Nasennebenhöhlenentzündung mit Fieber
Basierend auf internationalen klinischen Leitlinien
Übersicht
Bei einer Nasennebenhöhlenentzündung sind die kleinen luftgefüllten Hohlräume rund um die Nase entzündet und geschwollen. Der Fachbegriff dafür lautet Sinusitis. Wenn gleichzeitig Fieber auftritt, ist das ein Zeichen, dass das Immunsystem aktiv gegen die Entzündung arbeitet.
Wichtige Fakten
- Die meisten Nasennebenhöhlenentzündungen werden durch Viren verursacht und heilen von selbst.
- Fieber im Zusammenhang mit einer Nasennebenhöhlenentzündung tritt häufig auf, ist aber nicht immer ein Zeichen für eine ernste bakterielle Erkrankung.
- Hausmittel wie das Inhalieren von Wasserdampf und ausreichend Trinken können die Beschwerden lindern.
Ja, sie ist eine der häufigsten Infektionskrankheiten. Viele Menschen erkranken mindestens einmal im Leben daran.
Sie kann jede Altersgruppe betreffen, kommt aber bei Erwachsenen etwas häufiger vor. Menschen mit Allergien, Asthma oder geschwächtem Immunsystem sind besonders anfällig.
Symptome
- Sehr hohes Fieber bei Säuglingen unter 3 Monaten
- Steifer Nacken verbunden mit hohem Fieber
- Atemnot oder starke Atembeschwerden
- Bewusstseinsstörungen oder plötzliche Verwirrtheit
- Doppeltsehen, Sehverlust oder starke Schwellung um die Augen
- Anhaltende starke Schmerzen, die nicht nachlassen
- ⚠Fieber über 40 °C, das sich nicht mit fiebersenkenden Maßnahmen bessert
- ⚠Starke Kopfschmerzen, die zunehmen
- ⚠Schwellung im Gesicht, die sich schnell ausbreitet
- ⚠Verschlechterung nach anfänglicher Besserung („zweite Krankheitswelle“)
- ⚠Schnelle Verschlechterung des Allgemeinzustands
- ⚠Bei Kindern: starke Trinkverweigerung oder auffallende Teilnahmslosigkeit
Häufige Symptome
- Verstopfte Nase oder Schnupfen
- Druck- oder Schwellungsgefühl im Gesicht, besonders um Nase oder Augen
- Kopfschmerzen
- Fieber (meist über 38 °C)
- Husten, der sich nachts verstärkt
- Eingeschränkter Geruchs- oder Geschmackssinn
- Zähne- oder Ohrenschmerzen
Symptome bei Kindern
- Häufiger Husten und verstopfte Nase
- Reizbarkeit und Unruhe
- Weniger Appetit
- Fieber kann schneller ansteigen als bei Erwachsenen
- Manchmal Schwellung um die Augen oder Ohrenschmerzen
Symptome bei älteren Erwachsenen
- Fieber kann ausbleiben oder niedriger sein als bei jüngeren Menschen
- Verwirrtheit oder Abgeschlagenheit
- Schwindel oder verstärkte Unsicherheit beim Gehen
- Druckgefühl im Gesicht, aber weniger ausgeprägt
Ursachen
Hauptursachen
- Infektionen mit Viren, die auch eine Erkältung auslösen
- Selten zusätzliche Bakterien, die eine verstopfte Nebenhöhle besiedeln
- Allergien mit geschwollenen Schleimhäuten
- Pilzinfektionen bei Menschen mit sehr geschwächtem Immunsystem
Risikofaktoren
- Erkältung oder Grippe
- Allergischer Schnupfen (Heuschnupfen) oder Asthma
- Nasenpolypen oder eine verkrümmte Nasenscheidewand
- Rauchen oder Passivrauchen
- Geschwächtes Immunsystem, zum Beispiel durch Diabetes oder HIV
- Fliegen oder Tiefe mit starkem Luftdruckunterschied
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Wenn die Symptome länger als 10 Tage andauern oder sich verschlimmern
- Wenn Sie bereits Antibiotika einnehmen und sich nicht bessern
- Wenn Sie starke Gesichtsschmerzen oder einen eitrigen Nasenausfluss haben
- Wenn Sie mehrmals im Jahr an schweren Nebenhöhlenentzündungen leiden
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Wenn Sie mehrere Wochen anhaltenden Husten, Druck im Gesicht oder eine verstopfte Nase ohne Besserung bemerken
- Wenn Sie unsicher sind, ob es sich nur um eine Erkältung oder bereits um eine Nebenhöhlenentzündung handelt
- Wenn Sie unter Fieber über 38 °C über mehr als drei Tage leiden, auch wenn die Atemwege nicht stark betroffen sind
Diagnose
Der Arzt befragt Sie zu Ihren Beschwerden, Ihrer Krankengeschichte und eventuellen Allergien. Danach untersucht er Nase und Rachen mit einem kleinen Leuchtgerät und tastet das Gesicht sanft ab.
Mögliche Untersuchungen
- Keine spezielle Untersuchung ist bei einem typischen Verlauf nötig
- Manchmal wird eine Nasenspiegelung gemacht, um Entzündungszeichen zu sehen
- Nur bei Komplikationen oder unklarem Verlauf kann eine Ultraschall- oder CT-Untersuchung der Nebenhöhlen angeordnet werden
- Ein Abstrich aus der Nase wird nur bei besonderen Fragen oder schweren Fällen entnommen
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Die Untersuchung ist schmerzfrei. Der Arzt erklärt Ihnen, ob die Entzündung wahrscheinlich durch Viren oder Bakterien verursacht wird und wie Sie am besten unterstützend behandeln können. In vielen Fällen ist keine Behandlung mit Antibiotika nötig.
Behandlung
Die Behandlung richtet sich nach der Ursache. Bei einer viralen Infektion steht das Linderung der Beschwerden im Mittelpunkt, bei bakterieller Infektion kann der Arzt zusätzlich entzündungshemmende Medikamente oder eine Nasenspülung empfehlen. Wichtig ist, viel Flüssigkeit zu sich zu nehmen und sich zu schonen.
Selbsthilfe zu Hause
- Viel trinken – am besten Wasser, Tee oder klare Brühe
- Mehrfach täglich mit Kochsalzlösung inhalieren oder eine Nasenspülung mit isotonischer Lösung verwenden
- Kopf leicht erhöht lagern, um den Druck im Gesicht zu verringern
- Warme, feuchte Umschläge auf Nase und Stirn
- Bettruhe und ausreichend Schlaf
- Auf Rauchen und staubige Räume verzichten
Medizinische Behandlungen
Zusätzlich können in der Apotheke rezeptfreie Präparate erhältlich sein, die die Schleimhaut abschwellen lassen und den Abfluss der Nebenhöhlen verbessern. Bei Fieber und Schmerzen werden allgemein fiebersenkende Mittel eingesetzt, deren Namen der Arzt oder Apotheker individuell empfehlen kann. Antibiotika werden nur eingesetzt, wenn eine bakterielle Infektion nachweislich besteht oder Komplikationen drohen. Die Entscheidung hängt vom Krankheitsbild ab und sollte immer mit einem Arzt besprochen werden.
Wann kommt eine Operation infrage?
Eine Operation ist nur sehr selten nötig, etwa wenn die Beschwerden trotz guter Behandlung über viele Monate bestehen bleiben (chronische Nasennebenhöhlenentzündung) oder wenn eine Struktur wie ein Nasenpolyp die Belüftung dauerhaft stört.
Leben mit der Erkrankung
Wichtig ist, sich in den ersten Tagen zu schonen und nicht zu viel zu „machen“, damit die Infektion ausheilen kann. Vermeiden Sie anstrengende Arbeit und körperliche Aktivität, bis das Fieber und das Druckgefühl deutlich nachlassen.
Tipps für den Alltag
- Regelmäßiges Händewaschen, insbesondere nach Kontakt mit Menschen oder öffentlichen Flächen
- Nasenduschen als vorbeugende Maßnahme bei Neigung zu Nebenhöhlenproblemen
- Auf Rauchen und Passivrauchen verzichten
- Allergene in den eigenen vier Wänden reduzieren, zum Beispiel Pollenstaub und Hausstaubmilben
Ernährung und Bewegung
Eine leichte, ausgewogene Kost mit viel Obst und Gemüse kann das Immunsystem unterstützen. Scharfe Speisen können den Sekretfluss kurzzeitig fördern und die Nase besser belüften, aber sie ersetzen keine medizinische Behandlung. Körperliche Anstrengung sollte bis zur Beschwerdefreiheit vermieden werden.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Anhaltender Druck im Gesicht, Schlafstörungen und allgemeines Krankheitsgefühl können die Stimmung belasten. Es ist normal, sich in dieser Zeit schneller gereizt oder niedergeschlagen zu fühlen. Gönnen Sie sich Ruhe und sprechen Sie mit vertrauten Menschen darüber.
Vorbeugung
Eine komplette Vorbeugung ist nicht möglich, aber Sie können das Risiko senken, indem Sie Ihr Immunsystem stärken, sich regelmäßig die Hände waschen und den Kontakt zu erkälteten Menschen während der Infektionszeit begrenzen.
Impfungen
Die jährliche Grippeimpfung kann schwere Verläufe verhindern, die auch eine Nebenhöhlenentzündung begünstigen. Vereinbaren Sie einen Termin in Ihrer Hausarztpraxis, um zu klären, ob eine Impfung für Sie empfohlen wird.
Früherkennungsprogramme
Es gibt kein routinemäßiges Screening für Nasennebenhöhlenentzündungen. Wer häufig daran erkrankt oder Allergien hat, kann mit dem Arzt besprechen, ob eine gezielte Allergiediagnostik oder eine langfristige Behandlung sinnvoll ist.
Komplikationen
Unbehandelt
- Eine Ausbreitung der Entzündung auf Nachbarorgane wie das Auge (Augenhöhlenphlegmone)
- Infektion der Hirnhäute (Meningitis)
- Blutvergiftung (Sepsis) bei geschwächtem Immunsystem
- Chronischer Verlauf mit anhaltenden Beschwerden über Monate
Langzeitprognose
Mit der richtigen Behandlung und Geduld heilt die allermeisten Fälle innerhalb von ein bis zwei Wochen vollständig aus. Selbst wenn die Nebenhöhlenentzündung immer wiederkehrt, gibt es in der Regel wirksame Wege zur Verbesserung. Gehen Sie bei neuen oder ungewöhnlichen Beschwerden frühzeitig zu einer medizinischen Fachperson.
Unterstützung finden
Externe Links öffnen Websites Dritter. Ruqelo ist nicht für externe Inhalte verantwortlich. Die Nennung einer Organisation bedeutet keine Empfehlung.
Überprüfen Sie die Informationen immer mit Ihrem Arzt
Gesundheitsrichtlinien variieren je nach Land und Region. Die Informationen in diesem Artikel basieren auf internationalen klinischen Leitlinien, spiegeln jedoch möglicherweise nicht die spezifischen Richtlinien, Medikamente oder Praktiken in Ihrem Land wider. Besprechen Sie Ihre Gesundheitsfragen immer mit Ihrem Arzt oder Gesundheitsdienstleister und beziehen Sie sich auf Ihre lokalen nationalen Gesundheitsrichtlinien, sofern verfügbar.
Wichtiger Hinweis Diese Informationen dienen nur zu Bildungszwecken. Sie ersetzen keine professionelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Konsultieren Sie bei Fragen immer einen qualifizierten Arzt. Bei einem medizinischen Notfall wählen Sie sofort den örtlichen Notruf.
Ähnliche Erkrankungen
Quellen und Leitlinien
Dieser Artikel dient der Aufklärung und orientiert sich an anerkannten Gesundheitsinformations- und klinischen Leitlinienquellen, sofern verfügbar. Spezifische Quellenlinks können je nach Thema variieren.
Zuletzt aktualisiert: 31. Juli 2026
Hinweis zur Aufklärung: Diese Informationen dienen nur der Aufklärung und sind keine Diagnose.
Nutzen Sie sie zur Ergänzung — nicht als Ersatz — für den Rat einer approbierten Fachkraft.
Bei schweren, sich verschlechternden oder dringenden Symptomen rufen Sie die lokale Notrufnummer an oder suchen Sie Notfallversorgung auf.