Knöchel-Arm-Index (ABI) Test
Basierend auf internationalen klinischen Leitlinien
Übersicht
Der Knöchel-Arm-Index (ABI) ist ein einfacher, schmerzfreier Test. Dabei wird der Blutdruck am Knöchel mit dem Blutdruck am Oberarm verglichen. So kann der Arzt feststellen, ob die Durchblutung in den Beinen eingeschränkt ist – zum Beispiel durch eine Arterienverkalkung (periphere arterielle Verschlusskrankheit, PAVK).
Wichtige Fakten
- Der ABI-Test ist schmerzfrei und dauert nur etwa 15 Minuten.
- Er hilft, Durchblutungsstörungen in den Beinen frühzeitig zu erkennen.
- Der Test wird oft bei Menschen mit Risikofaktoren wie Rauchen, Diabetes oder Bluthochdruck durchgeführt.
Ja, Durchblutungsstörungen in den Beinen sind besonders bei Menschen über 50 und bei Rauchern häufig. Viele wissen gar nicht, dass sie betroffen sind.
Betroffen sind vor allem Menschen mit Risikofaktoren wie Rauchen, Diabetes, Bluthochdruck oder erhöhten Blutfetten. Auch ältere Menschen haben ein höheres Risiko.
Symptome
- Plötzlicher, starker Schmerz in einem Bein
- Das Bein wird kalt, blass oder bläulich
- Taubheitsgefühl oder Lähmungserscheinungen
- ⚠Offene Wunden an den Beinen oder Füßen, die nicht heilen
- ⚠Farbveränderungen der Haut (sehr blass oder dunkel)
- ⚠Starke Schwellung oder Rötung
Häufige Symptome
- Schmerzen in den Waden, Oberschenkeln oder im Gesäß beim Gehen (die nach kurzer Ruhe wieder verschwinden)
- Kalte Füße oder Zehen
- Langsam heilende Wunden an den Beinen oder Füßen
- Blasse oder bläuliche Haut an den Beinen
- Schwächerer oder fehlender Puls am Fuß
Symptome bei Kindern
- Bei Kindern ist eine Durchblutungsstörung selten. Mögliche Anzeichen sind Schmerzen beim Laufen oder Schwimmen, kalte Füße oder auffällige Hautfarbe.
Symptome bei älteren Erwachsenen
- Ältere Menschen haben oft zusätzlich Schmerzen in Ruhe, vor allem nachts. Wunden heilen besonders schlecht. Auch Taubheitsgefühl oder Kribbeln können auftreten.
Ursachen
Hauptursachen
- Arterienverkalkung (Arteriosklerose): Fett- und Kalkablagerungen verengen die Blutgefäße und behindern die Durchblutung.
- Selten: Entzündungen der Blutgefäße oder Blutgerinnsel, die die Arterien verschließen.
Risikofaktoren
- Rauchen
- Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit)
- Bluthochdruck
- Erhöhte Blutfette (Cholesterin)
- Alter über 50 Jahre
- Bewegungsmangel
- Übergewicht
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Bei plötzlichen, heftigen Beinschmerzen zusammen mit Kälte oder Blässe – sofort den Notruf 112 wählen.
- Wenn ein Fuß oder Zeh blau oder schwarz wird.
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Wenn Sie beim Gehen regelmäßig Wadenschmerzen haben, die nach kurzem Stehenbleiben verschwinden.
- Wenn Sie kalte Füße oder langsam heilende Wunden bemerken.
- Wenn Sie zu den Risikogruppen gehören (Raucher, Diabetiker) und noch keine Untersuchung hatten.
Diagnose
Der Arzt vermutet eine Durchblutungsstörung aufgrund Ihrer Beschwerden und Risikofaktoren. Der ABI-Test bestätigt oder schließt diese Vermutung weitgehend aus.
Mögliche Untersuchungen
- Knöchel-Arm-Index (ABI): Blutdruckmessung am Knöchel und am Oberarm, beide Seiten werden verglichen.
- Farbkodierte Duplexsonographie (Ultraschall): Damit kann der Arzt die Blutgefäße sichtbar machen und Verengungen erkennen.
- Laufbandtest: Sie gehen auf einem Laufband, bis Schmerzen auftreten – dabei wird der Blutdruck vor und nach der Belastung gemessen.
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Sie liegen entspannt auf einer Liege. Der Arzt legt Blutdruckmanschetten um beide Knöchel und beide Oberarme. Nach einer kurzen Ruhephase misst er nacheinander den Blutdruck. Das Ganze dauert etwa 15 Minuten und tut nicht weh. Der errechnete Index zeigt, ob die Durchblutung normal ist oder ob eine Behandlung nötig ist.
Behandlung
Die Behandlung hängt davon ab, wie stark die Durchblutungsstörung ist. In leichten Fällen reichen oft Bewegung und eine Umstellung der Lebensgewohnheiten. Bei stärkeren Beschwerden kommen Medikamente oder Eingriffe in Frage. Ziel ist es, die Durchblutung zu verbessern und Folgeschäden zu vermeiden.
Selbsthilfe zu Hause
- Gehtraining: Täglich so weit gehen, bis Schmerzen auftreten, dann kurz pausieren und weitergehen – das fördert die Durchblutung.
- Mit dem Rauchen aufhören – das ist der wichtigste Schritt.
- Gesunde Ernährung mit viel Obst, Gemüse und Vollkornprodukten, wenig Fett und Zucker.
- Tägliche Fußpflege: Füße auf Wunden oder Verfärbungen kontrollieren, weiche Schuhe tragen.
- Kälte vermeiden: warme Socken und Schuhe, aber keine direkte Wärme (Heizdecke, Wärmflasche) bei Taubheitsgefühl.
Medizinische Behandlungen
Je nach Schweregrad können Medikamente eingesetzt werden, die die Durchblutung fördern oder die Blutgerinnung hemmen – immer in Absprache mit dem Arzt. Auch eine Behandlung von Begleiterkrankungen wie Bluthochdruck oder Diabetes ist wichtig.
Wann kommt eine Operation infrage?
Wenn die Beschwerden trotz konservativer Maßnahmen (Bewegung, Medikamente) stark bleiben oder Geschwüre entstehen, kann ein Eingriff nötig sein: zum Beispiel eine Aufdehnung der verengten Stelle mit einem Ballonkatheter (perkutane transluminale Angioplastie) oder eine Bypass-Operation, bei der eine Umleitung um die verengte Stelle gelegt wird.
Leben mit der Erkrankung
Mit einer Durchblutungsstörung können Sie aktiv umgehen. Planen Sie regelmäßige Spaziergänge ein, achten Sie auf Ihre Füße und nehmen Sie Ihre Medikamente zuverlässig. Die Erkrankung ist chronisch, aber mit guter Selbstfürsorge oft gut in den Griff zu bekommen.
Tipps für den Alltag
- Tägliches Gehtraining (auch kurze Strecken sind besser als gar nichts)
- Rauchen vermeiden – auch Passivrauchen
- Füße täglich waschen, abtrocknen und eincremen – so beugen Sie Hautrissen vor
- Bequeme, gut sitzende Schuhe und weiche Sohlen verwenden
- Bei kalten Füßen: dicke Socken, warme Umgebung, aber keine Heizkissen
Ernährung und Bewegung
Eine ausgewogene Ernährung mit wenig gesättigten Fetten, viel Ballaststoffen und ausreichend Flüssigkeit unterstützt die Gefäße. Regelmäßige Bewegung – am besten Gehen oder Schwimmen – hilft die Durchblutung zu verbessern. Besprechen Sie ein Übungsprogramm mit Ihrem Arzt oder einem Physiotherapeuten.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Die Einschränkung beim Gehen kann belastend sein und manchmal zu Niedergeschlagenheit oder Angst führen. Sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Ihrer Ärztin darüber. Auch der Austausch mit anderen Betroffenen kann Mut machen.
Vorbeugung
Sie können einer Durchblutungsstörung vorbeugen, indem Sie die Risikofaktoren minimieren: nicht rauchen, sich regelmäßig bewegen, gesund essen, Übergewicht vermeiden und Blutdruck sowie Blutzucker im Griff behalten.
Impfungen
Entfällt
Früherkennungsprogramme
Wenn Sie zu einer Risikogruppe gehören (z.B. Raucher ab 50, Diabetiker ab 40), kann ein ABI-Screening sinnvoll sein. Sprechen Sie mit Ihrem Hausarzt darüber – der Test ist einfach und kann frühzeitig Probleme aufdecken.
Komplikationen
Unbehandelt
- Verschlechterung der Gehstrecke – Sie können immer kürzere Strecken gehen
- Wundheilungsstörungen, offene Beine (Geschwüre), die sich entzünden
- In seltenen Fällen: Absterben von Gewebe, das eine Amputation nötig machen kann
Langzeitprognose
Bei rechtzeitiger Diagnose und konsequenter Behandlung ist die Prognose meist gut. Mit Bewegung, Raucherentwöhnung und ggf. Medikamenten lässt sich die Durchblutung oft deutlich verbessern. Auch wenn die Erkrankung chronisch ist – viele Menschen bleiben über Jahre stabil und können ihren Alltag gut bewältigen.
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Überprüfen Sie die Informationen immer mit Ihrem Arzt
Gesundheitsrichtlinien variieren je nach Land und Region. Die Informationen in diesem Artikel basieren auf internationalen klinischen Leitlinien, spiegeln jedoch möglicherweise nicht die spezifischen Richtlinien, Medikamente oder Praktiken in Ihrem Land wider. Besprechen Sie Ihre Gesundheitsfragen immer mit Ihrem Arzt oder Gesundheitsdienstleister und beziehen Sie sich auf Ihre lokalen nationalen Gesundheitsrichtlinien, sofern verfügbar.
Wichtiger Hinweis Diese Informationen dienen nur zu Bildungszwecken. Sie ersetzen keine professionelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Konsultieren Sie bei Fragen immer einen qualifizierten Arzt. Bei einem medizinischen Notfall wählen Sie sofort den örtlichen Notruf.
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Quellen und Leitlinien
Dieser Artikel dient der Aufklärung und orientiert sich an anerkannten Gesundheitsinformations- und klinischen Leitlinienquellen, sofern verfügbar. Spezifische Quellenlinks können je nach Thema variieren.
Zuletzt aktualisiert: 30. Juli 2026
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