Nasen-Rachen-Abstrich
Basierend auf internationalen klinischen Leitlinien
Übersicht
Ein Nasen-Rachen-Abstrich (auch Nasopharyngeal-Abstrich genannt) ist eine einfache Untersuchung. Dabei wird mit einem weichen Wattestäbchen vorsichtig Schleim aus dem hinteren Teil der Nase und dem Rachen entnommen. So können Keime wie Viren oder Bakterien nachgewiesen werden, die eine Infektion der Atemwege verursachen.
Wichtige Fakten
- Der Abstrich ist schmerzarm, kann aber kurzzeitig unangenehm sein.
- Er wird vor allem bei Verdacht auf COVID-19, Grippe oder Keuchhusten eingesetzt.
- Die Probe wird im Labor untersucht, um den Erreger zu bestimmen.
Ja, Nasen-Rachen-Abstriche gehören zu den häufigsten diagnostischen Verfahren bei Atemwegsinfektionen. Sie sind schnell durchführbar und liefern wichtige Hinweise für die Behandlung.
Der Abstrich kann bei Menschen jeden Alters durchgeführt werden, von Säuglingen bis zu älteren Erwachsenen. Er wird vor allem bei Personen eingesetzt, die typische Symptome einer Atemwegsinfektion zeigen, wie Husten, Fieber oder Halsschmerzen.
Symptome
- Starke Atemnot oder Atemaussetzer
- Blaue Lippen oder Gesicht (Zeichen für Sauerstoffmangel)
- Bewusstlosigkeit oder Krampfanfälle
- ⚠Hohes Fieber über 39°C, das nicht auf fiebersenkende Maßnahmen anspricht
- ⚠Atemnot bei leichter Belastung oder in Ruhe
- ⚠Anhaltender Husten mit blutigem Auswurf
Häufige Symptome
- Fieber oder Schüttelfrost
- Husten oder Halsschmerzen
- Schnupfen oder verstopfte Nase
Symptome bei Kindern
- Fieber mit Husten oder Schnupfen
- Appetitlosigkeit oder Trinkschwäche
- Ungewöhnliche Müdigkeit oder Gereiztheit
Symptome bei älteren Erwachsenen
- Verwirrtheit oder Nachlassen der körperlichen Leistungsfähigkeit
- Husten oder Atemnot auch bei leichter Aktivität
- Fieber, das auch ohne andere Symptome auftreten kann
Ursachen
Hauptursachen
- Ein Nasen-Rachen-Abstrich wird durchgeführt, um die Ursache einer Atemwegsinfektion zu finden, zum Beispiel Viren (wie Grippe oder Corona) oder Bakterien (wie Bordetella pertussis).
- Er wird auch bei anhaltenden Symptomen eingesetzt, wenn die Ursache unklar ist.
- Manchmal wird er aus Vorsorge oder bei Kontakt zu infizierten Personen empfohlen.
Risikofaktoren
- Kontakt zu Personen mit bestätigter Infektion (z. B. COVID-19, Grippe)
- Besuch von oder Arbeit in Gemeinschaftseinrichtungen (Schulen, Pflegeheime, Krankenhäuser)
- Geschwächtes Immunsystem, z. B. durch Medikamente oder Grunderkrankungen
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Bei Atemnot, Brustschmerzen oder Verwirrtheit sofort den Notruf 112 wählen oder in die Notaufnahme gehen.
- Bei hohem Fieber (über 39°C) und starker Abgeschlagenheit noch am selben Tag ärztlichen Rat suchen.
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Wenn Sie seit Tagen Husten, Fieber oder Halsschmerzen haben, aber keine akute Notlage besteht, vereinbaren Sie einen Termin in Ihrer Hausarztpraxis.
- Auch nach einem Kontakt zu einer nachweislich infizierten Person ohne eigene Symptome kann eine Testung sinnvoll sein – klären Sie dies mit Ihrem Arzt.
Diagnose
Der Arzt führt einen dünnen Wattestäbchen durch die Nase bis in den hinteren Rachenraum ein, dreht es kurz und zieht es wieder heraus. Das Material wird dann im Labor auf bestimmte Erreger untersucht.
Mögliche Untersuchungen
- PCR-Test: weist das Erbgut von Viren nach – gilt als sehr zuverlässig.
- Schnelltest: liefert innerhalb von 15–30 Minuten ein erstes Ergebnis, ist aber weniger genau.
- Kultur: Bakterien werden auf Nährböden angezüchtet – dauert mehrere Tage.
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Die Untersuchung dauert nur wenige Sekunden. Sie kann ein leichtes Kratzen oder Druckgefühl im Rachen auslösen, ist aber in der Regel nicht schmerzhaft. Die Ergebnisse erhalten Sie je nach Test nach 30 Minuten bis zu 2 Tagen.
Behandlung
Die Behandlung richtet sich nach dem gefundenen Erreger. Ein Nasen-Rachen-Abstrich selbst ist keine Behandlung, sondern hilft dem Arzt, die richtige Therapie zu wählen. Oft reichen Ruhe und Hausmittel aus, manchmal sind Medikamente nötig.
Selbsthilfe zu Hause
- Viel trinken (Wasser, ungesüßter Tee), um die Schleimhäute feucht zu halten.
- Ruhen Sie sich aus und gönnen Sie Ihrem Körper Erholung.
- Bei Halsschmerzen können warme Gurgellösungen mit Salz oder Salbeitee helfen.
Medizinische Behandlungen
Je nach Befund können vom Arzt antivirale Mittel (bei Grippe oder COVID-19) oder Antibiotika (bei bakteriellen Infektionen wie Keuchhusten) verordnet werden. Diese müssen genau nach Anweisung eingenommen werden. Gegen Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen können fiebersenkende und schmerzlindernde Mittel eingesetzt werden – besprechen Sie die Auswahl mit Ihrem Arzt oder Apotheker.
Wann kommt eine Operation infrage?
Ein operativer Eingriff ist bei den meisten Atemwegsinfektionen nicht nötig. Nur in sehr seltenen Fällen von Komplikationen (z. B. Abszess) könnte eine Operation erforderlich werden.
Leben mit der Erkrankung
Während Sie auf das Testergebnis warten, sollten Sie zu Hause bleiben und den Kontakt zu anderen vermeiden. Nach Erhalt des Ergebnisses können Sie mit Ihrem Arzt das weitere Vorgehen besprechen.
Tipps für den Alltag
- Achten Sie auf eine gute Händehygiene (Händewaschen mit Seife).
- Lüften Sie regelmäßig Ihre Räume, um die Virenlast zu senken.
- Halten Sie Abstand zu kranken Personen ab 1,5 Metern.
Ernährung und Bewegung
Eine ausgewogene Ernährung mit viel Obst und Gemüse stärkt das Immunsystem. Vermeiden Sie während einer akuten Infektion anstrengende körperliche Aktivität – leichte Spaziergänge sind in Ordnung, sobald Sie sich kräftiger fühlen.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Die Sorge um ein mögliches Testergebnis oder die Isolation während der Wartezeit kann belastend sein. Sprechen Sie mit nahen Angehörigen oder Freunden darüber. Wenn Sie sich sehr ängstlich oder niedergeschlagen fühlen, suchen Sie ein ärztliches Gespräch – Hilfe ist verfügbar.
Vorbeugung
Sie können das Risiko einer Atemwegsinfektion senken, indem Sie regelmäßig Ihre Hände waschen, Menschenansammlungen in Innenräumen meiden und auf ausreichenden Abstand achten.
Impfungen
Es gibt Impfungen gegen Grippe, COVID-19, Keuchhusten und andere Atemwegserreger. Lassen Sie sich von Ihrem Hausarzt beraten, welche Impfungen für Sie empfohlen werden.
Früherkennungsprogramme
In bestimmten Situationen (z. B. vor einem Krankenhausaufenthalt oder bei Ausbrüchen) können Nasen-Rachen-Abstriche auch ohne Symptome als Screening eingesetzt werden, um Infektionen früh zu erkennen.
Komplikationen
Unbehandelt
- Ohne Behandlung können sich Atemwegsinfektionen verschlimmern, z. B. zu einer Lungenentzündung oder Mittelohrentzündung führen.
- Bei Keuchhusten kann es vor allem bei Säuglingen zu lebensbedrohlichen Atemaussetzern kommen.
- Unbehandelte bakterielle Infektionen können auf andere Organe übergreifen.
Langzeitprognose
Die meisten durch Nasen-Rachen-Abstrich diagnostizierten Infektionen heilen ohne bleibende Schäden aus. Moderne Behandlungsmöglichkeiten und die frühzeitige Erkennung durch den Abstrich geben eine gute Chance auf vollständige Genesung. Bei rechtzeitiger Behandlung sind schwere Verläufe selten.
Unterstützung finden
Lokale Organisationen
- Bundesministerium für Gesundheit ↗ · Deutschland
- Kassenärztliche Bundesvereinigung ↗ · Deutschland
Hilfetelefone
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Überprüfen Sie die Informationen immer mit Ihrem Arzt
Gesundheitsrichtlinien variieren je nach Land und Region. Die Informationen in diesem Artikel basieren auf internationalen klinischen Leitlinien, spiegeln jedoch möglicherweise nicht die spezifischen Richtlinien, Medikamente oder Praktiken in Ihrem Land wider. Besprechen Sie Ihre Gesundheitsfragen immer mit Ihrem Arzt oder Gesundheitsdienstleister und beziehen Sie sich auf Ihre lokalen nationalen Gesundheitsrichtlinien, sofern verfügbar.
Wichtiger Hinweis Diese Informationen dienen nur zu Bildungszwecken. Sie ersetzen keine professionelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Konsultieren Sie bei Fragen immer einen qualifizierten Arzt. Bei einem medizinischen Notfall wählen Sie sofort den örtlichen Notruf.
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Quellen und Leitlinien
Dieser Artikel dient der Aufklärung und orientiert sich an anerkannten Gesundheitsinformations- und klinischen Leitlinienquellen, sofern verfügbar. Spezifische Quellenlinks können je nach Thema variieren.
Zuletzt aktualisiert: 30. Juli 2026
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