Vorbereitung auf die BSG (Blutsenkung)
Basierend auf internationalen klinischen Leitlinien
Übersicht
Die Blutsenkungsgeschwindigkeit (kurz BSG, auch ESR genannt) ist ein einfacher Bluttest. Er misst, wie schnell sich die roten Blutkörperchen in einem Röhrchen absetzen. Eine erhöhte BSG kann auf eine Entzündung im Körper hinweisen, sagt aber nicht, wo genau die Entzündung ist. Der Test hilft Ärzten, Krankheiten zu erkennen oder den Verlauf einer Behandlung zu überwachen.
Wichtige Fakten
- Der ESR-Test misst, wie schnell sich rote Blutkörperchen in einer Blutprobe absetzen.
- Eine erhöhte ESR kann bei Entzündungen, Infektionen oder bestimmten chronischen Krankheiten auftreten.
- Der Test ist nicht spezifisch – er zeigt nur an, dass irgendwo im Körper eine Entzündung sein könnte.
Ja, der ESR-Test wird sehr häufig in der ärztlichen Praxis durchgeführt, vor allem bei Verdacht auf Entzündungen oder zur Verlaufskontrolle.
Der Test wird bei Menschen jeden Alters angewendet, wenn Symptome wie Fieber, Gelenkschmerzen, unerklärliche Müdigkeit oder Gewichtsverlust auftreten.
Symptome
- Sehr hohes Fieber (über 39°C) mit Schüttelfrost
- Plötzliche, starke Schmerzen in Brust oder Bauch
- Atemnot oder bläuliche Lippen
- Bewusstlosigkeit oder Verwirrtheit
- ⚠Fieber, das länger als 3 Tage anhält
- ⚠Schmerzen in einem Gelenk mit starker Schwellung und Rötung
- ⚠Ungewollter Gewichtsverlust über mehrere Wochen
Häufige Symptome
- Fieber
- Müdigkeit und Abgeschlagenheit
- Gelenkschmerzen oder -schwellungen
- Nachtschweiß
- Gewichtsverlust ohne Grund
Symptome bei Kindern
- Fieber ohne erkennbare Ursache
- Schmerzen in den Armen oder Beinen
- Hautausschlag
- Appetitlosigkeit
Symptome bei älteren Erwachsenen
- Verwirrtheit oder plötzliche geistige Veränderung
- Schmerzen im Rücken oder in den Gelenken
- Allgemeines Schwächegefühl
Ursachen
Hauptursachen
- Infektionen (z. B. Lungenentzündung, Harnwegsinfekt)
- Autoimmunerkrankungen (z. B. rheumatoide Arthritis, Lupus)
- Entzündliche Darmerkrankungen (z. B. Morbus Crohn, Colitis ulcerosa)
- Chronische Nierenerkrankungen
- Tumorerkrankungen (selten)
Risikofaktoren
- Geschwächtes Immunsystem
- Chronische Erkrankungen wie Diabetes oder Rheuma
- Übergewicht
- Rauchen
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Bei wiederholten oder anhaltenden Fieberschüben
- Bei plötzlichen, starken Gelenkschmerzen
- Bei unerklärlichem, schnellem Gewichtsverlust
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Bei Müdigkeit, die länger als 2 Wochen anhält
- Bei leichten Gelenkbeschwerden, die nicht verschwinden
- Zur routinemäßigen Überwachung einer bekannten chronischen Erkrankung
Diagnose
Der ESR-Test wird mit einer Blutprobe aus der Armvene durchgeführt. Das Blut wird in ein spezielles Röhrchen gefüllt und eine Stunde lang stehen gelassen. Danach misst der Arzt, wie viel Millimeter sich die roten Blutkörperchen gesenkt haben (normal: unter 20 mm/h bei Frauen, unter 15 mm/h bei Männern – die Werte variieren je nach Alter und Labor).
Mögliche Untersuchungen
- Blutentnahme für ESR
- Großes Blutbild
- C-reaktives Protein (CRP) – ein weiterer Entzündungsmarker
- Weitere Tests je nach Verdacht (z. B. Urinuntersuchung, Röntgen, Ultraschall)
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Die Blutabnahme dauert nur wenige Minuten. Sie müssen nicht nüchtern sein, aber teilen Sie Ihrem Arzt mit, welche Medikamente Sie einnehmen, da manche die ESR beeinflussen können (z. B. Kortison, Antibabypille). Das Ergebnis liegt meist innerhalb von 1-2 Stunden vor.
Behandlung
Die ESR selbst wird nicht behandelt. Sie ist nur ein Hinweis. Die Behandlung richtet sich nach der Ursache der erhöhten Werte, z. B. einer Infektion oder einer chronischen Entzündung.
Selbsthilfe zu Hause
- Bei fieberhaften Infekten: viel trinken, Ruhe, leichte Kost
- Bei Gelenkschmerzen: Kühlung oder Wärme, je nachdem was hilft
- Ausreichend Schlaf und Stressvermeidung
Medizinische Behandlungen
Je nach Ursache können entzündungshemmende Medikamente, Antibiotika bei bakteriellen Infektionen oder krankheitsmodifizierende Arzneimittel bei Rheuma zum Einsatz kommen. Die Therapie wird immer von einem Arzt festgelegt. Besprechen Sie mit Ihrem Arzt, welche Behandlung für Sie geeignet ist.
Wann kommt eine Operation infrage?
In der Regel ist keine Operation nötig. Nur wenn die Ursache eine ernsthafte Erkrankung wie eine Eiteransammlung oder ein Tumor ist, kann ein chirurgischer Eingriff erforderlich werden.
Leben mit der Erkrankung
Wenn Sie wissen, dass Ihre ESR erhöht ist, kann es helfen, regelmäßig zur Kontrolle zu gehen. Bleiben Sie in engem Kontakt mit Ihrem Arzt, um die zugrundeliegende Erkrankung zu managen.
Tipps für den Alltag
- Regelmäßige Bewegung (z. B. Spaziergänge, leichtes Krafttraining)
- Vermeidung von Rauchen und übermäßigem Alkohol
- Stressbewältigung durch Entspannungstechniken wie Yoga oder Meditation
Ernährung und Bewegung
Eine ausgewogene Ernährung mit viel Obst, Gemüse und Vollkornprodukten kann das Immunsystem unterstützen. moderate Bewegung hilft, Entzündungen zu reduzieren. Besprechen Sie mit Ihrem Arzt, ob bestimmte Nahrungsergänzungsmittel sinnvoll sind.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Eine unklare erhöhte ESR kann verunsichern. Manchmal ist es schwer, auf eine Diagnose zu warten. Scheuen Sie sich nicht, mit Ihrem Arzt über Ihre Ängste zu sprechen. Bei anhaltender Niedergeschlagenheit kann psychologische Unterstützung helfen.
Vorbeugung
Eine erhöhte ESR kann nicht immer verhindert werden, da sie viele Ursachen hat. Ein gesunder Lebensstil mit ausreichend Bewegung, gesunder Ernährung und Vermeidung von Infektionen (z. B. durch Händewaschen) kann das Risiko für entzündliche Erkrankungen senken.
Impfungen
Gegen einige Infektionen, die die ESR erhöhen können, gibt es Impfungen (z. B. Grippeschutzimpfung, Pneumokokken-Impfung). Lassen Sie sich von Ihrem Arzt beraten, welche Impfungen für Sie empfohlen werden.
Früherkennungsprogramme
Ein routinemäßiges ESR-Screening bei gesunden Menschen ist nicht empfohlen. Der Test wird nur bei Beschwerden oder als Teil einer Vorsorgeuntersuchung bei bestimmten Risikogruppen eingesetzt.
Komplikationen
Unbehandelt
- Wenn die Ursache einer erhöhten ESR nicht behandelt wird, kann die zugrundeliegende Erkrankung fortschreiten (z. B. eine chronische Entzündung die Gelenke zerstören).
- Unbehandelte Infektionen können sich ausbreiten und schwerwiegende Folgen haben (z. B. Blutvergiftung).
- Bei manchen Autoimmunerkrankungen kann eine Spätschädigung von Organen wie Nieren oder Lunge auftreten.
Langzeitprognose
Die Prognose ist in den meisten Fällen gut, wenn die Ursache rechtzeitig erkannt und behandelt wird. Viele entzündliche Erkrankungen lassen sich heute gut mit Medikamenten kontrollieren, sodass die meisten Menschen ein normales Leben führen können. Ihre Einstellung und Zusammenarbeit mit dem Arzt sind der Schlüssel.
Unterstützung finden
Lokale Organisationen
- Deutsche Rheuma-Liga ↗ · Deutschland
Hilfetelefone
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Überprüfen Sie die Informationen immer mit Ihrem Arzt
Gesundheitsrichtlinien variieren je nach Land und Region. Die Informationen in diesem Artikel basieren auf internationalen klinischen Leitlinien, spiegeln jedoch möglicherweise nicht die spezifischen Richtlinien, Medikamente oder Praktiken in Ihrem Land wider. Besprechen Sie Ihre Gesundheitsfragen immer mit Ihrem Arzt oder Gesundheitsdienstleister und beziehen Sie sich auf Ihre lokalen nationalen Gesundheitsrichtlinien, sofern verfügbar.
Wichtiger Hinweis Diese Informationen dienen nur zu Bildungszwecken. Sie ersetzen keine professionelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Konsultieren Sie bei Fragen immer einen qualifizierten Arzt. Bei einem medizinischen Notfall wählen Sie sofort den örtlichen Notruf.
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Quellen und Leitlinien
Dieser Artikel dient der Aufklärung und orientiert sich an anerkannten Gesundheitsinformations- und klinischen Leitlinienquellen, sofern verfügbar. Spezifische Quellenlinks können je nach Thema variieren.
Zuletzt aktualisiert: 30. Juli 2026
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Bei schweren, sich verschlechternden oder dringenden Symptomen rufen Sie die lokale Notrufnummer an oder suchen Sie Notfallversorgung auf.
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