HPV-Test
Basierend auf internationalen klinischen Leitlinien
Übersicht
Der HPV-Test ist ein Labortest, der nach dem humanen Papillomvirus (HPV) sucht. Dieses Virus wird beim Geschlechtsverkehr übertragen und kann zu Zellveränderungen am Gebärmutterhals führen. Der Test wird meist zusammen mit dem PAP-Abstrich durchgeführt, um frühzeitig das Risiko für Gebärmutterhalskrebs zu erkennen.
Wichtige Fakten
- HPV ist sehr häufig – die meisten sexuell aktiven Menschen stecken sich im Laufe ihres Lebens an.
- Die meisten HPV-Infektionen heilen von selbst aus, ohne Probleme zu verursachen.
- Ein positiver Test bedeutet nicht automatisch Krebs, sondern nur, dass das Virus vorhanden ist.
- Der Test wird meist ab einem Alter von 30 Jahren im Rahmen der Krebsvorsorge angeboten.
Ja, HPV-Infektionen sind sehr häufig. Etwa 60–80 % aller sexuell aktiven Menschen haben irgendwann im Leben HPV.
Der Test richtet sich vor allem an Frauen ab etwa 30 Jahren im Rahmen der Früherkennung von Gebärmutterhalskrebs. In besonderen Fällen kann der Test auch bei jüngeren Frauen nach auffälligem PAP-Abstrich oder bei Männern (z. B. bei Analwarzen) durchgeführt werden.
Symptome
- Starke vaginale Blutungen, die nicht aufhören
- Plötzlich auftretende, starke Schmerzen im Unterleib
- Fieber über 39 °C ohne erkennbare Ursache
- ⚠Auffälliger Ausfluss mit Blutbeimengung
- ⚠Schmerzen beim Geschlechtsverkehr oder beim Wasserlassen
- ⚠Neu auftretende Genitalwarzen oder Hautveränderungen
Häufige Symptome
- Eine HPV-Infektion verursacht meist keine Beschwerden. Sie bleibt oft unbemerkt.
- Manchmal können Genitalwarzen (Feigwarzen) auftreten – das sind gutartige Hautwucherungen.
Symptome bei Kindern
- HPV-Infektionen bei Kindern sind sehr selten und meist auf nicht-sexuelle Übertragung zurückzuführen (z. B. während der Geburt).
- Sollten Warzen auftreten, sind sie harmlos und bilden sich oft von selbst zurück.
Symptome bei älteren Erwachsenen
- Auch ältere Erwachsene können sich neu mit HPV anstecken, wenn sie wechselnde Sexualpartner haben.
- Bei Frauen nach den Wechseljahren kann eine bestehende HPV-Infektion seltener von selbst ausheilen – daher ist die Vorsorge wichtig.
Ursachen
Hauptursachen
- Eine HPV-Infektion wird durch direkten Haut‑ oder Schleimhautkontakt (meist beim Geschlechtsverkehr) übertragen.
- Es gibt über 200 HPV-Typen; etwa 40 Arten betreffen den Genitalbereich.
- Bestimmte Hochrisiko-Typen (z. B. HPV 16 und 18) können Zellveränderungen verursachen, die mit der Zeit zu Krebs führen können.
Risikofaktoren
- Früher Beginn der sexuellen Aktivität
- Wechselnde Sexualpartner
- Ein geschwächtes Immunsystem (z. B. durch HIV oder Medikamente nach Organtransplantation)
- Rauchen – es erhöht das Risiko, dass eine HPV-Infektion nicht ausheilt
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Plötzliche starke Blutungen aus der Scheide
- Starke Schmerzen im Beckenbereich
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Ab 30 Jahren alle drei bis fünf Jahre im Rahmen der Krebsfrüherkennung (HPV-Test + PAP-Abstrich)
- Bei ungewöhnlichem Ausfluss oder Blutungen nach dem Geschlechtsverkehr
Diagnose
Der HPV-Test wird von einem Frauenarzt oder einer Frauenärztin durchgeführt. Dabei wird mit einem kleinen Bürstchen etwas Zellmaterial vom Gebärmutterhals entnommen – genau wie beim PAP-Abstrich. Die Probe wird im Labor auf die Erbsubstanz (DNA) von Hochrisiko-HPV-Typen untersucht.
Mögliche Untersuchungen
- HPV-Test – weist das Vorhandensein von HPV-Erbgut nach
- PAP-Abstrich – untersucht die Zellen auf Veränderungen
- Wenn beide Tests auffällig sind: Kolposkopie (Vergrößerung des Gebärmutterhalses mit einem Mikroskop) und Gewebeprobe (Biopsie)
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Der Test ist schmerzfrei und dauert nur wenige Sekunden. Sie liegen auf einem Untersuchungsstuhl, der Arzt führt ein Spekulum (eine Art Löffel) ein, um den Gebärmutterhals sichtbar zu machen, und entnimmt mit einem kleinen Bürstchen Proben. Ein leichtes Ziehen ist möglich. Nach ein bis zwei Wochen erhalten Sie das Ergebnis.
Behandlung
Wenn der HPV-Test positiv ist, aber keine Zellveränderungen vorliegen, ist meist keine Behandlung nötig – das Immunsystem bekämpft das Virus oft von selbst. Nur wenn sich bereits auffällige Zellen (Dysplasie) zeigen, werden diese entfernt, um eine Entwicklung zu Krebs zu verhindern.
Selbsthilfe zu Hause
- Rauchen aufhören – das verbessert die Abwehrkraft des Immunsystems gegen HPV.
- Auf eine gesunde Ernährung mit viel Obst und Gemüse achten.
- Kondome schützen nicht vollständig vor HPV, können aber das Risiko senken.
- Regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen wahrnehmen.
Medizinische Behandlungen
Bei leichten Zellveränderungen (CIN 1) wird meist nur abgewartet und kontrolliert. Bei mittelgradigen oder schweren Veränderungen (CIN 2/3) wird das betroffene Gewebe entfernt – zum Beispiel mit einer Schlingenexzision (LEEP) oder einer Konisation. Diese Eingriffe werden unter örtlicher Betäubung durchgeführt und entfernen die veränderten Zellen. In seltenen Fällen sind andere lokale Verfahren wie Laser möglich.
Wann kommt eine Operation infrage?
Eine Operation (z. B. Konisation) ist nötig, wenn die Zellveränderungen schwerwiegend sind und sich nicht von selbst zurückbilden. Sie wird ambulant durchgeführt und hat gute Heilungschancen.
Leben mit der Erkrankung
Die meisten HPV-Infektionen heilen unbemerkt aus. Auch nach einer Behandlung wegen Zellveränderungen können Sie ein ganz normales Leben führen. Wichtig ist, die vereinbarten Kontrolltermine einzuhalten.
Tipps für den Alltag
- Verwenden Sie Kondome, um das Risiko einer Neuinfektion oder Weitergabe zu verringern.
- Stärken Sie Ihr Immunsystem durch ausreichend Schlaf, Bewegung und Stressabbau.
- Lassen Sie sich impfen – auch wenn Sie bereits HPV hatten, kann die Impfung vor anderen Virustypen schützen.
Ernährung und Bewegung
Eine ausgewogene Ernährung mit viel Vitamin C, E und Folsäure (z. B. aus Zitrusfrüchten, Nüssen, grünem Blattgemüse) kann das Immunsystem unterstützen. Regelmäßige Bewegung, wie Spazierengehen oder Radfahren, hilft ebenfalls.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Ein positiver HPV-Test kann Ängste auslösen, besonders wegen der Verbindung zu Krebs. Das ist verständlich. Sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Ihrer Ärztin über Ihre Sorgen. Die meisten HPV-Infektionen sind harmlos – und selbst bei Zellveränderungen ist die Behandlung sehr erfolgreich.
Vorbeugung
Ja, teilweise. Die beste Vorbeugung ist die HPV-Impfung, die vor den häufigsten Hochrisiko-Typen schützt. Zusätzlich hilft die regelmäßige Vorsorge (HPV-Test und PAP-Abstrich), Veränderungen früh zu erkennen.
Impfungen
Die HPV-Impfung wird für Mädchen und Jungen im Alter von 9 bis 14 Jahren empfohlen, kann aber bis zum 17. Lebensjahr nachgeholt werden. Sie schützt vor den Hochrisiko-Typen 16 und 18 (sowie manchmal auch vor anderen). Fragen Sie Ihren Arzt oder Ihre Ärztin nach den aktuellen Empfehlungen der STIKO.
Früherkennungsprogramme
Das gesetzliche Früherkennungsprogramm in Deutschland bietet Frauen ab 30 Jahren alle drei Jahre eine Kombination aus HPV-Test und PAP-Abstrich an. Nehmen Sie diese Termine wahr – sie helfen, Gebärmutterhalskrebs zu verhindern oder im Frühstadium zu entdecken.
Komplikationen
Unbehandelt
- Ohne Behandlung können sich anhaltende Hochrisiko-HPV-Infektionen zu Zellveränderungen (Dysplasie) entwickeln.
- Diese können mit der Zeit zu Gebärmutterhalskrebs führen (dies dauert meist Jahre bis Jahrzehnte).
- Selten können andere Krebsarten wie Vulva‑, Penis‑, Analkrebs oder Kehlkopfkrebs entstehen.
Langzeitprognose
Die Prognose ist bei frühzeitiger Erkennung sehr gut. Selbst wenn sich Krebsvorstufen gebildet haben, können sie fast immer vollständig entfernt werden, ohne dass ein Krebs entsteht. Bei bereits bestehendem Krebs im Frühstadium sind die Heilungschancen ebenfalls hoch. Dank regelmäßiger Vorsorge ist die Zahl der Neuerkrankungen an Gebärmutterhalskrebs in den letzten Jahrzehnten stark gesunken.
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Überprüfen Sie die Informationen immer mit Ihrem Arzt
Gesundheitsrichtlinien variieren je nach Land und Region. Die Informationen in diesem Artikel basieren auf internationalen klinischen Leitlinien, spiegeln jedoch möglicherweise nicht die spezifischen Richtlinien, Medikamente oder Praktiken in Ihrem Land wider. Besprechen Sie Ihre Gesundheitsfragen immer mit Ihrem Arzt oder Gesundheitsdienstleister und beziehen Sie sich auf Ihre lokalen nationalen Gesundheitsrichtlinien, sofern verfügbar.
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Quellen und Leitlinien
Dieser Artikel dient der Aufklärung und orientiert sich an anerkannten Gesundheitsinformations- und klinischen Leitlinienquellen, sofern verfügbar. Spezifische Quellenlinks können je nach Thema variieren.
Zuletzt aktualisiert: 30. Juli 2026
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