BNP vs NT-proBNP — Patienteninformationen · Ruqelo Health
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BNP vs NT-proBNP
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Patienteninformation – kein ärztlicher Rat. Besprechen Sie dies mit Ihrem Arzt.
Basierend auf internationalen klinischen Leitlinien
Übersicht
BNP und NT-proBNP sind zwei ähnliche Eiweißstoffe (Proteine), die Ihr Herz produziert, wenn es stärker belastet wird – zum Beispiel bei einer Herzmuskelschwäche (Herzinsuffizienz). Ein Bluttest misst die Menge dieser Stoffe. Er hilft Ärztinnen und Ärzten, eine Herzmuskelschwäche zu erkennen oder auszuschließen.
Wichtige Fakten
BNP und NT-proBNP sind Biomarker – also messbare Werte, die auf eine Herzmuskelschwäche hinweisen können.
BNP (B‑natriuretisches Peptid) ist der aktive Botenstoff, NT‑proBNP sein inaktives Abbauprodukt.
Der Test ist einfach: Es wird nur eine Blutprobe benötigt, die im Labor analysiert wird.
Ja, der BNP/NT‑proBNP‑Test wird sehr häufig eingesetzt, wenn der Verdacht auf eine Herzmuskelschwäche besteht. Er gehört zu den Standarduntersuchungen in der Herzdiagnostik.
Der Test wird vor allem bei Menschen durchgeführt, die Symptome wie Atemnot, geschwollene Beine oder schnelle Ermüdung haben – also Anzeichen einer möglichen Herzmuskelschwäche. Auch bei Risikopatienten (z. B. nach einem Herzinfarkt) kann der Test sinnvoll sein.
Fragen zu diesem Artikel
Symptome
Rufen Sie sofort den Notruf, wenn Sie bemerken:
Plötzliche, starke Atemnot, die nicht nachlässt
Brustschmerzen oder Engegefühl in der Brust
Ohnmacht oder Bewusstlosigkeit
Sehr schneller oder unregelmäßiger Herzschlag (Herzrasen)
Suchen Sie dringend (noch am selben Tag) einen Arzt auf, wenn Sie bemerken:
⚠Zunehmende Schwellung der Beine oder des Bauches
⚠Schnelle Gewichtszunahme (mehr als 2 kg in 2–3 Tagen)
⚠Anhaltender Husten mit schaumigem Auswurf
⚠Deutlich verschlechterte Belastbarkeit
Häufige Symptome
Kurzatmigkeit bei Belastung oder im Liegen
Geschwollene Knöchel, Beine oder im Bauch (Ödeme)
Schnelle Ermüdung und Schwächegefühl
Nächtlicher Husten oder Harndrang
Gewichtszunahme durch Wassereinlagerung
Symptome bei Kindern
Bei Kindern kann eine Herzmuskelschwäche ähnliche Symptome auslösen, etwa Trinkschwäche, Gedeihstörung oder ungewöhnliche Müdigkeit.
Symptome bei älteren Erwachsenen
Bei älteren Menschen sind die Zeichen oft weniger deutlich: allgemeine Schwäche, Verwirrtheit oder verminderte körperliche Aktivität können auf eine Herzmuskelschwäche hindeuten.
Ursachen
Hauptursachen
Eine Herzmuskelschwäche (Herzinsuffizienz) ist die häufigste Ursache für erhöhte BNP/NT‑proBNP‑Werte.
Auch andere Herzerkrankungen wie Herzklappenfehler oder Herzrhythmusstörungen können die Werte erhöhen.
Erkrankungen der Lunge oder eine Nierenfunktionsstörung können die Werte ebenfalls beeinflussen.
Risikofaktoren
Hoher Blutdruck (Hypertonie)
Durchblutungsstörungen der Herzkranzgefäße (KHK)
Herzinfarkt in der Vorgeschichte
Diabetes mellitus
Übergewicht und Bewegungsmangel
Fortgeschrittenes Alter
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
Bei den oben genannten Notfallzeichen (starke Atemnot, Brustschmerzen etc.) rufen Sie sofort den Notruf 112.
Wenn sich die Beschwerden innerhalb weniger Tage deutlich verschlechtern, suchen Sie noch am gleichen Tag ärztliche Hilfe auf.
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
Wenn Sie erste Anzeichen einer Herzmuskelschwäche bemerken (z. B. geschwollene Knöchel, leichte Atemnot beim Treppensteigen), vereinbaren Sie zeitnah einen Termin bei Ihrer Hausärztin oder Ihrem Kardiologen.
Auch wenn Sie bereits an einer Herzerkrankung leiden, sollten Sie Ihre Werte regelmäßig kontrollieren lassen.
Der BNP/NT‑proBNP‑Test ist ein einfacher Bluttest. Er bedeutet keine Belastung und liefert wichtige Hinweise. Selbst wenn der Wert erhöht ist, muss noch nicht zwingend eine ernste Herzerkrankung vorliegen – andere Ursachen sind möglich. Ihre Ärztin oder Ihr Arzt wird die Ergebnisse immer im Gesamtbild betrachten.
Diagnose
Der Test auf BNP oder NT‑proBNP wird mit einer Blutprobe durchgeführt. Meist wird das Blut aus einer Armvene entnommen, ganz ähnlich wie bei einer normalen Blutabnahme. Das Labor misst dann die Konzentration des jeweiligen Stoffs im Blut.
Mögliche Untersuchungen
Bluttest auf BNP oder NT‑proBNP
Umfassende Herzuntersuchung: z. B. Herzultraschall (Echokardiographie), EKG, Belastungs-EKG
Weitere Bluttests zur Beurteilung von Nierenfunktion, Elektrolyten und anderen Werten
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Die Blutabnahme dauert nur wenige Minuten. Sie müssen nicht nüchtern sein. Die Ergebnisse liegen meist innerhalb eines Tages vor. Ihre Ärztin oder Ihr Arzt wird die Werte mit Ihnen besprechen und erklären, was sie bedeuten. Oft werden zusätzliche Untersuchungen durchgeführt, um die Diagnose zu sichern.
Behandlung
Die Behandlung richtet sich nach der Grunderkrankung, die den erhöhten BNP/NT‑proBNP‑Wert verursacht. Am häufigsten ist dies eine Herzmuskelschwäche. Ziel ist es, das Herz zu entlasten, die Symptome zu lindern und das Fortschreiten der Erkrankung zu verlangsamen.
Selbsthilfe zu Hause
Achten Sie auf Ihr Gewicht: Wiegen Sie sich täglich und notieren Sie Veränderungen.
Bewegen Sie sich regelmäßig, aber passen Sie die Intensität an Ihr Befinden an.
Reduzieren Sie Salz in Ihrer Ernährung (salzarme Kost).
Vermeiden Sie starke Flüssigkeitseinlagerungen – trinken Sie nicht übermäßig viel.
Nehmen Sie alle verordneten Medikamente zuverlässig ein, auch wenn es Ihnen gut geht.
Medizinische Behandlungen
Die medikamentöse Behandlung umfasst verschiedene Arzneimittelgruppen, die das Herz entlasten, den Blutdruck senken und überschüssiges Wasser ausschwemmen. Dazu gehören entwässernde Mittel (Diuretika), blutdrucksenkende Medikamente sowie Mittel, die das Herz stärker pumpen lassen. Die genaue Auswahl und Dosierung wird individuell von Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt festgelegt. Eine regelmäßige Kontrolle der Blutwerte und des körperlichen Zustands ist wichtig.
Wann kommt eine Operation infrage?
In manchen Fällen, wenn die Herzschwäche durch eine verengte Herzklappe oder verengte Herzkranzgefäße verursacht wird, kann ein operativer Eingriff (z. B. Klappenersatz oder Bypass‑Operation) notwendig sein. Ihr Kardiologe oder Ihre Kardiologin wird mit Ihnen besprechen, ob eine solche Behandlung in Frage kommt.
Leben mit der Erkrankung
Mit einer Herzmuskelschwäche ist ein erfülltes Leben möglich, wenn Sie die Erkrankung gut managen. Planen Sie Ruhepausen ein, aber bleiben Sie so aktiv, wie es geht. Hören Sie auf Ihren Körper und überschreiten Sie Ihre Grenzen nicht. Ein Tagebuch mit Gewicht und Symptomen kann helfen, Veränderungen früh zu erkennen.
Tipps für den Alltag
Rauchen Sie nicht und meiden Sie Passivrauchen.
Trinken Sie Alkohol nur in Maßen (am besten nach Absprache mit dem Arzt).
Vermeiden Sie Stress und lassen Sie sich nicht aus der Ruhe bringen.
Schlafen Sie ausreichend und ggf. mit erhöhtem Oberkörper, wenn Sie nachts Atemnot haben.
Ernährung und Bewegung
Eine herzgesunde Ernährung mit wenig Salz, viel Gemüse, Obst und Vollkornprodukten ist empfehlenswert. Bewegung an der frischen Luft, leichte Spaziergänge oder moderates Fahrradfahren stärken das Herz-Kreislauf-System. Ihr Arzt oder eine Herzsportgruppe kann Ihnen ein maßgeschneidertes Bewegungsprogramm empfehlen.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Die Diagnose einer Herzerkrankung kann Angst oder Niedergeschlagenheit auslösen. Das ist ganz normal. Scheuen Sie sich nicht, darüber zu sprechen. Eine psychologische Beratung oder der Austausch mit anderen Betroffenen kann sehr entlastend wirken. Bei akuten Krisen wenden Sie sich an die Telefonseelsorge (kostenlos, 0800 111 0 111).
Vorbeugung
Ein erhöhter BNP/NT‑proBNP‑Wert selbst lässt sich nicht verhindern, aber die zugrundeliegende Herzmuskelschwäche kann durch einen gesunden Lebensstil und die Behandlung von Risikofaktoren oft vermieden oder verzögert werden. Dazu gehören: Blutdruck normal halten, nicht rauchen, gesund essen und ausreichend bewegen.
Impfungen
Gegen Herzmuskelschwäche gibt es keine Impfung. Allerdings wird eine Grippeimpfung und die Impfung gegen Pneumokokken (Lungenentzündung) empfohlen, um Infektionen zu vermeiden, die das Herz zusätzlich belasten könnten.
Früherkennungsprogramme
Ein routinemäßiges Screening auf erhöhte BNP/NT‑proBNP‑Werte wird derzeit nicht für die Allgemeinbevölkerung empfohlen. Bei Risikopersonen (z. B. Bluthochdruck, Diabetes, nach Herzinfarkt) kann Ihr Arzt jedoch in regelmäßigen Abständen eine Kontrolle durchführen.
Komplikationen
Unbehandelt
Fortschreiten der Herzmuskelschwäche mit zunehmender Atemnot und Wassereinlagerung
Verschlechterung der Nierenfunktion
Herzrhythmusstörungen, die lebensbedrohlich sein können
Erhöhtes Risiko für Schlaganfall oder Lungenembolie
Langzeitprognose
Wird die Ursache frühzeitig erkannt und behandelt, lassen sich die Beschwerden in der Regel gut lindern und die Lebensqualität verbessern. Die Herzmedizin hat in den letzten Jahren große Fortschritte gemacht. Viele Menschen mit einer Herzmuskelschwäche können heute lange und aktiv leben – vorausgesetzt, sie halten sich an die ärztlichen Empfehlungen und führen ein herzfreundliches Leben.
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Überprüfen Sie die Informationen immer mit Ihrem Arzt
Gesundheitsrichtlinien variieren je nach Land und Region. Die Informationen in diesem Artikel basieren auf internationalen klinischen Leitlinien, spiegeln jedoch möglicherweise nicht die spezifischen Richtlinien, Medikamente oder Praktiken in Ihrem Land wider. Besprechen Sie Ihre Gesundheitsfragen immer mit Ihrem Arzt oder Gesundheitsdienstleister und beziehen Sie sich auf Ihre lokalen nationalen Gesundheitsrichtlinien, sofern verfügbar.
Wichtiger Hinweis Diese Informationen dienen nur zu Bildungszwecken. Sie ersetzen keine professionelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Konsultieren Sie bei Fragen immer einen qualifizierten Arzt. Bei einem medizinischen Notfall wählen Sie sofort den örtlichen Notruf.
Quellen und Leitlinien
Dieser Artikel dient der Aufklärung und orientiert sich an anerkannten Gesundheitsinformations- und klinischen Leitlinienquellen, sofern verfügbar. Spezifische Quellenlinks können je nach Thema variieren.
Zuletzt aktualisiert: 8. Juli 2026
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