Nebenhöhlenentzündung mit Übelkeit: Informationen und Hilfe
Basierend auf internationalen klinischen Leitlinien
Übersicht
Die Nebenhöhlen sind kleine, luftgefüllte Hohlräume im Gesichtsschädel. Bei einer Entzündung schwillt ihre Schleimhaut an und es bildet sich Schleim. Diese Entzündung heißt medizinisch Sinusitis. Sie kann auch Übelkeit verursachen – manchmal durch Schleim, der in den Magen läuft, oder durch Druck und Schwindel, die mit der Infektion einhergehen.
Wichtige Fakten
- Die meisten Nebenhöhlenentzündungen werden durch Viren ausgelöst – so wie eine Erkältung.
- Antibiotika helfen nur bei bakteriellen Infektionen, die ein Arzt feststellen muss.
- Viel Trinken, Ruhe und warme Dämpfe lindern oft schon die Beschwerden.
Ja, sie ist weit verbreitet. Fast jeder Mensch hat gelegentlich eine Nebenhöhlenentzündung, etwa im Rahmen eines grippalen Infekts.
Eine Nebenhöhlenentzündung kann in jedem Alter auftreten. Besonders häufig betroffen sind Menschen mit Allergien, geschwächter Immunabwehr oder anatomischen Besonderheiten wie einer krummen Nasenscheidewand.
Symptome
- Sofort 112 wählen: Atemnot oder das Gefühl, nicht genug Luft zu bekommen
- Sofort 112 wählen: Plötzlich sehr starke Kopfschmerzen mit steifem Nacken
- Sofort 112 wählen: Verwirrtheit oder Bewusstlosigkeit
- Sofort 112 wählen: Krampfanfall
- Sofort 112 wählen: Starke Schwellung und Rötung rund um das Auge, die sich schnell verschlimmert
- ⚠Am selben Tag ärztliche Hilfe suchen: Hohes Fieber über 39 °C, das länger als drei Tage anhält
- ⚠Am selben Tag ärztliche Hilfe suchen: Sehstörungen oder Doppelbilder
- ⚠Am selben Tag ärztliche Hilfe suchen: Starke einseitige Gesichtsschmerzen, die nicht nachlassen
- ⚠Am selben Tag ärztliche Hilfe suchen: Blutiges oder übelriechendes Nasensekret
Häufige Symptome
- Verstopfte oder laufende Nase
- Druck- oder Schmerzgefühl im Gesicht, vor allem an Stirn, Wangen oder hinter den Augen
- Kopfschmerzen
- Müdigkeit und Abgeschlagenheit
- Übelkeit oder Völlegefühl im Magen
- Eventuell Fieber, anfangs auch Husten
Symptome bei Kindern
- Reizbarkeit und Weinerlichkeit
- Schnupfen mit dickem gelblichem Sekret über längere Zeit
- Husten oder Erbrechen, weil Schleim hinuntergeschluckt wird
Ursachen
Hauptursachen
- Viren – meist die typischen Erkältungsviren
- Nach einer viralen Infektion kann sich zusätzlich eine bakterielle Infektion ansiedeln
- Allergien wie Heuschnupfen oder Hausstaubmilben
- Besonderheiten wie Polypen oder eine verkrümmte Nasenscheidewand, die den Abfluss blockieren
Risikofaktoren
- Rauchen oder regelmäßige Passivbelastung durch Rauch
- Häufige Erkältungen oder ein geschwächtes Immunsystem
- Allergien und Asthma
- Zahnprobleme im Oberkiefer, weil die Zahnwurzeln bis zu den Nebenhöhlen reichen können
- Trockene Raumluft, zum Beispiel durch starkes Heizen oder Klimaanlagen
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Wenn Sie Atemnot bekommen oder das Gefühl haben, nicht genug Luft zu bekommen – rufen Sie dann sofort die 112.
- Wenn Sie hohes Fieber über 39 °C haben und es länger als drei Tage anhält.
- Wenn sich Ihr Zustand nach sieben Tagen verschlechtert.
- Wenn starke Schmerzen im Gesicht innerhalb von 48 Stunden nicht nachlassen.
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Wenn Sie zum ersten Mal solche Beschwerden haben und unsicher sind, was sie bedeutet.
- Wenn die Nebenhöhlenentzündung mehrmals im Jahr wiederkommt.
- Wenn die Übelkeit oder Appetitlosigkeit länger als eine Woche anhält.
Diagnose
Die Ärztin oder der Arzt fragt nach Ihren Beschwerden und untersucht Sie. Dabei wird die Nase gespiegelt und der Kopf sowie das Gesicht vorsichtig abgetastet, um Druckstellen zu erkennen.
Mögliche Untersuchungen
- Meist sind keine Tests erforderlich – die Diagnose ergibt sich aus den typischen Symptomen.
- Bei Unsicherheit kann eine Nasenspiegelung mit einem Endoskop erfolgen – das ist eine dünne Kamera, die die Gänge der Nase zeigt.
- Nur bei schweren oder wiederholten Verläufen werden Bildgebungen wie eine Computertomografie (CT) gemacht – das erklärt die Ärztin oder der Arzt dann genau.
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Das Gespräch dauert meist nur fünf bis zehn Minuten. Nützlich ist es, wenn Sie Notizen mitbringen: Wann haben die Beschwerden begonnen? Was hilft schwer? Hatten Sie Fieber? Danach wird gemeinsam überlegt, welche Schritte sinnvoll sind.
Behandlung
Die Behandlung zielt darauf ab, das Abklingen der Entzündung zu begleiten und die Symptome zu lindern. In den meisten Fällen reicht Selbstpflege – also Ruhe, Feuchtigkeit und die Pflege der Schleimhäute. Ein Arzttermin oder eine Beratung in der Apotheke kann helfen, gut durch die Erkrankung zu kommen.
Selbsthilfe zu Hause
- Viel trinken – Wasser, Kräutertee oder Brühe – um den Schleim zu verflüssigen
- Dampf inhalieren, zum Beispiel über einer Schüssel mit heißem Wasser
- Schlafen mit erhöhtem Oberkörper, etwa mit einem zusätzlichen Kopfkissen
- Warme Kompressen auf Gesicht und Nase, um den Druck zu lösen
- Nasenspülungen mit Salzwasser – die Anwendung erklärt die Apotheke
- Ausreichend schlafen und den Körper nicht überfordern
Medizinische Behandlungen
Abhängig von Ursache und Ausprägung können Ärztinnen und Ärzte Medikamente empfehlen. Dazu gehören abschwellende Mittel für die Nase, Schmerzmittel oder – falls Bakterien festgestellt wurden – Antibiotika. Auch entzündungshemmende Nasensprays sind bei bestimmten Verläufen möglich. Sprechen Sie in der Apotheke oder in Ihrer Praxis über die für Sie passende Behandlungsweise. Dosierung und Anwendungsdauer sollten immer ärztlich oder pharmazeutisch empfohlen werden.
Wann kommt eine Operation infrage?
Eine Operation wird nur selten nötig – zum Beispiel bei chronischen Entzündungen mit Polypen, die keine Abheilung zulassen, oder wenn sich die Entzündung auf benachbarte Bereiche wie das Auge ausbreitet.
Leben mit der Erkrankung
Planen Sie in den ersten Tagen mehr Ruhe ein. Bei Erkältung und Kopfschmerzen ist Schonung sinnvoll. Wenn Sie sich bereits fit fühlen, sind leichte Spaziergänge an der frischen Luft in Ordnung – aber nicht bei Fieber oder starkem Unwohlsein.
Tipps für den Alltag
- Sorgen Sie für eine feuchte Raumluft, zum Beispiel mit einem Luftbefeuchter oder einem feuchten Handtuch auf der Heizung
- Vermeiden Sie Rauch und Staub, da sie die Schleimhäute zusätzlich reizen
- Achten Sie auf eine ausgewogene Ernährung mit viel Gemüse und Obst, wenn Sie Appetit haben
- Trinken Sie über den Tag verteilt immer wieder kleine Schlucke
Ernährung und Bewegung
Leichte Mahlzeiten mit milden Zutaten sind gut verträglich. Vermeiden Sie scharf gewürzte Speisen, die die Nase zusätzlich reizen können. Bewegung ist bei Fieber nicht empfohlen; erst nach Abklingen der Beschwerden können Sie sich langsam wieder steigern.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Eine Nebenhöhlenentzündung ist meistens nach wenigen Tagen vorbei. Trotzdem kann ein langwieriger Infekt die Stimmung herunterziehen. Wenn Sie sich über mehrere Wochen niedergeschlagen fühlen oder der Alltag nicht mehr klappt, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt. Falls Sie Gedanken haben, sich selbst zu verletzen, rufen Sie sofort die 112 oder suchen Sie eine psychiatrische Notaufnahme auf.
Vorbeugung
Manche Nebenhöhlenentzündungen lassen sich nicht verhindern, aber Sie können das Risiko verringern. Waschen Sie sich regelmäßig die Hände, halten Sie zu erkälteten Menschen etwas Abstand und sorgen Sie für ausreichend Schlaf. Wenn Sie Allergien haben, können Sie Auslöser wie Pollen oder Hausstaub möglichst vermeiden.
Impfungen
Gegen die Nasennebenhöhlenentzündung selbst gibt es keine Impfung. Sie können sich aber gegen Grippe und COVID-19 impfen lassen – das verringert das Risiko für Atemwegsinfektionen, die häufig zu einer Nebenhöhlenentzündung führen. Fragen Sie in Ihrer Praxis, was für Sie empfohlen ist.
Komplikationen
Unbehandelt
- Chronische Nebenhöhlenentzündung, wenn die Entzündung über Wochen nicht abheilt
- Ausbreitung der Entzündung auf benachbarte Bereiche – zum Beispiel auf die Augenhöhle oder seltener auf die Hirnhäute
- Bei bereits geschwächtem Immunsystem kann sich die Infektion schwerer entwickeln
Langzeitprognose
Die große Mehrheit der Nasennebenhöhlenentzündungen heilt vollständig aus. Übelkeit und Druckgefühl klingen in der Regel zusammen mit der Infektion ab. Wer frühzeitig auf den Körper hört und bei Warnzeichen ärztlichen Rat sucht, hat sehr gute Chancen, dass die Beschwerden verschwinden.
Unterstützung finden
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Überprüfen Sie die Informationen immer mit Ihrem Arzt
Gesundheitsrichtlinien variieren je nach Land und Region. Die Informationen in diesem Artikel basieren auf internationalen klinischen Leitlinien, spiegeln jedoch möglicherweise nicht die spezifischen Richtlinien, Medikamente oder Praktiken in Ihrem Land wider. Besprechen Sie Ihre Gesundheitsfragen immer mit Ihrem Arzt oder Gesundheitsdienstleister und beziehen Sie sich auf Ihre lokalen nationalen Gesundheitsrichtlinien, sofern verfügbar.
Wichtiger Hinweis Diese Informationen dienen nur zu Bildungszwecken. Sie ersetzen keine professionelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Konsultieren Sie bei Fragen immer einen qualifizierten Arzt. Bei einem medizinischen Notfall wählen Sie sofort den örtlichen Notruf.
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Quellen und Leitlinien
Dieser Artikel dient der Aufklärung und orientiert sich an anerkannten Gesundheitsinformations- und klinischen Leitlinienquellen, sofern verfügbar. Spezifische Quellenlinks können je nach Thema variieren.
Zuletzt aktualisiert: 31. Juli 2026
Hinweis zur Aufklärung: Diese Informationen dienen nur der Aufklärung und sind keine Diagnose.
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Bei schweren, sich verschlechternden oder dringenden Symptomen rufen Sie die lokale Notrufnummer an oder suchen Sie Notfallversorgung auf.