Sehnenschmerzen mit Übelkeit – was hilft?
Basierend auf internationalen klinischen Leitlinien
Übersicht
Menschen mit diesem Thema haben Beschwerden an einer Sehne – also an dem festen Bindegewebe, das Muskeln und Knochen verbindet – und gleichzeitig ein flaues Gefühl im Magen oder müssen sich sogar übergeben. Das ist keine eigene Krankheit, sondern ein Zeichen dafür, dass im Körper etwas zusammenwirkt: Sehnenschmerz kann stark sein und dadurch Übelkeit auslösen, oder beides gehört zu einer gemeinsamen Erkrankung, zum Beispiel einer Entzündung oder einer rheumatischen Erkrankung.
Wichtige Fakten
- Sehnen verbinden Muskeln mit Knochen und sind bei jeder Bewegung gefordert.
- Übelkeit bei Sehnenschmerzen ist kein normaler Alltagsschmerz – sie sollte abgeklärt werden.
- Hinter beidem können verschiedene Ursachen stecken, von einer harmlosen Überlastung bis hin zu einer ernsteren Entzündung.
- Die Behandlung hängt von der Ursache ab und ist in den meisten Fällen gut wirksam.
Es kommt nicht selten vor, dass starke Sehnenschmerzen von Übelkeit begleitet werden – vor allem, wenn der Schmerz plötzlich einschießt oder sehr intensiv ist. Allerdings ist die Kombination kein typisches Krankheitsbild, sondern ein Hinweis darauf, dass eine genaue Untersuchung sinnvoll ist.
Sie kann Menschen jeden Alters betreffen. Häufiger sind sportlich aktive Menschen, Menschen mit körperlich wiederholenden Tätigkeiten und ältere Personen mit Verschleißerscheinungen oder entzündlichen Grunderkrankungen.
Symptome
- Was ist zu tun, wenn Sie sich blutrot an der betroffenen Stelle entwickelt und gleichzeitig hohes Fieber auftritt – das bitte sofort melden (112 wählen).
- Wenn die betroffene Gliedmaße plötzlich kraftlos wird oder taub ist, oder wenn Sie kein Gefühl mehr haben.
- Wenn die Schmerzen unerträglich sind und nicht nachlassen.
- Wenn Sie nach einem Unfall eine offene Wunde an der Sehne haben oder die Sehne sichtbar durchtrennt aussieht.
- ⚠Schmerzen, die sich bei Ruhe nicht bessern und mit Übelkeit verbunden sind.
- ⚠Zunehmende Rötung, Schwellung oder Wärme über der Sehne, besonders wenn Sie auch Fieber haben.
- ⚠Wenn Sie die betroffene Stelle nicht mehr normal bewegen können.
- ⚠Wenn die Übelkeit über mehrere Stunden anhält oder Sie sich immer wieder erbrechen müssen.
Häufige Symptome
- Schmerzen an einer Sehne – oft bei Bewegung oder Druck
- Schwellung, Rötung oder örtliche Wärme über der betroffenen Stelle
- Flauheitsgefühl im Magen oder Übelkeit
- Gelegentlich Erbrechen, besonders bei sehr starken Schmerzen
- Allgemeines Schwächegefühl oder Abgeschlagenheit
Symptome bei Kindern
- Bei Kindern kann Übelkeit mit Sehnenschmerzen ein Zeichen einer Infektion oder einer rheumatischen Entzündung sein.
- Hinken, Schonhaltung oder Weinen bei Bewegung können auf ein Gelenk- oder Sehnenproblem hinweisen.
- Fieber zusätzlich zu Schmerz und Übelkeit ist immer ein Warnsignal.
Symptome bei älteren Erwachsenen
- Schmerzen an Sehnen kommen bei älteren Menschen häufig durch Abnutzung vor.
- Begleitende Übelkeit kann durch Medikamente oder eine verringerte Magen-verträglichkeit verstärkt werden.
- Plötzliche starke Schmerzen mit Übelkeit und Schwäche können auch auf andere Erkrankungen hinweisen – das sollte zeitnah ärztlich geklärt werden.
Ursachen
Hauptursachen
- Überlastung oder wiederholte Bewegungen, die die Sehne reizen (zum Beispiel Sport, Handarbeit oder lange Arbeit am Computer).
- Plötzliche Verletzungen, etwa ein Sturz oder ein Riss der Sehne.
- Entzündliche Erkrankungen, die Sehnen und Gelenke betreffen, zum Beispiel rheumatische Erkrankungen.
- Eine bakterielle Infektion, die von einer Wunde in die Sehne oder ihre Umgebung gelangt – ein seltener, aber ernster Notfall.
- Bei manchen Menschen können auch Stoffwechselerkrankungen wie Gicht oder Diabetes Sehnenprobleme begünstigen.
Risikofaktoren
- Sie sportlich aktiv sind und Trainingsumfang oder -intensität schnell steigern.
- Sie viele einseitige Bewegungen in Alltag oder Beruf ausführen.
- Sie älter werden – mit dem Alter verlieren Sehnen an Elastizität.
- Sie eine Grunderkrankung haben, die das Bindegewebe schwächt, zum Beispiel Diabetes oder Rheuma.
- Sie bestimmte Medikamente einnehmen, die Sehnenrisse begünstigen können – Ihre Ärztin oder Ihr Arzt kennt das.
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Bei starken Schmerzen, die Sie kaum bewegen können.
- Wenn Sie Fieber, Schüttelfrost oder deutliche Rötung und Wärme über der Sehne bemerken.
- Wenn die Übelkeit mit Erbrechen einhergeht und der Schmerz nach Ruhe nicht nachlässt.
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Wenn die Beschwerden länger als drei Tage bestehen oder immer wiederkehren.
- Wenn Sie wissen möchten, welche Übungen für Sie sicher sind.
- Wenn Sie eine Grunderkrankung haben und unklar ist, ob die Sehnenprobleme damit zusammenhängen.
Diagnose
Die Ärztin oder der Arzt fragt zuerst genau nach Ihren Beschwerden, nach beruflichen und sportlichen Aktivitäten sowie nach Vorerkrankungen. Danach folgt eine körperliche Untersuchung: Er oder sie tastet die Sehne ab und prüft Beweglichkeit und Kraft. Wichtig ist auch, die Übelkeit einzuordnen – deshalb wird zusätzlich nach anderen Symptomen wie Fieber oder Erbrechen gefragt.
Mögliche Untersuchungen
- Ultraschalluntersuchung der Sehne, um Entzündungen oder Risse zu erkennen.
- Blutuntersuchung, um Entzündungswerte oder Rheuma-Faktoren zu bestimmen.
- Gelegentlich Kernspintomographie (Magnetresonanztomographie, MRT), wenn die Weichteile genauer beurteilt werden müssen.
- Bei Verdacht auf eine Infektion kann auch eine Untersuchung von Gewebe oder Flüssigkeit sinnvoll sein.
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Die Diagnose kann oft schon beim ersten Termin eingegrenzt werden. Je nach Befund werden weitere Untersuchungen geplant. Sie sollten in Ruhe alles schildern – auch kleine Hinweise können helfen. Die Ärztin oder der Arzt wird mit Ihnen gemeinsam besprechen, ob die Beschwerden eine harmlose Ursache haben oder ob eine gezielte Behandlung nötig ist.
Behandlung
Die Behandlung hängt von der Ursache ab. Steht eine Überlastung im Vordergrund, helfen vor allem Schonung, gezielt angeleitete Bewegung und Kühlung. Bei entzündlichen Ursachen kann eine entzündungshemmende Behandlung sinnvoll sein – was in Ihrem Fall hilft, entscheidet Ihre medizinische Fachperson. Wichtig ist, dass die Übelkeit nicht „wegbehandelt“ wird, sondern sich durch die Behandlung des Auslösers in der Regel mit bessert.
Selbsthilfe zu Hause
- Die betroffene Stelle für ein bis zwei Tage weitgehend schonen – aber nicht völlig ruhig stellen, denn leichte Bewegung kann die Heilung fördern.
- Kühlen Sie die schmerzende Stelle mehrmals täglich – zum Beispiel mit einem feuchten Tuch oder einem Kühlkissen, aber niemals direkt auf die Haut.
- Lagern Sie die Stelle leicht erhöht, um Schwellungen zu verringern.
- Achten Sie auf eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr, besonders wenn Ihnen übel ist.
- Wenn Sie sich erbrechen müssen, ist es wichtig, den Flüssigkeitsverlust auszugleichen – versuchen Sie, kleine Schlucke Wasser oder Tee zu trinken.
Medizinische Behandlungen
Die Ärztin oder der Arzt kann in manchen Fällen entzündungshemmende Medikamente verschreiben oder eine Physiotherapie empfehlen. Auch lokale Injektionen in die Sehnenregion kommen in Betracht. Bei Infektionen ist meist eine Behandlung mit Antibiotika nötig – welche das sind, entscheidet die medizinische Fachperson, abhängig vom Erreger. Es ist wichtig, nur diejenigen Medikamente zu nehmen, die ausdrücklich für Sie verordnet wurden.
Wann kommt eine Operation infrage?
Ein chirurgischer Eingriff an einer Sehne ist selten nötig. Er kann zum Beispiel bei einem vollständigen Sehnenriss sinnvoll sein, wenn dadurch wichtige Funktionen wie das Gehen oder Greifen nicht mehr möglich sind. Auch bei eitrigen Infektionen kann eine Operation notwendig werden, um das abgestorbene Gewebe zu entfernen.
Leben mit der Erkrankung
Planen Sie Ihren Alltag so, dass Sie die betroffene Sehne nicht dauerhaft überlasten. Lernen Sie, auf Warnsignale zu achten: Werden die Schmerzen stärker oder kommt die Übelkeit zurück, ist das ein Hinweis, langsamer zu machen. Nehmen Sie sich Zeit für Erholungsphasen und schlafen Sie ausreichend – das unterstützt die Heilung.
Tipps für den Alltag
- Bewegen Sie sich regelmäßig, aber mit angepasster Intensität.
- Vermeiden Sie lange einseitige Belastungen, zum Beispiel stundenlanges Tippen oder schweres Heben.
- Bauen Sie kurze Pausen und Dehnübungen in den Alltag ein.
- Verzichten Sie während einer akuten Entzündung auf Nikotin, da es die Durchblutung verschlechtert.
Ernährung und Bewegung
Eine ausgewogene Ernährung mit reichlich Obst, Gemüse und vollwertigen Getreideprodukten unterstützt die Sehnenstruktur – bestimmte Wundermittel gibt es nicht. Für die Bewegung gilt: gezielte Kräftigungs- und Dehnübungen, idealerweise nach Anleitung durch eine Physiotherapeutin oder einen Physiotherapeuten. Hören Sie auf Ihren Körper und steigern Sie die Belastung langsam.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Anhaltende Schmerzen können seelisch belasten und auch die Übelkeit verstärken, weil der Körper in Anspannung bleibt. Es ist völlig normal, sich dabei unsicher oder ängstlich zu fühlen. Sprechen Sie offen darüber – mit Angehörigen oder Ihrer hausärztlichen Praxis. Wenn die Belastung zu groß wird, suchen Sie rechtzeitig professionelle psychologische Unterstützung.
Vorbeugung
Vieles lässt sich verhindern, wenn Sie auf eine ausgewogene Balance zwischen Belastung und Erholung achten. Steigern Sie Training schrittweise, verwenden Sie geeignetes Schuhwerk und Arbeitsmaterial, und behandeln Sie kleine Verletzungen früh. Dadurch lassen sich viele Sehnenprobleme vermeiden.
Früherkennungsprogramme
Eine spezielle Reihenuntersuchung für Sehnen mit Übelkeit gibt es nicht. Bei bekannten Grunderkrankungen wie Rheuma oder Diabetes sind regelmäßige Kontrollen bei der Fachärztin oder dem Facharzt sinnvoll, damit Veränderungen früh erkannt werden.
Komplikationen
Unbehandelt
- Chronische Sehnenschmerzen, die im Alltag einschränken.
- Ein fortschreitender Sehnenriss, der schlimmstenfalls operativ behandelt werden muss.
- Bei einer unbehandelten bakteriellen Infektion kann sich die Entzündung ausbreiten – im schlimmsten Fall bis in die Blutbahn (Sepsis).
- Eine unbehandelte entzündliche Grunderkrankung kann langfristig andere Gelenke oder Organe betreffen.
Langzeitprognose
Wenn die Ursache früh erkannt wird, ist die Prognose meist sehr gut. Die meisten Sehnenbeschwerden klingen mit Schonung, angepasster Bewegung und – wenn nötig – ärztlicher Behandlung vollständig ab. Auch die begleitende Übelkeit bessert sich in der Regel mit dem Schmerz. Mit Geduld und einer guten ärztlichen Begleitung können Sie fast immer Ihren Alltag zurückgewinnen.
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Überprüfen Sie die Informationen immer mit Ihrem Arzt
Gesundheitsrichtlinien variieren je nach Land und Region. Die Informationen in diesem Artikel basieren auf internationalen klinischen Leitlinien, spiegeln jedoch möglicherweise nicht die spezifischen Richtlinien, Medikamente oder Praktiken in Ihrem Land wider. Besprechen Sie Ihre Gesundheitsfragen immer mit Ihrem Arzt oder Gesundheitsdienstleister und beziehen Sie sich auf Ihre lokalen nationalen Gesundheitsrichtlinien, sofern verfügbar.
Wichtiger Hinweis Diese Informationen dienen nur zu Bildungszwecken. Sie ersetzen keine professionelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Konsultieren Sie bei Fragen immer einen qualifizierten Arzt. Bei einem medizinischen Notfall wählen Sie sofort den örtlichen Notruf.
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Quellen und Leitlinien
Dieser Artikel dient der Aufklärung und orientiert sich an anerkannten Gesundheitsinformations- und klinischen Leitlinienquellen, sofern verfügbar. Spezifische Quellenlinks können je nach Thema variieren.
Zuletzt aktualisiert: 31. Juli 2026
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Bei schweren, sich verschlechternden oder dringenden Symptomen rufen Sie die lokale Notrufnummer an oder suchen Sie Notfallversorgung auf.