Nächtliche Sehnenschmerzen
Basierend auf internationalen klinischen Leitlinien
Übersicht
Unter nächtlichen Sehnenschmerzen versteht man Schmerzen in den Sehnen, die vor allem nachts auftreten. Sehnen sind feste, aber elastische Gewebestränge, die unsere Muskeln mit den Knochen verbinden. Wenn diese Stränge gereizt, überlastet oder entzündet sind, können sie besonders in Ruhe schmerzen.
Wichtige Fakten
- Sehnen sind starke Bänder, die Muskeln und Knochen verbinden.
- Nächtliche Sehnenschmerzen haben oft harmlose Ursachen wie Überlastung oder eine ungünstige Schlafposition.
- Mit Ruhe, Kühlung und sanfter Bewegung bessern sich die Beschwerden meist von selbst.
- Wenn die Schmerzen länger als eine Woche anhalten oder mit Schwellung einhergehen, ist ein Arztbesuch sinnvoll.
Ja, viele Menschen kennen nächtliche Sehnenschmerzen. Sie treten besonders nach körperlicher Anstrengung, bei Bewegungsmangel oder im Rahmen von Verschleißerscheinungen auf.
Sie können alle Altersgruppen betreffen. Besonders häufig sind Menschen betroffen, die viel Sport treiben, körperlich arbeiten oder älter werden.
Symptome
- Plötzliche, sehr starke Schmerzen nach einem Unfall
- Sie können ein Gelenk nicht mehr bewegen
- Sichtbare Verformung oder ein hörbares Knallgeräusch, zum Beispiel bei einem Sehnenriss
- ⚠Starke Schwellung und Rötung an der betroffenen Stelle
- ⚠Fieber zusätzlich zu den Sehnenschmerzen
- ⚠Schmerzen, die trotz Ruhe nicht nachlassen
Häufige Symptome
- Dumpfer Schmerz in der Sehne, der nachts stärker wird
- Steifheit am Morgen nach dem Aufstehen
- Ziehendes Gefühl entlang einer Sehne
- Schmerz bei bestimmten Bewegungen oder beim Dehnen
Symptome bei Kindern
- Wachstumsschmerzen in den Beinen, besonders nachts
- Schmerzen nach dem Sport oder nach langen Schultagen
Symptome bei älteren Erwachsenen
- Nachlassende Elastizität der Sehnen führt zu nächtlichen Beschwerden
- Verschleißerscheinungen an Gelenken und Sehnen können schmerzhaft sein
Ursachen
Hauptursachen
- Überlastung durch Sport oder einseitige Tätigkeiten
- Falsche Bewegungsabläufe, zum Beispiel beim Laufen oder Heben
- Schlafen in einer Position, die die Sehne überdehnt
- Verschleißerscheinungen im Alter
- Entzündung der Sehnenscheide (Tendovaginitis)
Risikofaktoren
- Übergewicht
- Fehlendes Aufwärmen vor dem Sport
- Schwache Muskulatur
- Arthrose in benachbarten Gelenken
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Wenn Schmerzen nachts aufwachen lassen und über mehrere Nächte anhalten
- Wenn Schwellung, Rötung oder Fieber dazu kommen
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Wenn die Schmerzen länger als eine Woche anhalten
- Wenn sie bei alltäglichen Bewegungen auftreten, zum Beispiel beim Treppensteigen
Diagnose
Ihr Arzt oder Ihre Ärztin wird zuerst ein Gespräch führen und die schmerzende Stelle untersuchen. Er tastet die Sehne ab und prüft, wann genau der Schmerz auftritt. Wenn nötig, findet eine Ultraschalluntersuchung statt. Laut den Leitlinien der Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften (AWMF) kann auch eine Magnetresonanztomografie (MRT) oder ein Röntgen helfen, andere Ursachen wie Knochenbrüche oder Arthrose auszuschließen.
Mögliche Untersuchungen
- Körperliche Untersuchung mit Abtasten der Sehne
- Ultraschall, um Entzündungen oder Risse zu erkennen
- Bei unklaren Befunden: MRT oder Röntgen
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Die Untersuchung tut nicht weh und dauert meist nur wenige Minuten. Ihr Arzt wird Ihnen danach erklären, was die Schmerzen verursacht und wie Sie am besten damit umgehen.
Behandlung
Die Behandlung richtet sich nach der Ursache und der Ausprägung. Häufig helfen schon einfache Maßnahmen zu Hause. Ihr Arzt kann zusätzlich eine Physiotherapie empfehlen. In manchen Fällen sind entzündungshemmende Medikamente sinnvoll – jedoch immer nur nach Rücksprache mit der Ärztin oder dem Arzt.
Selbsthilfe zu Hause
- Ruhe für die betroffene Sehne
- Kühlen mit einem in ein Tuch gewickelten Kühlpack für etwa 10 bis 15 Minuten
- Hochlagern des Arms oder Beins
- Sanfte Dehnübungen, sobald der akute Schmerz nachlässt
- Belastende Bewegungen für einige Tage vermeiden
Medizinische Behandlungen
Physiotherapie mit gezielten Übungen kräftigt Muskeln und Sehnen. In hartnäckigen Fällen kann Ihr Arzt entzündungshemmende Medikamente oder Spritzen in die Sehnenregion empfehlen. Eine Operation ist nur selten notwendig, zum Beispiel bei einem Sehnenriss.
Wann kommt eine Operation infrage?
Eine Operation kommt meist nur dann infrage, wenn eine Sehne ganz oder teilweise gerissen ist oder wenn andere Behandlungen über Monate nicht helfen. Ihr Arzt wird Sie ausführlich beraten und alle Vor- und Nachteile erklären.
Leben mit der Erkrankung
Passen Sie Ihre Aktivitäten vorübergehend an. Wechseln Sie zwischen Belastung und Entlastung. Achten Sie im Alltag auf eine aufrechte Haltung und vermeiden Sie einseitige Bewegungen über längere Zeit.
Tipps für den Alltag
- Schlafen Sie in einer Position, die die Sehne nicht überdehnt
- Ein Kissen unter dem betroffenen Arm oder Bein kann helfen
- Regelmäßige Pausen bei sitzender oder stehender Arbeit einplanen
Ernährung und Bewegung
Eine ausgewogene Ernährung mit viel Obst, Gemüse und Vollkorn unterstützt das Gewebe. Leichte Bewegung wie Spazierengehen oder Radfahren fördert die Durchblutung. Sprechen Sie mit Ihrem Arzt, bevor Sie mit neuen Übungen beginnen.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Schmerzen, die nachts auftreten, können den Schlaf stören und auf Dauer belasten. Wenn Sie sich niedergeschlagen fühlen, sprechen Sie offen mit Ihrem Arzt. Auch Entspannungsübungen oder eine psychologische Beratung können helfen.
Vorbeugung
Viele Sehnenprobleme lassen sich vermeiden, indem Sie sich vor dem Sport aufwärmen, Ihre Muskulatur regelmäßig trainieren und ausreichend Pausen einlegen. Achten Sie außerdem auf gut sitzende Schuhe und eine gesunde Körperhaltung.
Impfungen
Nicht zutreffend
Früherkennungsprogramme
Es gibt keine besondere Vorsorgeuntersuchung für Sehnen. Bei anhaltenden Beschwerden ist der Hausarzt die richtige Anlaufstelle.
Komplikationen
Unbehandelt
- Chronische Sehnenentzündung, die lange anhält
- Sehnenverkalkung mit eingeschränkter Beweglichkeit
- Erhöhtes Risiko für einen Sehnenriss
Langzeitprognose
Die meisten nächtlichen Sehnenschmerzen sind gut behandelbar. Mit Ruhe, Physiotherapie und Geduld bleiben die Beschwerden oft nur vorübergehend und das Gewebe erholt sich vollständig.
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Überprüfen Sie die Informationen immer mit Ihrem Arzt
Gesundheitsrichtlinien variieren je nach Land und Region. Die Informationen in diesem Artikel basieren auf internationalen klinischen Leitlinien, spiegeln jedoch möglicherweise nicht die spezifischen Richtlinien, Medikamente oder Praktiken in Ihrem Land wider. Besprechen Sie Ihre Gesundheitsfragen immer mit Ihrem Arzt oder Gesundheitsdienstleister und beziehen Sie sich auf Ihre lokalen nationalen Gesundheitsrichtlinien, sofern verfügbar.
Wichtiger Hinweis Diese Informationen dienen nur zu Bildungszwecken. Sie ersetzen keine professionelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Konsultieren Sie bei Fragen immer einen qualifizierten Arzt. Bei einem medizinischen Notfall wählen Sie sofort den örtlichen Notruf.
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Quellen und Leitlinien
Dieser Artikel dient der Aufklärung und orientiert sich an anerkannten Gesundheitsinformations- und klinischen Leitlinienquellen, sofern verfügbar. Spezifische Quellenlinks können je nach Thema variieren.
Zuletzt aktualisiert: 31. Juli 2026
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