Sehnenschmerzen auf einer Körperseite
Basierend auf internationalen klinischen Leitlinien
Übersicht
Eine Sehne ist ein festes, elastisches Bindegewebe, das Muskeln mit Knochen verbindet. Wenn eine Sehne auf einer Körperseite schmerzt, liegt das oft an Überlastung, Reizung oder Verschleiß. Fachleute nennen das dann Sehnenreizung (Tendinitis) oder Sehnenabnutzung (Tendinopathie).
Wichtige Fakten
- Sehnen verbinden Muskeln mit Knochen und ermöglichen Bewegung.
- Schmerzen entstehen häufig durch wiederholte Belastung oder zu schnelle Steigerung des Trainings.
- Meist helfen Schonung, Kälte und gezielte Bewegung – bei anhaltenden Schmerzen ist ein Arztbesuch sinnvoll.
- Die Behandlung orientiert sich an Leitlinien der AWMF, der Arbeitsgemeinschaft der medizinischen Fachgesellschaften in Deutschland.
Ja, Sehnenschmerzen sind weit verbreitet. Viele Menschen haben irgendwann einmal Schmerzen an einer Sehne, zum Beispiel an Schulter, Ellbogen, Hand, Hüfte oder Ferse.
Sehnenschmerzen können in jedem Alter auftreten. Besonders betroffen sind Menschen, die viel mit wiederholten Bewegungen arbeiten, Sport treiben oder im Alltag einseitig belasten.
Symptome
- Plötzlich einschießender, stechender Schmerz mit dem Gefühl, dass etwas gerissen ist
- Das zugehörige Gelenk lässt sich nicht mehr aktiv bewegen
- Starke Schwellung oder großer Bluterguss an der Schmerzstelle
- Gefühllosigkeit oder Taubheit in der betroffenen Gliedmaße
- ⚠Fieber, Rötung, Wärme und starke Schwellung an der Sehne – das kann auf eine Infektion hinweisen
- ⚠Sie können das Bein nicht mehr belasten oder den Arm nicht mehr heben
- ⚠Die Schmerzen werden trotz Schonung und Kühlung innerhalb von zwei Tagen schlimmer
Häufige Symptome
- Schmerz auf einer Körperseite, oft bei Bewegung oder Druck
- Morgendliche Steifheit oder Anlaufschmerz
- Leichte Schwellung oder Erwärmung der betroffenen Stelle
- Kraftverlust im zugehörigen Muskel
- Schmerzen, die zunächst nur bei Belastung auftreten und später auch in Ruhe
Symptome bei Kindern
- Bei Kindern sind Sehnenschmerzen seltener. Sie können als Wachstumsschmerzen auftreten, besonders an der Ferse oder am Knie.
- Schwellung, Rötung oder starke Schmerzen, die länger als ein paar Tage bleiben, sollten ärztlich abgeklärt werden.
Symptome bei älteren Erwachsenen
- Ältere Erwachsene haben oft steifere Sehnen, die schneller gereizt werden.
- Schmerzen können mit Gelenkverschleiß (Arthrose) zusammenhängen.
- Auch Stürze oder einseitige Belastung im Haushalt können Auslöser sein.
Ursachen
Hauptursachen
- Überlastung durch einseitige wiederholte Bewegungen
- Zu schnelles Steigern von Trainingsumfang oder -intensität
- Fehlhaltung oder ungünstige Bewegungsabläufe
- Direkte Verletzung, zum Beispiel Sturz oder Schlag auf die Sehne
- Natürlicher Verschleiß im Alter, wenn Sehnen an Elastizität verlieren
Risikofaktoren
- Sportarten mit Sprüngen, Würfen oder Schlägen, wie Tennis, Fußball oder Laufen
- Berufe mit schwerem Heben, Überkopfarbeit oder langem Stehen
- Alter – Sehnen werden mit den Jahren beanspruchter und weniger elastisch
- Erkrankungen wie Diabetes oder Übergewicht erhöhen das Risiko
- Aufwärmen vor dem Sport und ausreichende Pausen werden oft vernachlässigt
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Bei akuten Verletzungen mit hörbarem ‚Knall‘ und sofortiger Bewegungseinschränkung
- Bei Fieber, Rötung und zunehmender Schwellung über der Sehne
- Wenn Sie einen Fuß oder ein Bein nicht mehr auftreten können
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Wenn die Schmerzen länger als eine Woche anhalten
- Wenn sie Sie im Alltag oder beim Arbeiten einschränken
- Wenn Sie unsicher sind, ob die Schmerzen von der Sehne oder vom Gelenk kommen
Diagnose
Die Ärztin oder der Arzt fragt zuerst nach Ihren Beschwerden, Ihrem Alltag, Ihrer Arbeit und Ihren sportlichen Aktivitäten. Danach folgt eine gründliche körperliche Untersuchung: Sie tastet die schmerzende Stelle ab, prüft die Beweglichkeit und Kraft. Meist reicht das für die Diagnose. In einigen Fällen sind zusätzliche Untersuchungen nötig.
Mögliche Untersuchungen
- Körperliche Untersuchung mit Abtasten, Bewegungs- und Krafttests
- Ultraschall, um die Sehne und umliegendes Gewebe sichtbar zu machen
- Magnetresonanztomographie (MRT), wenn der Befund unklar ist oder ein Riss vermutet wird
- Manchmal eine Röntgenaufnahme, um Knochenveränderungen auszuschließen
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Sie werden gebeten, Ihre Schmerzen zu beschreiben: Wann sie auftreten, wie stark sie sind und welche Bewegungen sie auslösen. Die Untersuchung dauert in der Regel zwischen 10 und 20 Minuten. Im Anschluss bespricht die Ärztin oder der Arzt die nächsten Schritte mit Ihnen.
Behandlung
Ziel der Behandlung ist es, die Sehne zu entlasten, Schmerzen zu lindern und die Sehne langfristig zu stärken. Die wichtigste erste Maßnahme ist die PECH-Regel: Pause, Eis, Compression (Druckverband), Hochlagern. Danach folgen in Absprache mit Fachleuten Übungen und eine schrittweise Belastungssteigerung.
Selbsthilfe zu Hause
- Pausieren Sie die belastende Tätigkeit, aber bewegen Sie das Gelenk vorsichtig weiter.
- Kühlen Sie die schmerzende Stelle mehrmals täglich für 10 bis 15 Minuten mit einem feuchten Tuch oder Kühlpack.
- Lagern Sie den Arm oder das Bein hoch, um Schwellungen zu reduzieren.
- Verzichten Sie vorübergehend auf Sport, bis die Schmerzen deutlich nachlassen.
- Achten Sie auf gut sitzende, stabile Schuhe und eine aufrechte Haltung.
Medizinische Behandlungen
Die ärztliche Behandlung kann Physiotherapie, manuelle Therapie oder Stoßwellentherapie umfassen. Auch entzündungshemmende Schmerzmittel als Gel oder Spray können kurzfristig helfen – sprechen Sie immer vorher mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt. In hartnäckigen Fällen können Injektionen mit einem Kortison-Präparat erwogen werden. Welche Behandlung im Einzelfall sinnvoll ist, hängt von der Ursache und Ausprägung der Sehnenbeschwerden ab.
Wann kommt eine Operation infrage?
Eine Operation kommt selten infrage. Sie wird nur empfohlen, wenn eine Sehne vollständig gerissen ist oder wenn nach Monaten intensiver konservativer Behandlung keine Besserung eintritt.
Leben mit der Erkrankung
Nehmen Sie die Schmerzen ernst, aber lassen Sie sich nicht vollständig ruhigstellen. Mit angepasster Bewegung und Geduld unterstützen Sie Ihre Sehne beim Heilen. Hören Sie auf Ihren Körper und steigern Sie Belastungen langsam.
Tipps für den Alltag
- Integrieren Sie regelmäßige Aufwärm- und Abwärmphasen in Ihren Alltag.
- Wechseln Sie zwischen Belastung und Erholung ab.
- Gestalten Sie Ihren Arbeitsplatz ergonomisch, zum Beispiel mit einer höhenverstellbaren Tastatur.
- Planen Sie Auszeiten ein, um Stress abzubauen – Stress kann Schmerzen verstärken.
Ernährung und Bewegung
Eine ausgewogene Ernährung versorgt das Gewebe mit wichtigen Nährstoffen. Achten Sie auf ausreichend Eiweiß, Obst und Gemüse sowie genug Flüssigkeit. Gezielte Kräftigungs- und Dehnübungen – am besten in Absprache mit Physiotherapeutinnen und -therapeuten – helfen, die Sehnen zu stärken und künftige Beschwerden zu vermeiden.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Anhaltende Schmerzen können müde machen und die Stimmung belasten. Wenn Sie sich niedergeschlagen, gereizt oder erschöpft fühlen, sprechen Sie offen mit Ihrem Arzt oder Ihrer Ärztin. Auch Informations- und Beratungsangebote zur psychischen Gesundheit können unterstützen und sind vertraulich.
Vorbeugung
Ja, Sie können viel selbst tun: Steigern Sie Ihr Trainingspensum langsam, wärmen Sie sich vor dem Sport auf, bauen Sie Kräftigungsübungen ein und legen Sie regelmäßig Pausen ein. Auch das Wechseln zwischen verschiedenen Sportarten schützt die Sehnen vor einseitiger Überlastung.
Komplikationen
Unbehandelt
- Die Sehnenreizung kann chronisch werden und über Monate oder Jahre bestehen bleiben.
- Es kann sich ein Sehnenriss entwickeln, besonders wenn die Sehne bereits geschädigt ist.
- Lange Schonung ohne Bewegung kann die Muskulatur schwächen und die Beweglichkeit einschränken.
Langzeitprognose
Die meisten Sehnenschmerzen bessern sich mit der richtigen Behandlung deutlich. Je früher Sie reagieren und auf Ihren Körper hören, desto größer sind die Chancen, dass die Beschwerden vollständig verschwinden. Lassen Sie sich Zeit – Sehnen brauchen oft mehrere Wochen, um zu heilen.
Unterstützung finden
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Überprüfen Sie die Informationen immer mit Ihrem Arzt
Gesundheitsrichtlinien variieren je nach Land und Region. Die Informationen in diesem Artikel basieren auf internationalen klinischen Leitlinien, spiegeln jedoch möglicherweise nicht die spezifischen Richtlinien, Medikamente oder Praktiken in Ihrem Land wider. Besprechen Sie Ihre Gesundheitsfragen immer mit Ihrem Arzt oder Gesundheitsdienstleister und beziehen Sie sich auf Ihre lokalen nationalen Gesundheitsrichtlinien, sofern verfügbar.
Wichtiger Hinweis Diese Informationen dienen nur zu Bildungszwecken. Sie ersetzen keine professionelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Konsultieren Sie bei Fragen immer einen qualifizierten Arzt. Bei einem medizinischen Notfall wählen Sie sofort den örtlichen Notruf.
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Quellen und Leitlinien
Dieser Artikel dient der Aufklärung und orientiert sich an anerkannten Gesundheitsinformations- und klinischen Leitlinienquellen, sofern verfügbar. Spezifische Quellenlinks können je nach Thema variieren.
Zuletzt aktualisiert: 31. Juli 2026
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