bildungszwecken. Sie ersetzen keine professionelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Konsultieren Sie bei Fragen immer einen qualifizierten Arzt. Bei einem medizinischen Notfall wählen Sie sofort den örtlichen Notruf.
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Quellen und Leitlinien
Dieser Artikel dient der Aufklärung und orientiert sich an anerkannten Gesundheitsinformations- und klinischen Leitlinienquellen, sofern verfügbar. Spezifische Quellenlinks können je nach Thema variieren.
Zuletzt aktualisiert: 31. Juli 2026
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