Patienteninformation – kein ärztlicher Rat. Besprechen Sie dies mit Ihrem Arzt.
Basierend auf internationalen klinischen Leitlinien
Übersicht
Ein EKG (Elektrokardiogramm) ist eine schnelle und schmerzlose Untersuchung, bei der die elektrischen Signale Ihres Herzens aufgezeichnet werden. Ärzte nutzen das EKG, um Herzrhythmusstörungen, Durchblutungsstörungen des Herzmuskels oder andere Herzerkrankungen zu erkennen. Dabei werden kleine Elektroden auf Brust, Armen und Beinen angebracht, die die Herzströme messen und als Kurve auf Papier oder Bildschirm darstellen.
Wichtige Fakten
Das EKG gehört zu den Standarduntersuchungen in der Herzmedizin und wird ambulant oder im Krankenhaus durchgeführt.
Es gibt verschiedene EKG-Arten: Ruhe-EKG, Belastungs-EKG (unter körperlicher Belastung) und Langzeit-EKG (über 24 Stunden).
Ein EKG ist risikolos, nicht schmerzhaft und benötigt keine besondere Vorbereitung.
Fragen zu diesem Artikel
Das Ergebnis liegt meist sofort vor und hilft dem Arzt, die nächsten Schritte zu planen.
Ja, das EKG ist eine der häufigsten Untersuchungen in der Medizin. Jährlich werden in Deutschland Millionen EKGs durchgeführt, sowohl als Routinecheck als auch bei Verdacht auf Herzerkrankungen.
Ein EKG kann bei Menschen jeden Alters durchgeführt werden – von Säuglingen bis zu älteren Erwachsenen. Besonders häufig wird es bei Personen mit Herz-Kreislauf-Beschwerden, Bluthochdruck, Brustschmerzen oder als Voruntersuchung vor Operationen eingesetzt.
Symptome
Rufen Sie sofort den Notruf, wenn Sie bemerken:
Plötzliche, starke Brustschmerzen, die länger als 5 Minuten anhalten
Akute Atemnot mit Erstickungsgefühl
Bewusstlosigkeit oder Kreislaufstillstand
Schwere Herzrhythmusstörungen mit spürbarem Herzrasen und gleichzeitiger Schwäche
Suchen Sie dringend (noch am selben Tag) einen Arzt auf, wenn Sie bemerken:
⚠Neu auftretende oder sich verschlimmernde Brustschmerzen, die nach Ruhe nicht besser werden
⚠Wiederholte Ohnmachtsanfälle
⚠Herzrasen, das nicht aufhört und mit Schwindel oder Übelkeit einhergeht
Häufige Symptome
Druck- oder Engegefühl in der Brust (Angina pectoris)
Herzrasen oder Herzstolpern (Palpitationen)
Atemnot bei Belastung oder im Liegen
Schwindel oder Ohnmachtsanfälle (Synkopen)
Müdigkeit und verminderte Leistungsfähigkeit
Symptome bei Kindern
Ohnmachtsanfälle beim Sport oder Spielen
Schnelles oder unregelmäßiges Herzklopfen ohne erkennbaren Grund
Brustschmerzen bei Anstrengung
Blässe oder Zyanose (blaue Lippen/Haut)
Symptome bei älteren Erwachsenen
Alleinstehende Schwindelattacken oder Stürze
Verwirrtheit oder plötzliche Unruhe als Zeichen einer Durchblutungsstörung des Gehirns
Brustschmerzen, die in den linken Arm, Kiefer oder Rücken ausstrahlen
Starke Müdigkeit nach geringer Anstrengung
Ursachen
Hauptursachen
Ein EKG selbst hat keine 'Ursachen', sondern untersucht die elektrische Aktivität des Herzens. Veränderungen im EKG können auf Krankheiten wie koronare Herzkrankheit (Verkalkungen der Herzkranzgefäße), Herzrhythmusstörungen (z. B. Vorhofflimmern), Herzmuskelschwäche oder Entzündungen des Herzmuskels hinweisen.
Normale Abweichungen kommen vor – ein auffälliges EKG muss nicht immer eine Behandlung erfordern.
Risikofaktoren
Rauchen, Diabetes, Bluthochdruck, erhöhte Cholesterinwerte, Übergewicht, Bewegungsmangel, familiäre Vorbelastung für Herzkrankheiten, Stress und ungesunde Ernährung
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
Plötzliche Brustschmerzen, Atemnot oder Ohnmacht – rufen Sie sofort den Notruf 112.
Herzrasen ohne ersichtlichen Grund, das länger als einige Minuten anhält.
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
Wenn bei Ihnen Risikofaktoren für Herzkrankheiten bestehen (z. B. Bluthochdruck, Diabetes, Rauchen), sollten Sie regelmäßig zur Vorsorge gehen. Ihr Hausarzt oder Kardiologe entscheidet, ob ein EKG sinnvoll ist.
Vor größeren Operationen oder bei Beginn einer neuen Sportart mit hoher Belastung kann ein EKG empfohlen werden.
Die meisten Menschen mit einem normalen EKG haben keine akute Herzerkrankung. Auch wenn das EKG leichte Auffälligkeiten zeigt, bedeutet das nicht automatisch eine schwere Erkrankung. Ihr Arzt wird die Befunde immer im Zusammenhang mit Ihren Beschwerden und Ihrer persönlichen Situation bewerten.
Diagnose
Ein EKG wird von medizinischem Fachpersonal durchgeführt. Die Diagnose einer Herzerkrankung erfolgt jedoch immer durch einen Arzt, der das EKG gemeinsam mit Ihrer Krankengeschichte und anderen Untersuchungen (wie Blutdruckmessung, Bluttests, Herzultraschall) beurteilt.
Mögliche Untersuchungen
Ruhe-EKG: Sie liegen ruhig auf einer Liege, die Elektroden werden aufgeklebt – Dauer etwa 10 Minuten.
Belastungs-EKG: Sie fahren auf einem Fahrradergometer, während das EKG aufgezeichnet wird (Leistungssteigerung).
Langzeit-EKG: Sie tragen ein tragbares Aufzeichnungsgerät 24 bis 48 Stunden, um unregelmäßige Rhythmen zu erfassen.
Ereignisrekorder: Ein kleiner Speicher, der nur bei Symptomen aktiviert wird, z. B. über mehrere Wochen.
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Sie müssen sich für ein Ruhe-EKG nicht ausziehen, nur Oberkörper und Beine freimachen. Die Haut wird leicht entfettet, die Elektroden mit Klebestreifen befestigt. Das Gerät summt leise. Nach der Aufzeichnung werden die Elektroden entfernt – das hinterlässt manchmal leichte Rötungen. Bis zum Befund dauert es oft nur wenige Minuten.
Behandlung
Ein EKG ist keine Behandlung, sondern eine Untersuchung. Falls das EKG oder die weiteren Untersuchungen eine Herzerkrankung zeigen, richtet sich die Behandlung nach der genauen Ursache. Mögliche Ansätze sind Medikamente (wie Blutverdünner, blutdrucksenkende Mittel oder Mittel zur Rhythmusstabilisierung), eine Änderung des Lebensstils oder im Einzelfall Eingriffe wie eine Herzkatheteruntersuchung.
Selbsthilfe zu Hause
Achten Sie auf eine herzgesunde Lebensweise: ausgewogene Ernährung, regelmäßige Bewegung, Verzicht auf Rauchen, moderater Alkoholkonsum.
Lernen Sie, auf Ihre Körperzeichen zu achten – zum Beispiel Puls messen oder Symptome wie Brustdruck ernst nehmen.
Reduzieren Sie Stress durch Entspannungsverfahren wie Yoga oder Meditation.
Medizinische Behandlungen
Die medikamentöse Behandlung kann beispielsweise Blutdrucksenker, Cholesterinsenker oder gerinnungshemmende Mittel umfassen. Bei Herzrhythmusstörungen werden manchmal Antiarrhythmika oder eine Schrittmachertherapie eingesetzt. Die genaue Wahl trifft der behandelnde Arzt auf Basis aktueller Leitlinien (z. B. AWMF-Leitlinien).
Wann kommt eine Operation infrage?
Operative Eingriffe wie eine Herzkatheter-Untersuchung mit Stent-Implantation oder eine Bypass-Operation können erforderlich sein, wenn Engstellen in den Herzkranzgefäßen vorliegen. Bei bestimmten Rhythmusstörungen kommt eine Katheterablation (Verödung von krankhaftem Gewebe) infrage.
Leben mit der Erkrankung
Nach einem auffälligen EKG folgt in der Regel eine genaue Abklärung. Solange keine schwere Erkrankung vorliegt, können Sie Ihren Alltag normal fortführen. Tragen Sie bei Bedarf Ihr Langzeit-EKG wie gewohnt – duschen ist dann nicht erlaubt, aber alles andere ist möglich.
Tipps für den Alltag
Bewegen Sie sich regelmäßig, aber nach Absprache mit Ihrem Arzt – am besten an 5 Tagen pro Woche 30 Minuten.
Ernähren Sie sich mediterran: viel Obst, Gemüse, Vollkorn, Fisch, wenig rotes Fleisch und Salz.
Vermeiden Sie Übergewicht und übermäßigen Stress.
Schlafen Sie ausreichend – Schlafmangel belastet das Herz.
Ernährung und Bewegung
Eine herzfreundliche Ernährung bedeutet wenig gesättigte Fette und Zucker. Empfehlenswert sind Olivenöl, Nüsse, Haferflocken, Linsen und Bohnen. Bewegung kann als Spaziergang, Radfahren oder Schwimmen beginnen, immer den Puls im Blick behalten. Bei bestehenden Herzkrankheiten ist eine ärztliche Trainingsberatung sinnvoll.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Ein auffälliges EKG kann Ängste auslösen – Sorgen um das Herz sind verständlich. Oft helfen ein ausführliches Gespräch mit dem Arzt und die Gewissheit, dass die Untersuchung frühzeitig erfolgt ist. Bei anhaltender Angst oder depressiven Verstimmungen suchen Sie bitte professionelle Unterstützung, z. B. bei Ihrem Hausarzt oder einer psychologischen Beratungsstelle.
Vorbeugung
Ein EKG verhindert keine Herzkrankheiten, aber durch die frühzeitige Erkennung von Risiken können Herzprobleme oft besser behandelt werden. Sie selbst können viel tun, um Ihr Herz gesund zu halten: vermeiden Sie Rauchen, ernähren Sie sich ausgewogen und bleiben Sie in Bewegung. Regelmäßige Kontrollen beim Hausarzt sind besonders bei Risikofaktoren sinnvoll.
Früherkennungsprogramme
In Deutschland gibt es kein flächendeckendes EKG-Screening für alle. Menschen mit erhöhtem Risiko oder Symptomen sollten jedoch ein EKG erhalten. Fragen Sie Ihren Hausarzt, ob für Sie ein EKG im Rahmen der Gesundheitsuntersuchung (Check-up 35) empfohlen wird.
Komplikationen
Unbehandelt
Wenn eine Herzerkrankung unentdeckt und unbehandelt bleibt, können schwerwiegende Folgen auftreten: Herzinfarkt, Schlaganfall, Herzrhythmusstörungen mit Bewusstlosigkeit oder plötzlicher Herztod.
Ein unerkanntes Vorhofflimmern erhöht das Risiko für Blutgerinnsel im Gehirn (Schlaganfall).
Allerdings: Viele auffällige EKG-Befunde sind harmlos und erfordern keine Behandlung.
Langzeitprognose
Die Prognose ist bei rechtzeitiger Abklärung und Behandlung meist sehr gut. Die heutige Medizin kann die meisten Herzerkrankungen gut kontrollieren. Auch bei ernsteren Befunden wie einer koronaren Herzkrankheit können Sie durch eine Kombination von Medikamenten und Lebensstiländerungen ein langes und aktives Leben führen. Wichtig ist, Ihre Termine zur Nachsorge wahrzunehmen und bei neuen Symptomen sofort Ihren Arzt zu kontaktieren.
Unterstützung finden
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Überprüfen Sie die Informationen immer mit Ihrem Arzt
Gesundheitsrichtlinien variieren je nach Land und Region. Die Informationen in diesem Artikel basieren auf internationalen klinischen Leitlinien, spiegeln jedoch möglicherweise nicht die spezifischen Richtlinien, Medikamente oder Praktiken in Ihrem Land wider. Besprechen Sie Ihre Gesundheitsfragen immer mit Ihrem Arzt oder Gesundheitsdienstleister und beziehen Sie sich auf Ihre lokalen nationalen Gesundheitsrichtlinien, sofern verfügbar.
Wichtiger Hinweis Diese Informationen dienen nur zu Bildungszwecken. Sie ersetzen keine professionelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Konsultieren Sie bei Fragen immer einen qualifizierten Arzt. Bei einem medizinischen Notfall wählen Sie sofort den örtlichen Notruf.
Quellen und Leitlinien
Dieser Artikel dient der Aufklärung und orientiert sich an anerkannten Gesundheitsinformations- und klinischen Leitlinienquellen, sofern verfügbar. Spezifische Quellenlinks können je nach Thema variieren.
Zuletzt aktualisiert: 8. Juli 2026
Hinweis zur Aufklärung: Diese Informationen dienen nur der Aufklärung und sind keine Diagnose.
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Bei schweren, sich verschlechternden oder dringenden Symptomen rufen Sie die lokale Notrufnummer an oder suchen Sie Notfallversorgung auf.