Caloric testing — Patienteninformationen · Ruqelo Health
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Caloric testing
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Patienteninformation – kein ärztlicher Rat. Besprechen Sie dies mit Ihrem Arzt.
Basierend auf internationalen klinischen Leitlinien
Übersicht
Die kalorische Prüfung (auch kalorische Spülung genannt) ist ein diagnostischer Test, mit dem die Funktion des Gleichgewichtsorgans im Innenohr überprüft wird. Dabei wird der Gehörgang mit warmem oder kaltem Wasser oder Luft gespült, wodurch – bei gesundem Innenohr – eine bestimmte Augenbewegung (Nystagmus) ausgelöst wird. Anhand dieser Reaktion kann der Arzt beurteilen, ob das Gleichgewichtsorgan einseitig oder beidseitig gestört ist.
Wichtige Fakten
Die kalorische Prüfung ist ein Routineverfahren zur Abklärung von unklarem Schwindel und Schwindelanfällen.
Der Test ist schmerzfrei, kann aber ein vorübergehendes Schwindelgefühl auslösen.
Die Ergebnisse helfen, zwischen verschiedenen Gleichgewichtsstörungen wie einer Störung des Gleichgewichtsnervs (Vestibularisneuritis) oder dem Morbus Menière zu unterscheiden.
Die kalorische Prüfung ist eine gängige Untersuchung in der Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde (HNO) und in Schwindelambulanzen. Sie wird bei Erwachsenen mit wiederholtem oder anhaltendem Schwindel durchgeführt, wenn die Ursache unklar ist.
Fragen zu diesem Artikel
Der Test wird eingesetzt bei Menschen, die unter plötzlichen oder chronischen Schwindelzuständen, Gleichgewichtsstörungen oder unklaren Stürzen leiden. Er wird sowohl bei jüngeren als auch älteren Personen durchgeführt und auch bei Kindern, wenn eine Innenohrerkrankung vermutet wird.
Symptome
Rufen Sie sofort den Notruf, wenn Sie bemerken:
Plötzlich auftretender, heftiger Drehschwindel mit starker Übelkeit und Erbrechen.
Schwindel zusammen mit Lähmungserscheinungen (z. B. einseitige Schwäche im Arm oder Bein, Mundwinkel hängt, undeutliche Sprache).
Schwindel nach einem Sturz oder Schlag auf den Kopf.
Doppelbilder oder plötzliche Sehstörungen.
Suchen Sie dringend (noch am selben Tag) einen Arzt auf, wenn Sie bemerken:
⚠Anhaltender Schwindel, der den Alltag stark beeinträchtigt (z. B. nicht mehr selbstständig gehen können).
⚠Schwindel mit akutem Hörverlust oder starken Ohrenschmerzen.
⚠Wiederholte Schwindelanfälle, die immer länger andauern oder häufiger werden.
Häufige Symptome
Drehschwindel – das Gefühl, sich selbst oder die Umgebung drehe sich.
Schwankschwindel – Unsicherheit beim Gehen oder Stehen.
Übelkeit und Erbrechen während der Schwindelanfälle.
Gangunsicherheit und erhöhte Sturzneigung.
Ohrgeräusche (Tinnitus) oder Hörverlust (bei bestimmten Erkrankungen wie Morbus Menière).
Symptome bei Kindern
Bei Kindern äußert sich eine Gleichgewichtsstörung oft durch ungeschicktes Verhalten, häufiges Stolpern oder Stürze.
Kinder klagen möglicherweise über ein ‚schwummriges‘ Gefühl, können es aber nicht genau beschreiben.
Manchmal tritt Übelkeit auf, die an eine Magenverstimmung denken lassen kann.
Schielende oder ruckartige Augenbewegungen (Nystagmus) können ebenfalls ein Hinweis sein.
Symptome bei älteren Erwachsenen
Ältere Menschen leiden häufig unter Altersschwindel (Presbyvertigo) oder altersbedingten Gleichgewichtsstörungen.
Ein vermehrtes Sturzrisiko und Angst vor dem Fallen sind typische Folgen.
Schwindel beim Umdrehen im Bett oder beim Aufstehen aus dem Sitzen kann auf eine Lagerungsschwindel (BPPV) hindeuten.
Ursachen
Hauptursachen
Die kalorische Prüfung selbst verursacht keine Krankheit, sondern wird eingesetzt, um die Ursache des Schwindels zu finden.
Häufige Auslöser für eine Schwindelerkrankung sind: Innenohrentzündung (Vestibularisneuritis), gutartiger Lagerungsschwindel (BPPV), Morbus Menière oder eine Durchblutungsstörung des Innenohrs.
Seltene Ursachen sind Tumore des Hör- und Gleichgewichtsnervs (Akustikusneurinom) oder eine Schädigung des Kleinhirns.
Risikofaktoren
Vorangegangene Virusinfektionen (z. B. Grippe oder Erkältung) können eine Innenohrentzündung auslösen.
Kopfverletzungen oder Schleudertrauma erhöhen das Risiko für Schwindel.
Alter: Mit zunehmendem Alter nimmt die Funktion des Gleichgewichtsorgans oft nach.
Vorerkrankungen wie Bluthochdruck, Diabetes oder Migräne begünstigen Schwindelzustände.
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
Bei plötzlichem, sehr starkem Drehschwindel mit Erbrechen oder Lähmungszeichen – sofort den Notruf 112 wählen.
Wenn nach einem Sturz oder Unfall Schwindel auftritt.
Wenn der Schwindel von Sehstörungen, Sprachstörungen oder Kribbeln in Armen oder Beinen begleitet wird.
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
Bei wiederholten Schwindelattacken, auch wenn sie mild sind.
Wenn der Schwindel mit Ohrgeräuschen (Tinnitus) oder Druckgefühl im Ohr einhergeht.
Wenn der Schwindel länger als eine Woche anhält oder sich allmählich verschlechtert.
Bei älteren Menschen, die wegen Schwindel häufiger stürzen.
Gelegentlicher Schwindel nach schnellem Aufstehen oder bei plötzlichen Kopfbewegungen ist meist harmlos. Sollte der Schwindel jedoch lästig werden oder den Alltag beeinträchtigen, ist ein Arztbesuch sinnvoll.
Diagnose
Die Diagnose einer Gleichgewichtsstörung beginnt mit einem ausführlichen Gespräch (Anamnese) und einer körperlichen Untersuchung durch den HNO-Arzt oder Neurologen. Die kalorische Prüfung ist ein spezieller Test, der die Reaktion des Gleichgewichtsorgans auf Temperaturreize misst.
Mögliche Untersuchungen
Anamnese: Der Arzt erfragt die genauen Schwindel-Symptome, deren Dauer und Auslöser.
HNO-ärztliche Untersuchung einschließlich Otoskopie (Blick ins Ohr).
Kalorische Prüfung: Der Gehörgang wird mit warmem (44 °C) und kaltem (30 °C) Wasser oder Luft gespült. Dabei werden die Augenbewegungen per Video- oder Elektronystagmographie (VNG/ENG) aufgezeichnet.
Weitere Tests: Kopfimpulstest, Lagerungsprobe nach Dix-Hallpike, Audiometrie (Hörtest), gegebenenfalls MRT des Schädels.
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Die kalorische Prüfung dauert etwa 20–30 Minuten. Sie werden auf einem Stuhl sitzen oder liegen, und der Arzt spült abwechselnd warmes und kaltes Wasser oder Luft in Ihr Ohr. Dabei kann es kurzzeitig zu einem starken Schwindelgefühl kommen, das jedoch nach wenigen Minuten wieder nachlässt. Sie sollten während des Tests die Augen offenhalten, damit die Augenbewegungen gemessen werden können. Nach dem Test sollten Sie vorsichtig aufstehen, da der Schwindel noch kurz anhalten kann.
Behandlung
Die Behandlung richtet sich nach der Ursache des Schwindels, die durch die kalorische Prüfung und andere Tests ermittelt wurde. In vielen Fällen kann der Schwindel durch Medikamente, spezielle Übungen oder physikalische Maßnahmen gut gelindert werden.
Selbsthilfe zu Hause
Bei akutem Schwindel: Hinsetzen oder hinlegen, Augen schließen, ruhig bleiben.
Vermeiden Sie schnelle Kopfbewegungen und Drehungen.
Trinken Sie ausreichend, aber in kleinen Schlucken, um Übelkeit zu vermeiden.
Führen Sie keine Tätigkeiten aus, die ein hohes Sturzrisiko bergen (z. B. Treppensteigen, Autofahren), bis der Schwindel abgeklungen ist.
Medizinische Behandlungen
Je nach Diagnose können Medikamente zum Einsatz kommen, die das Schwindelgefühl reduzieren oder die zugrunde liegende Erkrankung behandeln – zum Beispiel entzündungshemmende Mittel bei einer Innenohrentzündung oder harntreibende Medikamente (Diuretika) bei Morbus Menière. Darüber hinaus wird häufig eine vestibuläre Rehabilitation (Gleichgewichtstraining) verschrieben. In manchen Fällen, etwa bei gutartigem Lagerungsschwindel (BPPV), können spezielle Lagerungsmanöver (wie das Epley-Manöver) durchgeführt werden, die den Schwindel oft sofort beheben.
Wann kommt eine Operation infrage?
Eine Operation ist nur in seltenen Fällen nötig, z. B. bei einem Akustikusneurinom (Tumor des Hör- und Gleichgewichtsnervs) oder bei schwerem, therapieresistentem Morbus Menière. Die Entscheidung trifft der Facharzt nach ausführlicher Beratung.
Leben mit der Erkrankung
Menschen mit Schwindel können ihren Alltag mit einfachen Anpassungen sicherer gestalten: Vermeiden Sie plötzliche Bewegungen, sorgen Sie für ausreichend Licht im Haus, entfernen Sie Stolperfallen wie Teppiche oder Kabel. Nutzen Sie bei Unsicherheit einen Gehstock oder Haltegriffe im Bad.
Tipps für den Alltag
Planen Sie regelmäßige Ruhepausen ein, um das Gleichgewichtssystem zu schonen.
Vermeiden Sie Stress, da dieser Schwindelanfälle begünstigen kann.
Führen Sie ein Schwindeltagebuch, um Auslöser zu erkennen.
Stärken Sie Ihre allgemeine Fitness mit sanften Übungen wie Gehen oder Tai-Chi – aber nur nach Rücksprache mit Ihrem Arzt.
Ernährung und Bewegung
Bei Schwindel ist es wichtig, ausreichend zu trinken (aber nicht auf einmal) und salzreiche Mahlzeiten zu meiden, falls ein Morbus Menière bekannt ist. Leichte Bewegung an der frischen Luft fördert die Durchblutung und kann helfen, das Gleichgewicht zu trainieren. Vermeiden Sie jedoch anstrengenden Sport während einer akuten Schwindelphase.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Schwindel kann Ängste auslösen, z. B. Angst vor dem Fallen oder vor öffentlichen Orten (Agoraphobie). Es ist normal, sich manchmal hilflos zu fühlen. Scheuen Sie sich nicht, mit Ihrem Arzt oder einer psychologischen Beratungsstelle darüber zu sprechen.
Vorbeugung
Eine spezifische Vorbeugung gegen Schwindel ist nicht immer möglich. Sie können jedoch Ihr Sturzrisiko senken, indem Sie auf eine gute körperliche Fitness achten, Ihre Wohnung sturzsicher gestalten und regelmäßig Ihre Seh- und Hörfähigkeit überprüfen lassen.
Impfungen
Sie können das Risiko einer Innenohrentzündung durch eine Grippeschutzimpfung oder Impfung gegen Pneumokokken senken – sprechen Sie mit Ihrem Hausarzt, ob die Impfungen für Sie sinnvoll sind.
Früherkennungsprogramme
Es gibt keine generelle Vorsorgeuntersuchung für Schwindel. Wenn Sie jedoch zu wiederholtem Schwindel neigen oder über 60 Jahre alt sind, kann eine jährliche Kontrolle beim HNO-Arzt oder eine Beratung zur Sturzprävention sinnvoll sein.
Komplikationen
Unbehandelt
Anhaltender Schwindel kann zu Stürzen mit Knochenbrüchen (z. B. Oberschenkelhalsbruch) oder Kopfverletzungen führen.
Ohne Behandlung kann sich die zugrunde liegende Erkrankung verschlimmern (z. B. Hörverlust bei Morbus Menière).
Psychische Folgen wie Angstzustände, Depression oder soziale Isolation sind möglich.
Langzeitprognose
Die meisten Schwindelerkrankungen können gut behandelt werden. Mit einer genauen Diagnose und der richtigen Therapie bessern sich die Beschwerden bei vielen Menschen deutlich oder verschwinden ganz. Bei manchen chronischen Formen kann der Schwindel zwar bestehen bleiben, aber durch Training und Medikamente so weit kontrolliert werden, dass ein normales Leben möglich ist. Eine frühzeitige Abklärung verbessert die Prognose.
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Überprüfen Sie die Informationen immer mit Ihrem Arzt
Gesundheitsrichtlinien variieren je nach Land und Region. Die Informationen in diesem Artikel basieren auf internationalen klinischen Leitlinien, spiegeln jedoch möglicherweise nicht die spezifischen Richtlinien, Medikamente oder Praktiken in Ihrem Land wider. Besprechen Sie Ihre Gesundheitsfragen immer mit Ihrem Arzt oder Gesundheitsdienstleister und beziehen Sie sich auf Ihre lokalen nationalen Gesundheitsrichtlinien, sofern verfügbar.
Wichtiger Hinweis Diese Informationen dienen nur zu Bildungszwecken. Sie ersetzen keine professionelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Konsultieren Sie bei Fragen immer einen qualifizierten Arzt. Bei einem medizinischen Notfall wählen Sie sofort den örtlichen Notruf.
Quellen und Leitlinien
Dieser Artikel dient der Aufklärung und orientiert sich an anerkannten Gesundheitsinformations- und klinischen Leitlinienquellen, sofern verfügbar. Spezifische Quellenlinks können je nach Thema variieren.
Zuletzt aktualisiert: 9. Juli 2026
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