Anaemia â Patienteninformationen · Ruqelo Health
Diagnostik·HÀmatologie
Anaemia
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Patienteninformation â kein Ă€rztlicher Rat. Besprechen Sie dies mit Ihrem Arzt.
Basierend auf internationalen klinischen Leitlinien
Ăbersicht
AnÀmie (Blutarmut) bedeutet, dass Ihr Blut zu wenig rote Blutkörperchen oder zu wenig des roten Blutfarbstoffs HÀmoglobin enthÀlt. Rote Blutkörperchen transportieren Sauerstoff durch Ihren Körper. Wenn Sie zu wenige davon haben, bekommen Ihre Organe und Muskeln nicht genug Sauerstoff.
Wichtige Fakten
AnÀmie ist die weltweit hÀufigste Bluterkrankung.
Die hÀufigste Form ist die EisenmangelanÀmie.
AnÀmie kann viele Ursachen haben, von NÀhrstoffmangel bis zu chronischen Krankheiten.
Mit der richtigen Behandlung ist AnÀmie meist gut in den Griff zu bekommen.
Ja, AnĂ€mie ist sehr hĂ€ufig. Weltweit sind schĂ€tzungsweise 1,6 Milliarden Menschen betroffen. In Deutschland leiden etwa 10â20 % der Frauen im gebĂ€rfĂ€higen Alter an einer leichten AnĂ€mie, oft aufgrund von Eisenmangel.
Fragen zu diesem Artikel
AnÀmie kann jeden treffen, unabhÀngig von Alter oder Geschlecht. Besonders gefÀhrdet sind Frauen mit starken Monatsblutungen, Schwangere, Menschen mit chronischen Erkrankungen (z. B. Nierenkrankheiten, Krebs), Àltere Menschen und Personen mit einseitiger ErnÀhrung (z. B. Veganer ohne ausreichende NÀhrstoffzufuhr).
Symptome
Rufen Sie sofort den Notruf, wenn Sie bemerken:
Plötzliche Brustschmerzen oder EngegefĂŒhl in der Brust
Atemnot in Ruhe
Ohnmacht oder plötzlicher Bewusstseinsverlust
Starke Herzrasen oder unregelmĂ€Ăiger Herzschlag
Sehr blasse oder kaltschweiĂige Haut
Suchen Sie dringend (noch am selben Tag) einen Arzt auf, wenn Sie bemerken:
â Zunehmende MĂŒdigkeit, die den Alltag beeintrĂ€chtigt
â Anhaltender Schwindel, der nicht besser wird
â Sichtbare BlĂ€sse, die neu auftritt
â Kurzatmigkeit bei leichter AktivitĂ€t
HĂ€ufige Symptome
MĂŒdigkeit und SchwĂ€chegefĂŒhl
BlÀsse der Haut und der SchleimhÀute (z. B. Augenbindehaut)
Kurzatmigkeit schon bei leichter Belastung
Schwindel oder Benommenheit
Kopfschmerzen
Herzklopfen oder schneller Puls
Symptome bei Kindern
BlĂ€sse und MĂŒdigkeit
Gereiztheit oder Unruhe
Wachstumsstörungen oder verzögerte Entwicklung
HĂ€ufige Infekte
Symptome bei Àlteren Erwachsenen
VerstĂ€rkte MĂŒdigkeit und SchwĂ€che
Verwirrtheit oder GedÀchtnisprobleme
Schwierigkeiten beim Gehen oder StĂŒrze
Verschlechterung einer bestehenden Herzkrankheit
Ursachen
Hauptursachen
Eisenmangel (z. B. durch starke Monatsblutungen, Blutungen im Magen-Darm-Trakt, einseitige ErnÀhrung)
Vitaminmangel (z. B. Vitamin B12 oder FolsÀure, z. B. bei veganer ErnÀhrung oder Magen-Darm-Erkrankungen)
Chronische Erkrankungen (z. B. Nierenkrankheiten, Rheuma, Krebs, EntzĂŒndungen)
Blutverlust (z. B. durch UnfĂ€lle, Operationen, GeschwĂŒre im Magen oder Darm)
Erbkrankheiten (z. B. SichelzellanĂ€mie, ThalassĂ€mie â diese sind in Deutschland seltener)
Knochenmarkerkrankungen (z. B. aplastische AnÀmie, LeukÀmie)
Risikofaktoren
Weibliches Geschlecht (insbesondere im gebÀrfÀhigen Alter)
Schwangerschaft und Stillzeit
Vegetarische oder vegane ErnÀhrung ohne gezielte NÀhrstoffergÀnzung
Alter ĂŒber 65 Jahre
Chronische Krankheiten (z. B. Niereninsuffizienz, Diabetes, entzĂŒndliche Darmerkrankungen)
Einnahme bestimmter Medikamente (z. B. BlutverdĂŒnner, Aspirin)
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
Bei plötzlich auftretender schwerer MĂŒdigkeit oder Kurzatmigkeit
Bei Anzeichen einer starken Blutung (z. B. schwarzer Stuhl, Blut im Urin, starke Menstruationsblutungen)
Bei Brustschmerzen oder OhnmachtsanfÀllen
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
Wenn Sie anhaltend mĂŒde sind und sich schwach fĂŒhlen, ohne erkennbaren Grund
Wenn Sie blass aussehen und weniger belastbar sind
Wenn Sie sich nach einer Erkrankung oder Operation nicht wie gewohnt erholen
Vor einer geplanten Schwangerschaft oder in der FrĂŒhschwangerschaft
Eine leichte AnÀmie ist oft harmlos und bessert sich mit einer ErnÀhrungsumstellung oder NahrungsergÀnzung. Suchen Sie dennoch Ihren Hausarzt auf, um die Ursache abzuklÀren. Mit einer einfachen Blutuntersuchung kann festgestellt werden, ob eine AnÀmie vorliegt und welche Behandlung sinnvoll ist.
Diagnose
Die Diagnose einer AnĂ€mie wird in der Regel durch eine Blutuntersuchung gestellt. Ihr Arzt wird ein groĂes Blutbild anfertigen lassen. Darin werden die Anzahl der roten Blutkörperchen, der HĂ€moglobinwert und weitere Indikatoren gemessen.
Eisenstatus (Serumeisen, Ferritin, Transferrin) â zur Bestimmung eines Eisenmangels
Vitamin B12- und FolsÀurespiegel im Blut
Blutuntersuchung auf EntzĂŒndungswerte (CRP) oder Nierenfunktion
Weitere Tests wie HÀmoglobin-Elektrophorese (bei erblichen Formen) oder Knochenmarkbiopsie (selten nötig)
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Die Blutabnahme ist schnell und fast schmerzfrei. Ihr Arzt wird mit Ihnen die Ergebnisse besprechen und je nach Ursache weitere Untersuchungen vorschlagen. Oft ist eine einzige Blutabnahme ausreichend, um die Art der AnÀmie zu bestimmen.
Behandlung
Die Behandlung der AnÀmie richtet sich nach der Ursache. Ziel ist es, den Mangel zu beheben oder die Grunderkrankung zu behandeln. In vielen FÀllen kann die AnÀmie durch NahrungsergÀnzung und ErnÀhrungsumstellung erfolgreich behandelt werden.
Selbsthilfe zu Hause
Eisenreiche ErnĂ€hrung: Vollkornprodukte, grĂŒnes BlattgemĂŒse (Spinat, GrĂŒnkohl), HĂŒlsenfrĂŒchte, NĂŒsse und Samen, Fleisch (in MaĂen)
Vitamin-C-reiche Lebensmittel (z. B. ZitrusfrĂŒchte) verbessern die Eisenaufnahme â z. B. ein Glas Orangensaft zum FrĂŒhstĂŒck
Vermeiden Sie Tee oder Kaffee direkt zu den Mahlzeiten, da diese die Eisenaufnahme hemmen
Ausreichend Schlaf und regelmĂ€Ăige Bewegung nach Belastbarkeit
Bei veganer/vegetarischer ErnĂ€hrung: bewusst auf Vitamin B12- und Eisenquellen achten, bei Bedarf NahrungsergĂ€nzungsmittel nach Ă€rztlicher RĂŒcksprache
Medizinische Behandlungen
Bei einer nachgewiesenen AnĂ€mie kann Ihr Arzt Ihnen PrĂ€parate empfehlen, die Eisen, Vitamin B12 oder FolsĂ€ure enthalten. Diese gibt es als Tabletten, Kapseln oder Tropfen. Bei schwerem Mangel oder Aufnahmeproblemen im Darm können Wirkstoffe auch als Spritze (z. B. Vitamin B12) oder als Infusion verabreicht werden. Bei chronischen Erkrankungen kann der Arzt auch Medikamente einsetzen, die die Bildung roter Blutkörperchen anregen. Eine Bluttransfusion ist nur in seltenen, schweren FĂ€llen nötig. Bitte nehmen Sie NahrungsergĂ€nzungsmittel niemals ohne Ă€rztliche Absprache ein â zu viel Eisen kann schĂ€dlich sein.
Wann kommt eine Operation infrage?
Wenn die AnĂ€mie durch eine anhaltende Blutung verursacht wird (z. B. ein MagengeschwĂŒr, Darmpolyp oder eine starke Menstruationsblutung), kann eine Operation nötig sein, um die Blutungsquelle zu verschlieĂen oder zu entfernen. Ihr Arzt wird dies mit Ihnen besprechen, falls erforderlich.
Leben mit der Erkrankung
Mit einer behandelten AnĂ€mie können Sie ein ganz normales Leben fĂŒhren. Achten Sie auf eine ausgewogene ErnĂ€hrung und nehmen Sie Ihre verordneten PrĂ€parate regelmĂ€Ăig ein. Es ist wichtig, die zugrunde liegende Ursache zu behandeln und regelmĂ€Ăige Kontrolluntersuchungen beim Arzt wahrzunehmen. Viele Menschen mit leichter AnĂ€mie haben kaum EinschrĂ€nkungen.
Tipps fĂŒr den Alltag
Planen Sie regelmĂ€Ăige Ruhepausen ein, besonders wenn Sie sich mĂŒde fĂŒhlen
Treiben Sie leichte Bewegung wie SpaziergÀnge oder sanftes Yoga, um die Durchblutung zu fördern
Vermeiden Sie ĂŒbermĂ€Ăigen Alkoholkonsum, da Alkohol die Blutbildung stören kann
Hören Sie auf Ihren Körper â bei MĂŒdigkeit gönnen Sie sich eine Pause
ErnÀhrung und Bewegung
Eine eisen- und vitaminreiche ErnĂ€hrung ist das A und O. Kombinieren Sie eisenhaltige Lebensmittel mit Vitamin C (z. B. Paprika, Brokkoli, ZitrusfrĂŒchte). Vermeiden Sie gleichzeitig zu viel Kaffee oder schwarzen Tee zu den Mahlzeiten. Bewegung an der frischen Luft kann die Sauerstoffversorgung verbessern â aber ĂŒbertreiben Sie es nicht, wenn Sie sich schwach fĂŒhlen.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
AnĂ€mie kann durch die anhaltende MĂŒdigkeit und SchwĂ€che das seelische Wohlbefinden beeintrĂ€chtigen. Manche Menschen fĂŒhlen sich antriebslos oder niedergeschlagen. Das ist verstĂ€ndlich. Sprechen Sie mit Ihrem Arzt darĂŒber, wenn die Belastung groĂ ist. Eine erfolgreiche Behandlung kann die Stimmung oft deutlich verbessern.
Vorbeugung
Viele Formen der AnĂ€mie sind vermeidbar. Eine ausgewogene ErnĂ€hrung mit ausreichend Eisen, Vitamin B12 und FolsĂ€ure ist der beste Schutz. Achten Sie besonders in der Schwangerschaft und bei starken Regelblutungen auf eine gute NĂ€hrstoffversorgung. Bei chronischen Erkrankungen kann eine frĂŒhzeitige Behandlung das Risiko einer AnĂ€mie senken.
Impfungen
Es gibt keine Impfung gegen AnĂ€mie. Bei bestimmten Risikogruppen (z. B. Menschen mit Nierenkrankheiten) kann jedoch eine vorbeugende Behandlung mit Wachstumsfaktoren fĂŒr rote Blutkörperchen in ErwĂ€gung gezogen werden â sprechen Sie mit Ihrem Arzt.
FrĂŒherkennungsprogramme
In Deutschland wird bei bestimmten Personengruppen ein Screening auf AnĂ€mie empfohlen, z. B. bei Schwangeren im Rahmen der Mutterschaftsvorsorge. Auch bei Ă€lteren Menschen mit unklarer MĂŒdigkeit kann ein Blutbild sinnvoll sein. Fragen Sie Ihren Hausarzt, ob fĂŒr Sie eine regelmĂ€Ăige Kontrolle infrage kommt.
Komplikationen
Unbehandelt
Schwere MĂŒdigkeit und EinschrĂ€nkungen im Alltag
Herz-Kreislauf-Probleme wie Herzrasen, HerzschwÀche oder sogar Herzinfarkt bei starker AnÀmie
Verschlechterung bestehender Grunderkrankungen (z. B. Niereninsuffizienz, chronische Lungenerkrankungen)
Bei Schwangeren: erhöhtes Risiko fĂŒr FrĂŒhgeburten oder ein niedriges Geburtsgewicht
Bei Kindern: Wachstums- und Entwicklungsstörungen
Langzeitprognose
Die Prognose der AnĂ€mie ist in den meisten FĂ€llen sehr gut. Dank moderner Diagnose- und Behandlungsmöglichkeiten können fast alle Formen erfolgreich behandelt werden. Selbst bei chronischen Erkrankungen lĂ€sst sich die AnĂ€mie meist gut kontrollieren. Wichtig ist, die Ursache rechtzeitig zu klĂ€ren und die Behandlung wie empfohlen durchzufĂŒhren. Bei schweren erblichen Formen ist eine lebenslange Betreuung nötig, aber auch hier gibt es wirksame Therapien, die ein weitgehend normales Leben ermöglichen.
Ărztlicher Bereitschaftsdienst (fĂŒr nicht lebensbedrohliche ZustĂ€nde)
116117
Deutschland
Notruf fĂŒr medizinische NotfĂ€lle (Lebensgefahr)
112
Deutschland
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ĂberprĂŒfen Sie die Informationen immer mit Ihrem Arzt
Gesundheitsrichtlinien variieren je nach Land und Region. Die Informationen in diesem Artikel basieren auf internationalen klinischen Leitlinien, spiegeln jedoch möglicherweise nicht die spezifischen Richtlinien, Medikamente oder Praktiken in Ihrem Land wider. Besprechen Sie Ihre Gesundheitsfragen immer mit Ihrem Arzt oder Gesundheitsdienstleister und beziehen Sie sich auf Ihre lokalen nationalen Gesundheitsrichtlinien, sofern verfĂŒgbar.
Wichtiger Hinweis Diese Informationen dienen nur zu Bildungszwecken. Sie ersetzen keine professionelle Àrztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Konsultieren Sie bei Fragen immer einen qualifizierten Arzt. Bei einem medizinischen Notfall wÀhlen Sie sofort den örtlichen Notruf.
Quellen und Leitlinien
Dieser Artikel dient der AufklĂ€rung und orientiert sich an anerkannten Gesundheitsinformations- und klinischen Leitlinienquellen, sofern verfĂŒgbar. Spezifische Quellenlinks können je nach Thema variieren.
Zuletzt aktualisiert: 9. Juni 2026
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